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Neuvorstellung zur Übersicht
04.01.2007
Haim Omer, Nahi Alon, Arist von Schlippe: Feindbilder. Psychologie der Dämonisierung
Omer et al: Feindbilder Vandenhoeck & Ruprecht 2006

mit einem Vorwort des Dalai Lama

230 S., broschiert

Preis: 19,90 €

ISBN-10: 352549100X
ISBN-13: 978-3525491003
Vandenhoeck & Ruprecht





Cornelia Tsirigotis, Aachen:

Haim Omer und Arist von Schlippe haben sich in den letzten Jahren im systemischen Feld dadurch ausgezeichnet, den Ansatz von elterlicher Präsenz und gewaltlosem Widerstand einer breiten Leserschaft nahe zubringen. Darüber hinaus stoßen ihre Ideen auch im Bereich von Schule und Jugendhilfe zunehmend auf breite Resonanz. In diesem gemeinsam mit Nahi Alon erstellten Buch beschäftigen sich die Autoren mit dem Prozess von Dämonisierung, ein Begriff, der aufhorchen lässt.
Die dämonische Sichtweise wird als eine Haltung beschrieben, die aus nachlassendem Vertrauen, Zweifeln, Misstrauen entsteht und die  in einer Art sich selbst organisierenden Dynamik, selbst erfüllenden Prophezeiungen ähnlich, dazu führt, den anderen zu verteufeln und als Feind zu betrachten. Die Autoren zeigen auf, wie die Sicht des Dämonischen als einer starken, innewohnenden Macht auch in der psychologischen Literatur weit verbreitet ist und wie Behandlungskonzepte oft auf ein Ausmerzen, vollständiges Beseitigen oder auf vollständige Heilung hin abzielen. Folgende Prämissen nähren die „polarisierende Logik“ (S. 48) einer dämonischen Sichtweise:
1. Alles Leiden kommt vom Bösen
Diese Sichtweise unterstellt, dass es eine ursächliche Macht für Leiden gibt. Ursachen kann (muss) man dann  folgerichtig auch bekämpfen.
2. Der andere ist ein fremdartiges und sich verstellendes Wesen
Wenn ein anderer als gänzlich fremd angesehen wird, geht Empathie, das Einfühlen in andere verloren. Die Unfähigkeit, die Sicht eines anderen einnehmen zu können, ist „Vorbedingung“ für einen Konflikt.
3. Das Glück ging verloren und kann wieder gefunden werden.
Dieser Prämisse liegt die Vorstellung von „ursprünglicher Unschuld“ zugrunde (die ein Kind dann z.B. durch seine unfähigen Eltern verliert).
4. Die Ursachen des Leidens sind tief verborgen
Die Autoren weisen hier auf die Metapher der Tiefe hin, des „was sich wirklich dahinter verbirgt“ die auch in vielen therapeutischen Ansätzen zum Ausdruck kommt.
5. Das Aufdecken der verborgenen Kräfte bedarf einer besonderen Form von Wissen.
6. Schuldeingeständnis und Beichte sind die Vorbedingungen für eine Heilung
7. Heilung besteht in der Ausrottung des verborgenen Übels.
Die Autoren zeigen die geistesgeschichtlichen Wurzeln dämonisierender Beschreibungen, die bis in tiefenpsychologische Richtungen hineinragen.
Gegen die dämonisierende Sichtweise setzen die Autoren die Sichtweise des Tragischen, als einer Sicht, „die Welt so zu nehmen, wie sie ist.“ (S. 65). Sie ist bescheiden und ihr wohnt nicht Heilbarkeit, nicht Sieg, nichts Ultimatives inne.
Ihre Prämissen: 
1. Leiden ist ein wesentlicher und unausweichlicher Teil des Lebens.
2. Schlechte Handlungen können positiven Eigenschaften entstammen.
3. Der Andere ist uns ähnlich
4. Es gibt keinen privilegierten Einblick in die Erfahrungswelt des anderen
5. Radikale Lösungen vergrößern oft das Leiden
6. Die Allgegenwärtigkeit des Leidens erfordert Akzeptanz, Mitleiden und Trösten.
Und so entsteht in der tragischen Sichtweise ein (sympathisches) Bild von Bescheidenheit statt Allmachtsphantasien, Handlungsfähigkeit statt Durchkontrollierbarkeit des Lebens, von der Lebbarkeit mit dem Unausweichlichen statt perfektem Glück, von Verbesserung oder Linderung statt absoluter Heilung. Auf dem Weg zu den hilfreichen Wirkungen einer tragischen Sichtweise liegen Enttäuschungs- und Verzweiflungsarbeit.
So beeindruckend die theoretischen Hintergründe und  weit zurückreichenden ideengeschichtlichen Wurzeln beider beschriebenen Sichtweisen sind, so bestechend konsequent und klar sind therapeutischen Konsequenzen der Autoren. Sie zeigen eindrucksvoll auf, wie es gelingt,  entdämonisierende Dialoge zu schaffen, entdämonisierende Fragen zu stellen, neue, nicht dämonisierende Bewertungen zu ermöglichen und: reifen zu lassen. Die zahlreichen Fallbeispiele tragen dazu bei, dass das, was als erster Zugang, „groß“ erscheint und gedanklich nachvollzogen werden will, sich den Leserinnen als praxis- und alltagstauglich beschreibbar vermittelt.
Die anschließenden Beschreibungen von Eskalationslogiken und die Darstellung der Kraft des gewaltlosen Widerstands  werden auf der Grundlage der dämonischen und der tragischen Sichtweise reflektiert und ermöglichen eine erweiternde Sicht auf diesen bereits bekannt Ansatz. 
Sehr eindrucksvolle Überlegungen zur „tragischen Weisheit des Trostes“ runden das Buch ab. „Der Trost ist eine tragische Tugend, wie seine Zwillingsschwester, die Akzeptanz.“… „Der tragische Ausblick zielt auf eine begrenzte Menge an Glück in der Welt, so wie sie ist.“ (S. 190). Damit einher gehen Ideen von Verbesserung und Milderung, eben nicht von absoluter Heilung. Die Botschaft des Tröstens übermittelt Nähe und Ähnlichkeit: das könnte mir auch passieren. Im Trösten liegt Geben, das hat Konsequenzen für die Gestaltung einer trostreichen (therapeutischen) Beziehung und stellt veränderte Erfordernisse an die Persönlichkeit und Präsenz der TherapeutInnen.
Ich habe das Buch mit sehr viel Gewinn gelesen und empfehle es uneingeschränkt. Zugleich sind meine Schlussbemerkungen sehr persönlich: Das Buch hat mich aus zwei Gründen sehr angesprochen. Die „Weltverbesserin“ in meinem inneren Team hat durch dieses Buch sehr profitiert. Durch die tragische Sichtweise hat sie sich berührt und verstanden (und entlastet) gefühlt. Zum zweiten vermittelt das Buch eine innere Haltung, die in meinem Arbeitskontext Behinderung aus dem Sog der Allmachbarkeit aussteigen lässt und der Akzeptanz einen Raum bietet, in dem sich  zugleich neue befreiende Handlungsmöglichkeiten entfalten können. Wolfgang Loth bringt es in seiner reflektierenden Besprechung des Buches auf den Punkt: „Es geht um eine Ermutigung, als Person präsent zu sein, die es mit aushält, dass Frieden keine Fertig-Keit ist, sondern nur um den Preis des eigenen Risikos miteinander etwas für wahrer genommen werden kann.“

(mit freundlicher Genehmigung aus "systeme")



Wolfgang Loth, Bergisch Gladbach: Ein Dämon kommt selten allein. Neue Überlegungen zu einem alten Thema

"Dämon, m. ,böser Geist, verhängnisvolle
übernatürliche Macht, […], Gott,

schützendes oder Verderben sendendes
göttliches Wesen~ wahrscheinlich

im Sinne von ,Zuteiler' zu griech […]
,teilen, verteilen' und damit zur

Wurzel […] ,teilen, zerschneiden,
zerreißen' (s. Zeit) gehörend …'" (1)



Dämon? Dämonen, Dämonisierung? Passen solche Begriffe in unsere Zeit? Eine Zeit, die sich doch gerne offen gibt, klar, bereit sich in berechenbaren Ein- und Zuteilungen zurechtzufinden, bereit zur Ökonomisierung und Monetarisierung des Humanen und zu seiner Illustration in Form von Strichcodes. Dämonisierung! Vielleicht ist es kein Zufall, dass beim Internet-Lexikon Wikipedia zum Stichwort "Dämon" nur eine Bedeutung aus der Welt der Computer mitgeteilt wird: "ein Programm, das im Hintergrund abläuft und bestimmt Dienste zur Verfügung stellt" (2). Und vielleicht doch? Passt er vielleicht gerade deswegen, weil das Vorantreiben einer nicht mehr verstörbaren, also "seelenlosen" Funktionalität Verblendung mit sich bringt, blind werden für das anscheinend Überflüssige, Unökonomische, nicht Monetarisierbare? Ich war daher gespannt auf ein Buch, das vor kurzen von Haim Omer und Nahi Alan auf Englisch publiziert und nun mit Hilfe von Arist von Schlippe in deutscher Sprache verlegt wurde, von Letzterem erkennbar überarbeitet hinsichtlich systemischer Perspektiven und hinsichtlich der hierzulande etwas anders gewichteten therapietheoretischen und -politischen Gegebenheiten.
In der Vorfassung lautete der Untertitel dieses Buches "Ein Beitrag zum Verständnis destruktiver Konflikte". Das hätte gut gepasst. Das Buch selbst ist von einer Reichhaltigkeit, die eine ganze Reihe von Untertiteln gerechtfertigt hätte. So hätte es ebenso gut auch heißen können: Notwendigkeit und Möglichkeiten gewaltlosen Widerstands. Oder auch: Ein Beitrag zur Rehabilitierung des Tröstens. Dieses Buch, denke ich, ist wichtig, wegweisend und es wird nicht unumstritten sein. Es wird wohl deswegen nicht unumstritten sein, weil es bei allem Bemühen um sachdienliche Orientierung eine persönliche Auseinandersetzung zwar nicht explizit fordert, aber, so denke ich, unumgänglich macht. Dieses Buch macht Arbeit, gut so!

Überblick und Kernbegriffe: dämonisierende und tragische Sichtweisen

Wie ich es sehe, stellen die Autoren folgende Gedanken in den Mittelpunkt: Es gilt zu unterscheiden zwischen Konflikt als Ausleben unversöhnlicher Negativzuschreibung und Konflikt als im besten Sinne ehrliches Ringen um bessere Bedingungen für beide Seiten. Wie kann Respektieren möglich werden unter erschwerten oder gar extremen Bedingungen? Die unversöhnliche Seite wird diskutiert mit Hilfe des Begriffs "Dämonisierung". Die respektvolle Seite unter dem Begriff "tragische Haltung". Aus einer tragischen Haltung heraus lässt sich wie von selbst anknüpfen an "Trost" und "Trösten" als mitmenschliche Tugenden, die alles andere als "billig", erst recht nicht so "zu haben" sind. Und schließlich, die aus einer tragischen Haltung heraus möglich werdende Bereitschaft zur "Verzweiflungsarbeit" kann dabei helfen, von einengender Hoffnung zu lassen und dafür bereit zu werden, "einfach" das zu tun, was die Lage erträglich(er) macht. Einschließlich des Akzeptierens von (inneren und äußeren) Gegnern als möglichen Verbündeten. Was sich in dieser Zusammenfassung vielleicht etwas glatt liest, einfach, möglicherweise einfältig, fordert in der praktischen Wirklichkeit erheblich heraus. In vielem wirken die Anregungen zum Ent-Dämonisieren zwar in sich völlig schlüssig und passen doch so häufig nicht zusammen mit den (bei sich oder anderen) zu Tage tretenden Impulsen bei erlebter Kränkung, Enttäuschung, Drohung oder Angriff. Wer werktäglich über den Kölner Autobahnring zur Arbeit fährt oder manchmal nicht um eine spätabendliche U-Bahnfahrt herumkommt, hätte ein schönes Übungsfeld, beispielsweise.
Zu den Begriffen: Mit "Dämonisierung" bezeichnen die Autoren "eine Form der Beschreibung eines anderen Menschen, die diesen in einem zunehmend negativ gefärbten Licht wahrnimmt, bis der andere zu einem ,Monster' wird, das es zu bekämpfen gilt, gegen das man sich mit aller Macht wehren muss. Unter Dämonisierung verstehen wir also eine Haltung einer Person oder einer Gruppe gegenüber einer anderen Person oder Gruppe" (S. 13). Arist von Schlippe akzentuiert in seiner Einführung die Dynamik solcher Prozesse als "Selbstorganisation zwischenmenschlichen Unglücks", als einen starren Sinnattraktor: "Er hat sich festgefahren in einem rigiden Ordnungsmuster: so ist er/sie und nicht anders!" (S. 17). Eine unverrückbar erscheinende "Entweder-oder"-Logik gehört dabei zum Kennzeichen. Das in der etymologischen Reflexion auftauchende "teilen, zerschneiden, zerreißen" dominiert. Und was im Buch nicht zur Sprache kommt, aber sich ebenfalls aus der etymologischen Reflexion ergibt: In der ursprünglichen Wortbedeutung ist "der Dämon" offensichtlich noch gar nicht so eindeutig festgelegt: "schützendes oder Verderben sendendes göttliches Wesen" heißt es da. Da gäbe es wohl Spielraum, oder besser: es hätte ihn gegeben. Vielleicht ist das der Kern des "Dämonisierens", wie er von den Autoren diskutiert wird: die Möglichkeit des Andersseins wird energisch und nachhaltig verhindert und ausgeschaltet. Der Dämon kann wie es scheint am Ende nicht mehr anders.
Die Autoren beschreiben sieben Grundannahmen, die eine dämonische Weitsicht charakterisieren: Alles Leiden komme vom Bösen. Der andere sei ein fremdartiges und sich verstellendes Wesen. Das Glück werde als etwas Verlorengegangenes angesehen, das wieder gefunden werden könne. Die Ursachen des Leidens seien tief verborgen. Das Aufdecken der verborgenen Kräfte bedürfe einer besonderen Form von Wissen. Schuldeingeständnis und Beichte seien die Vorbedingungen für eine Heilung. Und schließlich: Heilung bestehe in der Ausrottung des verborgenen Übels.
Demgegenüber lege eine tragische Sicht nahe, "Leiden als einen wesentlichen Bestandteil des Lebens zu sehen. Sie geht davon aus, dass für viele Arten des Leidens niemand die Schuld trägt und dass es oft das Beste ist, sich um eine partielle Verbesserung und konstruktive Akzeptanz zu bemühen" (S. 20). Es lässt sich denken, dass eine solche Sicht erst einmal enttäuschen könnte: "Sie macht keine Heilungsversprechen, im Gegenteil. Eher legt sie nahe, die Welt so zu nehmen, wie sie ist - und damit richtet sie sich gegen Vorstellungen, die Welt von Grund auf verändern zu können" (S. 65).
Sechs Grundannahmen kennzeichnen einen solchen, wie ihn die Autoren nennen "konstruktiven Fatalismus": Leiden ist ein wesentlicher und unausweichlicher Teil des Lebens. Schlechte Handlungen können positiven Eigenschaften entstammen. Der andere ist uns ähnlich. Es gibt keinen privilegierten Einblick in die Erfahrungswelt eines anderen. Radikale Lösungen vergrößern oft das Leiden. Und: Die Allgegenwärtigkeit des Leidens erfordert Akzeptanz, Mitleiden und Trösten.
Der Begriff "tragisch" dürfte sicher nicht ohne weiteres eingängig erscheinen. Immerhin legt der übliche Sprachgebrauch eher die Übersetzung nahe, etwas Schlimmes geschehe ohne Möglichkeit, darauf einzuwirken. Der Eindruck der Wehrlosigkeit, der damit leicht verbunden ist, ist nun allerdings genau nicht das, was den Autoren vorschwebt, im Gegenteil: die tragische Haltung, sagen sie, sei "weit davon entfernt, Gleichgültigkeit hervorzurufen. Vielmehr geht sie mit Mitgefühl für den anderen einher und mit der entschiedenen Bereitschaft, der menschlichen Verbreitung von Leiden zu widerstehen" (S. 20f). Für sie geht die Assoziation daher eher in Richtung "akzeptierend", worunter sie verstehen, "die Welt so zu nehmen, wie sie ist, und sich in Richtung kleinerer Verbesserungen in ihr zu bewegen. Deshalb ist auch der emotionale Ton des entdämonisierenden Dialogs, den wir vorschlagen, keinesfalls düster oder pessimistisch. Wir verwenden den Begriff "tragisch" eher in der künstlerischen und philosophischen Bedeutung des Begriffs" (S.89).
Wenn nun Wehrhaftigkeit anstelle Wehrlosigkeit der (praktische) Sinn des vorgestellten Konzepts ist, so kann diese nicht darin bestehen, aktiv instruierend außerhalb seiner selbst Effekte zu erzielen. Im weitesten Sinn geht es darum, das eigene Beisteuern zu einem Kontext zu reflektieren und weiterzuentwickeln, so dass innerhalb dieses Kontextes die Möglichkeit für konstruktivere Lösungen wächst. Das beinhaltet (und fordert) die Bereitschaft zur Selbstdisziplin und Respekt. Das geht so weit, sich auch über eventuelle eigene Impulse Rechenschaft zu geben, eventuelle dämonisierende Beschreibungen (etwa von Klientlnnen) durch die Idee der "tragischen Haltung" ersetzen zu wollen: "einen Glauben ,mit der Wurzel herauszuziehen' ist ein dämonisches Ziel, nicht ein tragisches, deshalb sprechen wir auch von ,ent-dämonisierenden' und nicht von ,anti-dämonisierenden' Beschreibungen" (S. 89).
"Konstruktive, nicht-dämonische Kämpfe" sind das Mittel der Wahl im vorgestellten Konzept. Deren Grundidee ist: "Ich werde mich mit allen möglichen Mitteln verteidigen, aber ich werde nicht zurückschlagen!" (S. 156). Weitere Annahmen sind die Pflicht zu widerstehen sowie die grundsätzliche Ähnlichkeit und Vielstimmigkeit. Die Annahme der Vielstimmigkeit erlaubt, "das Verhalten des anderen als etwas an [zusehen], das von zahlreichen inneren Stimmen beeinflusst ist" (S.158), heißt es und man habe so "die Möglichkeit, die gewaltlosen Stimmen im ,inneren Parlament' zu stärken, anstatt sie zu schwächen, indem man sie als bedeutungslos oder oberflächlich abwertet" (S. 158f). Die praktische Konsequenz ist, "dass das Bemühen des gewaltlos Widerstehenden nicht das totale Verschwinden der negativen Stimmen bewirken kann. Und das ist auch tatsächlich nicht nötig. Es mag genügen, die Waagschale zugunsten der positiven anzutippen" (S.159).
Weitere Annahmen konstruktiver, nicht-dämonischer Kämpfe sind: das Ausgehen von der Asymmetrie der Mittel, das Aufgeben der Illusion der Kontrolle, das Herstellen von Öffentlichkeit sowie das Prinzip des Reifens. Am Beispiel des Gewaltlosen Widerstands durch Eltern gewalttätiger Kinder wird das noch einmal ausführlicher diskutiert (vgl. Omer & von Schlippe 2002, 2004).

Hoffnung, Desillusionierung, Trost
Während die bisher referierten Abschnitte Konzepte und Anregungen wiedergaben, über die die Autoren auch schon in anderen Zusammenhängen schrieben, kommen sie mit ihren Überlegungen zur "tragischen Weisheit des Trostes" zu einem wichtigen und in unserem Feld m. E. dennoch vernachlässigten Thema. Mir sind diese Abschnitte des vorliegenden Buches nahe gegangen und ich bin dankbar, dass die Autoren hier eine Möglichkeit geschaffen haben, etwas wieder aufzugreifen, was wohl einmal ein Kernstück helfender Beziehungen gewesen ist. Gäbe es im Fundus systemischer Literatur der letzten Jahre (oder überhaupt) eine Passage wie die folgende, gäbe es Sinn und Bereitschaft für so etwas?: "Immer wieder stellt ihn sein Beruf an diesen Rand des Möglichen, vor ein Schicksal größer als seine Kraft, eine Not tiefer als sein Wissen, vor den Tod, seinen immerwährenden Gegner. Im Angesicht aber alles dessen bleibt er dennoch ein Helfender, der auf sein Rezept schreiben darf: ,Solaminis causa'. Aus diesem ,Aus Trostgründen' aber, diesem menschlichen Mitsein bis an den Rand des Leides, erfüllt er die letzte Aufgabe seines Berufes, handelt er das eigene Schicksal aus". Das Zitat stammt aus einem Buch über Kurztherapie, lange bevor diese zunächst etabliert und mittlerweile womöglich zum Prokrustesbett mutiert wurde (Cremerius 1951, S. 17). Ich sehe selbst die Notwendigkeit, die von Cremerius seinerzeit selbst-verständlich verwendeten Begriffe nicht nur im Hinblick auf die zwischenzeitliche Reflexionstradition zu überdenken. So etwas wie dieses Zitat wirkt heutzutage ohne selbstironische Brechung und Relativierung wohl eher peinlich, wenn nicht größenwahnsinnig. Dennoch: Was ist zwischenzeitlich geschehen, dass dieses Kernstück des Trostes völlig außer Mode geraten zu sein scheint? Umso wichtiger scheint mir, dass mit dem vorliegenden Buch wieder ein Anknüpfungspunkt gewonnen ist.
Was "tröstende Beziehungen" betrifft, formulieren die Autoren so empathisch wie auch angemessen bescheiden, wenn sie vom "potentiell hilfreichen Versuch" sprechen, der "nicht nur die Botschaft der Nähe [übermittelt], sondern auch die einer grundsätzlichen Ähnlichkeit: ,Dies könnte mir auch zustoßen!' Natürlich muss eine solche Botschaft nicht explizit ausgesprochen werden, aber sie ist in der Haltung des Trösters unausgesprochen enthalten" (S. 192f.). "Der Gebende", heißt es weiter, "wird auch zu einem Empfangenden, als ein Spiegelbild des dargebotenen Trostes. Trost und Mit-Leiden lassen nicht nur die grundsätzliche Ähnlichkeit hervortreten, sondern auch die gegenseitige Verbundenheit der Parteien" (S.193).
Die Autoren machen sich dann daran, die zunächst kontra-intuitiv erscheinende Trias "Hoffnung, Desillusionierung und Trost" als zusammenwirkendes Geschehen aufzugreifen. Sie muten zu, dass nach ihrer Auffassung "Tröstung eine ,Enttäuschungsarbeit' (,work of disappointment') nach sich" zieht. Diese könne sich "entweder auf die Illusion totaler Hoffnung oder auf die Illusion totalen Leidens beziehen. Beide gehen gewöhnlich Hand in Hand: Bilder totalen Leidens tendieren dazu, Vorstellungen totaler Hoffnung hervorzurufen und umgekehrt. Die tragische Einstellung zielt darauf ab, beide zu mildern. Der Helfer sollte jedoch vorsichtig vorgehen, wenn er den Leidenden auf den Pfad der Desillusionierung begleitet. Wie schon erwähnt, kann Trost nicht erzwungen werden" (S. 203).
Es sei ein Charakteristikum kranker Hoffnung, "dass sie gesünderen Möglichkeiten keinen Raum lässt". Sich aus solcher Umklammerung zu lösen, dürfte mit dem Begriff der "Verzweiflungsarbeit", den der französisch Philosoph Comte-Sponville prägte, wohl zutreffend beschrieben sein: bevor man den positiven Zustand des Freiseins von krankhafter Hoffnung erreiche, müsse "man erst hart daran arbeiten (... ) loszulassen, was notwendigerweise ein Gefühl des Verlustes nach sich zieht" (S. 216). Glück ohne eine vorausgehende Verzweiflungsarbeit zu erlangen, sei somit eine Illusion.

Querverbindungen und weitere Überlegungen
Auch wenn ich mich hier wiederhole: ich halte dieses Buch für ein wichtiges. Mir scheint, dass es innerhalb einer m. E. zunehmenden Gefährdung unserer Profession in Richtung Trivialisierung ein Zeichen setzt. Manchmal denke ich, dass unsere Profession mürbe geworden ist in der Zwickmühle zwischen zunehmender Verrechtlichung einerseits und Monetarisierung andererseits. Die Verrechtlichung geht z. B. einher damit, dass "informierte Zustimmung" eher als einklagbares Recht (und somit als Kunstfehler-Drohkulisse) erscheinen könnte (3) denn als selbstverständlicher Ausdruck des Respektes vor Ratsuchenden und praktisches "sine qua non". Und Monetarisierung andererseits hat dazu geführt, einen Kontext zu zerfasern und Strichcode-tauglich zu machen, der einen zuverlässigen und schützenden Rahmen für Entwicklungsprozesse bereitstellen soll, die nicht einseitig instruierbar sind. Ich möchte in diesem Zusammenhang Kurt Ludewigs Evaluationskriterien "Nutzen, Schönheit und Respekt" (2002) - trotz aller ansonsten zu verzeichnenden Unterschiede - das "alte" Commitment von j. Cremerius zur Seite stellen: "jeder Mensch hat Würde in seinem So-Sein. Die Achtung der Person muß absolut sein auch da, wo Irrtum und Ratlosigkeit sie auf seltsame Wege geführt haben. Uns steht nicht zu, zu werten oder zu richten." (1951, S. 14).
Habe ich mich jetzt verirrt, bin vom Weg abgekommen, das vorliegende Buch zu besprechen? Vielleicht doch nicht. Ich denke, es ist wichtig, den Lebenskontext der beiden Erstautoren mit zu berücksichtigen. Haim Omer und Nahi Alan leben in Israel. Sie leben in einem Land, das in wesentlich heftigerem und in existenziellem Maß von Tragik und Auseinandersetzung geprägt ist. Während ich diesen Beitrag schreibe, berichten die Nachrichten von der neuesten Eskalation im Gaza-Streifen und im Libanon. Beide Autoren sind mit der Realität des gewaltsamen Todes und der Wucht des leidvollen Nicht-Totseins in größerem Ausmaß konfrontiert, als es hierzulande die Alltagspraxis ist. Die (zusammen mit Uri Weinblatt verfassten) Kapitel über die "Logiken der Eskalation" und "Konstruktive, nichtdämonische Kämpfe" gewinnen vielleicht gerade auf diesem Hintergrund eine besondere Authentizität. Es ist bekannt, dass zumindest Haim Omer daran arbeitet, die israelische Armee hinsichtlich Deeskalationsverhalten zu coachen. Dass die kriegerische Lage zurzeit wieder so ist wie beschrieben, dürfte ihm selbst ein vertrauteres Gefühl für eine tragische Haltung geben, ein selbstverständlicheres, als es hierzulande en vogue ist.
Die im vorliegenden Buch fast durchgängig zu spürende Authentizität und Intensität unterscheidet sich markant von systemtheoretischen Konflikt-Diskursen in der Nachfolge Luhmanns. Gerade ist ein kleiner, doch inhaltssicherer Band von Martin Lehnert (2006) erschienen zum Thema "Gibt es Konflikte?"(4). Es ist sicher ungerecht und macht vermutlich nicht viel Sinn, die beiden Bücher gegeneinander zu lesen. Die Empfindungen beim Lesen sind zu unterschiedlich. Dabei können durchaus Querverbindungen gezogen werden. Luhmanns Ausführungen zu Konflikten in seinem Grundlagenwerk "Soziale Systeme" (1984) gehören für mich nach wie vor zu den bemerkenswertesten und inspirierendsten Beiträgen zum Thema. Der Unterschied besteht jedoch ganz besonders darin, dass Luhmann konsequent formal, "theoriebautechnisch" durchdekliniert und dabei Konflikt auf einen rein kommunizierten Vorgang konzentriert. Das macht es der Theorie einfacher, erfasst Leserinnen emotional, jedoch mit weniger Verve als das hier besprochene Buch. Dabei gibt es wie von selbst Parallelen, etwa wenn Luhmann von Konflikten als hoch integrierten Systemen spricht, "weil die Tendenz besteht, alles Handeln im Kontext einer Gegnerschaft unter diesen Gesichtspunkt der Gegnerschaft zu bringen" (1984, S. 532). Oder wenn er von Konflikten als "parasitären Sozialsystemen" spricht, die sämtliche Ressourcen des gastgebenden Systems usurpieren, ohne Rücksicht auf Verluste, sozusagen. Neuere Weiterentwicklungen mit Hilfe der Konversationsanalyse und Messmers Prozessmodell ermöglichen auch eine Beschreibung der Ausdifferenzierung und Prozesshaftigkeit von Konflikten (siehe Lehnert 2006). Querverbindungen wären also gegeben, allerdings nur, wenn sich die eine Seite nicht auf Theorie versteift und die andere nicht den Formalbias verteufelte. Es gäbe Spielraum.
Zurück zum Buch: Die vielen, teils sehr ausführlichen Fallgeschichten zeigen kreatives, aufmerksames, verantwortungsbereites Handeln in oft äußerst belastenden Situationen. Mich erinnerte das an manchen Stellen an Eve Lipchiks entmystifizierende und normalisierende Übersetzung des Lösungsorientierten Ansatzes (Lipchik 2002) und manchmal an Milton Ericksons Ideenreichtum, andere Personen und Lebensumstände auf der Suche nach möglichen Lösungen einzubeziehen. Die Fallgeschichten zeigen auch, dass die hier zu Tage tretende tragische, d. h. akzeptierende Haltung sich mit Tatkraft, Mut und Tapferkeit verbindet. Es wird deutlich, dass gewaltloser Widerstand kein liebliches Unterfangen ist, keine "zweite Wahl", weil etwas Machtvolleres nicht möglich, sondern volle Präsenz erfordert, eine Auseinandersetzung mit eigenem Zaudern und Zweifeln ebenso, wie mit dem, was uns heimlich oder unheimlich mit Gewaltphantasierern verbindet. Es braucht langen Atem ebenso wie Verbündete, "Leidensfähigkeit" ebenso wie - ja: Glück.
In ihrer emphatischen Besprechung des Buches "Bringing Peace Into the Room" spricht Erica Fox etwas an, was mir zum spirit des Buches von Omer, Alan und von Schlippe auf eine konstruktiv-irritierende Weise zu passen scheint. Es geht im entsprechenden Passus um Mediation. Ich übersetze: "Mediation hat weniger mit dem zu tun, was wir tun, und mehr mit dem, wer wir sind." Und etwas später weiter heißt es, dass wir - gerade im Hinblick auf unsere Rolle in einer postmodernen Gesellschaft - darüber nachdenken sollten, "dass unsere Aufgabe weniger darin besteht, Mediation zu machen als darin ein/e Mediatorln zu sein" (Fox 2004, S. 462f.). Irritierend erscheint mir dieser Gedanke, weil er auf den ersten Blick der ethischen Prämisse widerspricht, die Oswald Weidenbach einmal auf die Formel brachte: "Was in der Welt bindet, ist nicht das Sein, sondern ein Tun" (1948, S.69). Konstruktiv scheint mir diese Irritation deshalb, weil die Authentizität und das persönliche Engagement, die mir im vorliegenden Buch auffallen und die mich an die von Erica Fox angesprochene Idee des "Mediator seins" erinnerten, in ihrem Verständnis einer tragischen Haltung eben auch auf das verweisen, was Weidenbach im Anschluss an die Tun-Präferenz äußert. Das, was in dieser Welt als ein Tun bindet, schreibt er, "ist hypothetisch, nicht absolut: unvollendet, nicht vollendet; wahrscheinlich, nicht notwendig" (1948, 5.69). So scheint mir die Essenz des vorliegenden Buches eine Ermutigung zu sein, die Mühen einer Haltung auf sich zu nehmen, die sich einerseits bekennt (und damit angreifbar macht), und die andererseits anerkennt, dass jedes andere Bekenntnis das gleiche Recht darauf hat, respektiert zu werden (und damit eigene Impulse anzugreifen einschränkt). Es geht um eine Ermutigung, als Person präsent zu sein, die es mit aushält, dass Frieden keine Fertig-Keit ist, sondern nur um den Preis des eigenen Risikos miteinander etwas für wahrer genommen werden kann. In diesem Sinn mag die "Dämonisierung" wegen mir weiter den Titel dieses Buches ausmachen und nicht Akzeptieren, Respekt oder Trost. Ich wünsche dem Buch viele Leserinnen, die es sich nicht nehmen lassen wollen, weiter darüber nachzudenken.

Anmerkungen:

(1) Pfeifer, W. [Hg.] (19932). Etymologisches Wörterbuch des Deutschen. Bd. I, Berlin: Akademie
Verlag, S. 201
(2) http://de.wikipedia.org/wiki/Daemon (6.7.06)
(3) vg!. §7 in der neuen "Musterberufsordnung" für pp und KjP (Stellpflug & Berns 2006)
(4) siehe Rezension S. 326

Literatur:

Cremerius, J. (1951). Psychotherapie als Kurzbehandlung in der Sprechstunde. München: J. F. Lehmanns Verlag.
Fox, E. (2004). Review Essay: Bringing Peace Into the Room. Negotiation journal 20(3), pp. 461-469.
Lehnert, M. (2006). Gibt es Konflikte? Eine systemtheoretische Beobachtung. Heidelberg: Verlag für Systemische Forschung im Carl-Auer Verlag.
Lipchik, E. (2002). Beyond Technique in Solution-Focused Therapy. Working with Emotions and the Therapeutic Relationship. New York: The Guilford Press.
Ludewig, K. (2002). Leitmotive Systemischer Therapie. Stuttgart: Klett-Cotta.
Luhmann, N. (1984). Soziale Systeme. Grundriß einer allgemeinen Theorie. Frankfurt/M.: Suhrkamp.
Omer, H., von Schlippe, A. (2002). Autorität ohne Gewalt. Coaching für Eltern von Kindern mit Verhaltensproblemen. "Elterliche Präsenz" als systemisches Konzept. Göttingen: Vandenhoeck & Ruprecht.
Omer, H., von Schlippe, A. (2004). Autorität durch Beziehung. Die Praxis des gewaltlosen Widerstands in der Erziehung. Göttingen: Vandenhoeck & Ruprecht.
Stellpflug, M. H., Berns, I. (2006). Musterberufsordnung für Psychologische Psychotherapeuten und Kinder- und jugendlichenpsychotherapeuten. Text und Kommentierung. Heidelberg: Psychotherapeutenverlag.
Weidenbach, O. (1948). Ethos contra Logos. Freiheit und Notwendigkeit streiten um den Sinn der Welt. München: J. & S. Federmann Verlag.

(mit freundlicher Genehmigung aus "systhema")





Verlagsinformation:

Der Dalai Lama schreibt im Vorwort zu diesem Buch, dass jedes menschliche Wesen nach Glück verlangt und ein Recht darauf hat. Doch Disharmonie, Streit und Gewalt bringen dem Menschen immer wieder Leid. Unversehens geraten wir in Prozesse der Dämonisierung des Anderen, der anderen Gruppe, des anderen Volkes. Wir nehmen das Gegenüber nur noch in negativem Licht wahr, machen es zum Monster, das es mit aller Macht zu bekämpfen gilt.
Die psychotherapeutisch tätigen Autoren erklären, wie es dazu kommt, und zeigen – auch anhand überzeugender Fallbeispiele – Wege der Deeskalation und Entdämonisierung.


Inhalt


Vorwort des Dalai Lama

Vorwort von Arist von Schlippe

Einführung

Vertrauen und dämonische Erfahrungen
Eine Geschichte von Nahi Alon
Metaperspektiven, Erwartungs-Erwartungen und Interaktionsmuster
Fallgeschichte 1: »Hattest du Sex mit einem anderen?«
Fallgeschichte 2: »Du warst nie eine gute Mutter!«
Fallgeschichte 3: Das Familienunternehmen

Dämonische und tragische Sicht

Prämissen einer dämonischen Sicht
1. Alles Leiden kommt vom Bösen
2. Der Andere ist ein fremdartiges und sich verstellendes Wesen
3. Das Glück ging verloren und kann wieder gefunden werden
4. Die Ursachen des Leidens sind tief verborgen
5. Das Aufdecken der verborgenen Kräfte bedarf einer besonderen Form von Wissen
6. Schuldeingeständnis und Beichte sind die Vorbedingungen für eine Heilung
7. Heilung besteht in der Ausrottung des verborgenen Übels

Prämissen einer tragischen Sicht
1. Leiden ist ein wesentlicher und unausweichlicher Teil des Lebens
2. Schlechte Handlungen können positiven Eigenschaften entstammen
3. Der Andere ist uns ähnlich
4. Es gibt keinen privilegierten Einblick in die Erfahrungswelt eines anderen
5. Radikale Lösungen vergrößern oft das Leiden
6. Die Allgegenwärtigkeit des Leidens erfordert Akzeptanz, Mitleiden und Trösten
Fallgeschichte 4: »Wer will ein Monster als Mutter haben?«

Entdämonisierende Dialoge
Reframing
Fallgeschichte 5: »Schlampige Vorspeise ...«

Entdämonisierende Fragen
Fallgeschichte 6: Nachvollziehbare Wutausbrüche
Metaphern
Fallgeschichte 7: Bolzen und Mutter voneinander lösen

Das Modifizieren dämonischer Bewertungen
Die Einschätzung des Problems
Fallgeschichte 8: Dreißig Prozent – ein realistisches Ziel?

Selbsteinschätzung
Fallgeschichte 9: Schuld dahin, wo sie hingehört
Fallgeschichte 10: Die Verhandlung
Fortschritte erkennen lernen
Fallgeschichte 11: »Der explodierende Mann«

Nichtdämonische Ziele
Fallgeschichte 12: Schuld und Reue

Bescheidene Ziele setzen
Fallgeschichte 13: Die Augenoperation

Das Prinzip des Reifens
Fallgeschichte 14: Aktives Warten
Fallgeschichte 15: Das wissenschaftliche Experiment
Fallgeschichte 16: Ein Potpourri entdämonisierender Themen

Logiken der Eskalation
Die Annahmen destruktiven Kämpfens
Der Reiz des Dämonischen Vorgehens beim Kämpfen

Konstruktive, nichtdämonische Kämpfe
Die Annahmen des konstruktiven Kämpfens
Die Macht des gewaltlosen Vorgehens
Nichtdämonisches Kämpfen in Aktion: Gewaltloser Widerstand durch Eltern gewalttätiger Kinder
Fallgeschichte 17: Die Sulkh-Zeremonie

Die tragische Weisheit des Trostes
Die tröstende Beziehung
Fallgeschichte 18: Legitime Trauer
Verlust, Erinnerung und Trost
Fallgeschichte 19: Der verschollene Freund
Hoffnung, Desillusionierung und Trost
Fallgeschichte 20: »Wieder ein Höhlenmensch …«
Fallgeschichte 21: Ein Paar in der Hölle




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15.06.2014
Die Systemische Gesellschaft sucht zum 1. Januar 2015 neue Geschäftsführung
10.04.2014
W 3 Endowed Professorship for Systemic Family Therapy in Freiburg
08.04.2014
Gesundheitsausgaben 2012 übersteigen 300 Milliarden Euro
28.01.2014
Fast jede zweite neue Frührente psychisch bedingt
17.12.2013
Diagnose Alkoholmissbrauch: 2012 wieder mehr Kinder und Jugendliche stationär behandelt

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