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Psychotherapie im Dialog Heft 2/2011
1/2011 - 2/2011 - 3/2011 - 4/2011 - Überblick


Eichenberg, Christiane, Barbara Stein & Henning Schauenburg (2011): Editorial: Psychotherapie per Mouseclick. Psychotherapie im Dialog 12(2) (2): 101.

abstract: Bibliotherapie, Video-Konfrontationstherapie, Telefonberatung. Solche Formen medienunterstützter Interventionen gibt es schon lange. Die letzten Jahre haben aber noch einmal so einschneidende „mediale” Entwicklungen gebracht, dass die Frage nach einer neuen Stufe der Mediennutzung auch im Feld der Psychotherapie gerechtfertigt erscheint. Psychotherapeuten sind also schon immer mit Mediennutzung konfrontiert, besonders bei den technologisch jüngeren Anwendungsformen (Therapien via virtuelle Realitäten, Online-Beratung, Chatroom-Therapien …) bewegen wir uns noch in einem Experimentierfeld. Es fehlen Strukturen, Standards, rechtliche und finanzielle Rahmenbedingungen. Der Datenschutz ist der Eigeninitiative überlassen. Andererseits spürt jeder, dass die mediale Welt vor den uns so wichtigen und oft sorgsam geschützten, therapeutischen „Räumen” nicht haltmacht, dass es gilt, sich vertraut zu machen mit dem was kommt, was uns, nicht zuletzt von unseren Patienten und Klienten, angetragen wird. Immer werden wir dabei sowohl mit den Verlockungen und Faszinationen als auch mit den Grenzen der neuen Möglichkeiten konfrontiert sein. Diese auszuloten und damit die „Räume” sowohl zu öffnen als auch an ihren Schutz zu gemahnen, das war das Motiv für dieses Heft.


Eichenberg, Christiane (2011): Zur Rolle moderner Medien in der Psychotherapie. Stand und Perspektiven. In: Psychotherapie im Dialog 12(2) (2): S. 102-106.

abstract: Die Schnittstellen von Klinischer Psychologie, Psychotherapie und (modernen) Medien im Allgemeinen bzw. dem Internet im Speziellen gewinnen durch die zunehmende Mediatisierung des Alltags an Bedeutung. Klinisch-psychologisch relevant werden Medien, wenn sie einerseits für die wissenschaftliche und praktische Arbeit genutzt werden können und andererseits als Informations- und Kommunikationstechnologien rückwirkende Einflüsse und Effekte auf das menschliche Verhalten und Erleben im Allgemeinen und das therapeutische Setting, den therapeutischen Prozess und die therapeutische Beziehung im Besonderen haben. Psychotherapeutinnen und Psychotherapeuten werden zunehmend mit Problemen konfrontiert, die in Zusammenhang mit der Mediennutzung ihrer Patientinnen und Patienten stehen. Dementsprechend besteht begründeter Bedarf nach theoretischer und empirischer Elaboration von Fragestellungen, die für Gegenwart und Zukunft der Klinischen Psychologie, Psychotherapie aber auch der Medienpsychologie bedeutsam sind.


Roesler, Christian (2011): Die virtuelle therapeutische Beziehung. Eine Reflexion ihrer Möglichkeiten und Grenzen. In: Psychotherapie im Dialog 12(2) (2): S. 107-112.

abstract: Die Veränderungen, die die therapeutische Beziehung in online-basierter, computervermittelter Kommunikation erfährt, werden auf dem Hintergrund aktueller Kommunikationstheorien sowie von Konzepten der therapeutischen Beziehung diskutiert. Zunächst werden Auswirkungen auf Beziehungen im Allgemeinen dargestellt und der Standpunkt vertreten, dass es sich bei virtuellen Beziehungen um eine neue Beziehungsform mit eigenen Bedingungen handelt, die Phänomene der Identitätsverunsicherung hervorbringt, aber auch Möglichkeitsräume für spielerische Selbsterprobungen und Beziehungsaufnahmen bietet, die bislang jedoch erst wenig untersucht sind. Psychotherapie stellt hohe Anforderungen an die Qualität der Beziehung, denen, wie gezeigt wird, kanalreduzierte Kommunikationsformen wie bspw. E-Mail nur bedingt gerecht werden können. Es wird deshalb dafür plädiert, Online-Psychotherapie nur unter bestimmten Bedingungen, wie z. B. einer vorher bestehenden Face-to-Face-Beziehung, zu propagieren.


Hinterberger, Gerhard & Stefan Kühne (2011): Psychosoziale Online-Beratung im Überblick. In: Psychotherapie im Dialog 12(2) (2): S. 113-117.

abstract: Der Artikel gibt einen Überblick zum aktuellen Stand der Online-Beratung. Während sich diese Form der Beratung immer noch skeptischen Haltungen vonseiten mancher BeraterInnen gegenübersieht, so kann doch für die letzten 15 Jahre ein umfassender Professionalisierungsprozess nachgezeichnet werden. Online-Beratung hat sich damit vor allem in institutionellen Beratungsangeboten als fester Bestandteil etabliert.
Wichtige Aspekte der Online-Beratung sind durch die spezifischen Gegebenheiten der computervermittelten Kommunikation determiniert, denn in der textbasierten Kommunikation liegen zugleich Vorteile (Anonymität, Selbstreflexion) als auch Einschränkungen (Asynchronizität, Datenschutz) für die Beratungsarbeit begründet. Online-Beratung wird im deutschsprachigen Raum vor allem mithilfe der Medien Mail, Chat und Forum angeboten und diese medialen Kanäle bedingen jeweils verschieden ausgeprägte methodische Konzepte, die sich z. T. deutlich von den „klassischen” Konzepten der Face-to-Face-Beratung unterscheiden. Erste Wirksamkeitsstudien belegen den Erfolg der Online-Beratung, wenn auch hier ein starker Forschungsbedarf festgestellt werden kann. Große Trägerorganisationen der Beratungsangebote haben in den letzten Jahren Konzepte und Standards für die professionelle Online-Beratung entwickelt, die der Arbeit im virtuellen Raum zugrunde liegen.


Berger, Thomas (2011): Web 2.0 - Soziale Netzwerke und Psychotherapie. In: Psychotherapie im Dialog 12(2) (2): S. 118-122.

abstract: Internetportale, die eine aktive Mitgestaltung der Inhalte und Vernetzung der Nutzer erlauben, spielen auch im Gesundheitswesen eine zunehmende Rolle. In unzähligen Diskussionsforen, Blogs oder Gruppen, die sich auf Facebook zusammenschließen, diskutieren psychisch belastete Menschen über ihre Probleme und suchen den Kontakt zu anderen Betroffenen. Ärzte und Psychotherapeuten verfolgen diese Entwicklung oft kritisch. Möglichkeiten, soziale Medien gezielt für therapeutische Zwecke zu nutzen, werden wenig diskutiert. Am Beispiel von internetbasierten Therapie- und Beratungsansätzen wird dargestellt, wie die aktive Partizipation und der gegenseitige Austausch zwischen Betroffenen therapeutische Interventionen ergänzen können. Erfahrungen mit entsprechenden Anwendungen zeigen, dass zahlreiche hilfreiche Faktoren realisiert werden, die auch aus Gruppenpsychotherapien bekannt sind. Mögliche Konsequenzen für den ergänzenden Einsatz von Internetforen im Rahmen von Face-to-Face-Psychotherapien werden diskutiert.


Sperth, Michael, Julia Aghotor, Frank-Hagen Hofmann & Rainer Matthias Holm-Hadulla (2011): E-Mail-Beratung für Studierende: ein Anwendungsfeld integrativer Beratung. In: Psychotherapie im Dialog 12(2) (2): S. 123-127.

abstract: Anhand der Darstellung eines E-Mail-Beratungsverlaufs mit Übergang in die Face-to-Face-Beratung illustriert der vorliegende Beitrag die Anwendung eines integrativen Beratungskonzepts in der E-Mail-Beratung Studierender. Das ABCDE-Modell integrativer Beratung kombiniert wirksame Interventionen verschiedener Therapierichtungen und ermöglicht ein auf die individuellen Problemlagen zugeschnittenes Beratungsangebot. Die Bedeutung einer tragfähigen therapeutischen Beziehung im Onlineberatungsverlauf wird illustriert und der Nutzen der E-Mail-Beratung als ergänzender Zugangsweg zu klassischen Beratungs- und Psychotherapieangeboten verdeutlicht.


Eichenberg, Christiane & Demetris Malberg (2011): Gesundheitsinformationen im Internet. Zur Notwendigkeit der Qualitätsevaluation und -sicherung. In: Psychotherapie im Dialog 12(2) (2): S. 128-131.

abstract: Das Internet hat als Ratgeber bei Gesundheitsfragen für viele Deutsche einen hohen Stellenwert eingenommen. Dies gilt auch für Fragen zur psychischen Gesundheit. Dabei beeinflussen die dort recherchierten Informationen Gesundheitsverhalten und -einstellungen. Folglich ist relevant, die Qualität medizinischer und psychologischer Internetinformationen sicherzustellen. Im internationalen Raum existiert eine Reihe von Studien zur Qualität von Websites mit medizinischen und psychologischen Inhalten, die diesbezügliche Mängel konstatieren. Für deutschsprachige Websites mangelt es an entsprechenden Untersuchungen. Daher wurde eine Inhaltsanalyse von 20 Websites für das Störungsbild der posttraumatischen Belastungsstörung vorgenommen. Hauptbefund ist, dass die Qualität der Informationen im mittleren Bereich angesiedelt ist und keine gefährlichen Fehl- und Falschinformationen zu verzeichnen sind. Abschließend werden Modelle zur Qualitätssicherung von gesundheitsbezogenen Websites sowie von psychologischen Online-Beratungsangeboten vorgestellt und damit verbundene Probleme diskutiert.


Wölfling, Klaus, Kai W. Müller & Manfred E. Beutel (2011): Internetsucht. Psychologische Variablen, diagnostische Einordnung und therapeutische Implikationen. In: Psychotherapie im Dialog 12(2) (2): S. 132-136.

abstract: Statistiken des deutschen Suchthilfesystems verdeutlichen, dass immer mehr Jugendliche und junge Erwachsene exzessive Nutzungsmuster in Bezug auf das Internet aufweisen. Nationale wie internationale Prävalenzerhebungen zur suchtartigen Internetnutzung unterstreichen, dass das Phänomen mit ca. 3 % Betroffenen nicht selten zu sein scheint. Betroffene berichten von Symptomen, die Parallelen zu substanzgebundenen Abhängigkeitserkrankungen erkennen lassen, wie z. B. ein intensiver Drang, dem Verhalten nachgehen zu müssen (Craving), fortgeführter Konsum trotz negativer Konsequenzen wie Leistungsabfall, gesundheitliche Probleme, intrafamiliäre Konflikte, Entzugserscheinungen bei verhindertem Konsum und Toleranzentwicklung (exzessiv ausufernde Nutzungszeiten). Auf neurowissenschaftlicher Ebene zeigen sich ähnliche kortikale Verarbeitungscharakteristika, wie sie von substanzgebundenen Abhängigkeitserkrankungen dokumentiert sind. Trotz erheblichen Leidensdrucks für Betroffene und deren Angehörige ist Internetsucht noch nicht als eigenständiges Störungsbild anerkannt. Auch existieren derzeit noch keine standardisierten und empirisch auf ihre Wirksamkeit überprüften psychotherapeutischen Interventionsprogramme oder Präventionskonzepte.


Rauchfuß, Katja & Katja Knierim (2011): Selbstgefährdung im Internet und Web 2.0. In: Psychotherapie im Dialog 12(2) (2): S. 137-142.

abstract: Im Internet gibt es neben hilfreichen Beratungsangeboten eine zunehmende Zahl von Websites und Communitybeiträgen, die selbstgefährdendes Verhalten verherrlichen. Ausgehend von dieser Diskrepanz werden Gefährdungspotenziale von Pro-Selbstgefährdungsinhalten im Web 2.0 dargelegt sowie anhand jugendgefährdender Suizid-, Anorexie- / Bulimie- und SVV-Angebote dokumentiert. Das Phänomen wird aus Sicht des Jugendschutzes betrachtet, wobei speziell Handlungsoptionen und Ergebnisse von jugendschutz.net, der länderübergreifenden Stelle für Jugendschutz im Internet, vorgestellt werden. Ein Blick auf die Studienlage sowie die Beratungs- und Selbsthilfe-Infrastruktur im Netz ergänzt die Ausführungen. Zum Schluss werden Informations- und Handlungsmöglichkeiten für Psychotherapeuten aufgezeigt.


Mühlberger, Andreas & Paul Pauli (2011): Virtuelle Realität in der Psychotherapie. In: Psychotherapie im Dialog 12(2) (2): S. 143-147.

abstract: Im Rahmen von Psychotherapien wird die Aktivierung von Emotionsnetzwerken für die Veränderung emotionalen Erlebens als notwendig erachtet. Insbesondere bei Angststörungen ist die Exposition mit den angstauslösenden Objekten oder Situationen ein zentrales Element der kognitiven Verhaltenstherapie. Computergenerierte dreidimensionale Modelle solcher angstauslösenden Objekte oder Situationen können heute mittels modernen Computertechnologien als virtuelle Realitäten (VR) sehr realistisch erstellt und in der Psychotherapie sinnvoll und erfolgreich eingesetzt werden. Die Kosten für die Technik sind in den letzten Jahren deutlich gesunken. Der vorliegende Beitrag gibt eine Einführung in den Nutzen und die Effektivität der virtuellen Realität für die Behandlung von verschiedenen Angststörungen (Spezifische Phobie, soziale Phobie und posttraumatische Belastungsstörung) sowie einen Überblick über Einsatzmöglichkeiten für die Behandlung weiterer Störungen, z. B. Süchte, Schmerzen und Schizophrenie. Die Verfügbarkeit von VR-Systemen, insbesondere zur Angstbehandlung, wird in den nächsten Jahren deutlich zunehmen, sodass die VR Expositionsbehandlung sich voraussichtlich als effektive Routinebehandlung etablieren wird.


Bauer, Stephanie, Markus Moessner & Markus Wolf (2011): Internetbasierte Nachsorge zur Förderung der Nachhaltigkeit psychotherapeutischer Behandlungen. In: Psychotherapie im Dialog 12(2) (2): S. 148-152.

abstract: Wenngleich die meisten Patienten von stationärer Psychotherapie profitieren, sind diese Erfolge oft nicht von Dauer. Maßnahmen zur Steigerung der Nachhaltigkeit von Behandlungsergebnissen werden dringend benötigt, lassen sich aber im Versorgungsalltag häufig schwer realisieren. Der Einsatz von Informations- und Kommunikationstechnologien (IKT) erlaubt es Fachkliniken, ihre Reichweite zu erweitern und Patienten beim Übergang von der Klinik in den Alltag zu unterstützen. In diesem Beitrag wird ein Überblick über Interventionen gegeben, in denen die Technologie des Internet-Chats eingesetzt wird, um Patienten poststationär therapeutisch zu begleiten. Neben reinen chatbasierten Interventionen werden auch umfangreichere Internetplattformen vorgestellt, die es über verschiedene Module erlauben, die Betreuungsintensität der individuellen Beeinträchtigung eines Patienten anzupassen.


Mück, Herbert (2011): Vor- und Nachteile „internetgestützter Psychotherapie”. Zehn Jahre Erfahrung mit einem therapeutischen „App”. In: Psychotherapie im Dialog 12(2) (2): S. 153-157.

abstract: Auch PsychotherapeutInnen eröffnet das Internet seit geraumer Zeit neue Möglichkeiten, um die Zugangshürde zu Psychotherapie zu senken, Praxisabläufe zu vereinfachen und zu beschleunigen, das „Matching” zwischen potenziellen Patienten und den Behandlern zu optimieren, ergänzende Psychoedukation anzubieten und Therapieprozesse per E-Mail zu begleiten und zu intensivieren. In bürokratischer Hinsicht erleichtert der „E-Mail-Verkehr” beispielsweise die Datenerfassung und die verbindliche Klärung und Vereinbarung der rechtlichen Rahmenbedingungen. Absprachen per E-Mail sind immer gut dokumentiert. E-Mail-Dialoge lassen sich als Kommunikationsbeispiele besprechen und durch Übung optimieren. Die „Werkzeuge” internetgestützter Psychotherapie verstehen sich nicht als Alternative zu herkömmlicher Psychotherapie, sondern als deren sinnvolle Erweiterung. Wenn überhaupt bestehen eher methodische als rechtliche Bedenken gegen eine „internetgestützte Psychotherapie”. Besonders kompatibel ist sie bislang vor allem mit verhaltenstherapeutischen Angeboten. Leider gibt es keine klaren und verbindlichen Abrechnungsregelwerke für die entsprechenden Zusatzleistungen. Wie internetgestützte Psychotherapie im ambulanten Bereich konkret aussehen kann und welche Erfahrungen sich damit bereits sammeln ließen, erläutert ein Bericht aus der Praxis, der auf mittlerweile zehn Jahre ambulanter Erprobung zurückblickt und in Form von Erläuterungen und Empfehlungen formuliert ist.


Wenzel, Joachim (2011): Internetdatenschutz. Vertrauliche Psychotherapie in der vernetzten Praxis. In: Psychotherapie im Dialog 12(2) (2): S. 158-161.

abstract: Menschen, die sich an Psychotherapeuten wenden, verlassen sich auf Vertraulichkeit, denn die Themen sind in der Regel sehr persönlich und intim. Ein solcher Vertrauensvorschuss muss sich dann aber in der konkreten Praxis bewähren. Die Klienten müssen schließlich davon ausgehen können, dass die Inhalte der Sitzungen auch tatsächlich vertraulich bleiben, selbst wenn ihre Daten auf einem Computer gespeichert werden und der Rechner mit dem Internet vernetzt ist. Gezielte Sicherheitsmaßnahmen sind notwendig, um dies zu gewährleisten. Bei Kommunikation per Internet bedarf es weiterer Vorkehrungen, wenn diese auch geschützt erfolgen soll. Das Internet hat neue Möglichkeiten gebracht, gleichzeitig aber auch zusätzliche Gefahren für die Vertraulichkeit der Psychotherapie. Die weltweite Vernetzung der Computer bedeutet ein bis dahin nicht gekanntes Gefahrenpotenzial auch für die Integrität von Beratungs- und Therapieprozessen. Die Technik ist dabei weniger das Problem, da es bereits genügend Schutzmöglichkeiten gibt, die allerdings nicht genutzt werden. Die angemessenen Abhilfemöglichkeiten sind nämlich meist nicht bekannt. Um die technischen und rechtlichen Gefahren verstehen zu können, werden nun zunächst die Datenschutzgrundlagen dargestellt und dann die technisch erforderlichen Maßnahmen erläutert. Dabei wird konkret aufgezeigt, was Psychotherapeuten tun müssen, um ihren gesetzlichen Verpflichtungen gerecht zu werden.


Hain, Bernhard, Katharina Hünnemeyer, Martin Teufel, Nicole Rieber & Beate Wild (2011): Die Videokonferenz-Gruppe in der psychoedukativen Nachsorge nach Adipositaschirurgie. Die BaSE-Studie. In: Psychotherapie im Dialog 12(2) (2): S. 162-166.

abstract: Internetgestützte Kommunikation findet zunehmend Einsatz in der Gesundheitsförderung, Beratung und Psychoedukation. Ob dadurch wichtige Setting-Variablen der beratenden und supportiven Beziehung positiv oder negativ beeinflusst werden, ist noch nicht abschließend untersucht. Am Beispiel der BaSE-Interventionsstudie sollen das Konzept einer videokonferenzgestützten Psychoedukation beschrieben und erste Erfahrungen mit dem neuen Setting kritisch geprüft werden. Die BaSE-Studie untersucht die Wirksamkeit einer interdisziplinären psychoedukativen Nachsorge nach adipositaschirurgischem Eingriff in Bezug auf Gewichtsverlauf und Lebensqualität. Die klinische Wahrnehmung und die ersten Rückmeldungen der Teilnehmer deuten darauf hin, dass Videokonferenzen im mittleren Abschnitt einer insgesamt 14 Sitzungen umfassenden Nachsorgegruppe von den Patienten gut angenommen und die in der Literatur beschriebenen Vorteile wie „Nähe zum Alltag” und „Patientengerechte Information” auch realisiert werden können.


Wagner, Birgit & Christine Knaevelsrud (2011): Traumatherapie über das Internet. Neue Behandlungsmöglichkeiten in Kriegs- und Krisengebieten. In: Psychotherapie im Dialog 12(2) (2): S. 167-170.

abstract: Internetbasierte Psychotherapie ist eine neue Entwicklung im Bereich der Klinischen Psychologie. Forschungsergebnisse belegen eine gute Wirksamkeit für die posttraumatische Belastungsstörung und komplizierte Trauerreaktion, vor allem für kognitiv-verhaltenstherapeutische Interventionen. Die Kommunikation zwischen Patient und Therapeut findet in der Regel ausschließlich über das Internet statt. Diese ortsunabhängige Kommunikationsform ermöglicht eine innovative Behandlungsmöglichkeit für traumatisierte Patienten in Krisen- und Kriegsgebieten mit begrenzten medizinischen und psychologischen Versorgungsstrukturen. Ein virtuelles Behandlungszentrum für posttraumatische Belastungsstörungen wurde in arabischer Sprache entwickelt. Die Ergebnisse der Pilotstudie zeigen eine signifikante Reduzierung der Psychopathologie (PTSD, Angst, Depression). Die neuen Möglichkeiten und Grenzen eines solchen internetgestützten Therapieansatzes im arabischen Kontext werden diskutiert.


Stein, Barbara, Henning Schauenburg & Christiane Eichenberg (2011): Résumé: Psychotherapie und Internet - eine Herausforderung für uns alle. In: Psychotherapie im Dialog 12(2) (2): S. 171-173.

abstract: E-Health ist ein Geschäftsbereich mit deutlichen Zuwachsraten, der auch vor Psychotherapie nicht halt macht. Psychotherapie per Mouseclick? So unvorstellbar das für viele auf den ersten Blick sein mag, so interessant und anregend ist die psychotherapeutische Nutzung des Internet bei differenzierter Betrachtungsweise. Die Lektüre dieses Heftes macht deutlich, wie sehr das Internet mit seinen verschiedenen Möglichkeiten die psychotherapeutische Versorgungspraxis bereichern kann. Das Spektrum internetbasierter psychologischer Interventionen ist vielfältig und umfasst so unterschiedliche Maßnahmen wie Online-Beratungsangebote, Einzel- und Gruppenchats, Selbsthilfeprogramme mit und ohne individualisierte Unterstützung durch Psychotherapeuten, internetbasierte Nachsorgeansätze sowie Internettherapie im engeren Sinne, bei der Patient und Therapeut per E-Mail zeitversetzt oder analog dem Face-to-Face-Kontakt per Video o. Ä. synchron miteinander kommunizieren. Das vorliegende Heft gibt unseres Erachtens einen guten Überblick über die aktuellen Diskussionen in diesem sich rasant entwickelnden Feld der Gesundheitsversorgung.


Eichenberg, Christiane & Demetris Malberg (2011): Psychische Erkrankungen: Internet-Informationen für unterschiedliche Zielgruppen. In: Psychotherapie im Dialog 12(2) (2): S. 174-178


Malberg, Demetris (2011): Buchempfehlungen. In: Psychotherapie im Dialog 12(2) (2): S. 179-182


Borcsa, Maria (2011): Wir empfehlen: Friederike Potreck-Rose: Von der Freude, den Selbstwert zu stärken. Stuttgart: Klett-Cotta, 2010; Harlich H. Stavemann: … und ständig tickt die Selbstwertbombe. Selbstwertprobleme erkennen und lösen. Weinheim: Beltz, 2011. Psychotherapie im Dialog 12(2) (2): 183


Justen-Horsten, Agnes & Helmut Paschen (2011): „Aus den Augen, aus dem Sinn?” Warum mobile Menschen ein Online-Beratungsangebot brauchen - ein Werkstattbericht. In: Psychotherapie im Dialog 12(2) (2): S. 184-186.

abstract: Menschen, die über längere Zeiträume hinweg unterwegs sind und „fern der Heimat” leben, machen besondere Erfahrungen und gehen besondere Risiken ein. Wegen des Unterwegsseins geraten sie in kritische Lebenssituationen, die manchmal beraterische oder therapeutische Unterstützung notwendig machen. Im Folgenden versuchen wir zu beschreiben, warum gerade diese Klientel eine Weiterentwicklung von Beratung und Therapie zur Anwendung auf virtuelle Kommunikation braucht. Zunächst soll unsere „Projektgeschichte” diesen Bedarf verdeutlichen.



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