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Neuvorstellung zur Übersicht
12.02.2007
Wilhelm Rotthaus (Hrsg.): Systemische Kinder- und Jugendlichenpsychotherapie
Rotthaus: Kinder- und Jugendl.-PT Carl-Auer Verlag Heidelberg 2005
3. Auflage

480 S., Kartoniert

Preis: 29,90 €
ISBN 978-3-89670-526-6
Carl-Auer Verlag





Arist von Schlippe, Osnabrück:

„Systemische Kindertherapie“ – für viele FamilientherapeutInnen ein Reizwort. Die Familientherapie war doch angetreten, um die Position des Kindes als Patienten durch einen angemesseneren Zugang zum ganzen Familiensystem zu ersetzen! Werden da nicht mühsam erworbene, ja immer auch noch hart umkämpfte Bastionen aufgegeben, kommt es nun nicht wieder zu einer Gefährdung des Erreichten? In einer sehr guten Einführung werden diese Fragen vom Herausgeber reflektiert, wird die Bedeutung systemischer Perspektiven in der Arbeit mit Kindern und Jugendlichen gewürdigt. Doch es wird auch aufgezeigt, dass – gerade bei Familien mit kleinen Kindern – das familientherapeutische Setting nicht unbedingt geeignet ist, um die Kinder aktiv in die therapeutische Arbeit mit einzubeziehen. Mrochen vermutet in seinem Text, dass: „in der strengen, hypothesenbildenden ... systemischen Arbeit das ganz lebendige, quengelnde, störende Kind ... nur unzulänglich eingeplant (war)“ (S.93). 
Kinder kommen nur selten als „Kunden“ in die Therapie. Vielfach hören sie mehr oder weniger unglücklich den Klagen über ihre Missetaten zu oder sie werden schnell mit Buntstiften und Papier in eine Ecke verfrachtet (s.a. Lenz 2000, Grabbe 2001). Für eine Arbeit, die explizit an den entwicklungspsychologisch begründeten Besonderheiten von Kindern und Jugendlichen ausgerichtet ist, wurden erst in jüngster Zeit tragfähige Konzepte vorgelegt. Dieses Buch stellt diesbezüglich so etwas wie einen Meilenstein dar. Es liefert eine enorme Bandbreite, die von wissenschaftlichen Fundamenten einer Entwicklungspsychopathologie bis zu lebendig umsetzbaren praktischen Methoden reicht.
Eines eint die AutorInnen des Bandes: eine systemische Kindertherapie muss nicht auf die Prämissen der systemischen Therapie verzichten, im Gegenteil, erst diese geben ihr ein klares Profil: sie bleibt aufgeschlossen gegenüber einem systemischen Verständnis psychischer Störungen/„Krankheiten“ und versteht sich selbst als offenen Ansatz mit dem Ziel der Bereitstellung eines  Rahmens, innerhalb dessen selbstorganisierte Veränderungsprozesse geschehen können. Die Einbeziehung der Familie – „live“ oder gedanklich-imaginiert - bleibt ein Fundament: Familientherapie und systemische Kindertherapie schließen sich nicht aus. Die Fülle von 480 Buchseiten kann hier inhaltlich nicht annähernd wiedergegeben werden. Besonders hervorheben möchte ich den Text von K.H. Pleyer mit dem schönen Titel: „Systemische Spieltherapie – Kooperationswerkstatt für Eltern und Kinder“. Er beinhaltet in sich eine Konzeption: es geht nicht darum, dass hinter den Mauern des Behandlungszimmers irgend etwas Ominöses zwischen Kind und TherapeutIn geschieht, vielmehr ist eine transparente Praxis gefragt, in die die Eltern flexibel und aktiv mit einbezogen sind, denn „wir sind als Dienstleister für Eltern gefragt“ (S. 154). Die Experimentierfreude, die sich durch das Buch zieht, hat mich begeistert, skeptisch hatte ich es in die Hand genommen, überzeugt habe ich es wieder weggelegt – mit einem Stoßseufzer: Hätte ich dieses Buch doch schon eher lesen können! In meiner ersten Stelle in den 70er Jahren in der Kinderpsychiatrie wäre es sicher – neben den Werken zur Familientherapie – ein häufig genutztes Lieblingsbuch geworden.

Grabbe, M. (2001). Kooperation mit Kindern in Therapie und Beratung. In: Schlippe, A.v., Lösche, G., Hawellek, Ch. (Hg.), Frühkindliche Lebenswelten und Erziehungsberatung. Die Chancen des Anfangs. Münster: Votum, pp. 220-242
Lenz, A. (2000). Wo bleiben die Kinder in der Familienberatung? Ergebnisse einer explorativen Studie. Praxis der Kinderpsychologie und –psychiatrie 49(1), pp. 765-774

(mit freundlicher Genehmigung aus systeme 17, Heft 1/2003)





Ein Text von Wilhelm Rotthaus von 2005 über Systemische Psychotherapie mit Jugendlichen für erziehungsberatung-niedersachsen.de





Verlagsinformation:

"Dieses Buch ist der erste umfassende Versuch, die Besonderheiten der systemischen Therapie mit Kindern und Jugendlichen und ihren Familien darzustellen. In den Artikeln der hochkarätigen Autoren werden sowohl die systemische Arbeit im Kontext der Familie als auch die systemische Einzeltherapie mit Kindern und Jugendlichen behandelt. Einen besondern Schwerpunkt bildet die längerfristig konzipierte systemtherapeutische Arbeit mit Kindern und Jugendlichen, die unter posttraumatischen Belastungsstörungen leiden; dieses Thema wird in mehreren Beiträgen aufgegriffen.
Mit Beiträgen von Kurt Ludewig, Siegfried Mrochen, Klaus Mücke, Susy Signer-Fischer, Charlotte Wirl, Gunther Schmidt, Jochen Schweitzer-Rothers u. a."


Über den Autor:

Wilhelm Rotthaus Dr. med., hat neben dem Studium der Medizin in Freiburg, Paris und Bonn und dem der Musik in Köln Ausbildungen in klientenzentrierter Gesprächstherapie, klientenzentrierter Spieltherapie und Systemtherapie absolviert. Von 1983 bis 2003 war er Ärztlicher Leiter des Fachbereichs Psychiatrie und Psychotherapie des Kindes- und Jugendalters der Rheinischen Kliniken Viersen. Buchveröffentlichungen u. a.: "Psychotherapie mit Jugendlichen", "Erziehung und Therapie in systemischer Sicht", "Stationäre systemische Kinder- und Jugendpsychiatrie", "Systemische Kinder- und Jugendlichenpsychotherapie"

Inhalt:

Rotthaus, Wilhelm: Zur Einführung: Systemische Kinder- und Jugendlichenpsychotherapie - eine Erweiterung der therapeutischen Handlungskompetenz. S. 9-17

Derichs, Gaby & Christoph Höger: Informierte Zustimmung: Eine ethische Herausforderung bei der Behandlung von Kindern und Jugendlichen. S. 20-40

Kusch, Michael: Entwicklungspsychopathologie. S. 41-75

Burr, Wolfgang: Wozu brauchen wir eine systemische Kindertherapie? S. 78-90

Mrochen, Siegfried: Die Arbeit mit dem Kind im Kreis seiner Familie. Überlegungen zu einer hypno-systemisch begründeten Kinderpsychotherapie. S. 91-105

Wirl, Charlotte: Das bedürftige Kind. S. 106-124

Pleyer, Karl Heinz: Systemische Spieltherapie - Kooperationswerkstatt für Eltern und Kinder. Vorschläge aus der Praxis einer kinderpsychiatrischen Tagesklinik. S. 125-159

Ludewig, Kurt: "Junge Menschen lügen nicht, Erwachsene dagegen sehr". Über den Umgang mit Selbstverständlichkeiten und Besonderheiten in der Therapie mit Jugendlichen. S. 162-184

Schweitzer, Jochen: Systemische Jugendlichenpsychotherapie: Ein Multi-System-Ansatz bei dissozialem, delinquentem und gewalttätigem Verhalten Jugendlicher. S. 185-204

Roderburg, Sylvia: Systemische Familientherapie bei Jugenddelinquenz. S. 205-224

Hesse, Joachim: Ressourcenförderung bei Jugendlichen mit Suchtproblemen. S. 225-232

Mücke, Klaus: Die schizophrene Krise als Lösungsversuch existenziell erlebter Loyalitätsambivalenz - Ein systemisches und entwicklungspsychologisches Erklärungsmodell. S. 234-259

Walter, Gerhard: Vom Problemland zum Lösungsland - Stationäre systemische Kinder- und Jugendlichenpsychotherapie. Wie Kinder und ihre Familien den stationären Aufenthalt als Übergang erleben können. S. 262-277

Spitczok von Brisinski, Ingo: Ist die Zukunft das Land, das der Station gehört? Oder ist die Station das Land, das niemandem gehört? Ethnologische und politische Metaphern zur Kontextgestaltung stationärer systemischer Kinderpsychotherapie. S. 278-298

Geiken, Günther: Systemisch ressourcenorientierte Interventionen in der stationären Arbeit mit Kindern und Jugendlichen. S. 299-312

Schmidt, Gunther: Kompetente jugendliche Kunden und Familien als kotherapeutische Helfersysteme - das Hardberg-Modell einer stationären systemisch-hypnotherapeutischen Jugendlichen-Psychosomatik. S. 313-358

Caby, Filip: Aspekte einer systemischen Gruppentherapie. S. 360-371

Reinhardt, Michael: Systemische Kunsttherapie in Gruppen. S. 372-384

Bonney, Helmut: Systemische Therapie bei ADHS-Konstellationen. S. 386-404

Reinhard, Mechthild: Legasthenie und Dyskalkulie - Mögliche Muster ihrer Selbstorganisation. S. 405-435

Signer-Fischer, Susy: Die Bedeutung der Erinnerung für das Individuum - Umgang mit traumatischen Erlebnissen. S. 436-445

Irmler, Dorothea: "Mein Zimmer hier heißt Schmerz". Überleben und Leben - Systemische Therapie mit schwersttraumatisierten minderjährigen Flüchtlingen. S. 446-461

Großmann, Angelika: Wenn der Prophet nicht zum Berg kommt … - Familientherapie im aufsuchenden Setting. S. 462-476



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