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Neuvorstellung zur Übersicht
10.02.2006
Jochen Schweitzer, Elisabeth Nicolai, Nadja Hirschenberger: Wenn Krankenhäuser Stimmen hören. Lernprozesse in psychiatrischen Organisationen
Schweitzer: Krankenhäuser Vandenhoeck & Ruprecht 2005

214 S., kartoniert

ISBN 3-525-46229-8
Preis: 24,90 €
Vandenhoeck & Ruprecht





Filip Caby, Papenburg-Aschenberg:

Das Buch berichtet vom Heidelberger Projekt, das die Ziele Kunden- und Mitarbeiterorientierung sowie Organisationsreform für systemisch wirkende kinder- und jugendpsychiatrische und psychiatrische Krankenhäuser verfolgt. Das Projekt entstand aus der parallelen Entwicklung der Psychiatriereform und der systemischen Therapie und hatte zum Ziel, obiges zu fördern und effektiver zu machen, trotz zunehmend fehlender Mittel. Das Team entwickelte eine Reflexionsliste, die es ermöglicht, systemisch tätige Organisationen im Rahmen der psychiatrischen Versorgung zu analysieren.
Eine systemische Organisationsform nutzt die Fähigkeiten der Teile des Systems, die für die systemische Wirkung erforderlich sind. Anhand von Selbstreflexion, Konsens, entlasteten Diskursen und Kontextsteuerung entwickelt sich eine Organisationsform durch eine angemessene Verstörung.
Jede Organisation durchläuft dabei folgende vier Phasen:
Die Pionierphase, die Differenzierungsphase, die Integrations- und Assoziationsphase, deren Übergänge zugleich Perspektiven öffnen und eigene Probleme auslösen, die genutzt bzw. aufgefangen werden müssen. Dies ist die originäre Aufgabe von Organisationsentwicklern. Das Ergebnis deren Tätigkeit zu erforschen ist ein Seiltanz wenn man weiß, dass der Forscher zwangsläufig Teil des Erforschten ist. Auf dem Weg zu den Forschungs-ergebnissen kommt die Forschung nicht umhin, selbst Veränderung zu erzeugen.
Wie das Erforschte vom Forscher beeinflusst wird, so wird der Behandler genauso Teil des Systems, das er behandeln möchte.
Im ersten Teil des Buches, Basis-Know-How genannt, wird auf diese besonderen Probleme und Herausforderungen hingewiesen sowie auf die Konsequenzen für die Therapie-Evaluation eines systemischen Therapieprozesses. Es wird gut verständlich auf die Qualitätssicherung, -entwicklung und Kundenorientierung einschließlich der dafür benötigten innovativen methodischen Varianten von Befragungen eingegangen (Zielgruppenvergleiche und interventives Interviewen).
Die Reflexionsliste nimmt 4 Prozessebenen unter die Lupe:
  • Der Patient und sein Umfeld,
  • Die Mitarbeiter,
  • Organisation und Leitung
  • Umgang mit der klinikrelevanten Umwelt (Zuweiser, Kassen usw.)
Im Buch wird differenziert erläutert, wie die Reflexionsliste gegliedert und jedes einzelne Thema inhaltlich verstanden werden kann, um die Rahmenbedingungen des systemischen Handelns abzustecken.
Das Buch besticht durch seine Ergebnisse, aber auch durch die kritische Auseinandersetzung mit dem eigenen Vorgehen. Die Reflexionsliste wurde im Laufe des Benutzens den Bedürfnissen des systemischen Alltags angepasst und wird dadurch noch praxisrelevanter.
Spannend sind die Kapitel „Wenn Stimmen anders hörbar werden“ und „Der Stand der Kunst.“ Es ergibt sich eine Art Nachschlagewerk des systemischen Tuns in Psychiatrie, Kinder- und Jugendpsychiatrie und sozialpsychiatrischen Diensten. Man findet ein Sammelsurium von Vorschlägen, die unter unterschiedlichsten Bedingungen ausprobiert wurden. Beim Lesen fallen einem gleich Ideen ein, die im eigenen beruflichen Alltag umgesetzt werden könnten.
Die Autoren mahnen allerdings auch zur Vorsicht. Sie stellen sehr nachdrücklich dar, dass „Systemisch“ wirklich nicht gleich „Systemisch“ ist und, dass es sich hier nicht um Rezepte handelt, die nahtlos eingelöst werden können.
Insgesamt stellt die Arbeit von Schweitzer, Nicolai und Hirschenberger Pflichtlektüre für alle Mitarbeiter einer Klinik dar, die von sich behaupten systemisch zu arbeiten.

(erscheint in leicht abgewandelter Form auch im Kontext)





Die Website von Jochen Schweitzer

Ein kurzer Text von Elisabeth Nicolai über die von ihr entwickelte Reflexionsliste (PDF)

Ein Werkstattbericht systemische Akutpsychiatrie im Rahmen des SYMPA-Projektes von Jochen Schweitzer, Elisabeth Nicolai, Daniela Engelbrecht und Dieter Schmitz (PDF)





Verlagsinformation:

"Systemische Organisationsentwicklung in Aktion: Mit vielen Fallbeispielen beschreibt dieses Buch aus der Heidelberger Systemiker-Gruppe, wie psychiatrische Krankenhäuser, aber auch ambulante psychiatrische Dienste sich eine Außensicht auf ihre Arbeitsabläufe verschaffen können, die ihnen Anregungen zur Steigerung ihrer Prozessqualität liefert. Kreative und unbürokratische Innovationen der Qualitätsentwicklung werden mit ihren oft überraschenden Auswirkungen vorgestellt. Mit kleinen Abwandlungen lassen sie sich auch für andere als psychiatrische Gesundheitseinrichtungen nutzen.
Zugleich bietet dieses Buch Praktikern der klinischen und der Gemeindepsychiatrie eine Übersicht über die neuesten Entwicklungen der systemischen Psychiatrie im deutschen Sprachraum.
Wem die Verbesserung der Verhandlungskultur mit Patienten und Angehörigen, die Erleichterung innerbetrieblicher Kooperation und der Ausbau gemeindepsychiatrischen Fallmanagements ein Anliegen ist, der wird hier fündig."


Autoren:

Prof. Dr. rer. soc. Jochen Schweitzer, Dipl.-Psych., ist Stellvertretender Direktor der Abteilung Medizinische Psychologie im Zentrum Psychosoziale Medizin der Universität Heidelberg und Lehrtherapeut für Systemische Therapie. Er lehrt außerdem in den Bereichen Supervision, Teamentwicklung und Organisationsberatung.

Dr. sc. hum. Elisabeth Nicolai ist Professorin für Beratungspsychologie an der Evangelischen Fachhochule Ludwigsburg und Dozentin am Helm-Stierlin-Institut Heidelberg.

Dr. sc. hum. Nadja Hirschenberger ist Klinische Psychologin an der Fachklinik Eußerthal - Rehabilitationsklinik für Abhängigkeitserkrankungen und in freier Mitarbeit als Psychologische Psychotherapeutin in einer Heidelberger Praxis beschäftigt.


Inhalt:

1. Basis-Know-How: Was Kliniker über systemische Organisationsentwicklung und Handlungsforschung wissen sollten
1.1 Systemische Organisationsentwicklung
1.2 Handlungsforschung in der systemischen Organisationsentwicklung

2 Das Heidelberger Projekt: "Systemische Organisationsentwicklung in psychiatrischen Einrichtungen"
2.1 Die Geburt des Projekts aus dem Geist der Psychiatriereform und der systemischen Therapie
2.2 Die Projektziele

3 Wenn Krankenhäuser Besuch bekommen: Unterwegs mit der "Reflexionsliste"
3.1 Die Reflexionsliste
3.2 Die Besuche mit der Reflexionsliste: Verfeinerung eines Organisationsentwicklungsrituals
3.3 "Neue Besen sollten langsam kehren!" - Sektorisierung nach einem Chefarztwechsel - ein Fallbeispiel

4 Wenn Stimmen anders hörbar werden - Fragen an Patienten, Angehörige, Mitarbeiter und Überweiser
4.1 Umfrageforschung in der Psychiatrie - das Spektrum der Themen und Methoden
4.2 "Wenn ich hier der Chefarzt wäre" - ein Fallbeispiel
4.3 Die "Does and Don'ts" von Befragungen in psychiatrischen Einrichtungen

5 Der Stand der Kunst: Systemische Selbstreflexion und Verhandlungskulturen in der Psychiatrie
5.1 Einige typische Unterschiede psychiatrischer Organisationen
5.2 Systemische Arbeit mit Patienten und Angehörigen - eine Frage der Autonomie
5.3 Mitarbeiterpartizipation, Leitungskulturen, Organisation
5.4 Umweltbeziehungen
5.5 Kritische Punkte, an denen weiterzuarbeiten lohnt

6 Was wir "nebenbei" noch alles gelernt haben
6.1 Wie gelingt Organisationsentwicklung?
6.2 Systemisch führen in psychiatrischen Kliniken
6.3 Kundenorientierung unter verschärften Bedingungen
6.4 Systemische Familientherapie im psychiatrischen Alltag

7 Ausblicke
7.1 Die Reflexionsliste als Beratungsinstrument
7.2 Systemische Akutpsychiatrie - das SYMPA-Projekt




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