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Vorabdruck aus Jay Haley: Leaving Home. Therapie mit jungen Menschen im Umbruch

Haley: Leaving Home Carl-Auer-Verlag, Heidelberg 2011 (September)

384 S., kartoniert

Preis: 36,00 €

ISBN-10: 3896707841
ISBN-13: 978-3896707840

Verlagsinformation: Die Ablösung Jugendlicher von Elternhaus und Familie ist immer ein kritischer Augenblick für alle Betroffenen. Oft treten dann latente psychische und familiendynamische Probleme an den Tag und verhindern den Übergang des jungen Menschen und seiner Familie in ein neues Lebensstadium. Jay Haley vertritt die Ansicht, dass auffälliges Verhalten von Jugendlichen ein Versuch ist, das bedrohte Gleichgewicht in der Familie zu stabilisieren. Eine Therapie hat deshalb die Aufgabe, den Jugendlichen zu entlasten, das Familiensystem zu stabilisieren und dann die Ablösung von Familie und Elternhaus einzuleiten. Dieses Buch bietet Therapeuten eine überzeugende Theorie und konkrete Hilfe bei Problemen an – von kleineren Anpassungsschwierigkeiten über Drogensucht bis zu kriminellem oder psychotischem Verhalten. Das therapeutische Vorgehen wird anhand ausführlich kommentierter Falldarstellungen und Sitzungsprotokolle erläutert. Eingehend begründet der Autor die Notwendigkeit sorgfältiger Supervision für den Therapeuten und zeigt, wie diese praktisch gehandhabt werden kann.


Über Autor:

Jay Haley (1923–2007) gehört zu den bekanntesten amerikanischen Psychotherapeuten des 20. Jahrhunderts. Er war Professor für Psychiatrie und Mitbegründer des Haley-Madanes-Instituts in Washington, D. C. Neben seinen eigenen Arbeiten, z. B. zur Ordeal-Therapie, gilt die Vermittlung des Werkes seines legendären Lehrers Milton H. Erickson als seine besondere Leistung. Haley schrieb zahlreiche Bücher in weltweiten Übersetzungen, darunter: „Die Jesusstrategie. Die Macht der Ohnmächtigen“ (4. Aufl. 2011).


3. Soziale Kontrolle und Therapie

Wenn junge Menschen in Institutionen gesteckt werden, dann haben sie gemeinsam, dass sie Versager sind. Sie haben in Arbeit und Studium keinen Erfolg und müssen finanziell unterhalten werden. Jedoch ist das Problem, das sie darbieten, wenn sie öffentlich auffällig werden, nicht das ihres Versagens. Man sperrt sie ein, weil sie die Öffentlichkeit mit Verhalten stören, das auf Halluzinationen oder Wahnideen schließen lässt, weil sie Heroin oder andere illegale Drogen nehmen, stehlen oder anderweitig Gesetze brechen oder weil ihre Eltern sagen, dass sie sie nicht unter Kontrolle halten könnten. Manche drohen, sich selbst oder anderen Schaden zuzufügen, andere wieder wirken in ihren Verhaltensweisen verloren, vernachlässigt oder hilflos. Bei allen besteht die Notwendigkeit, dass die Öffentlichkeit etwas mit ihnen unternimmt. Die Instanzen, die diese Maßnahmen ergreifen, sind Vertreter der öffentlichen Ordnung, wie etwa die Polizei oder Personen, die in medizinischen und psychiatrischen Institutionen arbeiten.

Wenn ein Therapeut sich eines schwer gestörten jungen Patienten annimmt, so findet er meistens Vertreter der öffentlichen Ordnung vor, denen die Verantwortung obliegt. Therapie von gestörten Jugendlichen bedeutet, dass man ständig mit Problemen von Verwahrung, Freiheitsentzug und medikamentöser Behandlung konfrontiert ist. Ein Hauptaspekt der Therapie besteht darin, dass man mit Kollegen verhandelt, die Institutionen sozialer Kontrolle angehören, wie psychiatrischen Kliniken, Drogenrehabilitationszentren, Übergangsheimen, Gefängnissen und Jugendheimen. Probleme können sich zwischen dem Therapeuten, der Leute verändern will, und den Vertretern sozialer Kontrolle ergeben, deren Aufgabe es ist, diejenigen, die den Anstoß der Gesellschaft erregen, ruhigzustellen, zu bessern, zu verwahren oder auszuschalten.
Junge Leute beweisen großen Erfindungsreichtum, wenn es gilt, Möglichkeiten für abweichendes Verhalten und für das Leben als Randexistenzen zu finden, aber relativ wenige von ihnen machen genug Schwierigkeiten, dass sich Vertreter sozialer Kontrolle und Therapeuten mit ihnen befassen müssten. Man weist diese Jugendlichen allgemein einer von zwei juristischen Kategorien zu: Man definiert sie entweder als Kriminelle oder etikettiert sie als »psychisch krank«. Die kriminellen Delinquenten haben ein Gesetz übertreten und werden zum Besten der Gesellschaft eingesperrt, obwohl manchmal auch behauptet wird, die Verwahrung habe einen rehabilitierenden Zweck. Die »psychisch krank« genannten medizinischen Delinquenten gehören zwei Typen an: Sie sind entweder Störenfriede, deren Familien mit ihnen nicht zurechtkommen, oder sie tun nichts, um selbst für ihren Unterhalt aufzukommen, und ihre Familien geben es auf, für sie zu sorgen. Meistens weist man Menschen nicht in Nervenkliniken ein, weil sie Symptome wie Halluzinationen und Wahnideen haben, sondern weil sie stören oder apathisch sind und nicht für sich selbst sorgen. In den letzten Jahren ist die Diagnose »manisch-depressiv« in Mode gekommen, möglicherweise, weil es nun eine Behandlung gibt – Lithium –, die bei manchen Manisch-Depressiven teilweise erfolgreich ist. Jungen Leuten, die in diese Kategorie fallen, gelingt es, beiden Extremen anzugehören: Wenn sie manisch sind, sind sie Störenfriede, wenn sie depressiv sind, sind sie apathisch.

Der juristische Gesetzesbrecher und der medizinische Gesetzesbrecher unterscheiden sich nicht durch unterschiedliches Verhalten voneinander. Manchmal ist das Verhalten so ähnlich, dass es ein Geheimnis bleibt, warum die eine Karriere statt der anderen gewählt wurde. Oft scheint es eher die soziale Situation als die Handlung eines Menschen zu sein, die bestimmt, ob man ihn einen Kriminellen oder Verrückten nennt. Ein Polizist kann entscheiden, in welche Kategorie eine Person fällt, indem er sie der einen oder der anderen Institution übergibt, und manchmal arbeiten Familie und Polizei zusammen. Oft beruht die Wahl auf der sozialen Klasse; die Wohlhabenden werden wohl eher der psychiatrischen Domäne zugewiesen, wohingegen die Armen Teil des Kriminalsystems werden. Wenn ein junger Mensch ein Auto stiehlt, so kann das je nach Wohlstand der Familie entweder eine kriminelle Handlung oder ein Symptom »unzureichender Impulskontrolle« sein. Es gibt auch Grenzfälle, wo nicht klar zu entscheiden ist, ob das Problem kriminell oder medizinisch ist, wie etwa im Fall von Drogen- und Alkoholmissbrauch.
Einer der kuriosen Unterschiede zwischen den Diagnosen »kriminell« und »verrückt« ist die Vorstellung, dass ein Krimineller für sein Tun verantwortlich ist und sein Vergehen einer freien Entscheidung entspringt. Selbst wenn er sein Leben damit vertut, immer wieder ins Gefängnis zu wandern, muss dies als überlegte Entscheidung betrachtet werden; sonst hätte ein Rechtssystem, das annimmt, er habe das Verbrechen gewählt, keinen Sinn. Er begeht seine kriminellen Handlungen absichtlich; daher ist seine Strafe verdient. Das Personal eines Gefängnisses kann leichteren Gewissens streng mit Gefangenen umgehen als das Personal einer psychiatrischen Klinik. Die »psychisch Kranken« – so sagt man – können nichts für ihr Handeln. Wenn sich ein Patient in einer Nervenklinik danebenbenimmt, können die Klinikangehörigen ihn nur widerstrebend bestrafen, und zwar unter dem Deckmantel der Hilfe, da sie sich als Heiler wie auch als Schützer der Gesellschaft verstehen. Drogen, Elektroschocks, Gehirnsonden und Lobotomien werden immer als medizinische Behandlungen aufgefasst, und man streitet ab, dass sie disziplinarischen Zwecken dienen.
Aufgrund der Theorie, dass der Kriminelle sich bewusst für sein Handeln entschieden hat, sind den im Strafvollzug Tätigen die traditionellen Therapeuten nicht gerade willkommen. Eine mit »unbewussten« Prozessen befasste Therapie scheint von den Wärtern der Kriminellen nicht begrüßt zu werden. Sie betrachten es als ihre Aufgabe, den Straftäter vom Fehlverhalten abzubringen; daher richten sie ihn auf Arbeit oder Studium aus. Es widerstrebt ihnen meistens, die Familie des Kriminellen in sinnvoller Weise einzubeziehen. Sie glauben lieber, dass er seine eigene Entscheidung getroffen hat, als dass sein Verbrechen von Schwierigkeiten in der Familie herrührt.

Dem kriminellen Gesetzesbrecher wird in Gerichtshöfen meistens unter Regeln der Prozess gemacht, welche die Gesellschaft zum Schutz sowohl der Öffentlichkeit als auch des Gesetzesbrechers entwickelt hat. Wenn jemand als krank oder verrückt definiert wird, dann ist die Aufgabe der Öffentlichkeit komplizierter. Wie bei Kriminellen arbeitet man mit Verwahrung, aber es gibt auch chemische Einschränkungen in Form von Medikamenten. Das Dilemma besteht darin, dass man etwas mit jemandem unternehmen muss, der die Art von Schwierigkeiten macht, die keinen Prozess oder Urteilsspruch gestatten. Die Regeln des Rechts lassen sich nur schwer anwenden, wenn nicht klar ist, dass ein Verbrechen begangen wurde, oder wenn Sanktionen wie die gegen Kriminelle nicht angemessen erscheinen. Wenn ein junger Mensch, unsinnige Reime singend, nackt durch die Gegend bummelt, dann wird man die Polizei rufen, und diese wird ihn wahrscheinlich in ein psychiatrisches Krankenhaus bringen. Der junge Mensch kann so lange im Krankenhaus behalten werden, dass es einer Verurteilung auf unbegrenzte Zeit gleichkommt, und er könnte den Rest seines Lebens in der Anstalt verbringen, und zwar im Grunde nur wegen Erregung öffentlichen Ärgernisses. Ein Therapeut, der dem jungen Menschen und seiner Familie zu helfen versucht, muss sich mit den Vertretern der öffentlichen Ordnung auseinandersetzen, denen es obliegt, dafür zu sorgen, dass er oder sie die Öffentlichkeit nicht wieder belästigt. Die Psychiater, Schwestern, Pfleger und Sozialarbeiter in der Institution haben ihre Methoden, mit dem gestörten oder auffälligen Jugendlichen umzugehen; ein an der Familie orientierter Therapeut hat eine ganz andere Methode. Oft führt die Vermengung von sozialer Kontrolle und therapeutischen Handlungen zu Konflikten bei den Heilberufen, wenn sie miteinander zu tun haben. Ebenso wie Familienmitglieder sich darüber streiten, wer richtig oder falsch mit dem verrückten Kind umgeht, so streiten sich auch die Fachleute, wenn sie sich des Problems annehmen. Erfolg in der Therapie kann zumindest genauso viel dadurch bestimmt werden, was unter den Fachkollegen passiert, wie dadurch, was in der Familie passiert.

Die Probleme, denen sich Therapeuten in dieser Situation gegenübersehen, lassen sich sowohl in Bezug auf die Institutionen beschreiben, mit denen sie es zu tun haben, als auch in Bezug auf die Prämissen und Theorien, die bei der Kontrolle durch die Gemeinschaft zutage treten.


Institutionen sozialer Kontrolle

Therapeuten haben mit verschiedenen Institutionen verschiedene Probleme. Als allgemeine Regel gilt, dass die therapeutische Aufgabe um so schwieriger ist, je weiter die Institution von der Öffentlichkeit entfernt ist.

Der unmöglichste Ort für Therapie ist in der totalen Institution, wo sich der Gesetzesbrecher völlig abseits der Gesellschaft befindet. Außer in großen Städten liegen diese Orte isoliert und weitab von Familie und Freunden des Insassen. Eine sozial orientierte Therapie ist in der abnormen Situation totaler Verwahrung nicht praktikabel. Sie kann erst dann beginnen, wenn der Gesetzesbrecher entlassen wird.

Genauso wie Strafanstalten liegen auch psychiatrische Krankenhäuser weitab von der Öffentlichkeit. Die Krankenhäuser sind meistens große Anstalten, wo man die von der Gesellschaft Ungewollten verwahrt. Moderne Ideen dringen nur unter Schwierigkeiten ein, weil das Personal unbeweglich und rigide ist. Die Institution hat die Tendenz, personell mit Fachleuten besetzt zu sein, die für die Arbeit im Krankenhaus ausgebildet sind und den Sinn einer gemeindenahen Therapie nicht verstehen. Man verlegt sich schwerpunktmäßig darauf, den Patienten zum Eintritt in die Kultur des Krankenhauses zu überreden. Solch ein Ziel kann irrelevant für die Art und Weise sein, wie sich die Person im täglichen Leben verhalten muss. Ein Mitglied des Personals kann vergessen oder nie klar verstehen, dass es die Person dort zu verändern gilt, wo ihr Problem liegt, nämlich in der Gemeinschaft. Viele von uns saßen mehrmals die Woche in psychiatrischen Kliniken und sprachen mit den Patienten, und das jahrelang, und hatten die Vorstellung, dass das Gespräch sie irgendwie dazu befähigen würde, außerhalb des Krankenhauses in der Gemeinschaft zu leben. Wenn wir nur das Richtige (das, was Einsicht vermittelte und zu korrigiertem emotionalen Erleben führte) sagten – so war unsere Vorstellung –, dann würde dieser Mensch davongehen und ein normales Leben führen.

Noch ein weiteres Beispiel, das zu illustrieren vermag, wie sich das Personal in psychiatrischen Kliniken aus der Realität zurückzieht: Ich erinnere mich an zwei Stationspsychiater, die in einer Personalversammlung lang darüber berichteten, wie sie auf einer Station eine therapeutische Gemeinschaft eingerichtet hatten. Sie sprachen darüber, was sie taten, wie das Personal reagierte, wie die demokratischen Prozesse verliefen und so weiter. In der Diskussion fragte sie jemand, ob seit Einrichtung der therapeutischen Gemeinschaft mehr Patienten aus der Station entlassen worden seien. Es entstand Schweigen, und die beiden jungen Männer sahen verblüfft drein. Sie hatten nicht bloß keine Zahlen über Entlassungen; dieser Gedanke war ihnen einfach nie gekommen. Ihre Aktionen auf der Station vollzogen sich nicht innerhalb eines Rahmens, in dem die Klinik ein Ort für die Veränderung des Lebens war, das die Insassen draußen in der Öffentlichkeit führten.

Obwohl psychiatrische Krankenhäuser mutige Versuche unternehmen, zu reformieren und neue Ansätze zu entwickeln, werden sie durch die gewaltige Trägheit behindert, die jedwede große Bürokratie charakterisiert. Einige Jahre lang haben fortschrittliche Psychiater versucht, bei der Aufnahme und Entlassung psychiatrischer Patienten die Familien miteinzubeziehen, sodass die Lebenssituation der Patienten in die Krankenhäuser eingebracht wird (Harbin 1979). Man kann beobachten, wie solch ein Versuch beginnt und dann wieder versandet, wenn seine Verfechter die Institution verlassen. Die Station kehrt oft zu einer traditionellen Behandlungsweise zurück, die schon seit hundert Jahren praktiziert wird.

In den letzten Jahren reduzierte man die Patientenzahlen der State Hospitals, als sich in den Gemeinden psychosoziale Zentren entwickelten und Psychopharmaka stärker eingesetzt wurden. Zuweilen war der Versuch, die Krankenhäuser zu leeren, ein Unglück. Leute, die chronische Fälle waren, weil man sie jahrelang eingesperrt hatte, wurden plötzlich in die Gemeinschaft geworfen. Sie wurden oft ausgebeutet, und einige waren unfähig, für sich selbst zu sorgen, besonders wenn sie unter hoch dosierten Medikamenten standen. Wenn die Kliniker speziell dafür ausgebildet wären, die Patienten nach Jahren der Hospitalisierung in die Gemeinschaft zurückzuführen, wäre die Aufgabe immer noch schwierig genug; diese ausgebildeten Kliniker nicht zu haben und die Patienten dennoch zu entlassen – das ist unentschuldbar. Ich erinnere mich an Therapien, die ich mit Klienten durchführte, die zehn Jahre oder mehr eingesperrt gewesen waren. Ihre soziale Unerfahrenheit trat sofort zutage, als sie aus dem Krankenhaus herauskamen. So hatte z. B. ein Mann seit zehn Jahren kein Essen von der Speisekarte eines Restaurants bestellt und ging die Aufgabe mit Unsicherheit, wenn nicht Panik an.
Die Unfähigkeit, in der Gemeinschaft zu funktionieren, nachdem man eingesperrt war, ist nicht notwendigerweise mit »psychischer Krankheit« verbunden. Ein nach zwanzig Jahren aus dem Gefängnis entlassener Häftling ist oft eine verlorene Seele in der Gemeinschaft, ohne Familie oder Freunde. Es ist durchaus möglich, dass er in die Institution zurückzukehren versucht.

Das psychiatrische Großkrankenhaus ist eine kaum vertretbare Form der Therapie (California Legislature, Assembly Interim Committee on Ways and Means 1967), aber es ist auch unvertretbar, chronisch psychisch Kranke ohne Betreuung in die Gesellschaft zu entlassen. Ein Hauptziel bei der Therapie junger Leute ist es, erfolgreich zu vermeiden, dass man sie einsperren muss, damit sie zwanzig Jahre später keine sozialen Randexistenzen sind, außerstande, in der Gesellschaft zu leben.

Ein wichtiger Unterschied zwischen dem kriminellen und dem medizinischen Gesetzesbrecher besteht für Therapeuten darin, dass Kriminelle sich nicht freiwillig in Gewahrsam begeben (es sei denn, man definiert ein stümperhaftes Verbrechen als Suche nach Verwahrung). Sie werden vom Gericht verurteilt. Medizinische Gesetzesbrecher werden in zwei Kategorien klassifiziert: die Unfreiwilligen und die Freiwilligen. Die Klasse der Unfreiwilligen umfasst Menschen, die von Staats wegen auf Rat eines Psychiaters eingewiesen wurden. Die Linie zwischen unfreiwilligen und freiwilligen Patienten, wie auch die zwischen offenen und geschlossenen Stationen, ist nicht immer klar, aber die Unterscheidung ist wichtig für einen Therapeuten, der mit einem Krankenhaus kooperieren möchte. Verwahrung hinter Schloss und Riegel bringt Psychiater leicht in Verlegenheit; daher täuscht man oft vor, dass es so etwas nicht gäbe. Der Therapeut, der in einer Klinik mit einem Patienten umzugehen versucht, muss auch mit dieser Vortäuschung umgehen können.

Sowohl das Rechts- als auch das Gesundheitssystem haben mit Teilzeitverwahrung experimentiert – als Mittel, eine bessere Beziehung zwischen Institution und Gemeinde zu schaffen. Strafgefangene verbringen die Nacht im Gefängnis und arbeiten tagsüber in der Gemeinschaft. Psychiatrische Institutionen machen das Gegenteil: Personen werden tagsüber im Krankenhaus behalten und abends nach Hause geschickt. Dadurch sind sie tagsüber mit etwas beschäftigt, was nicht ihrem eigenen Unterhalt dient. Dagegen fügt das Gefängnis-Programm die Gefangenen in normale Arbeit oder Schule ein.
Eine weitere Alternative zu totaler Verwahrung sind die Übergangsheime, die sowohl im Straf- als auch im psychiatrischen System eingesetzt werden. Dies sind Orte, an denen sich jemand vom Aufenthalt in der totalen Institution erholen und sich langsam wieder in ein normales Leben integrieren kann. Manchmal vergisst man, dass diese Häuser Zwischenstationen sein sollen, und sie werden zu Sackgassen für manche der Insassen, die Teil der Kultur werden und nie ganz zum normalen Leben in der Gemeinschaft zurückkehren.
Manchmal wird der kriminelle Gesetzesbrecher ohne Verwahrung oder nach der Entlassung auf Bewährung auf freien Fuß gesetzt. Man beobachtet ihn eine Zeit lang, und wenn er keinen Ärger macht, bekommt er seine volle Freiheit. Medizinische Gesetzesbrecher sind vor der Freilassung »auf Bewährung« zu Hause oder unternehmen Versuchsbesuche bei ihren Familien. Wenn das Fehlverhalten sich wiederholt, wird die Person in Vollzeitverwahrung gegeben.


Private Nervenkliniken

Für die Kategorie medizinischer Gesetzesbrecher gibt es eine spezielle Institution privater Natur. Die kriminelle Klasse kommt nicht in den Genuss privater Gefängnisse, aber der medizinische Gesetzesbrecher kann in einer Privatklinik untergebracht werden. Diese Orte sind wohl eher für die Reichen da, die hohe Gebühren bezahlen können, oder für Leute mit einer geeigneten Krankenversicherung. Familien fühlen sich weniger schuldig, wenn sie ihr Kind in eine Privatklinik anstatt in eine öffentliche Institution geben, weil sie meinen, dass er oder sie besser versorgt wird, oder weil sie mehr Einfluss haben, wenn sie die Rechnung bezahlen. Eine typische Art und Weise, wie sich eine Familie stabilisiert, sieht so aus, dass jemand anders für den Umgang mit der jungen Problemperson bezahlt wird, vorzugsweise weit weg von ihrem Wohnort.


Psychiatrische Abteilungen von Universitätskliniken

Man hat den kriminologischen Instituten von Universitäten nicht gestattet, Privatgefangene zu haben, um die Mitarbeiter für die Arbeit mit Strafgefangenen in privatem Rahmen zu schulen. Den psychiatrischen Universitätsinstituten wurde es jedoch gestattet, zu Ausbildungszwecken eine Stätte für Anstaltsinsassen einzurichten. Man hat es hier mit privaten Institutionen zu tun. Doch sie sind insofern öffentlich, als die Ausbildung von der Regierung finanziell unterstützt wird oder die Universitäten vom Staat mitgetragen werden. Meistens nimmt das Personal Patienten auf, die sich auf freiwilliger Basis behandeln lassen, aber es kann auch auf Verfahren legaler Verwahrung zurückgreifen. Wenn die Patienten in solchen Ausbildungs-Institutionen versagen, kommen sie in State Hospitals.

Unglücklicherweise ist manchmal die Funktion als Ausbildungsstätte dafür ausschlaggebend, ob es zur Verwahrung kommt oder nicht. Universitätsinstitute, Privatkliniken und Großkrankenhäuser brauchen eine gewisse Anzahl von Insassen für ihre Ausbildungsprogramme und um ihrem Etat gerecht zu werden. Wenn nicht genug Patienten da sind, kann man beschließen, dass die zurzeit Verfügbaren totaler Verwahrung bedürfen. In Privatkliniken betreibt man oft Öffentlichkeitsarbeit, um die Familien zu überreden, nicht weniger als drei Jahre lang für die Verwahrung und Therapie eines Familienmitglieds zu bezahlen, was zufällig die Zeit ist, die die Klinikpsychiater für ihre an den Patienten durchgeführte Ausbildung in »Tiefen«-Psychotherapie brauchen. Die finanzielle Lage der Familie und die Grenzen der Krankenversicherung sind es dann wohl, die die Dauer der Hospitalisierung und die »Tiefe« der Therapie bestimmen.

Psychiater und Mitarbeiter in Kliniken sehen sich nicht so gerne als Vertreter der sozialen Kontrolle, sondern sie halten sich eher für Heiler der Kranken. Ihre Probleme treten auf, wenn fi nanzielle Erfordernisse und Druck aus der Gemeinde sie zwingen, die Kranken zu heilen, ob es die Kranken wollen oder nicht. Zwar nimmt der psychiatrische Berufsstand die Last auf sich, aber äußert gleichzeitig die Vorstellung, dass seine Angehörigen lieber nicht die Verantwortung für die Randexistenzen der Gesellschaft trügen. Jedoch würden sie aus humanitären Gründen die Last lieber nicht irgendjemand anderem aufladen. Oft fühlen sie sich missverstanden, da sie sich für Menschen halten, die die schwierige Aufgabe haben, mit verrückten Leuten umzugehen, die Selbstmord oder andere Gewalttaten androhen, mit einer Polizei, die darauf besteht, dass etwas unternommen wird, mit Familien, die Mitglieder hinter Schloss und Riegel wissen wollen, mit Patienten, die insistieren, dass ihnen nichts fehlt, und mit Bürgerinitiativen und Soziologen, die über die Bedingungen in den Kliniken schockiert sind und sie psychiatrische Strafanstalten nennen. Zugleich Heiler der Kranken und Gefängniswärter zu sein ist belastend und paradox, und der psychiatrische Berufsstand leidet gleichermaßen unter seinen Verpflichtungen, wie er aus ihnen Nutzen zieht. Für Personal wie für Patienten ist die Station eine verrückte Welt.


Prämissen sozialer Kontrolle

Definitionsgemäß hat ein Vertreter der öffentlichen Ordnung die Aufgabe, der Öffentlichkeit Frieden zu bringen. Ob nun dieser Vertreter freundlich und human oder rücksichtslos handelt, wenn er zum Schutz der Öffentlichkeit einen Störenfried wegschafft, das vorrangige Ziel ist der Friede des Gemeinwesens.

Man kann erwarten, dass Vertreter sozialer Kontrolle von gewissen Annahmen ausgehen. Zuallererst nehmen sie an, dass weniger eine soziale Situation als vielmehr ein Individuum das Problem ist. Die diagnostischen Kategorien der Psychiatrie und das Kriminalklassifikationssystem enthalten keine sozialen Einheiten, die aus mehr als einer Person bestehen. Wenn bei einer ganzen Familie Gewalt ausbricht oder bei einem Ehepaar beide Partner sich seltsam verhalten, dann wird bezeichnenderweise eine einzelne Person herausgegriffen, die diagnostiziert und durch Verwahrung und Medikamente ruhiggestellt wird. Mehr als ein Familienmitglied in Gewahrsam zu nehmen ist ungewöhnlich, ebenso ungewöhnlich, wie eine ganze Familie unter Medikamente zu setzen. Das System beruht auf der Vorstellung, dass ein Störenfried Unfrieden in einer Gemeinschaft stiftet.
Neben ihrer ausschließlichen Konzentration auf das Individuum ist den Vertretern sozialer Kontrolle auch noch eine antifamiliäre Einstellung zu eigen. Manchmal werden die Verwandten einfach ignoriert, und so werden die Konsequenzen, die die Aktion der sozialen Kontrolle auf die Gesamtfamilie hat, nicht bemerkt. Man reißt eine Person aus ihrer Familie heraus und hospitalisiert sie, ohne sich darum zu kümmern, was mit der Familie geschieht, wenn sie – wenn auch nur zeitweilig – ein Familienmitglied verliert. Oder solche Vertreter setzen eine Frau unter starke Medikamente, ohne die Wirkung zu berücksichtigen, die das auf die Art und Weise hat, wie sie ihre Kinder aufzieht. Man setzt einen Mann unter Medikamente, damit er ruhig wird und seiner Frau weniger Ärger bereitet, aber was man dabei ignoriert, sind die unvorhersagbaren Wirkungen, die diese Medikamente haben können und die ihn auf eine Weise teilnahmslos machen, die ihm noch mehr Schwierigkeiten mit seiner Frau bringt.

Vertreter der sozialen Kontrolle nehmen oft an, die Familie sei der schädliche Einfluss, der das Problem verursacht. Oft verstehen sie sich als Erretter von Familien-»Opfern«. Die antifamiliäre Haltung vieler Drogenrehabilitationszentren ist teilweise darauf zurückzuführen, dass einige der Mitarbeiter ehemalige Süchtige sind, die sich in Schwierigkeiten mit ihren Familien befinden und daher die Beteiligung der Familie bei der Therapie nicht begrüßen. Statt mit den Verwandten arbeiten sie lieber mit Therapiegruppen von Leuten in der gleichen Lage, wie etwa mit ebenfalls Süchtigen.
Es gibt auch Psychiater, die Familien gegen exzentrische Kinder zusammenschmieden und eine organische oder genetische Ursache annehmen und die deswegen nicht die Eltern für etwaige Erziehungsfehler verantwortlich machen. Sie neigen dazu, mit den Eltern zu sympathisieren, weil diese ein Kind haben, das immer gestört sein wird.

Zusammenfassend ist zu sagen: Vertreter der sozialen Kontrolle repräsentieren die Öffentlichkeit, und ihre Hauptaufgabe besteht darin, etwas zu tun, um Störenfriede und andere sozial Abweichende ruhigzustellen. Erst in zweiter Linie besteht ihre Aufgabe darin, dem Abweichenden zu helfen. Sie neigen dazu, statt der sozialen Situation eine Einzelperson als Problem zu identifizieren, und sie ignorieren die Unterschiede zwischen Therapie und sozialer Kontrolle Familie oder betrachten sie als schädlichen Einfluss. Diese Prämissen und die Institutionen, die daraus hervorgehen, behindern einen Therapeuten, der Veränderungen zu bewirken versucht.


Unterschiede zwischen Therapie und sozialer Kontrolle

Das Ziel eines Therapeuten ist es, dem Leben der Menschen mehr Komplexität zu verleihen, und zwar in dem Sinne, dass er sich wiederholende Verhaltenszyklen aufbricht und neue Alternativen ermöglicht. Von einer Problemperson will er nicht nur, dass sie sich konform verhält, sondern er will in die Hände dieser Person die Initiative für neue Ideen und Handlungen legen, die der Therapeut vielleicht gar nicht erwogen hat. In diesem Sinne fördert der Therapeut die Unvorhersagbarkeit. Die therapeutische Aufgabe besteht darin, Veränderung zu bewirken, und somit neues, oft unvorhergesehenes Verhalten.
Der Vertreter der sozialen Kontrolle hat ein diametral entgegengesetztes Ziel. Seine Aufgabe besteht darin, Leute für die Gemeinschaft zu stabilisieren: Somit trachtet er danach, Unvorhersagbarkeiten zu reduzieren. Er will, dass sich Problempersonen – wie andere in der Gemeinschaft – berechenbar verhalten, sodass niemand von ihnen gestört wird. Was er sucht, sind nicht Veränderung und neues Verhalten, sondern eher Stabilität und keine Klagen seitens der Bürger.

Es kommt unweigerlich zum Konflikt zwischen einem Therapeuten, dessen Aufgabe es ist, jemand zu neuen Verhaltensweisen zu ermutigen, und einem sozialen Kontrolleur, der will, dass dieser sich den Regeln der Gesellschaft gemäß und vorhersagbar verhält. Der Therapeut muss Risiken eingehen, während der soziale Kontrolleur Risiken minimieren will. Wenn der Therapeut sagt: »Entlassen wir diesen Menschen aus der Verwahrung, setzen wir die Medikamente ab und fügen wir ihn wieder in die Gemeinschaft ein«, dann sagt der soziale Kontrolleur: »Seien wir nicht verantwortungslos, verfahren wir lieber weiter mit Vorsicht.« Da es in der Therapie Augenblicke gibt, die der Therapeut für das richtige Handeln nutzen muss, ist Vorsicht nicht immer willkommen. Oft gibt es einen optimalen Augenblick, wenn etwa die Eltern ein Kind wieder zu Hause aufnehmen würden oder wenn sich eine Arbeitsgelegenheit bietet, und die Therapie kann fehlschlagen, wenn dann nicht gehandelt wird.

Auch in weiterer Hinsicht braucht der Therapeut Flexibilität. Wenn Medikamente eingesetzt werden, dann ist es das Beste, wenn man frei darüber verfügen kann, ob man sie gibt oder zurückhält, sie wechselt, Placebos einsetzt, mehr als ein Familienmitglied medikamentös behandelt usw. Die Medikamente sollten Teil der auf Veränderung abzielenden Strategie sein, wie das auch bei jeder anderen Form von hemmender Einflussnahme der Fall sein sollte. Wenn Medikamente jemanden ruhigstellen sollen oder es eine administrative oder ideologische Regel gibt, dass eine solche Person immer medikamentös behandelt werden muss (oder nur für bestimmte, Monate umfassende Zeiträume), dann liegt etwas mit der Therapie im Argen. Mit einer typischen Situation hat man es zu tun, wenn Eltern den jungen Menschen medikamentös behandelt haben wollen, weil sie sich nicht darüber einigen können, wie sie ihn unter Kontrolle halten. Wenn der Psychiater medikamentös behandelt, weil die Eltern wollen, dass der junge Mensch ruhiggestellt wird, dann ist das etwas anderes, als Medikamente aus strategischen Gründen einzusetzen: so etwa zu dem Zweck, die Eltern zur Kooperation bei der Therapie zu bewegen.
Therapeuten brauchen Flexibilität, ob es nun gilt, jemanden in Verwahrung zu geben oder daraus zu entlassen oder Medikamente an- oder abzusetzen. Der soziale Kontrolleur empfindet eine andersgeartete Verantwortung. Er möchte einen gestörten Jugendlichen nicht vorzeitig aus der Verwahrung oder der medikamentösen Behandlung entlassen. Das Problem für den Therapeuten besteht darin, dass vorsichtige Verzögerungen die soziale Situation stabilisieren und Veränderungen verhindern, weil sich die Familie und die Öffentlichkeit um den jungen Menschen als Invaliden herum organisieren, was die Aufgabe des Therapeuten erschwert. Je länger er oder sie in Verwahrung oder Behandlung ist, desto mehr schlägt der junge Mensch die Karriere eines psychiatrischen Patienten ein – nicht nur innerhalb der Familie, sondern auch in der Gesellschaft der Abweichenden, mit denen er im Rahmen der Behandlung zusammenkommt. Außerdem ist jeder Institutionalisierte stigmatisiert: Dies beeinflusst Bewerbungen um Arbeit und die Aufnahme in Schulen. Die Prophezeiung sozialer Kontrolleure, dass eine Person behindert sei und lebenslang in Verwahrung oder medikamentöser Behandlung bleiben müsse, wird oft durch die »Behandlung« erfüllt, die den Menschen lebenslang soziale Nachteile auferlegt. Mit der Zeit wird ein psychisch gestörter Jugendlicher zum professionellen Patienten, ebenso wie andere Leute zu professionellen Kriminellen werden. Die Institutionalisierung wird zu seiner Karriere.
Ein weiterer Unterschied zwischen Therapeuten und sozialen Kontrolleuren besteht darin, dass soziale Kontrolleure andere Helfer willkommen heißen, während Therapeuten dies nicht tun. Der Therapeut muss sich mit der Familie der jungen Problemperson auseinandersetzen, was schwierig sein kann. Wenn der Jugendliche in einer Institution lebt, muss sich der Therapeut mit den Leuten in der Institution auseinandersetzen. Er hat Mühe, die Experten aus der Situation hinaus und die Person zurück in ein Gemeinschaftsleben in einer normalen Situation zu befördern. Der soziale Kontrolleur nimmt die Problemperson lieber aus der Gesellschaft heraus, und er schätzt Verwahrung als Möglichkeit, sich ohne Einmischung der Eltern mit der jungen Person auseinanderzusetzen. Er heißt alle anderen Experten, seien sie nun Ärzte, Schwestern, Gruppentherapeuten oder Kunsttherapeuten, willkommen, die gewillt sind, im Krankenhausmilieu zu arbeiten.

Die Einstellungen des Therapeuten und des sozialen Kontrolleurs differieren in einer weiteren Hinsicht. Jemand, der in einem Milieu sozialer Kontrolle arbeitet, neigt dazu, für alles, was mit problematischen jungen Leuten gemacht wird, Pessimismus zu entwickeln. Er lebt ständig mit Versagern und sieht, wie die Rückfälligen immer wieder scheitern. In dieser Situation verliert man die Hoffnung, dass irgendetwas getan werden kann, und begrüßt eine physiologische Theorie, die einem versichert, dass der Misserfolg nicht das eigene Werk ist. Im Gegensatz dazu hat der Therapeut ausreichenden Erfolg, sodass er Hoffnung auf Besserung hat und erwartungsvoll der Möglichkeit normalen Verhaltens bei problematischen jungen Leuten entgegensieht. Über Pessimisten gerät der Therapeut in Erbitterung, da es nur die Leute mit Hoffnung sind, die jene besonderen Maßnahmen ergreifen, die manchmal den Unterschied zwischen Erfolg und Misserfolg ausmachen.


Eine Klassifikation sozialer Kontrolleure

Obwohl die moderne Psychiatrie und Kriminologie behaupten, dass große Fortschritte gemacht worden seien und dass viele Probleme der Institutionen behoben seien, gibt es immer noch Leute, die meinen, man komme sich vor, als befinde man sich unter Dinosauriern, wenn man mit sozialer Kontrolle zu tun hat. In diesem Sinne lassen sich die Vertreter öffentlicher Ordnung klassifizieren, angefangen von den reaktionärsten, mit denen der Umgang am schwierigsten ist, bis hin zu moderneren Mitarbeitern in Institutionen.

Der Pithekanthropus: Die extremste Form unter den Vertretern sozialer Kontrolle ist der Psychiater oder Strafrechtler, der die Prämisse akzeptiert, der gestörte Jugendliche habe einen physiologischen Defekt. Dieser Typ argumentiert, das Problem sei genetisch, daher könne man nichts tun. Schlimmer, er legt implizit nahe, dass man nichts tun sollte. Die Problemperson sollte in Verwahrung bleiben, wo sie sich nicht fortpflanzt und ihre Art reproduziert. Wenn er von Bürgerinitiativen gezwungen wird, jemanden zu entlassen, greift dieser Typ zu Medikamenten, die den Patienten schwer beeinträchtigen, oder – wie Gregory Bateson es ausdrückte – er greift zu »chronischer Intoxikation durch Pharmakotherapie«. Als eine junge Frau kürzlich nach einer Reihe vorhergehender Aufenthalte im selben psychiatrischen Krankenhaus rehospitalisiert wurde, sagte der Arzt dort, sie solle sich doch am besten umbringen und allem ein Ende machen. Er äußerte eine typische Ansicht des Pithekanthropus. Dieser Typ hat eine ähnliche Theorie über Kriminelle, nämlich, dass kriminelles Verhalten eine physiologische Ursache habe und unveränderbar sei. Rehabilitationsversuche seien daher sinnlos.
Therapeuten sollten den Umgang mit dem Pithekanthropus vermeiden und sich nicht auf Verhandlungen einlassen. Ihn weiterzubilden ist unmöglich. Man kann nur sein Bestes tun, damit Leute nicht in seine Hände fallen.

Der Cro-Magnon: Dieser Typ nimmt an, es gäbe einen genetischen Defekt und höchstwahrscheinlich sei lebenslange Verwahrung notwendig. Jedoch versuchen seine Vertreter auch, liberaler zu sein, und verweisen darauf, dass es vielleicht in manchen Fällen ein wirklich unglückliches Kindheitserlebnis gegeben habe, das beim Betreffenden für immer tiefe Narben hinterlassen hat. Dieser Typ ist bereit, einen Insassen zu entlassen, sofern er unter Einfluss starker Medikamente steht. Eine Reduzierung der Medikamente ist gegen seine Philosophie. Selbst wenn man darlegt, dass die Medikamente irreversible neurologische Schäden anrichten, sagt der Cro-Magnon, dies sei immer noch besser als ein Leben im Krankenhaus; außerdem sei die Person ohnehin bereits irgendwie aufgrund des genetischen Defekts neurologisch geschädigt. Dieser Typ wird einem Therapeuten die Chance geben, zu beweisen, dass Therapie nicht sinnlos ist, aber in entscheidenden Momenten, wenn etwa Verwahrung und Medikamente zur Diskussion stehen, wird er Veränderungen verhindern. Therapeuten sollten diesen Typ wenn möglich meiden, aber wenn man sich mit ihnen auseinandersetzen muss, ist es wichtig, ihnen zuzuhören und naiv zu erscheinen, sodass sie dem Therapeuten eine Chance geben, »seinen Irrtum zu erkennen«.

Der Antike: Dieser Typ sagt immer, es gäbe wahrscheinlich eine physiologische oder genetische Ursache für eine schwere Störung bei einem jungen Menschen, aber er möchte auch gerne glauben, es gäbe eine intrapsychische Ursache, wie etwa ein ödipales Problem. Er führt innerhalb einer Institution eine Art Gesprächstherapie durch. Man rechnet mit einer Therapiedauer von vielen Jahren. Manchmal schätzt man, dass die für die Genesung erforderliche Therapie so viele Jahre dauert, wie die Person alt ist, wenn sie sich in die Institution begibt. Daher wendet man für die Therapie eines Zwanzigjährigen wahrscheinlich zwanzig Jahre auf. Dieser Typ nimmt an, das Problem könne in der Institution gelöst werden, und erst nachdem die Person lange Zeit schon normal ist, wird sie entlassen. Gewöhnlich bevölkert dieser Typ teure private Institutionen, wo er oder sie Therapie mit Problempersonen aus reichen Familien betreibt. In vergangenen Zeiten vermieden sie den Gebrauch von Medikamenten, aber jetzt setzen sie Medikamente ein, um »die Person für Therapie zugänglich zu machen«, wann immer der Betreffende auf den Stationen der Institution Ärger macht.
Gewöhnlich hat ein Therapeut mit Familienorientierung mit diesem Typ nichts zu tun, da er in Kliniken an abgelegenen Orten arbeitet. Einen Klienten von ihm einzufordern ist schwierig, weil die Solvenz der Institution auf dem Spiel steht, wenn die Patienten gehen und zu ihren Familien in der Gemeinde zurückkehren.

Der Pragmatiker: Dieser Typ ist in der modernen psychiatrischen Klinik recht verbreitet und hat im Wesentlichen keine Theorie. Er glaubt seinen Lehrern, wenn sie sagen, es gäbe vielleicht eine genetische oder biologische Ursache für ein Problem, aber er glaubt auch seinem Analytiker, der sagt, das Problem könne psychodynamisch sein, und er mag eine interpersonale Theorie, die besagt, die Bezugspersonen eines Menschen seien wichtig. Um sich auf dem Laufenden zu halten, liest er ein Buch über Familientherapie, sodass er mitreden kann, wenn das Thema aufkommt. Wenn er in Aktion ist, gibt er den Leuten einfach Medikamente und entlässt sie, sobald er kann, aus der Klinik. Falls sie zurückkommen, erhöht er die Dosierung der Medikamente und schickt sie wieder weg, bis sie schließlich kaum mehr gehen können, weil sie so voll von Medikamenten sind. Psychotisches Verhalten ist für diesen Typ ein Geheimnis, und wie bei jedem Geheimnis übernimmt der Aberglaube das Ruder. Daher verwendet er magische Zeiträume, wie z. B. drei Monate Hospitalisierung vor der Entlassung oder sechs Monate medikamentöser Behandlung, ganz gleich, was sich verändert. Meistens ist diesem Typ in der psychiatrischen Ausbildung nichts anderes beigebracht worden, als den Patienten zuzuhören, sie zu ermutigen, über irgendetwas zu sprechen, und sicherzustellen, dass sie ihre Medikamente nehmen.

Das ist, was Leute in Autoritätsstellung betrifft, der hilfreichste Typ, mit dem es ein Therapeut zu tun haben kann. Er wird es zulassen, dass der Therapeut sich einer Problemperson annimmt, solange ihm dies keinen Ärger bereitet und nichts Besonderes von ihm fordert.

Obwohl diese Typen von Vertretern sozialer Kontrolle psychiatrische Kliniken und Gefängnisse bevölkern, bedeutet das nicht, dass es an diesen Stätten nicht auch Therapeuten gäbe. Viele Psychiater arbeiten mit Problempersonen unter Einbezug der Familien; sie hoffen nicht bloß, eine Pille werde menschliche Probleme lösen. Statt einer auf soziale Kontrolle zielenden Sichtweise haben auch viele Sozialarbeiter, Psychologen und Krankenschwestern eine therapeutische Einstellung, ob sie nun in Kliniken oder Gefängnissen arbeiten. Totale Institutionen können jedoch das Verhalten eines jeden in unglückseliger Weise prägen. Ebenso wie Eltern entdecken, wie untherapeutisch sie handeln, ohne es zu wollen, so können auch Angehörige des Personals entdecken, wie untherapeutisch sie handeln, ohne es zu wollen. Insbesondere Psychiater können in eine auf soziale Kontrolle zielende Haltung gepresst werden, obwohl diese in keiner Weise ihrem Interesse entspricht. Ich erinnere mich an einen jungen Psychiater, der eine Stadt verließ und sich weit entfernt Arbeit suchte, weil er keine andere Art von Anstellung finden konnte als eine, die ihn zwang, unglücklichen Leuten regelmäßig Dosen von Medikamenten zu geben, ohne irgendetwas anderes für sie zu tun.

Ein Therapeut kann versucht sein, in der Klinik gegen Leute zu kämpfen, um eine Problemperson vor Vertretern sozialer Kontrolle zu retten, aber das ist ein Irrweg. Zu verhandeln und klarzustellen, wer der Verantwortliche ist, ist wesentlich; einen Menschen als Alibi für einen Streit mit einem Kollegen oder als Bestätigung der eigenen Argumente zu benutzen produziert die gleiche Art von Konflikten wie in der Familie, wo Mitglieder versuchen, das Problemkind vor anderen Mitgliedern zu retten. Solche Konflikte können das Problem schaffen, das der Therapeut eigentlich lösen soll.


Wie man die Aussichten auf Erfolg erhöht

Therapie mit schwierigen Familien erfordert nicht nur Geschick, sie erfordert auch eine Situation, bei der Aussicht auf Erfolg besteht. Es gibt Umstände, die die Chancen auf Erfolg bei einem problematischen jungen Menschen erhöhen und ausschlaggebender sind als Chronifizierung oder Dauer der Hospitalisierung.
  1. Bei in Verwahrung Befindlichen sollte ein Therapeut nicht mit der Therapie beginnen, wenn es keine Pläne für baldige Entlassung gibt. Schon seit vielen Jahren zeitigt stationäre Therapie Misserfolge. Die Familie einmal wöchentlich kommen zu lassen, damit sie in Familien-Interviews mit ihrem eingekerkerten Kind spricht, ist nicht nur untherapeutisch, sondern kann auch unsinnig schmerzhaft sein.
  2. Bei in Verwahrung Befindlichen sollte der Therapeut von oberster Stelle die Befugnis haben, einen Therapieplan aufzustellen. Es ist das Beste, in jeder Organisation die Hierarchie zu respektieren. Die Rangniedrigeren werden kooperieren, wenn die höheren Stellen zustimmen.
  3. Teil des Planes für einen Insassen sollte sein, dass Therapeut und Familie ein Entlassungsdatum festsetzen. Über die Entlassung sollte nicht auf Grundlage einer Stationsregel, eines vorab festgesetzten Zeitraumes oder eines aus verschiedenen stationären Therapeuten bestehenden Komitees entschieden werden. Idealerweise sollte der Therapeut es den Eltern anheimstellen dürfen, wann sie ihr Kind wieder mit nach Hause nehmen. Das verleiht ihnen in den Augen des Kindes in der Situation mehr Macht, und bei ihrem Plan, zu Hause mehr die Erziehungsgewalt über den jungen Exzentriker zu übernehmen, fangen sie mit einem Vorteil an.
  4. Derjenige Therapeut, der innerhalb der Institution mit der Familientherapie beginnt, sollte nach der Entlassung in die Gemeinde weitermachen. Ein Therapeutenwechsel zwischen stationärer und ambulanter Behandlung ist oft problematisch. Die Familie braucht die Unterstützung des Therapeuten, der die Pläne mit ihr entwirft und sie mit ihr bis zum Erfolg durchzieht.
  5. Der Therapeut muss die Medikamenteneinnahme überwachen. Entweder muss der Therapeut Arzt sein und selbst medikamentös behandeln können, oder der Therapeut braucht einen Arzt, der je nach den Bedürfnissen einer bestimmten Therapie und ihrer Phasen Medikamente einsetzt, statt sich nach irgendeiner ideologischen Vorstellung zu richten.
  6. Der Therapeut muss Einfluss auf Rehospitalisierungen haben. Die Institutionen sollten insoweit kooperieren, als ohne vorherige Abklärung mit dem Therapeuten nicht rehospitalisiert werden darf. Soll die Familie das Problem bewältigen und lösen, so sollte ihr die Möglichkeit genommen werden, sich durch Hospitalisierung ohne Weiteres wieder zu stabilisieren.
  7. Es sollte ohne Erlaubnis des Stammtherapeuten kein weiterer Therapeut bei der Familientherapie mitwirken. Die Familie sollte nicht durch verschiedene Experten in verschiedene Richtungen gedrängt werden.
Das, was man braucht, ist einfach: Der Therapeut muss die Verfügungsgewalt innehaben, damit ohne seine Erlaubnis niemand in eine Institution eingewiesen oder einem Familienmitglied etwas eingegeben wird. Um der Familie die Verantwortung für das Kind übertragen zu können, muss der Therapeut die alleinige Verantwortung für die Familie innehaben.

Abschließend soll ein Fallbeispiel eine Möglichkeit veranschaulichen, wie sich ein Therapeut im Umgang mit einem Kollegen, der in einem Milieu sozialer Kontrolle über Macht verfügt, falsch verhalten kann.

Eine zwanzigjährige Frau wurde auf der psychiatrischen Station einer Universitätsklinik hospitalisiert, nachdem sie einen erfolglosen Selbstmordversuch unternommen hatte. Nach zwei Wochen in der Klinik übernahm eine Therapeutin (eine Sozialarbeiterin) diesen Fall und traf mit der Familie zusammen, um mit ihr Pläne für die Rückkehr nach Hause zu machen. Beim Erstinterview waren zwölf Leute anwesend, darunter Geschwister und entfernte Verwandte. Die Familie kam überein, dass die junge Frau unverzüglich aufs College zurückgehen und dabei zu Hause wohnen sollte. Als Entlassungstag wählte sie den folgenden Freitag. Die Sozialarbeiterin dachte, sie hätte von höherer Stelle die Genehmigung für diesen Plan. An diesem Punkt mischte sich jedoch ein Psychiater im ersten Jahr der Facharztausbildung ein. Er verweigerte die Genehmigung für die Entlassung der Patientin und sagte, es obliege ihm, darüber zu entscheiden, wann das Mädchen wieder nach Hause sollte, und nicht der Familie, und er sei der Meinung, sie sollte in der Klinik bleiben. Um die Selbstmorddrohung kümmerte er sich nicht. Sein Einwand war, dass die junge Frau sich weigere, in ihren Einzeltherapiestunden mit ihm zu sprechen. Sie nehme auch nicht richtig an der Gruppentherapie oder anderen Therapieprogrammen der Station teil.

Die Sozialarbeiterin bat den Supervisor, sich mit dem Psychiater zusammenzusetzen und das Problem zu besprechen. Sie trafen sich, aber der junge Arzt war unnachgiebig. Er sagte, die junge Frau würde nicht entlassen, bis sie nicht bereit wäre, mit ihm zu sprechen und an den Stationsaktivitäten teilzunehmen. Er brachte das Argument vor, dass man sie nur, wenn sie zugäbe, dass sie in der Klinik sein müsse, aus der Klinik entlassen würde; wenn sie meine, sie gehöre nicht dahin, müsse sie bleiben. Der Psychiater war recht hochnäsig und ließ keine Zweifel daran, dass sein Status in der Situation ihm die Macht gab, zu bestimmen, was zu geschehen habe.

Der Supervisor war allmählich wütend über dieses Verhalten, das wie eine unangemessene Einmischung in einen sorgfältig entwickelten therapeutischen Plan erschien. Er riet der Sozialarbeiterin, den Fall aus der Hand zu geben und sich um einen anderen auf einer anderen Station zu bemühen. Die Sozialarbeiterin setzte die Therapie aus, und die junge Frau wurde einige Wochen später ohne Plan entlassen. Die Eltern wussten nicht, ob sie sie im State Hospital unterbringen sollten oder nicht.

Dieses Beispiel veranschaulicht das Grunddilemma des Therapeuten, der sich mit Kollegen auseinandersetzen muss, die Macht zur sozialen Kontrolle haben. Schließt man sich ihrer Position an, so kann das die Therapie zum Scheitern bringen. Setzt man sich von ihnen ab und kämpft mit ihnen, so produziert man damit die gleichen strukturellen Konflikte, die man in der Familie zu ändern versucht. Die Einheit, mit der es der Therapeut gestörter junger Erwachsener zu tun hat, besteht aus der Familie und den beteiligten Professionellen. Im Umgang mit seinen Kollegen muss der Therapeut so geduldig und erfi nderisch sein, wie im Umgang mit schwierigen Familien. Man begeht einen Fehler, wenn man über eine mächtige Großmutter in Wut gerät und diese dazu provoziert, die Beendigung der Therapie zu veranlassen; dasselbe gilt, wenn man einen mächtigen Kollegen provoziert.

Im Falle des jungen Psychiaters, der die junge Frau erst entlassen wollte, wenn sie mit ihm spräche, war der Bösewicht in der Situation nicht der junge Arzt. Die Schuld lag beim Supervisor, der sich von dem Psychiater irritieren ließ, weil dieser nicht kooperierte, nachdem die ersten Schritte mit der Familie erfolgreich vollzogen waren. Der Supervisor, der ich selbst war, hätte wahrscheinlich den Psychiater überzeugen können, die junge Frau zu entlassen, oder hätte Autorität ausüben und ihn dazu veranlassen können, selbst wenn sie einfach nicht mit ihm sprechen wollte. Wenn ich jetzt aus objektiver Sicht zurückschaue, so kann ich sehen, dass ich die Tatsache aus dem Auge verlor, dass die Therapieeinheit nicht nur die junge Frau und ihre Familie umfasste, sondern auch das Stationspersonal und mich selbst. Ich war nicht nur über die Einmischung verärgert und ungeduldig, sondern habe leider auch die junge Frau dazu benutzt, um dem Psychiater etwas zu beweisen. Der Verlierer dabei war die junge Frau. Hätte ich mich verantwortungsvoller verhalten, so hätte weniger Gefahr bestanden, dass sie letzten Endes ihr Leben in einem State Hospital verbringt.

Fachleute haben die Pflicht, unter sich Konflikte zu vermeiden, die jenen gleichen, die sich in Familien abspielen. Man sollte ständig im Auge behalten, was eine Hauptfunktion verrückter Jugendlicher ist – ob nun innerhalb der Familie oder bei Fachleuten: ein Vehikel für Kämpfe zu sein und als Opfer zu dienen.




Veröffentlichung mit freundlicher Genehmigung des Carl-Auer-Verlages



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