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Neuvorstellung zur Übersicht
25.03.2006
Willy Christian Kriz & Brigitta Nöbauer: Teamkompetenz. Konzepte, Trainingsmethoden, Praxis. Mit einer Materialsammlung zu Teamübungen, Planspielen und Reflexionstechniken.
Kriz, Nöbauer: Teamkompetenz Vandenhoeck & Ruprecht
3. Auflage 2006

260 Seiten mit 15 Abb. und 4 Tab., kartoniert, Mit Illustrationen von Ulrike Rohrhofer

Preis: 29,90 €
ISBN 3-525-46162-3
Verlag Vandenhoeck & Ruprecht





Tom Levold, Köln:


Teamarbeit ist eine Arbeitsform, deren Notwendigkeit (bzw. Überlegenheit gegenüber anderen Arbeitsformen, etwa einer Arbeitsgruppe) begründet werden muss, da nicht alle Aufgaben einer Organisation bestmöglich durch Teamarbeit bewältigt werden können. Kriz und Nöbauer legen mit diesem Buch eine fundierte Darstellung vor, was Teamarbeit auszeichnet, worin sie sich von anderen Arbeitsansätzen unterscheidet und welche komplexen Voraussetzungen und Prozesse bei der erfolgreichen Meisterung von Kooperationsanforderungen in Teams berücksichtigt werden müssen. Der Fokus liegt dabei darauf, dass die dafür notwendige „Teamkompetenz“ erlernbar ist und mit bestimmten Methodden und Übungen vermittelt werden kann. Der zweite Teil des Bandes versorgt die Leserschaft entsprechend mit einer Vielzahl von praktischen Übungen, die die Teamkompetenz fördern sollen.
In einem ersten, umfangreicheren Theoriekapitel wird eine Abgrenzung der sozialen Systeme Gruppe, Organisation und Team vorgenommen. Es werden verschiedene Autoren zitiert, die Kriterien für Teams entwickelt haben, die in ihren zentralen Aspekten weitgehend übereinstimmen. Zu diesen Aspekten gehören etwa klare gemeinsame Zielvorstellungen und Aufgaben, partizipative Entscheidungskultur und Regelung von Verantwortlichkeiten, die Zulassung von Konflikten und ihre konstruktive Lösung, hoher Gruppenzusammenhalt und Wertschätzung füreinander. Es werden unterschiedliche Teamtypen vorgestellt, die sich durch stabile oder wechselnde Aufgaben auf der einen, durch konstante oder wechselnde Mitgliedschaften auf der anderen Seite unterscheiden. Ein Fragebogen hilft, das Vorhandensein der vorgestellten Teamkriterien praktisch (im Interview oder Selbstversuch) zu überprüfen.
Gestützt auf das Modell der „Fünf Disziplinen“ einer lernenden Organisation von Peter Senge (persönliche Professionalisierung, mentale Modelle, gemeinsame Vision, Teamlernen und Systemdenken) wird Teamarbeit als Verwirklichung dieser Disziplinen charakterisiert, gleichzeitig aber auch als Voraussetzung für das Lernen gesamter Organisationen herausgestellt (S: 41). Teamkompetenz ist in diesem Zusammenhang als Fähigkeit zu einer stimmigen Rollen- und Beziehungsgestaltung erfahrbar, die sich in Abhängigkeit von unterschiedlichen Phasen der Teamentwicklung verändern muss. Besonderes Gewicht haben in diesem Zusammenhang natürlich Fragen der Führung, Moderation und Ausgestaltung von Führungsrollen, ein weiterer Abschnitt befasst sich mit dem Verhältnis von Kooperation und Konflikten in Teams. Das gesamte Kapitel hat einen referierenden Übersichts-Charakter, die Autoren stellen auf nachvollziehbare und übersichtliche Weise Befunde der Teamforschung dar, ohne dem eigene Modelle oder Konzeptionen hinzuzufügen.
Das zweite Kapitel „Teamkompetenz durch erfahrungsorientiertes Lernen mit Teamübungen und Planspielen fördern“ vermittelt die Grundprinzipien erfahrungsorientierten Lernens als Kernprozess des Wissensmanagements in Organisationen, der zur Überwindung der Kluft von Wissen und Handeln beitragen soll. Aus der konstruktivistischen Perspektive wird Lernen als aktiver, konstruktiver, selbstgesteuerter, sozialer und situativer Prozess verstanden, der einer entsprechenden Didaktik bzw. Lernkontextes bedarf. Eine hervorragende Möglichkeit der Schaffung solcher Lernkontexte sehen Kriz und Nöbauer, die vermutlich in der gemeinsamen Arbeit an der Universität Linz damit praktische Erfahrungen gesammelt haben dürften, in der Planspielmethode (Gaming Simulation). Mit dieser Methode können sich die Teilnehmer in der spielerischen Simulation komplexer und dynamischer Aufgabenstellungen, die realen Systemprozessen nachgebildet sind oder ähneln, mit den Voraussetzungen und geplanten wie ungeplanten Folgen ihrer Entscheidungen und Handlungen befassen. Dabei geht es nicht nur um die Gestaltung sozialer, sondern auch technischer oder ökonomischer Prozesse. Planspiele können daher in ganz unterschiedlichen Handlungsfeldern und Organisationstypen zum Einsatz kommen. Sie tragen den Verfassern zufolge zu einer selbstgesteuerten, fehlerfreundlichen, praxisorientierten Lernkultur bei, in der Teamkompetenzen wie „Ziele setzen und erreichen“, Entscheidungen treffen, Rollen-, Erwartungs- und Aufgabenklärung, Kommunikation und Kooperation, Flexibilität und Problemlösen, Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten und die Anderer, Wechsel zwischen Aktion und Reflexion, Geduld, Respekt und Verständnis neben vielen anderen entwickelt und geübt werden können.
Die Materialsammlung umfasst zwei Planspiele (mit allen Anweisungen für die Teilnehmer und die Anleiter als Kopiervorlage), sieben Warming-Up-Übungen, neun „Energizer“, 18 Teamübungen, die für die Entwicklung unterschiedlicher persönlicher Ressourcen gedacht sind, sowie ein Lernspiel für den Einsatz in Schule, Jugendarbeit und beruflicher Aus- und Weiterbildung. Alle Übungen sind ausführlich beschrieben und illustriert, die Erfahrung des Autorenteams mit diesem Lernsetting ist gut zu spüren.
Vor allem aber wird das im letzten Kapitel vor der Materialsammlung deutlich, dass sich ausführlich mit dem so genannten Debrief oder Debriefing beschäftigt. Dies wird als die entscheidende Phase des Lernprozesses konzeptualisiert, in dem es eben nicht nur darum geht, wie man wieder aus der Lernübung herauskommt, sondern die den Ausschlag für einen erfolgreichen Transfer des Erlernten in die eigene Praxis gibt. Die allgemeine Struktur eines Debrief in folgenden 6 Phasen wird detailliert geschildert: 1. emotionale Rückmeldung, 2. beschreibende Rekonstruktion des Geschehenen, 3. Identifikation des Lernergebnisses, 4. Reflexion der Verbindung von Spiel und Realität, 5. Spekulation über hypothetische Alternativ-Szenarien und 6. Festlegung von Zielen und Konsequenzen aus dem Lernprozess. Eine ausführliche Fragenliste gibt Anregungen für die strukturierte Durchführung eines Debriefs, begleitet von wertvollen Hinweisen für die „Do‘s und Don‘ts“ von Feedbackrunden (auch zwischen den Gruppenteilnehmern) und die Reflexion von Entscheidungs- und Problemlösungsprozessen. Darüber hinaus werden unterschiedliche Debriefing-Methoden vorgestellt (Reflecting Team, Lerntagebuch, Fish-Bowl, Frame-Games usw.).
Insgesamt hebt sich das Buch wohltuend von vielen Trainingsbüchern ab, die sich in einer (oft unzureichenden) Darstellung von Übungen erschöpfen. Es entwickelt eine gründliche und ausreichende theoretische Fundierung, stellt die präsentierte Konzepte in den Kontext eines überzeugenden Lernmodells und bietet Trainern, Lehrern und anderen in der Weiterbildung tätigen Praktikern für die Praxis nutzbringende Anregungen und Vorgehensweisen an.  Der durchgängig ausgezeichnete didaktische Aufbau des Buches fasst viele Inhalte noch einmal in Schaubildern und Textkästen zusammen, so dass man sich jederzeit gut orientieren kann.





Eine weitere Rezension des Buches von Lilo Schmitz für socialnet

Die website des Autors Willy Christian Kriz

Der Endbericht von W. C. Kriz zur Evaluation des EU-Leonardo-da Vinci Projekt „Simgame“: Simulation betriebswirtschaftlicher Entscheidungsprozesse. (
Powerpoint-Präsentation)

Ein Online-Artikel von W. C. Kriz über Planspiel

Die website der SAGSAGA, der Swiss Austrian German Simulation And Gaming Association (Gesellschaft für Planspiele in Deutschland, Österreich und Schweiz e.V.), deren erster Vorsitzender W.C. Kriz gegenwärtig ist





Verlagsinfo:

"Die individuelle Fähigkeit, in Gruppen zu arbeiten, gilt als Schlüsselqualifikation – nicht nur am Arbeitsplatz. Aber nicht jede Arbeitsgruppe ist auch ein Team. Kriz und Nöbauer zeigen, was ein Team ausmacht und wie Teamkompetenz trainiert werden kann.
Teamarbeit ist in den letzten Jahren in Mode gekommen und verspricht wahre Wunder zu bewirken. Neben Erfolgsstorys in der Literatur sind in der betrieblichen Realität jedoch oft auch enttäuschte Erwartungen und unverhoffte Schwierigkeiten zu finden. Teamarbeit verlangt bei weitem mehr Voraussetzungen als es Initiatoren und Teammitglieder wahrhaben wollen. Willy Christian Kriz und Brigitta Nöbauer setzen sich mit Konzepten, Bedingungen und Kennzeichen erfolgreicher Teams und der damit verbundenen Teamkompetenz auseinander. Dabei verstehen sie Teamkompetenz als situationsadäquate Gestaltung von Rollen und Beziehungen eines jeweils spezifischen Teams.
Im anwendungsbezogenen Teil des Buches wird in die Grundprinzipien des erfahrungsorientierten Lernens eingeführt. Die Aufarbeitung und Reflexion der gemachten Lernerfahrungen für den Transfer in die Praxis werden anhand einer Fülle konkreter Anleitungen und spezieller Methoden und Techniken dargestellt. Es folgt eine umfangreiche Sammlung illustrierter Warming-up- und Teamübungen sowie Plan- und Lernspielen, die in der beruflichen Aus- und Weiterbildung als auch in den Bereichen Schule und Jugendarbeit eingesetzt werden können. Sie sind von den Autoren erfolgreich erprobt worden."


Autoren:

Dr. phil. Willy Christian Kriz, Diplom-Psychologe, ist Hochschullehrer für Human Resources Management und Hochschuldidaktik an der Fachhochschule Vorarlberg und in der beruflichen Weiterbildung und Organisationsberatung tätig.
Vorsitzender der SAGSAGA (Swiss Austrian German Simulation And Gaming Association - Gesellschaft für Planspiele in Deutschland, Österreich und Schweiz e.V.)

Dr. rer. soc. oec. Brigitta Nöbauer war Assistentin am Institut für Personalwirtschaft der Universität Linz, jetzt ist sie Wissenschaftliche Mitarbeiterin am Interdisziplinären Zentrum für Soziale Kompetenz der Universität Linz und Lehrbeauftragte am Institut für Personalwirtschaft und außerdem Gründungsmitglied der Swiss Austrian German Simulation and Gaming Association (SAGSAGA).



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