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Neuvorstellung zur Übersicht
15.01.2007
Gabriele Müller: Systemisches Coaching im Management. Ein Praxisbuch für Neueinsteiger und Profis
Müller Systemisches Coaching Beltz Verlag Weinheim, 2. überarbeitete Auflage 2006

161 S., gebunden

Preis: 24,90 €/41,70 SFr
ISBN 978-3-407-36445-6
Beltz Verlag





Barbara Hüppauf, Berlin:


Die Begriffe „systemisch“ und „ Coaching“  sowie „systemisches Coaching im Management“ bedeuten Vielen vieles. Wer googelt, findet etwa einhundertfünfzigtausend Einträge zu den Themen. Da kann sich jeder eingeladen fühlen, unter den Begriffen zu verstehen, was er möchte. Gabriele Müller, die selber Coachs ausbildet, definiert in der Einleitung  Coaching – Supervision - Therapie - Training - Mediation  als unterschiedliche Beratungsformen. Der Leser, der diese Begriffe anders versteht, kann sich so damit auseinandersetzen.
Es spricht für dieses Buch, welches als Leserschaft sowohl Coachs in Ausbildung als auch erfahrene Coachs ansprechen möchte, dass nunmehr die zweite Auflage vorliegt. Mir selber scheinen bei Fachbüchern immer klar begrenzte Zielgruppen für eine fundierte Arbeit zu sprechen. Offensichtlich fühlen sich die Erfahrenen nicht abgeschreckt und die Neuanfänger ermutigt.
Müller gibt im ersten Kapitel einen Überblick über jene Aspekte verschiedener theoretischer Ansätze, die sie für ihre Arbeit als wichtig ansieht. Sie gibt einen sehr kurzen Überblick über die Arbeit von Arnold Mindell, Gunther Schmidt, Steve de Shazer, Richard Bandler/John Grinder und Robert Dilts. Da sie sich an der Praxis orientiert, nimmt sie aus dem jeweiligen Ansatz das, was in ihrer eigenen Arbeit sich als hilfreich erwiesen hat. Steve de Shazer wird zum Beispiel nur auf vier Seiten angerissen, wobei den meisten Raum dabei die Wunderfrage einnimmt. Richard Bandler/John Grinder: jeweils eine Seite. Interessierte Coachs werden den Wunsch haben, mehr über die verschiedenen Theorien zu erfahren und nach den im Literaturverzeichnis erwähnten Büchern greifen. Was mir  hier fehlt, ist eine erklärende Darstellung des Zusammenhangs. Wieso bringt die Praktikerin Gabriele Müller diese verschiedenen Ideen und Ansätze an dieser Stelle zusammen? Was macht NLP systemisch?
Das zweite Kapitel behandelt die Akquisitionsphase. Für Coachs, die dabei sind, sich selbständig zu machen, dürften die als die „neun Klippen“ beschriebenen Herausforderungen des Erstgesprächs ein sehr wichtiger Teil des Buches sein. Es werden unter anderem auch so wichtige und doch von vielen Autoren mit unnötiger Vorsicht beschriebene Fragen ganz klar beantwortet. Etwa „wie viel Geld kann ich für meine Arbeit verlangen?“  Oder „was  macht man, wenn zehn Sitzungen veranschlagt sind, aber nach fünfen ist das Problem gelöst?“ (aufhören! S.41). Mir haben der Coachingvertrag (S.48) und die „Checkliste Coaching-Anliegen für den Coachee“ (S.52) besonders gut gefallen.
Das dritte Kapitel beschäftigt sich mit der auf eine erfolgreiche Akquise folgende Phase: Vorphase und Auftragsklärung. Interessant ist der Teil „Das Profil des Coachs“: “Falls Sie sich in diesem Bereich noch präziser einschätzen wollen, wird Ihnen die Beantwortung folgender Fragen weiterhelfen“ (S.59). Das ist schön pädagogisch formuliert. Hilfreich auch die Hinweise auf die Bedeutung von Rang und Rangbewusstsein, deren Bedeutung für Konflikte gern unterschätzt wird. Die anschließende Anleitung zur Reflexion wird sicher auch Profis ermuntern, eine Pause ein zulegen und ihre Werte und ihre Arbeitsweise zu reflektieren.
Im vierten Kapitel geht es um die Prozessphase. Hier unterscheidet die Autorin drei verschiedene Methoden, die sie nach eigenen Aussagen je nach Bedarf einsetzt und die im Buch nur der Übersichtlichkeit wegen getrennt aufgeführt werden. Es handelt sich in der Sprache der Autorin um die Systemischen Coachingmethoden nach dem prozessorientierten Ansatz, nach dem lösungsorientierten Ansatz und nach dem NLP.  Der Wunsch, möglichst praktisch zu arbeiten, lässt in den Aussagen über die theoretischen Ansätze leider oft nur Raum für Triviales: “Im NLP geht man davon aus, dass Verhalten veränderbar und Fähigkeiten erlernbar sind. Sowohl das Verhalten als auch die Fähigkeiten äußern sich in einem bestimmten Kontext, der nicht fest gefügt, sondern vorübergehend ist“ (S. 126). Ich würde sagen, jeder Lehrer, der seinen Schülern erklärt, sie lernten hier nicht für die Schule, sondern für das Leben, geht von den gleichen Vorraussetzungen aus. Die dann folgenden Fallbeispiele heben sich von diesen Gemeinplätzen ab und sind gut zu lesen und plastisch genug, dass sie nachvollziehbar und umsetzbar sind.
Das letzte kurze Kapitel beschäftigt sich mit dem Abschluss des Prozesses. Es gibt ein kurzes Schlusswort, das den Leser zur Entwicklung neuer Ideen einlädt, dazu ein Glossar und ein Literaturverzeichnis.
Sehr leserfreundlich ist die optische Gestaltung des Buches: Die breiten Seitenränder lassen Platz für Kommentare des Benutzers, der sich vielleicht von den kurzen Hinweisen und Überschriften und den Zitaten kluger Geister, die gelegentlich auf den Rändern stehen, zum Schreiben ermuntert fühlt.
An den Klappentexten auf ihren Büchern sind Autoren vermutlich unschuldig. Wenn ein interessantes  Praxisbuch gleich mit „in Deutschland bislang einzigartiges integratives Methodenkonzept“ angepriesen werden muss, bekommt es so ein unseriöses "Geschmäckle". Überflüssigerweise.





Eine weitere Rezension von Peter Schröder von 2003 für socialnet.de

Und noch eine kurze Besprechung von Jörg Middendorf für mwonline.de aus dem gleichen Jahr





Verlagsinformation:

Coaching ist Prozessbegleitung, in der neue Ideen für Veränderungsprozesse entwickelt werden. Gabriele Müller stellt in diesem Buch ihr in Deutschland bislang einzigartiges integratives Methodenkonzept vor. Ihr persönlicher Ansatz erweitert das systemische Coaching.
Das Buch richtet sich an professionelle und angehende Coachs, die ihre Methoden durch innovative Ideen erweitern, ergänzen oder überprüfen möchten, sowie an alle Interessierten, die sich einen Eindruck vom systemischen Coaching verschaffen wollen.
Gabriele Müller zeigt beispielhaft, wie Sie den Coachee an die Wurzeln seiner Lebensthemen bringt, um nachhaltig Veränderungsprozesse anzustoßen. Mit Hilfe des Coachings können sowohl aktuelle Probleme bearbeitet als auch prophylaktisch gegen unerwünschte Entwicklungen am Arbeitsplatz - wie Mobbing oder Burn-out - vorgegangen werden.
Ihr Methodenkonzept basiert auf drei theoretischen Ansätzen, die sie von der prozessorientierten Psychologie nach Arnold Mindell, der lösungsorientierten Arbeit nach Steve de Shazer und dem Neurolinguistischen Programmieren (NLP) von R. Bandler und J. Grinder abgeleitet hat.
Zahlreiche Fallbeispiele, Checklisten und Fragestellungen für den Coachingprozess erleichtern die Umsetzung in die Praxis.


Inhaltsverzeichnis (PDF)

Leseprobe: 5 Seiten aus Kapitel 2: Die Akquisitionsphase




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