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Zeitschrift für Systemische Therapie und Beratung - Heft 3/2000
1/2000 - 2/2000 - 3/2000 - 4/2000 - Überblick


Hoffman, Lynn (2000): Eine gemeinschaftsorientierte Perspektive der Therapie. In: ZSTB 18(3), S. 152-160.

abstract: Der Aufsatz gibt einen Überblick über die Entwicklung der Familientherapie bzw. systemischer Therapieformen aus der heutigen Sicht der Autorin. Dabei stellt sie verschiedene Entwicklungsstränge und –schwerpunkte und ihre zeitgeschichtlichen Zusammenhängen dar. Einen besonderen Schwerpunkt stellt in ihrer Diskussion der Einfluß postmodernen Ideen dar. Die Diskussion mündet in den Vorschlag ein, von gemeinschaftsorientierten oder gemeinschaftsfördernden Formen der Therapie zu sprechen, wenn sie mit postmodernen Ideen einhergehen – „nicht-wissend“, gemeinsam konstruierend und den beglückenden Augenblick der Begegnung willkommen heißend.


Baerwolff, Stephan (2000): Vorwärts in die Vergangenheit. Lebensgeschichten in der systemischen Therapie. In: ZSTB 18(3), S. 161-170.

abstract: Ein therapiegeschichtlicher Überblick zeigt, dass bezüglich der Bedeutung der Zeitdimensionen eine Verschiebung von der Vergangenheit hin zur Zukunft stattgefunden hat. Dabei problematisiert der Artikel die Gleichsetzung von Systemischer Therapie mit Zukunftsorientierung und die Annahme, diese ließe sich aus einer Metatheorie ableiten. Anhand eines Fallbeispiels versucht der Autor zu zeigen, dass die Einbeziehung der Lebensgeschichte der KlientInnen auch im Kontext systemischer Therapie nützlich sein kann. Ausgehend von narrationstheoretischen Überlegungen werden Aspekte einer Biographiearbeit dargestellt, die mit den Prämissen systemischer Therapie vereinbar ist.


Mücke, Klaus (2000): Bert Hellinger oder: Wer verfügt über die Wahrheit? Systemische Betrachtungen. In: ZSTB 18(3), S. 171-182.

abstract: Unter systemischen Gesichtspunkten wird die psychotherapeutische Arbeit Bert Hellingers einer kritischen Reflexion unterzogen. Problematisiert wird die therapeutische Haltung Hellingers, der phänomenologische Anspruch, das „Wesen der Dinge“ zweifelsfrei wahrnehmen zu können, und die Bildung von Koalitionen zwischen Hellinger und seinem Publikum gegen manche seiner Klient/inn/en. Anschließend plädiert der Autor einerseits für eine systemisch-konstruktivistische Nutzbarmachung der Familienaufstellungen und andererseits für die Aufnahme der Hellingerschen Konzeption des Gewissens als systemisches Gleichgewichtsorgan in die systemische Theorie und Praxis, da sich erst mit Hilfe dieser Konzeption der Mensch als systemisches Wesen begreifen lässt.


Nelles, Wilfried (2000): Wie wissenschaftlich muß Therapie sein? Zum phänomenologischen Ansatz Bert Hellingers. In: ZSTB 18(3), S. 183-187.

abstract: Das Familienstellen nach Hellinger ist in der Fachöffentlichkeit heftig umstritten. Warum? Weil Hellinger ein Therapieverständnis vorführt, dass nicht ins wissenschaftlich-rationale Paradigma paßt, dennoch aber empirisch und praktisch fundiert ist. Die Gleichung nicht-wissenschaftlich = unseriös ist falsch, denn viele Leiden der Seele entziehen sich einem rationalistischen Ansatz. Hellingers phänomenologisches Vorgehen zeigt die Möglichkeit, empirisch und undogmatisch zu arbeiten, ohne die tiefen Fragen von Leben und Tod methodisch auszuklammen, und erreicht damit therapeutisch eine tiefe Wirkung. Dies verlangt vom Therapeuten, dass er sich nicht als Macher begreift, sondern als Diener einer ihn und den Klienten umfassenden Wirklichkeit, die nicht näher bestimmt oder gedeutet wird.



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