Start
Bücher
Neuvorstellungen
kurz vorgestellt
Klassiker
Vorabdrucke
Zeitschriften
Familiendynamik
Konfliktdynamik
Journ. of Fam.Ther.
Family Process
Kontext
OSC
perspekt. mediation
Psychoth. im Dialog
Psychother.Soz.Wiss.
rpm
Soziale Systeme
systeme
System Familie
systhema
ZSTB
Links
Beiträge
Feldpost
Salon
Interviews
Nachrufe
Glossen
Luhmann-Special
Kongressgeschichten
"Das erste Mal"
Begegnungen
Blinde Flecke
Mauerfall 1989
Von Klienten lernen
Bibliothek
edition ferkel
Berichte
Nachrichten
Kalender
Newsletter
Konzept
Institute
Info
Autoren
Kontakt
Impressum
Druckversion Druckversion
Copyright © 2013
levold system design
Alle Rechte vorbehalten.
systemagazin logo


Vorabdruck aus Eia Asen & Michael Scholz: Praxis der Multifamilientherapie

Asen Scholz: Praxis der Multifamilientherapie Carl-Auer-Verlag, Heidelberg 2009 (März)

165 S., kartoniert

Preis: 19,95 €

ISBN-10: 3896706624
ISBN-13: 978-3896706621


Verlagsinformation: Wer in einer Konfliktsituation steckt, hat für das eigene Problem meist eine eingeengte Sichtweise, aber viel Verständnis, Einfühlungsvermögen und Lösungskompetenz für ähnliche Probleme bei anderen. Diesen Umstand macht sich die Multifamilientherapie (MFT) zunutze, die seit Mitte der 1990er Jahre zunehmend auch in Deutschland nachgefragt und eingesetzt wird. Bei der Multifamilientherapie setzt man auf die Familien als Experten für die Probleme der jeweils anderen Teilnehmer. Der Therapeut wirkt eher moderierend und steht im Hintergrund als Begleiter zur Verfügung. So entsteht ein soziales Netzwerk, das isolierten Familien Halt, Zuversicht und Lösungsideen für ihre Probleme gibt. Dieses detaillierte Handbuch ist die erste umfassende Darstellung zur Multifamilientherapie. Es beschreibt alle erforderlichen Grundlagen: psychotherapeutische Prinzipien, Rahmenbedingungen und Settings, Techniken und Anwendungsgebiete. Im Hauptteil des Buches stellen die Autoren anhand von typischen Beispielen aus ihrer Praxis familien- und elternbezogene sowie störungsspezifische Übungen vor. Die abschließenden Kapitel befassen sich u. a. mit der Wirksamkeit des Ansatzes und Fragen der Ausbildung. Wer professionell in der Beratung von Familien, in Jugendhilfe, Schule oder medizinisch-psychologischen Diensten tätig ist, findet in diesem Buch ein überzeugendes Instrument, das rasch und wirkungsvoll zu guten Lösungen führen kann.


Über die Autoren:
Eia Asen, Dr. med., FRCPsych., ist Facharzt für Kinder- und Jugendpsychiatrie sowie Facharzt für Erwachsenenpsychiatrie und -psychotherapie. Er studierte Medizin in Berlin und arbeitet seit über 35 Jahren in London. Dort ist er Direktor des Marlborough Family Service, eines gemeindenahen ambulanten Psychiatrie- und Psychotherapiezentrums. Anfang der 1980er Jahre absolvierte Eia Asen eine Familientherapieausbildung bei Salvador Minuchin in Philadelphia, anschließend arbeitete er jahrzehntelang mit dem Mailänder Team um Luigi Boscolo und Gianfranco Cecchin zusammen. Er unterrichtet in England wie auch in mehreren anderen europäischen Ländern, hat sieben Bücher und viele Artikel geschrieben und für die BBC Fernsehsendungen zur Familientherapie gemacht. Als Wissenschaftler haben ihn mehrere große Forschungsprojekte bekannt gemacht, u. a. über Paartherapie bei Depression, Multifamilientherapie bei Anorexie und über die tagesklinische Behandlung von Jugendlichen.

Michael Scholz Prof. em. Dr. med., Kinder- und Jugendlichenpsychiater, Psycho- und Familientherapeut, war bis 2007 Direktor der Klinik und Poliklinik für Kinder- und Jugendlichenpsychiatrie der Technischen Universität Dresden; längjährige Tätigkeit im Bereich der Multifamilientherapie; Autor zahlreicher Fachartikel und Bücher.


Kapitel 5: Praktische Erwägungen (S. 138-155)

In diesem Kapitel beschäftigen wir uns mit ganz pragmatischen Themen, z.B. dem Personalbedarf, den räumliche Bedingungen, dem Training und auch mit der Effektivität der Multifamilientherapie.

Wie wirksam ist die Multifamilientherapie?

Mit dem zunehmenden Trend zur Evidenzbasierung therapeutischer Verfahren müssen auch systemische Therapien ihre Wirksamkeit unter Beweis stellen (von Sydow et al. 2006). Multifamilientherapie wird seit vielen Jahren vor allem in störungsspezifischen Studien wissenschaftlich beforscht. So liegen z. Zt. etwa 40 randomisiert-kontrollierte Outcome-Studien (RCTs) vor, die die Wirksamkeit der Multifamilientherapie direkt mit anderen Behandlungen verglichen haben. Daneben existieren noch viele andere interessante Studien, die allerdings – oft aus guten Gründen – nicht den »Goldstandard« einer RCT-Studie erreichen. RCT-Studien haben zwar eine hohe interne Gültigkeit, aber durch Übertragungsschwierigkeiten ist die externe Gültigkeit doch recht enttäuschend. Naturalistische Studien und Fallstudien haben da oft eine größere klinische Relevanz, wissenschaftlich gesehen sind sie (leider) aber nur Stiefkinder. In Großbritannien und den USA wird in den letzten Jahren zunehmend Wert auf »user-led research« (»verbrauchergesteuerte Forschung«) gelegt, bei der Patienten (Klienten) als Partner und »Experten in eigener Sache« angesehen werden. Hier arbeiten Patienten (Klienten) bei der Zielsetzung und Gestaltung von Forschungsprojekten mit, die für sie – und nicht nur für die Elfenbeinturmwissenschaftler – relevant sind (Faulkner a. Thomas 2002). Dieser Ansatz teilt viele implizite Werte der MFT, wie z. B. die aktive Einbeziehung von Familienmitgliedern.
Bei den meisten traditionellen Forschungsstudien geht es um die Messung von Symptomfreiheit oder -reduktion, Kosteneffektivität, Belastungsreduzierung bei Familienangehörigen, Akzeptabilität, das Erreichen von sozialen und ethnischen Randgruppen und deren erfolgreiche Einbindung in Therapien. In all diesen Dimensionen schneidet MFT relativ gut ab, sei es in der experimentellen Wirksamkeit (»efficacy«), der Alltagswirksamkeit (»effectiveness«) oder der Wirtschaftlichkeit (»efficiency«). Allerdings gibt es unter einigen systemischen Therapeuten in Deutschland heiße Diskussionen, ob die beforschte Familientherapie eigentlich nur »rein« systemische Studien als Evidenz umfassen sollte oder ob auch Modelle, die verhaltenstherapeutische Techniken benutzen, »zugelassen« sind. Leider ist das nicht nur eine akademische Debatte über die Vor- und Nachteile von »Schoolism« und »Integrationalism«, sondern muss auch im gesundheitspolitischen Kontext verstanden werden, nämlich unter dem Aspekt der inzwischen erfolgten Anerkennung der systemischen Therapie als wissenschaftliches Psychotherapieverfahren beim Wissenschaftlichen Beirat für Psychotherapie und später die Anerkennung auch als psychotherapeutisches Richtlinienverfahren. Hier besteht eine Anforderung, dass systemische Verfahren nicht überwiegend verhaltenstherapeutische Komponenten enthalten dürfen. In Großbritannien wird das allerdings anders gesehen, und MFT-Studien gehören fest zur systemischen Evidenzbasierung.
Die meisten RCT-Studien zur Multifamilientherapie befassen sich mit Krankheitsbildern aus der Erwachsenenpsychiatrie. Zur Schizophrenie gibt es weit über zwanzig Studien (z. B. McFarlane et al. 1995a; McFarlane et al. 1995b; Dyck et al. 2000; Dyck et al. 2002; Hazel et al. 2004; Bradley et al. 2006; McDonell et al. 2006), die zeigen, dass die Rückfallquote bei Patienten mit Schizophrenie um bis zu 50 % gesenkt werden kann, wenn MFT mit medikamentöser Behandlung kombiniert wird, verglichen mit alleiniger Psychopharmakatherapie. Bei der zusätzlichen MFT-Behandlung verbessern sich obendrein auch die sozialen Interaktionen und beruflichen Chancen. Familienmitglieder können besser mit der Erkrankung umgehen und sie erfahren eine deutliche Belastungsreduzierung. Es hat sich auch gezeigt, dass dieser kombinierte Ansatz weniger zeit- und kostenaufwendig ist als Standardbehandlungen.
Ein halbes Dutzend Studien zeigt, dass MFT auch bei der Behandlung von Alkoholismus erfolgreich sein kann (McCrady et al. 1979; Bowers a. Al-Redha 1990; Monti et al. 1990; O’Farrell et al. 1985, 1992; O’Farrell et al. 1993, 1998; Fals-Stewart et al. 2005). Meist handelte es sich hier um eine Multipaartherapie, die unter anderem auch verhaltenstherapeutische Techniken systemisch umsetzt. Typische Outcomes sind verminderter Alkoholkonsum und höhere Abstinenzraten im Vergleich zu anderen Behandlungen. MFT kann auch bei affektiven Störungen helfen – Familien geht es subjektiv besser, da EE (»expressed emotion«, vor allem kritische Kommentare) reduziert wird und sich auch die Belastungen bei den Familienmitgliedern verringern (Keitner et al. 2002; Keller u. Schuler 2002; Harter et al. 2002). Bisher befassten sich nur zwei Studien mit Symptomveränderungen: Eine Studie fand, dass sich die depressive Symptomatik signifikant vermindert hatte (Lemmens et al. 2007), in der anderen konnte das jedoch nicht bestätigt werden (Miller et al. 2004).
Die Multifamilientherapie bei Jugendlichen mit Anorexia nervosa scheint sehr vielversprechend zu sein, aber die Ergebnisse einer derzeit laufenden multizentrischen RCT-Studie (Eisler 2005) liegen noch nicht vor. Zwei abgeschlossene RCT-Studien (Geist et al. 2000; Rhodes 2008) bescheinigen, dass MFT anorektische Symptome relativ schnell reduziert, dass Leid- und Problemverhalten von Angehörigen vermindert werden, dass sich die intrafamiliären Beziehungen verbessern und das soziale Netzwerk gestärkt wird, dass MFT-Teilnehmer die Behandlung generell gut akzeptieren und dass keine negativen Behandlungseffekte oder -nebenwirkungen auftreten. Outcome- und Follow-up-Studien des Dresdner Teams (Thömke 2005; Döhler 2007) bestätigen im Wesentlichen diese Ergebnisse. Außerdem konnte gezeigt werden, dass die zunächst unsicheren Mütter und Väter im Verlauf und nach der MFT sicherer im Umgang mit ihren anorektischen Jugendlichen wurden und dass sich die Beziehung zwischen den Eltern insgesamt stabilisierte – vielleicht eine wichtige Voraussetzung für die erforderliche höhere krankheitsbezogene Kompetenz der Eltern. Gleichzeitig zeigt es sich, dass die Jugendlichen ihren Eltern gegenüber selbständiger werden. Insgesamt konnte die MFT das System Familie emotional stabilisieren und im Umgang miteinander sicherer machen. Die Gesamtzahl von psychosomatisch auffälligen Müttern und Patienten unterschied sich ein halbes Jahr nach der MFT nicht mehr von den Werten der Referenzgruppe. Im Vergleich mit den traditionellen kinder- und jugendpsychiatrischen Behandlungen bevorzugten die psychisch auffälligeren Mütter und Töchter übrigens mehr die MFT. Ein halbes Jahr nach dem Ende der Therapie hatten die MFT-Patientinnen das gleiche Gewicht erreicht wie die stationär behandelten. Sie zeigten dabei jedoch eine deutlich höhere Stabilität – eine Voraussetzung für die Verringerung der Rückfallgefahr (Thömke 2005; Döhler 2007).
In den letzten zwei Jahrzehnten wurden auch im Marlborough Family Service einige Forschungsprojekte zur Wirksamkeit der Multifamilientherapie, von qualitativen Untersuchungen bis zu Outcome- Studien, durchgeführt (Asen et al. 2002). Die meisten dieser Studien sind retrospektiv, was ihre Aussagekraft begrenzt. Forschung in einer nichtuniversitären Einrichtung, die noch dazu ein hohes klinisches Arbeitsvolumen hat, ist nie leicht. Randomisiert-kontrollierte Studien sind außerdem oft aus ethischen Gründen nicht möglich, da Familien und Zuweiser in der Regel genau wissen, welche Behandlung sie wollen – vor allem, wenn Einrichtungen regional oder national bekannt sind, wie etwa die Dresdener Familientagesklinik für anorektische Jugendliche oder die Familien-Schulprojekte des MFEC in London. So wollen sich viele Familien nicht randomisieren lassen, weil sie nicht riskieren wollen, sozusagen »blind« einer von ihnen nicht erwünschten Behandlungsform zugeteilt zu werden. Eine retrospektive Untersuchung von Schülern, die das MFEC in London besuchten, konnte eine hochsignifikante Verbesserung der Verhaltensziele nachweisen. In einer gegenwärtig laufenden prospektiven MFT-Studie, die die Effektivität des »Familienklassenzimmers« und der »Familienschule « untersucht, gab es erhebliche Schwierigkeiten, eine gematchte Kontrollgruppe zu finden, da alle Schüler aus dem Einzugsgebiet Anspruch auf MFT-Behandlung haben und aus ethischen Gründen niemand ausgeschlossen werden darf. Die Suche nach einer geeigneten Kontrollgruppe in Groß-London erwies sich als sehr schwierig, da kaum eine Schulbehörde motiviert war, ihre Ergebnisse mit denen des MFEC vergleichen zu wollen. So gleicht die Wirksamkeitsforschung im klinischen Feld häufig einem Hindernislauf.
Dennoch ist es möglich, interessante Forschung zu betreiben, wie die Ergebnisse einer klinischen Studie aus Dresden zeigen. In der Familientagesklinik für 3- bis 13-jährige emotional und sozial gestörte Kinder zeigten diese bei der Aufnahme erhebliche und vielfältige Auffälligkeiten, die sich nach 6- bis 8-wöchiger Behandlung signifikant gebessert hatten. Die größere Selbstsicherheit der Mütter als Ausdruck ihrer gewachsenen Konsequenzhaltung und Durchsetzungsfähigkeit erlebten die Kinder nicht als Liebesentzug, sondern sie empfanden ihre Mütter am Ende der Therapie als liebevoller. Hier bestätigt sich auch eine alte Erfahrung: Kindern erwarten von ihren Eltern Engagement und Konsequenz, und diese Verhaltensweisen werden nicht als abstoßende Härte, sondern als Zuwendung empfunden. Übrigens sind Eltern sozial gestörter Kinder signifikant unsicherer als Eltern depressiver Kinder oder sogar als Eltern anorektischer Kinder (Rix 2002). Die Hälfte aller Mütter waren vor der Aufnahme ebenfalls psychiatrisch auffällig und sie zeigten am Ende der Behandlung auch keine Besserung – MFT ist eben für Eltern zunächst eine hohe Herausforderung und keine Kur! Im Follow-Up anderthalb Jahre nach der MFT waren die Kinder nochmals signifikant in ihrer Symptomatik gebessert, ein Zeichen für die Stabilität des Behandlungsergebnisses und der sich damit verringernden Rückfallgefahr.  Interessant ist, dass sich jetzt erst die Mütter in ihrer Symptomatik signifikant gebessert hatten und sich nicht mehr von der Referenzgruppe unterschieden. Das ist besonders erstaunlich, weil sie außer der familientherapeutischen Nachbetreuung keine eigene Individualtherapie nach der Entlassung erhalten hatten (Süß-Falkenberg 2005).

Was wirkt nun bei der MFT?

Hierzu gibt es bisher noch keine verlässlichen Studien. Wir gehen davon aus, dass die Ressourcenaktivierung und das Stiften von Hoffnung – beides wesentliche Ziele der MFT – entscheidend sind, was auch von Grawe und Miller in ihren Wirksamkeitsstudien gefunden wurde (Grawe 1994; Grawe 1998; Miller et al. 2000). Für Miller et al. (2000) wirken das Prinzip Hoffnung und die therapeutische Technik zu je 15 %, die therapeutische Beziehung zu 30 % und außertherapeutischen Faktoren zu 40 %. Zu den letzteren werden unter anderem die soziale Unterstützung und die Lebensumstände gerechnet. Dabei ist die soziale Unterstützung ein Faktor, der durch die Multifamilientherapie wahrscheinlich besonders angesprochen wird und hauptsächlich über die Eltern und die weiteren Familien intendiert wird.

Personalbedarf

Wie viel Multifamilientherapeuten braucht man für die Arbeit mit 6 bis 8 Familien? Da gibt es keine einfache Antwort, denn es kommt auf den Arbeitskontext und die störungs- und aufgabenspezifischen Besonderheiten an. Meist sind nicht mehr als zwei Therapeuten notwendig – ein »aktiver« und ein »beobachtender«, wobei die Rollen in einem gut eingespielten Team nahtlos getauscht werden können. Der beobachtende Therapeut kann sich im Behandlungsraum oder auch hinter einem Einwegspiegel oder am Bildschirm einer Videoanlage aufhalten, um das Geschehen »live« mitzuerleben. Während für ambulante Gruppen zwei Therapeuten meist genügen, braucht man in tagesklinischen Settings mehr Personal. In der Londoner Familientagesklinik (FDU – s. Kap. 3) sind z. Zt. vier Therapeuten in Vollzeit beschäftigt. Die komplexe Arbeit mit Multiproblemfamilien erfordert auf jeden Fall ein höheres Therapeutenkontingent, da für gleichzeitig zu erstellende Gutachten detaillierte Beobachtungen,  Katamneseerhebungen und komplexe Berichte notwendig sind.
Im Londoner Marlborough Family Service wurde, bevor die aufwendige gutachterliche Tätigkeit hinzugekommen ist, aufgrund einerseits der jahrzehntelangen Erfahrungen und andererseits der intensiven Orientierung auf das Selbsthilfepotenzial der Gruppe mit deutlich weniger Personal gearbeitet. Es wurden im Schnitt zwei bis drei Familien von einem Mitarbeiter betreut. Auch ein Arzt stand in London nur stundenweise zur Verfügung.
In Deutschland ist der Personalbedarf nach der für alle Psychofächer geltenden Psychiatrie-Personalverordnung (Psych-PV) festgeschrieben. Als in den 1980er Jahren die Psychiatrie-Personalverordnung geschaffen wurde, war in Deutschland an Familientageskliniken noch nicht zu denken. Die Familientagesklinik wird in der Planung, auch in den Verhandlungen mit den Kassen, deshalb der Tagesklinik einer Kinder- und Jugendpsychiatrie personell gleichgesetzt, in der ja nur der Indexpatient aufgenommen wird. Damit kann der Personalbedarf nicht abgedeckt werden, der notwendig wäre, um ganze Familien zu betreuen – im Idealfall Indexpatient, Mutter, Vater und zum Teil auch ein Geschwisterkind. Auch wenn die Eltern entsprechend dem systemischen Konzept während des familientagesklinischen Aufenthalts die volle Verantwortung und die Aufsicht für ihr Kind behalten, ist der Aufwand für therapeutische Interventionen in Problemsituationen, die eigentlich den ganzen Tag über auftreten, erheblich. Um Wahrnehmungs-, Einstellungs- und Verhaltensänderungen bei den Eltern zu erreichen, braucht man notwendigerweise ständige Hinweise und Gespräche flankierend zu der direkten Intervention in Krisen- und Problemsituationen. Optimal personell ausgestattet ist eine Familientagesklinik für emotional und sozial gestörte Kinder, wenn pro Familie ein systemisch ausgebildeter Mitarbeiter eingesetzt werden kann, was sich allerdings nicht immer realisieren lässt. Wenn durchschnittlich für eineinhalb Familien ein Mitarbeiter (Schwester, Pfleger, Erzieher) für diese Arbeit zur Verfügung steht, ist eine effektive Therapie zu erwarten. Neben dieser direkten Arbeit in der Familientagesklinik besuchen die Bezugsschwestern (-pfleger, -erzieher) noch ihre Familien einmal wöchentlich zu Hause. Diese therapeutischen Interventionen im häuslichen Milieu ermöglichen einen optimalen Transfer aller neuen Verhaltens- und Interaktionsmuster.
Neben der Basisbetreuung durch das mittlere medizinische Personal stehen in der Dresdner Familientagesklinik für emotional und sozial gestörte Kinder ein Ergotherapeut für 12 Stunden und eine Reittherapeutin für 4 Stunden zur Verfügung. Von ärztlich-psychologischer Seite wird diese Familientagesklinik mit 60 Stunden pro Woche besetzt. Der höhere Aufwand der Familientagesklinik für emotional und sozial gestörte Kinder wird teilweise kompensiert, weil die in einer traditionellen kinderpsychiatrischen Tagesklinik veranschlagten Leistungen für Sozialarbeiter, Physiotherapeuten und Logopäden nicht benötigt werden. Bei der Planung einer solchen Familientagesklinik sollte unbedingt anteilig eine Stelle für einen Lehrer (10 Stunden pro Woche) berücksichtigt werden, der über systemisch- familientherapeutische Erfahrungen verfügt. Diese systemischen Kenntnisse sind wichtig, weil die Lehrerin Eltern direkt im Unterricht unterstützt, dass sie ihrem Kind helfen, wenn durch sein Verhalten sein schulisches Lernen behindert wird.
Die Essgestörten-Familientagesklinik in Dresden arbeitet dagegen personell sehr sparsam. Hier sind neben einer stundenweise ärztlichen (oberärztlichen) Supervision nur zwei ausgebildete Familientherapeuten (eine Psychologin und eine Sozialpädagogin) verfügbar, die nicht nur für die Gruppen (jährlich 4 bis 7), sondern auch für die Vordiagnostik, die Einzelfamilientherapie und die gesamte Nachbetreuung verantwortlich sind. Dieser geringe Personalbedarf erklärt sich auch aus einer hohen Kompetenz, die aus zehn Jahren ausschließlicher Tätigkeit in diesem Feld resultiert. Dieser niedrige Personalschlüssel wird in allen Einrichtungen, die das Dresdener Konzept der Multifamilientherapie für Anorexien übernommen haben, deutlich überschritten. Hier arbeiten durchschnittlich 4 bis 6 Mitarbeiter (Ärzte, Psychologen, Schwestern, Physiotherapeuten), die in der Zeit der Gruppenarbeit zur Verfügung stehen.

Räumliche Ausstattung und Arbeitskontext

Familientageskliniken benötigen, bezogen auf die Anzahl der Personen, einen bescheidenen Raumbedarf. Eine Familientagesklinik für emotional und sozial gestörte Kinder im Alter von 3 bis 13 Jahren, wie sie an der Klinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie am Universitätsklinikum Dresden existiert, ist für 5–6 Familien ausgelegt und beherbergt samt Personal bis zu 25 Personen. Diese Familientagesklinik verfügt über zwei Gruppenräume (30 und 20 m2), wovon der größere gleichzeitig als Aufenthaltsraum dient, eine Küche (20 m2), ein Bällchenraum (12 m2), eine Toilette (2 m2), ein Waschraum (8 m2), ein Personalraum (8 m2) und ein Vorraum (6 m2). Die von der Familientagesklinik zeitweilig genutzten zwei Ergotherapieräume, die auf der gleichen Ebene liegen, stehen gleichzeitig der Tagesklinik für Jugendliche und der Institutsambulanz zur Verfügung. Ein Zimmer (25 m2) auf einer anderen Etage für den zuständigen Arzt und die Psychologin dient für Untersuchungen, für Gespräche und Einzelgespräche mit Patienten und Familien. Allerdings fehlt bei dieser Ausstattung ein Ruheraum für Familien mit kleineren Kindern. Auch ein größerer Stationsraum wäre angebracht, da hier neben Besprechungen die gesamte Videoanlage installiert ist und auch von hier aus bedient werden muss und da dieser gleichzeitig den Mitarbeitern als Aufenthaltsraum dient.
Die Tagesklinik für Essgestörte an der Klinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie des Universitätsklinikums Dresden ist auf einer Ebene mit der Institutsambulanz untergebracht. Beide benutzen den gleichen Warteraumbereich. Hier stehen ein großer Gruppentherapieraum (35 m2), ein zweiter Raum (25 m2), ein Videoraum (8 m2) und eine Küche (8 m2 zur Verfügung. Die Toilette wird gemeinsam von Patienten und Familien der Institutsambulanz genutzt. Der zweite Raum dient als Gruppentherapieraum, für Gespräche mit Einzelfamilien und Patienten als auch als Aufenthaltsraum für das Personal.
Die Kinderpsychiatrie der Universitätsklinik Lund/Schweden hat in Ermangelung von Räumen eine Wohnung von etwa 120 m2 in einem Neubaublock angemietet, was durchaus ein gutes Arbeiten ermöglicht. Komfortabler ist dagegen die Essgestörten-Abteilung der Kinderpsychiatrie der Universität Århus/Dänemark ausgestattet. Sie erhielt für die Familientagesklinik einen geräumigen Anbau, der an das bestehende Gebäude der Essgestörten-Ambulanz angedockt wurde. In zwei Etagen mit großen Fensterfronten in einen kleinen Garten und auf die einen Steinwurf entfernte Ostsee befinden sich zwei großzügige Gruppentherapieräume (je 50 m2), eine Küche, eigene Toiletten, ein Personal- und ein Videoraum. Die meisten Familientageskliniken sind jedoch heutzutage räumlich noch nicht so eigenständig etabliert und sind auf die gemeinsame Nutzung oder Anmietung von Räumlichkeiten angewiesen. Die Multifamilientagesklinik für Essgestörte an der Abteilung für Kinderpsychiatrie der Universität Odense in Dänemark nutzt den Ergotherapieraum der kinderpsychiatrischen Abteilung für die multifamilientherapeutischen Gruppen. Die Multifamilientagesklinik der Kinderpsychiatrie Hillerød (Dänemark) hat für die Betreuung der essgestörten Jugendlichen eine abgeschlossene Etage von etwa 200 m2 zur Verfügung, in der alle Mitarbeiter arbeiten und in der zwei große Gruppentherapieräume zur Verfügung stehen (je 30–35 m2). Die kinderpsychiatrische Abteilung in Weinfelden am Bodensee (Schweiz) nutzt in Ermangelung von eigenen Räumlichkeiten für die MFT seit Jahren die Räume der zum Fachkrankenhaus für Psychiatrie gehörigen Fachschule mit schönem Blick auf den Bodensee (etwa 200 m2). Die Familientagesklinik für Essgestörte an der kinderpsychiatrischen Abteilung des Krankenhauses Næstved (Dänemark) nutzt die Räumlichkeiten der Tagesklinik für Kinder. Sie verfügt übrigens von allen uns bekannten Familientageskliniken über die technisch vollkommenste Videoanlage. Die Multifamilientagesklinik der Kinder- und Jugendpsychiatrie in Münster ist dagegen komfortabel ausgestattet und besitzt ebenfalls eine exzellente Videotechnik.
Die FDU des Londoner Marlborough Family Service ist seit Jahrzehnten höchst bescheiden und beengt in kleinen Kellerräumen untergebracht. Hier gibt es zwei größere Gruppenräume, von denen einer als Spielzimmer ausgestattet ist und der andere für Übungen, gemeinsame Mahlzeiten und andere Aktivitäten benutzt wird. Die Küche hat zwei Herde, die sich die Familien teilen müssen. Es gibt ein kleines Elternzimmer, das für Einzel-, Paar- oder auch Einzelfamilientherapiegespräche benutzt wird. Obendrein gibt es ein kleines Schlafzimmer für Säuglinge und Babys und ein kleines Arbeitszimmer, das sich die Familientherapeuten teilen. Ein Garten hilft, um mit den Platzproblemen besser fertig zu werden.
Aufgrund des spezifischen Charakters der Familientagesklinik, die eher eine häusliche Atmosphäre ausstrahlen sollte, sind Gebäude zu bevorzugen, die keinen Krankenhauscharakter haben. Auch die hygienischen Vorschriften brauchen auf keinen Fall den üblichen Krankenhausvorschriften zu entsprechen, was die Suche nach geeigneten Räumen deutlich erleichtern hilft. Die Unterbringung von Familientageskliniken in sterilen, den medizinisch-hygienischen Notwendigkeiten entsprechenden Krankenhäusern, würde die unbedingt notwendige familiäre Atmosphäre nicht nur stören, sondern auch mit Sicherheit viele Familien davon abhalten, sich überhaupt auf eine familientagesklinische Betreuung einzulassen.
Zusammenfassend kann man feststellen, dass zum derzeitigen Stand der Dinge nur wenige klinische Einrichtungen über konstante eigene Räumlichkeiten für die Multifamilientageskliniken verfügen. Die Qualität der Arbeit, ob tagesklinisch oder ambulant, richtet sich nicht allein nur nach der räumlichen Ausstattung. Ambulante Multifamiliengruppen können in den verschiedensten Kontexten durchgeführt werden – einschließlich Schulen, Gemeindezentren, Kirchen und sonst leerstehenden Räumen in anderen Einrichtungen. Für eine ambulante Multifamiliengruppe – die sich vielleicht nur ein- oder zweimal pro Monat trifft – genügt ein Raum, der groß genug ist, alle Beteiligten aufzunehmen – mit der Möglichkeit, für einen bestimmten Zeitraum zwei Subgruppen bilden zu können (z. B. parallel für Eltern und Kinder). Man sollte berücksichtigen, dass für eine Multifamilientherapie mit emotional und sozial gestörten Kindern der Raumbedarf größer sein sollte als für Essgestörte. Auch sollte dafür nach Möglichkeit ein geeignetes Außengelände genutzt werden können, damit therapeutische und informelle Freizeitaktivitäten der Familien im Freien möglich sind.

Finanzielle Grundlagen

Multifamilientherapie braucht gegenüber einer stationären Behandlung weniger Mitarbeiter, weil keine Nacht-, Wochenend- und Feiertagsdienste gestellt werden müssen, und sie benötigt weniger Räumlichkeiten. Eine Familientagesklinik ist aber im Vergleich zu einer Tagesklinik, in der nur der Indexpatient, das Kind oder der Jugendliche aufgenommen wird, personalintensiver. Ein vorgegebenes Personalbudget, wie es für die stationäre und tagesklinische Behandlung von Kindern und Jugendlichen entsprechend der Psychiatrie-Personalverordnung vorgegeben ist, gibt es für eine Familientagesklinik noch nicht. Bei eventuellen Verhandlungen mit den Kassen kann jedoch argumentiert werden, dass die meisten Kinder und Jugendlichen, die familientagesklinisch behandelt werden, so schwer gestört sind, dass im Vorfeld eine ambulante fachspezifische Betreuung und selbst eine stationäre Behandlung keinen andauernden Erfolg gebracht hat. Diese Patientengruppe müsste bei fehlendem familientagesklinischen Angebot erneut stationär behandelt werden – und dann mit erheblich längerer stationärer Verweildauer. Bei Patienten mit Störungen des Sozialverhaltens wären auch Jugendhilfemaßnahmen wie Fremdunterbringung gelegentlich notwendig und zu finanzieren.
Wenn Kinder und Jugendliche familientherapeutisch behandelt werden, können auch ihre Eltern als medizinische Begleitpersonen aufgenommen werden. Sie erhalten auf Antrag eine Freistellung und manchmal von den Kassen auch die Fahrt und die Übernachtungskosten zum Teil erstattet, wenn sie nicht aus der näheren Umgebung kommen. Die Verpflegung der elterlichen Begleitpersonen wird vom Pflegesatz der Familientagesklinik bestritten. In Ausnahmefällen haben nach vorheriger Absprache mit den Krankenkassen auch psychosozial kranke Eltern einen Patientenstatus, wenn ihre Störungen vor allem durch die Erkrankung des Kindes unterhalten werden. Etwa die Hälfte aller Eltern psychisch kranker Kinder, die in Dresden familientagesklinisch versorgt werden, zeigen zu Beginn behandlungsbedürftige psychosomatische Störungen, die sich jedoch in einem Zeitraum von drei Monaten nach Beginn der familientagesklinischen Behandlung bei anorektischen Patienten und eineinhalb Jahre nach dem Ende der Behandlung bei emotional und sozial gestörten Kindern normalisieren.
Nach Verhandlung mit der AOK zahlen seit 2006 alle Kassen Sachsens für die Multifamilientherapie ein erhöhtes Entgelt gegenüber dem bisherigen Satz, der der bis dahin üblichen tagesklinischen Vergütung entsprach. Die Kostenersparnis gegenüber einer sonst notwendigen stationären Behandlung, abgesehen von der geringeren Rezidivquote und den häufigen Folgekosten bei Kindern mit Sozialstörungen und essgestörten Jugendlichen für Familienpfleger, Fremdunterbringung und Pflegefamilien, beträgt etwa 40 bis 60 Prozent. Unter den günstigen Finanzierungsbedingungen für die Kinder- und Jugendpsychiatrie in Deutschland, wo immer noch das belegte Bett und nicht, wie in allen nichtpsychiatrischen medizinischen Fächern, nach Fallpauschale bezahlt wird, mit dem international vergleichsweise hohen Bettenangebot, ist der Bruttogewinn für ein Krankenhaus noch erheblich günstiger, wenn ein Kind stationär behandelt wird, als bei einer familientagesklinischen Behandlung. Das könnte sich ändern, wenn auch für die psychiatrischen Fächer ein DRG-System eingeführt wird. Die beiden Dresdner Familientageskliniken besitzen heute noch nicht die ökonomische Bedeutung im Vergleich zum stationären Bereich, sie beeinflussen aber das Gesamtkonzept der Klinik und dienen inzwischen als Beispiel für analoge Modelle in anderen europäischen Ländern, vor allem in Skandinavien und erfreulicherweise zunehmend auch in Deutschland.

Vertraulichkeit und Schweigepflicht

Multifamilientherapie setzt, wie jede therapeutische Gruppenarbeit, einen hohen Grad an Vertraulichkeit zwischen den Teilnehmern voraus. Dieses Prinzip des gegenseitigen Vertrauens ist die Grundlage, dass Teilnehmer bereit sind, sich zu öffnen. Dabei ist stets die Entscheidung des Einzelnen vorrangig, wie weit und worüber er sich der Gruppe anvertrauen will und kann. Das Prinzip der eigenen Entscheidung, wie weit jeder Einzelne sich offenbart, wird nach dem Grundsatz der ärztlichen Schweigepflicht schon in den Vorgesprächen, die ja neben der Diagnostik eine motivierende Aufgabe haben, offen von den Therapeuten angesprochen und sollte in der ersten Gruppensitzung ausdrücklich und überzeugend wiederholt werden. Dieses von den Therapeuten glaubhaft darzustellende Bekenntnis zur Vertraulichkeit der Gruppenmitglieder untereinander und der ärztlichen Schweigepflicht mindert bei allen Teilnehmern die anfänglich immer vorhandene Erwartungsspannung und Furcht vor einer eventuellen Preisgabe von eigenen persönlichen Schwächen, Ängsten und Besonderheiten. Auch Kindern ist dieser Vertrauensgrundsatz im Beisein ihrer Familien in angemessener Form zu vermitteln und seine Bedeutung für eine erfolgreiche Zusammenarbeit zu erläutern. Sie müssen hören, dass sie die hier von anderen erfahrenen Dinge nicht in der Schule oder ihren Freunden zu erzählen haben – genauso, wie es ihnen nicht recht wäre, wenn andere Mitpatienten persönliche Dinge von ihnen weitertragen würden.
Selbstverständlich ist es eine Conditio sine qua non, alle Mitarbeiter und die beteiligten Lehrer nach den üblichen Grundsätzen schriftlich auf die Einhaltung der Schweigepflicht per Unterschrift zu verpflichten. Auch dieses Ritual kann in der anfänglichen Informationsrunde den Gruppenteilnehmern gegenüber erwähnt werden. Alle in die MFT einbezogenen Praktikanten, Studenten und Hospitanten haben ebenfalls schriftlich eine Schweigepflichtserklärung abzugeben. Nimmt jemand aus diesem Personenkreis an der MFT teil, sollte dieser sich der Gruppe kurz vorzustellen (Name, Tätigkeit, Arbeitsstelle, Grund für seine Hospitantur und Bitte an die Gruppe, diesem Wunsch nach Teilnahme zuzustimmen). Der Therapeut hat vor Beginn der Hospitantur das Einverständnis der gesamten Gruppe einzuholen. Günstig ist es, wenn die Vorstellung und die Begründung der Teilnahme von dem leitenden Therapeuten kurz erfolgt und der Hospitant sich selbst vorstellt und sein Anliegen, warum er hier teilnehmen möchte, selbst vorbringt. In solchen Situationen ist besonders auf nonverbale Signale der Teilnehmer zu achten. Weil einige sich vor der Gruppe selbst nicht wagen, ihre Bedenken zu äußern, hat der Therapeut ihnen dabei zu helfen. Manchmal werden alte Bekanntschaften, die hier zufällig zu Tage treten, als störend empfunden. Hier sollte der Therapeut aufmerksam sein und immer die Wünsche des Gruppenteilnehmers unterstützen, auch wenn das möglicherweise auf Kosten einer bereits zugesagten Hospitantur gehen sollte.
Auch der routinemäßige Einsatz von Videoaufnahmen zum Feedback in der Multifamilientherapiearbeit, wenn er inzwischen auch für viele zu einer Selbstverständlichkeit geworden sein mag und in der Multifamilientherapie einen Stellenwert hat wie Laboruntersuchungen und Röntgenaufnahmen in der somatischen Medizin, bedarf einer vorherigen Erklärung und der Zustimmung durch die Familien. Dazu sollte man vor Beginn der Behandlung unbedingt den Familien den Sinn der Aufnahmen erklären (Video-Feedback als Hilfe für die Rückmeldung in den Therapien, kein öffentliches Fernsehen, die Aufnahmen unterstehen der ärztlichen Schweigepflicht wie die Krankengeschichte oder andere ärztliche und psychologische Aufzeichnungen und können auch bei Zustimmung nach späterem Wunsch der Familie gelöscht werden). Auch hier hat der Therapeut auf alle möglichen Bedenken einzugehen, diese niemals zu bagatellisieren, bevor er sich schriftlich das Einverständnis für solche Aufnahmen einholt. Falls ein Teilnehmer nicht damit einverstanden ist, ist in jedem Fall seine Ablehnung zu akzeptieren und deren Einhaltung auch glaubhaft zu versichern. Bedenken gegen Videoaufnahmen waren in den ersten Jahren nach der Wende aufgrund der damals noch frischen Erinnerung an Stasi-Gepflogenheiten und die Angst vor ähnlichem Missbrauch häufiger. Heute können sie durch ein vertrauensvolles Gespräch in der Regel beseitigt werden.

Dokumentation


Es ist selbstverständlich, dass die Arbeit mit Familien in der MFT wie bei allen medizinischen und psychotherapeutischen Leistungen aus juristischen und Krankenkassen-Anforderungen und zur eigenen »Buchführung« protokolliert werden muss. Dabei ist jedoch im Gegensatz zur Behandlung einer Einzelperson aus Gründen des Datenschutzes und der Abrechnungsanforderungen einiges zu beachten.
Bei der üblichen Behandlung einer Person werden Angaben nur zu dieser Person dokumentiert, ergänzt durch fremdanamnestische Befunde, bei Kindern in der Regel durch die Eltern. In der Einzel- und Multifamilientherapie werden jedoch personelle und interpersonelle Angelegenheiten besprochen, die von äußerst vertraulicher Natur sein können und qualitativ weit über fremdanamnestische Angaben hinausgehen können. Zwar werden wie in der Gruppenpsychotherapie die Teilnehmer zur Verschwiegenheit angehalten, jedoch hat eine schriftliche Dokumentation einen anderen Charakter und kann unangenehme juristische Folgen nach sich ziehen. Im Unterschied zur Gruppenpsychotherapie, bei der das individuelle Verhalten in der Gruppe für jeden einzelnen Patienten gesondert dokumentiert werden kann, werden in der Familientherapie die Reaktionen und das Verhalten der ganzen Familie im Krankenblatt des Patienten notiert. Die Dokumentation des Verlaufs der MFT lässt sich für jede Familie trennen und stichpunktartig notieren. Um dem Datenschutz gerecht zu werden, müssen die Daten verschiedener Familienmitglieder getrennt aufgezeichnet werden. Selbstverständlich wird das, wenn weitere Kinder und in Einzelfällen auch eine Bezugsperson aus medizinischer Indikation einen Patientenstatus haben und zum gleichen Zeitpunkt in der Familientagesklinik behandelt werden. In solchen Fällen ist aus abrechnungstechnischen Gründen die Führung von zwei getrennten Krankenblättern erforderlich. Bei Familientherapien mit nur einem Patienten ist nur ein Krankenblatt erforderlich. Wenn zwei Kinder einer Familie aufgenommen sind, werden zunächst die Stammdaten getrennt angelegt. Untersuchungsergebnisse, individuelle therapeutische Interventionen und der spezifische Verlauf werden ebenfalls gesondert dokumentiert. Alle Informationen, die die Familie betreffen, werden gemeinsam erfasst. Während des Aufenthaltes werden alle Unterlagen aus praktischen Erwägungen in einer Krankenakte aufbewahrt. Erst nach der Entlassung wird für jeden Patienten ein gesondertes Krankenblatt angelegt und eine individuelle Epikrise erstellt.
Bei der Anforderung von Krankenblättern, Epikrisen und Berichten sollte das unbedingt berücksichtigt werden. Es muss das Einverständnis aller in der MFT involvierten Familienmitglieder vorliegen, was bei getrennt lebenden oder geschiedenen Eltern besonders berücksichtigt werden muss. Notfalls sind zum Schutz Einzelner Passagen zu schwärzen.

MFT-Ausbildung

Formale Ausbildungen in der Multifamilientherapie gibt es erst seit Kurzem – vorher lernte man sozusagen erst durch Zuschauen und dann Experimentieren »am Fall« oder »in vivo«. Form und Intensität der Multifamilientherapieausbildung hängt von den vorherigen Erfahrungen der Therapeuten ab. Für systemisch ausgebildete Therapeuten bietet der Marlborough Family Service ein 9 Monate dauerndes Trainingsprogramm an. Dieses beginnt mit einer 2 Tage dauernden, praxisorientierten Kostprobe. Hier werden die elementaren Prinzipien und Techniken der Multifamilientherapie vorgestellt und anhand von Rollenspielen die Positionen der Therapeuten, wie auch typische MFT-Situationen, dargestellt. Teilnahme an diesen Kostprobetagen, die dreimal im Jahr stattfinden, ist Vorbedingung zur weiteren Ausbildung. In den darauffolgenden 9 Monaten gibt es dreimal je 2 ganze Tage, zu denen Teilnehmer aus den verschiedensten Settings kommen, die dann auch voneinander lernen können. Zwischen diesen Kerntagen gibt es verschiedene Möglichkeiten der weiteren Ausbildung, die vor allem die Form einer Supervision und Konsultation haben. Es wird erwartet, dass Kursteilnehmer an kleinen oder großen Multifamilienprojekten arbeiten, wofür sie ein settingspezifisches Training erhalten, zweimal im Monat, entweder in direkten Supervisionen oder per Email und mithilfe von Videotape-Analysen und -Feedback. Wir warnen davor, Therapeuten auszubilden, die nicht eine vorherige allgemeine systemische Grundausbildung erhalten haben, obschon wir wissen, dass es einige MFT-Projekte gibt, vor allem im schulischen Bereich, bei denen das nicht der Fall ist.

Arbeitende Eltern

Multifamilientherapie, die im ambulanten Rahmen, z. B. für 2 Stunden alle 14 Tage stattfindet, kann für Eltern, die im Berufsleben stehen, die bequemste Variante darstellen. Sie können es relativ leicht ermöglichen, regelmäßig an den Sitzungen teilzunehmen – insbesondere, wenn die Therapieeinheiten nachmittags stattfinden. Auch Schulkinder und insbesondere Jugendliche in den höheren Klassenstufen erleben diese Variante als gut realisierbar. Allerdings gibt es Störungsbilder, die einen wesentlich höheren Therapieaufwand unabdingbar machen, d. h. bei denen Multifamilientherapie im tagesklinischen Setting notwendig ist. Kinder und Jugendliche mit einer psychischen Störung werden dann als Indexpatienten teilstationär aufgenommen – ganz wie im traditionellen Klinikbetrieb. Eltern können als medizinisch notwendige Begleitperson mit aufgenommen werden. Sie nehmen an der Multifamilientherapie teil, bekommen die Fahrkosten und Verpflegung (evtl. auch Übernachtungen) von der Krankenkasse erstattet und erhalten eine Bescheinigung für den Arbeitgeber, dass sie als medizinisch notwendige Begleitperson an der Therapie des Kindes teilgenommen haben. Eine formale Krankschreibung im allgemeinmedizinischen Sinne erhalten sie nicht.
Folgende Aspekte sollten noch Beachtung finden: für arbeitende Eltern hat es sich als hilfreich erwiesen, wenn sie die Termine für die MFT-Tageseinheiten lange im Voraus wissen. Sie können so die Termine langfristig dem Arbeitgeber mitteilen und entsprechende Absprachen oder Vorkehrungen treffen. Manche Eltern nehmen für die Therapietage Urlaub oder setzen Überstunden ab. Meist möchten diese Eltern keine Bescheinigung mit dem Kopfbogen oder Stempel einer Kinderpsychiatrie im Betrieb einreichen. Elternteile, die Schwierigkeiten haben, ihre Anwesenheit aufgrund der beruflichen Einbindung regelmäßig zu gewährleisten, sollten nicht zu sehr unter Druck gesetzt werden. Hilfreicher erscheint die Einstellung, dass der Elternteil, der zur Arbeit geht, zur Sicherung des Lebensunterhalts einen genauso notwendigen Beitrag für die Familie leistet wie der an der Therapie teilnehmende Elternteil. Eine Lösungsalternative kann hier in flexiblen Therapiezeiten (mit »Therapiekernzeiten«) oder »Therapiesharing« (analog dem Jobsharing) liegen. Eltern können sich flexibel die Therapiezeiten teilen – vorausgesetzt, es ist immer ein Verantwortlicher für das Kind anwesend. Eltern können sehr große Bedenken haben, ob sie Therapie und Arbeit »unter einen Hut« bringen werden. Es kann die Motivation zur Teilnahme stark erhöhen, wenn der Therapeut die Themen »elterliche Bedeutung für den Gesundungsprozess« sowie »Was wäre bei einer organischen Erkrankung des Kindes, wie würden Sie da handeln?« mit den Eltern bespricht.

Sprachbarrieren


Um auch Familien zu helfen, die aus anderen Kulturen kommen und nicht Deutsch sprechen, ist es wichtig, Dolmetscher einzusetzen. Es mag schwierig erscheinen, in einer Großgruppe ein, zwei oder sogar drei Dolmetscher dabei zu haben, da es nicht nur eine Menge Geduld vonseiten der Therapeuten, sondern auch von den Familien erfordert. So müssen dann alle darauf warten, bis ein – vielleicht banal erscheinender – Satz in drei Sprachen übersetzt worden ist und dann die Reaktion darauf weiter verdolmetscht werden muss. Auf der einen Seite verlangsamt dieser komplizierte Prozess die Gruppeninteraktionen, aber andererseits entsteht auch langsam und allmählich ein Interesse am »Fremden«: an anderen Sprachen, anderen Essensgerüchen, anderen kulturellen Werten und Sichtweisen (Asen 2007). So beginnt eine interkulturelle Begegnung, bei der sich gegenseitiger Respekt und Wertschätzung dem »Fremden« gegenüber entwickeln können, und es kommt zu Reflexionen über die eigene Kulturgebundenheit und -zugehörigkeit zu dominanten – und nichtdominanten – kulturellen Gruppen.

Kontraindikationen zur MFT

MFT wird oft in Kombination mit anderen Verfahren verwandt. Es ist eine Behandlungsform, die zusammen mit anderen Therapien an und eingesetzt werden kann. Obendrein ist die Multifamiliengruppe ein Arbeitskontext, der auch individuelle Psychotherapie sowie Paar und Einzelfamiliensitzungen erlaubt und begünstigt. Allerdings gibt es auch Familien, die sich anfangs scheuen, ihre »schmutzige Wäsche in aller Öffentlichkeit zu waschen«. Das ist ein durchaus natürliches Phänomen, aber keine Kontraindikation, da wir aus langer Erfahrung wissen, dass selbst Familien, die über Jugendämter oder andere Institutionen gezwungenermaßen zur MFT kommen, sehr schnell die Vorzüge dieses Ansatzes begreifen und sich bald »einleben«. Deshalb sind »Kostprobenabende« oft sehr hilfreich, da sie die Familien zum Mitmachen motivieren.
Sexuelle Triebtäter, sowohl mutmaßliche wie auch überführte, sollten nicht an der MFT teilnehmen, sonst wird der Therapeut schnell zu einer Art »Sozialpolizist« – jemand, der aufpasst, dass es nicht zu irgendwelchen potenziell risikobehafteten Situationen für Kinder oder Frauen kommt. Durch die MFT haben Pädophile die Möglichkeit, sozusagen »freien Zugang« zu Kindern von anderen Familien zu haben, und deshalb ist ihre Teilnahme kontraindiziert. Körperlich misshandelnde Eltern oder andere gewalttätige Familienmitglieder können an der MFT teilnehmen, solange die Sicherheit für alle gewährleistet ist. In der Londoner FDU haben wir in den letzten 30 Jahren mit mehr als 1000 Gewaltfamilien gearbeitet – und bisher hat es nie körperliche Auseinandersetzungen oder Verletzungen gegeben. Allerdings werden Eltern, die außerfamiliäre Gewaltakte gegen Kinder begangen haben, auch von der MFT ausgeschlossen.
Drogen und Alkohol sind nicht nur Risikofaktoren für die eigene Familie, sondern können sich auch auf andere Familien auswirken. Eltern, die akut unter dem Einfluss von Alkohol oder Drogen stehen, können nicht an MFT-Gruppen teilnehmen. So wie sie nicht fit zum Autofahren sind, sind sie in diesem Zustand auch nicht fit, ihre Kinder zu versorgen. Da Eltern ihren morgendlichen Alkoholkonsum meist leugnen, benutzen wir in London seit Jahren ein Alkoholmessgerät, in das »verdächtige« Eltern hineinblasen müssen. Wenn sie über dem Limit sind, schicken wir sie nach Hause – aber ohne Kinder! Ähnlich verfahren wir mit Eltern, die unter Drogeneinfluss stehen, obwohl das oft schwerer zu beweisen ist. Spektrographische Haaranalysen gehören zur Arbeit mit substanzabhängigen Eltern, um offenes, aber kein »blindes« Vertrauen aufzubauen. Allerdings arbeiten wir mit solchen Familien oft unter der Bedingung, dass die Suchtprobleme gleichzeitig von darauf spezialisierten Substanzmissbrauchdiensten behandelt werden.

Literatur

Asen, E. (2002): Multiple family therapy: an overview. Journal of Family Therapy 24: 3–16.
Asen, E. (2007): Beispiele zur interkulturellen Therapie. Wege zum Menschen 59: 332–341.
Bowers, G. T. a. M. R. Al-Redha (1990): A comparison of outcome with group/marital and standard/individual therapies with alcoholics. Journal of Studies on Alcohol 51: 301–309.
Bradley, G. M., G. M. Couchman, A. Perlesz, A. T. Nguyen, B. Singh a. C. Riess (2006): Multiple-family group treatment for English-speaking and Vietnamese-speaking families living with schizophrenia. Psychiatric Services 57: 521–530.
Döhler, I. (2007): Die Behandlung der Anorexia nervosa im Jugendalter. Klinischer Effektivitätsvergleich zwischen Multifamilientherapie und traditioneller psychiatrischer Behandlung. Inauguraldissertation an der Medizinischen Fakultät Carl Gustav Carus der Technischen Universität Dresden.
Dyck, D. G., R. A. Short, M. S. Hendryx, D. Norell, M. Myers, T. Patterson, M. G. McDonell, W. D. Voss a. W. R. McFarlane (2000): Management of negative symptoms among patients with schizophrenia attending multiple-family groups. Psychiatric Services 51: 513–519.
Dyck, D. G., M. S. Hendryx, R. A. Short, W. D. Voss a. W. R. McFarlane (2002): Service use among patients with schizophrenia in psychoeducational multiple-family group treatment. Psychiatric Services 53: 749–754.
Eisler, I. (2005): The empirical and theoretical base of family therapy and multiple family day therapy for adolescent anorexia nervosa. Journal of Family Therapy 27: 104–131.
Fals-Stewart, W., K. Klostermann, B. T. Yates, T. J. O’Farrell a. G. R. Birchler (2005): Brief relationship therapy for alcoholism: a randomized clinical trial examining clinical effi cacy and cost-effectiveness. Psychology of Addictive Behaviors 19: 363–371.
Faulkner, A. a. P. Thomas (2002): User-led research. British Journal of Psychiatry 180: 1–3.
Geist, R., M. Heinmaa, D. Stephens, R. Davis a. D. Katzman (2000): Comparison of family therapy and family group psychoeducation in adolescents with anorexia nervosa. Canadian Journal of Psychiatry 45: 173–178.
Grawe, K. (1994): Psychotherapie ohne Grenzen. Von den Therapieschulen zur Allgemeinen Psychotherapie. Verhaltenstherapie und Psychosoziale Praxis 26: 357–370.
Grawe, K. (1998): Psychologische Therapie. Göttingen (Hogrefe).
Harter, C., J. Kick a. M. Rave-Schwank (2002): Psychoeducational group for patients with depression and their families. Psychiatrische Praxis 29: 160–163.
Hazel, N. A., M. G. McDonell, R. A. Short, C. M. Berry, W. D. Voss, M. L. Rodgers a. D. G. Dyck (2004): Impact of multiple family groups for outpatients with schizophrenia on caregivers’s distress and resources. Psychiatric Services 55: 35–41.
Keitner, G., L. Drury, C. Ryan, I. Miller, W. Norman a. D. Solomon (2002): Multifamily group treatment for major depressive disorder. In: W.R. Mc-Farlane (ed.): Multifamily Groups in the Treatment of Severe Psychiatric Disorders. New York, London (Guilford Press), pp. 244–267.
Keller, F. a. B. Schuler (2002): Psychoeducational groups for families of in-patients with affective disorder – experiences with a person-oriented approach. Psychiatrische Praxis 29: 130–139.
Lemmens, G., I. Eisler, L. Migerode, M. Heireman a. K. Demyttenaere (2007): Family discussion group therapy for depression: a brief systemic multi-family group intervention for hospitalized patients and their family members. Journal of Family Therapy 29: 49–68.
McCrady, B. S., T. J. Paolino, R. Longabough a. J. Rossi (1979): Effects of joint hospital admission and couples treatment for hospitalized alcoholics: a pilot study. Addictive Behaviours 4: 155–165.
McDonell, M. G., R. A. Short, C. M. Berry a. D. G. Dyck (2006): Multiple-family group treatment of outpatients with schizophrenia: Impact on service utilization. Family Process 45: 359–373.
McFarlane, W. R., B. Link, R. Dushay, J. Marchall a. J. Crilly (1995a): Psychoeducational multiple family groups: four year relapse outcome in schizophrenia. Family Process 34(2): 127–144.
McFarlane, W. R., E. Lukens, B. Link, R. Dushay, S. A. Deakins, M. Newmark, E. J. Dunne, B. Horen a. J. Toran (1995b): Multiple-family groups and psychoeducation in the treatment of schizophrenia. Archives of General Psychiatry 52: 679–687.
Miller, I. W., D. A. Solomon, C. E. Ryan a. G. I. Keitner (2004): Does adjunctive family therapy enhance recovery from bipolar I mood episodes? Journal of Affective Disorders 82: 431–436.
Miller, S., B. L. Duncan a. M. A. Hubble (2000): Jenseits von Babel. Wege zu einer gemeinsamen Sprache in der Psychotherapie. Stuttgart (Klett-Cotta).
Monti, P. M., D. B. Abrams, J. A. Binkoff, W. R. Zwick, M. R. Liepman, T. D. Nirenberg a. D. J. Rohsenow (1990): Communication skills training, communication skills training with family and cognitive behavioural mood management training for alcoholics. Journal of Studies on Alcohol 51: 263–270.
O’Farrell, T. J., H. S. G. Cutter a. F. J. Floyd (1985): Evaluating behavioural marital therapy for male alcoholics: Effects on marital adjustment and communication from before to after treatment. Behavior Therapy 16: 147–167.
O’Farrell, T. J., H. S. G. Cutter, K. A. Choquette, F. J. Floyd a. R. D. Bayog (1992): Behavioral marital therapy for male alcoholics: marital and drinking adjustment during the two years after treatment. Behavior Therapy 23: 529–549.
O’Farrell, T. J., K. A. Choquette, H. S. G. Cutter, E. D. Brown a. W. F. McCourt (1993): Behavioral marital therapy with and without additional couples relapse prevention sessions for alcoholics and their wives. Journal of Studies on Alcohol 54: 652–666.
Rhodes, P., A. Baillee, J. Brown a. S. Madden (2008): Can parent-to-parent consultation improve the effectiveness of the Maudsley model of family-based treatment for anorexia nervosa? A randomized control trial. Journal of Family Therapy 30: 96–108.
Rix, M. (2002): Familiäre Beziehungsmuster bei psychischen Erkrankungen im Jugendalter. Inauguraldissertation der Medizinischen Fakultät Carl Gustav Carus der Technischen Universität Dresden.
Süß-Falkenberg, U. (2005): Familientagesklinische Behandlung bei sozial und emotional gestörten Kindern. Eine 1½-Jahres-Katamnese. Inauguraldissertation der Medizinischen Fakultät Carl Gustav Carus der Technischen Universität Dresden.
Sydow, K. von, S. Beher u. J. Schweitzer-Rothers (2006): Wie wirksam ist systemische Therapie/Familientherapie? Göttingen (Hogrefe).
Thömke, V. (2005): Tagesklinische Multifamilientherapie bei Kindern und Jugendlichen mit Anorexia nervosa. Die Veränderung der familiären Beziehungen unter Einbeziehung der Gewichtsentwicklung, der Zufriedenheit und des Erfolgs der Behandlung. Inauguraldissertation der Medizinischen Fakultät Carl Gustav Carus der Technischen Universität Dresden.

----------------------------------------------------------

Veröffentlichung mit freundlicher Genehmigung des Carl-Auer-Verlages



Suche
Heute ist der
Aktuelle Nachrichten
15.06.2014
Die Systemische Gesellschaft sucht zum 1. Januar 2015 neue Geschäftsführung
10.04.2014
W 3 Endowed Professorship for Systemic Family Therapy in Freiburg
08.04.2014
Gesundheitsausgaben 2012 übersteigen 300 Milliarden Euro
28.01.2014
Fast jede zweite neue Frührente psychisch bedingt
17.12.2013
Diagnose Alkoholmissbrauch: 2012 wieder mehr Kinder und Jugendliche stationär behandelt

Besuche seit dem 27.1.2005:

Counter




RSS Newsfeeds Verzeichnis RSS-Scout - suchen und finden