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Neuvorstellung zur Übersicht
03.01.2006
Ursula Boos-Nünning, Yasemin Karakasoglu: Viele Welten leben. Zur Lebenssituation von Mädchen und jungen Frauen mit Migrationshintergrund
Boos-Nünning: Viele Welten Waxmann-Verlag Münster 2005

579 S., fester Einband

ISBN: 3830914962
Preis: 29,90 €
Waxmann-Verlag





Cornelia Tsirigotis, Aachen:

Stark für ein Leben mit Ambivalenzen? – Forschungsergebnisse über junge Migrantinnen zwischen Ressourcen und gesellschaftspolitischem Handlungsbedarf

Stereotype Vorstellungen über die Lebensbedingungen und –perspektiven von jungen MigrantInnen wurden von früheren Forschungsergebnissen teilweise gestützt. Ein differenzierteres Bild wird jetzt in einer neueren Studie vorgelegt, die ermöglicht, dem Diskurs eine breitere Basis zu verschaffen und Anforderungen an eine Gesellschaft zu formulieren, in der in Großstädten Mädchen und junge Frauen mit Migrationshintergrund bis zu 30 % der weiblichen Jugendlichen ausmachen.
Die vorliegende Untersuchung fragt nach Bedingungen und Voraussetzungen von jugend-, frauen- und minderheitsspezifischen Aspekten der Lebenswelt(en) von Mädchen und jungen Frauen mit Migrationshintergrund. Außerdem werden Formen diskutiert, wie die Herausforderungen dieser Themen bewältigt werden. Die Definition „Mädchen und junge Frauen mit Migrationshintergrund“ ist heuristisch gemeint. Dies soll der Tatsache gerecht werden, dass sich dahinter eine große Pluralität individueller Migrationsgeschichten verbirgt. Teil 1 gibt einen Überblick über den Forschungsstand sowie eine Darstellung der Methoden der Untersuchung sowie eine ausführliche und kritische Sicht bisher vorliegender Forschung zur Thematik. Die Autorinnen setzen sich mit den Prämissen und Daten der bisher vorliegenden Forschung auseinander. Dabei zeigen sie die Unterschiedlichkeit und geringe Vergleichbarkeit der Fragestellungen auf. Deutlich wird, dass in vielen der früheren Untersuchungen, die stereotype Bilder von Migrantinnen und ihren Familien gestützt haben, die Prämissen nicht mitgenannt werden und daher vorgefasste Annahmen zementiert werden.
In der vorliegenden Studie wurden nun 950 Mädchen und Frauen zwischen 15 und 21 Jahren aus fünf Herkunftshintergründen (Aussiedlerkontext, türkische, griechische italienische und ehemals jugoslawische Herkunft) zu elf Themenkomplexen befragt. Freie Sprachwahl und der Einsatz zweisprachiger Interviewerinnen berücksichtigte den Zusammenhang zwischen emotionaler Befindlichkeit und Sprache, für den Gegenstand der Untersuchung unabdingbar.
Ich möchte die einzelnen Themenkomplexe der Befragung zusammenfassend mit unterschiedlicher Gewichtung darstellen, wobei mir bewusst ist, dass der Versuch, die komplexen und differenzierten Ergebnisse zusammenfassend darzustellen, wiederum Gefahr läuft, zu vereinfachen und Verallgemeinerungen zu konstruieren.

Woher und warum sie kamen: Verschiedenheit in den Migrationsbiographien
Die ausführliche Auseinandersetzung mit den geschichtlichen Grundlagen von Einwanderung in die Bundesrepublik seit den 50iger Jahren bilden die Grundlage für differenzierte Betrachtungen über die derzeitige Lage der fünf Herkunftsgruppen und ihre Migrationshinter- und Beweggründe.

Wie sie leben: soziale Bedingungen und räumliches Umfeld
Lebenssituation, finanzielle Ressourcen und sozialer Status, räumliches (Wohn)Umfeld und soziale Ungleichheit werden als Chancen reduzierendes soziales Umfeld bezeichnet. Die sozialen Rahmenbedingungen werden bei den Mädchen und jungen Frauen mit Migrationshintergrund aus der Untersuchung vorrangig durch die Situation der Herkunftsfamilien bestimmt. Der Zusammenhang zwischen Wohnumfeld und sozialer Integration wird erkennbar und von den Autorinnen mit Städtestudien in Verbindung gesetzt, die „die räumlich-ethnische Konzentration verbunden mit Armutslagen“ hervorheben. Das Aufwachsen in „Ghettos“ bzw. „ethnischen Communities“ beurteilen die Autorinnen ambivalent, da es auch die andere Seite dieser Bildung und Organisation von ethnischen Communities zu betrachten gilt: „…die ethnischen Communities helfen Menschen mit Migrationshintergrund sich vertraute Räume zu schaffen, die eine Grundlage für nationale, ethnische und kulturelle Zusammenschlüsse darstellen können. Diese bieten Schutz gegen Marginalisierung und Diskriminierung. Das ,Ghetto’ gibt Menschen mit Migrationshintergrund als Gruppe die Kraft und dem Einzelnen die Möglichkeit, sich dem ständig vorhandenen Assimilierungsdruck der deutschen Gesellschaft zu entziehen oder ihm zumindest etwas entgegenzusetzen. Der hohe Anteil an Zugewanderten einer Nationalität und Sprache erleichtert die Selbstorganisation und kann auch als Ressource zur Selbstentfaltung empfunden und genutzt werden“ (S. 75). Wichtig scheinen mir hier Aspekte wie Anerkennung, Respekt und Wertschätzung sowie Loyalität mit den elterlichen Werten zu sein: „Für die in Deutschland aufwachsenden Kinder und Enkel der zugewanderten ist aus dieser Perspektive die ethnische Community vor allem der Raum, in dem sie die Traditionen ihrer Eltern ernst genommen sehen der Raum der herkunftsbezogenen Bildung und (Sekundär-) Sozialisation, darüber hinaus ein soziales Auffangnetz bei misslingender Integration und ein Forum der Beratung und der Verbindung mit den Gleichaltrigen“ (S. 75). Interessant sind die Ergebnisse der Fragen zur Wohnzufriedenheit. Die in der Untersuchung befragten Mädchen und jungen Frauen mit Migrationshintergrund bevorzugen eine gemischte Nachbarschaft aus Deutschen und Migranten oder das Leben in deutschem Umfeld (wobei sich zeigt, dass dieser Wunsch keine alltagspraktische Realisation erfährt oder erfahren kann und zu fragen ist, welche Randbedingungen dazu führen, warum das so ist). Ergänzt wird die Darstellung der Lebensbedingungen durch Analysen des sozialen Status, die ich hier im einzelnen nicht anführen möchte.

Familienbande - Rolle und Bedeutung der Familie
Die Überlegungen zur Familienstruktur und zur familiären Erziehung werden verbunden mit solchen zur Bewahrung und Ablehnung familialer Traditionen, familiale Hilfen, Belastungen aus familalen Verpflichtungen sowie Familienkohäsion und Bildungsanforderungen. Die öffentliche Diskussion über Migrationsfamilien wird von eindimensionalen Bildern dominiert, die mehr von Alltagsvorstellungen denn von empirischen Befunden genährt werden. Die Autorinnen greifen dazu im Widerspruch bereits vorhandene Untersuchungen aus jüngster Zeit auf, die feststellen, dass sich das Bild der Familien wandelt und ausdifferenziert. Das – und das erscheint mir wichtig zu betonen - bedeutet jedoch keine lineare Anpassung an deutsche Familienstrukturen, sondern die Herausbildung eigener Strukturen, sowohl was Entscheidungs- und Machtstrukturen angeht, geschlechtspezifische Erziehungsvorstellungen sowie ein hoher Anspruch, was die Bildung von Mädchen betrifft. Dabei muss zur Kenntnis genommen werden, dass viele Veränderungen in Familien von der Außenwelt unerkannt bleiben. Die Ergebnisse der vorliegenden Untersuchung regen an, gängige Zuschreibungen zu hinterfragen und zeigen ein variables Bild und ein breites Spektrum sowie: „… ein differenziertes Bild von dem Klima, in dem Mädchen ihre familiale Erziehung erfahren: Hohes Verständnis ist gepaart mit hohen Leistungsanforderungen, aber auch mit dem Setzen von Grenzen.“ (S. 109). Innerhalb der Herkunftsgruppen bestehen hier nicht näher auszuführende Unterschiede, z.B. was Aussiedlerfamilien betrifft. Es lohnt sich, gezielte Blicke auf die Auswertungstabellen der einzelnen Items zu werfen. Die z. B. vorrangig von Hofstede (1997) betonte polarisierende Unterscheidung in „kollektivistisch“ und „individualistisch“ organisierte Gesellschaften werden gerne als Grundlage herbeigezogen, um den Zusammenhalt von Migrationsfamilien zu begründen. Auch gibt der Vergleich mit Familien in den Herkunftsländern Hinweise darauf, dass der Zusammenhalt vielmehr oder zumindest ebenso ein von den Migrationsbedingungen diktierter oder beeinflusster Entwicklungsprozess ist. Damit wird deutlich, dass die Familie und Familienkohäsion als eine wertvolle Ressource von Mädchen und jungen Frauen mit Migrationshintergrund zu betrachten ist.

Nicht nur allein zu Hause: Freizeit und Freundschaften
Der Zusammensetzung von Freundschafts- und Peergruppen wird eine wesentliche Bedeutung für Jugendlichen auf der Suche nach Zugehörigkeit und Lebensorientierung beigemessen. Die Untersuchung beschäftigt sich mit dem Freizeit- und Ausgehverhalten der Mädchen und jungen Frauen mit Migrationshintergrund und der Frage nach innerethnischen versus interethnischen Freundschaften, wobei die Kontakte und Beziehungen mit Landsleuten eindeutig, wenngleich herkunftsgruppenspezifisch unterschiedlich, überwiegen. Das scheint nicht allein von Sprachfähigkeit oder vom Wohnmilieu abzuhängen. Die Autorinnen fordern hier auf, einen Perspektivenwechsel vorzunehmen und die positiven Aspekte innerethnischer Freundschaften zu betrachten: „Der gemeinsame soziale und kulturelle Hintergrund bietet eine Vielzahl von geteilten Themen und Erfahrungen, was das gegenseitige Verständnis erleichtert und günstige Rahmenbedingungen für einen gleichberechtigten Umgang miteinander schafft. Dies wiederum bildet die notwenige Plattform, um individuelle ebenso wie kollektive Strategien für den Umgang mit verschiedenen Ansprüchen der Mehrheits- und Minderheitsumgebung an ihre Integrationsbereitschaft in die jeweiligen gesellschaftlichen Teilsysteme zu entwickeln“ (S. 162). Vor allem der letztere Aspekt scheint mir bedeutsam zu sein. Da alle Mädchen und junge Frauen mit Migrationshintergrund als angehörige ethnischer Minderheiten Diskriminierungserfahrungen haben, scheint es einleuchtend, dass hier die Kompetenzen der Gruppe gefragt sind: „Die Gruppe der Gleichaltrigen mit gleichem ethnischen Hintergrund kann den Freiraum bereitstellen, in dem es für viele Jugendliche erst möglich wird, sich mit Nähe und Distanz zur Herkunftskultur ebenso wie mit kulturellen Anpassungsanforderungen der Mehrheitsgesellschaft auseinanderzusetzen und hier einen eigenen , selbstbestimmten Weg zu finden“ (S. 162). In diesem Sinne können innerethnische Freundschaften zu Recht als Ressourcen und Schutzfaktoren gewertet werden.

Bildung, der goldene Armreif: Bildung und Ausbildung
Die Fragestellungen der Untersuchung beziehen sich auf objektive Daten zu Schulbildung und Ausbildungsstand (vom Kindergarten begonnen), aber auch auf erlebte Schwierigkeiten im Zugang zu Bildungs- und Ausbildungseinrichtungen. Die Daten werden ebenso mit der Migrationsgeschichte in Beziehung gesetzt. Verallgemeinernd lässt sich ein großes Interesse an Bildung und Ausbildung feststellen und es erscheint bedeutsam, dass es vor allem die Mütter sind, die hier als treibende Kräfte benannt werden. Die bildungspolitischen Konsequenzen dieser Untersuchung sind mit genaueren Analysen zu verbinden und gesondert zu betrachten.

Zu Hause in zwei Sprachen: Mehrsprachigkeit und Sprachmilieu
Die Beherrschung der deutschen Sprache gilt als wesentliche Kategorie für soziale Teilhabe und als Faktor für die Integration. Ihr Erlernen wird als „Bringschuld“ betrachtet, die im Rahmen des früh differenzierenden deutschen Bildungssystems und der Angebote für Migrantenkinder nicht leicht zu erbringen ist. Die Diskussion um Deutsch als Zweit- oder Fremdsprache ist ja durch die PISA-Ergebnisse bildungspolitisch noch brisanter geworden. Die Autorinnen analysieren die Kompetenzen in der Herkunftssprache im Zusammenhang mit der Sprache in der Familie und den Angeboten von Muttersprachlichem Ergänzungsunterricht, den Spracherwerb des Deutschen sowie die erlebten Kompetenzen in beiden Sprachen. In Verbindung mit der vorgenannten Bildungssituation ist das eine Herausforderung an die Pädagogik und an die Bildungspolitik.

Selbstverständlich gleichberechtigt: Partnerschaft und Geschlechterrollen
Auch hier kritisieren die Autorinnen zunächst gängige Annahmen, die junge Migrantinnen entweder als kollektivistisch und in der Elterngeneration oder als individualistisch und an der Mehrheitsgesellschaft orientiert verorten. Untersucht werden Vorstellungen der Mädchen und jungen Frauen mit Migrationshintergrund zu Eigenschaften des zukünftigen Partners, Partnerschaftsmodellen und Geschlechterrollen, inner- oder interethnischer Partnerwahl, die Einstellung der Eltern dazu, die Einstellung der Mädchen und junge Frauen mit Migrationshintergrund zu transnationalen und arrangierten Ehen, sowie zu Erziehungsvorstellungen der eigenen Kinder sowie die Stellung in der Religion. Die Ergebnisse sind differenziert zu betrachten und unterscheiden sich nach der Herkunftsgruppen. Eindeutig ist, dass sich entgegen verbreiteter Annahmen ein größerer Teil der Mädchen und junge Frauen mit Migrationshintergrund dem Bild moderner Mädchen und junger Frauen entspricht, die Beruf und Familien haben wollen, und die sich an selbstbestimmter, auf Liebe gegründeter Partnerwahl orientieren.

Körperlust: Körperbewusstsein und Sexualität
Divergierende Vorstellungen zwischen Geschlechtern, Generationen und Kulturen machen sich besonders in diesem Themenbereich fest: „als individuelle Präsentations- und als Projektionsfläche ist er in besonderer Weise dazu geeignet, Geschlechtlichkeit aber auch kulturelle Zugehörigkeiten oder Abgrenzungen nach außen, etwa in der Form der Körpersprache, aber auch über Kleidungsstücke mit Symbolcharakter zu demonstrieren….Köperbewusstsein und Geschlechtlichkeit sind daher nicht zufällig ein Thema, das unterschwellig im öffentlichen Bewusstsein der Mehrheitsgesellschaft mit Vorstellungen von „schwieriger“ Integration verbunden ist, weil die vorhandenen, im Commonsense der Mehrheitsgesellschaft akzeptierten Normen durch andere körperkulturelle Ausdrucksformen in Frage gestellt zu sein scheinen“(S. 272). Zu dieser sensiblen Thematik gibt es bisher kaum empirische Befunde. Hier werden Fragen gestellt zu Körperpflege und Körperbild, Gesundheitspflege (Frauenarztbesuch), Einstellung zur Sexualität und Virginität, wobei die Autorinnen darauf hinweisen, dass diese schwierig zu erheben sind, was auch einer Forschungslücke zur Sexualität von Musliminnen in islamisch geprägten Ländern entspräche. Einen weiteren Stellenwert in der Untersuchung nimmt die Frage ein, wie und durch welche Instanzen Wissen über Körper und Sexualität vermittelt wird, auch hier zeigen sich große Unterschiede in den einzelne Gruppen über die Rolle von Müttern (geringste Zahl in der türkischen Gruppe), Freundinnen, Medien und Jugendzeitschriften.

Herkunft zählt: Ethnizität und psychische Stabilität
Die Herkunft von Mädchen und jungen Frauen mit Migrationshintergrund wird häufig als Risiko- und Belastungsfaktor bezeichnet. Die Autorinnen gehen der „Kulturkonfliktthese“ nach. Diese besagt, dass sich kulturelle Wertmaßstäbe unvereinbar und unveränderbar gegenüberstehen und die damit stereotype Vorstellungen nährt. Generationskonflikte werden oft nicht beachtet bzw. unter „kulturelle Differenzen“ subsumiert: „Werden die oben beschriebenen Kulturdifferenzen genauer betrachtet, so wird deutlich, dass sie auf dem Spannungsfeld der Werte der deutschen Klassenkameradinnen auf der einen und denen der Eltern der Mädchen und jungen Frauen mit Migrationshintergrund auf der anderen Seite basieren. Dass es sich dabei aber um einen Generationsunterschied (zwischen Eltern mit Migrationshintergrund und deutschen Jugendlichen) handeln könnte, findet in den Analysen keine Berücksichtigung, sondern wird auf die Unterschiedlichkeit von Kulturen zurückgeführt“ (S. 297) Das hat Auswirkungen auf die Deutungsgebung: „Im Rückschluss werden über die Kulturkonflikthypothese nicht nur Kulturen bzw. Ethnien konstruiert, sondern darüber hinaus die Unvereinbarkeit der Kulturen und ihr hierarchisches Verhältnis zueinander behauptet und zementiert. Dadurch werden oftmals jene Probleme überhaupt erst erzeugt, die unter dem Sammelbegriff „Kulturkonflikt“ subsumiert werden“ (S. 297). Die Autorinnen verbinden die Frage danach, wie und wo die Mädchen und jungen Frauen sich ethnisch verorten, mit Überlegungen zum Zusammenhang zwischen Ethnizität und Identitätskonstruktion. „Für die Beschreibung und Analyse der Lebensrealität von Mädchen und jungen Frauen mit Migrationshintergrund sind Identitätskonzepte unbrauchbar, die sich an einer deutschen Normalbiographie orientieren und bei denen Migrationserfahrungen nicht berücksichtigt sind. Eine für sie passende Identitätsvorstellung muss von einem dynamischen Kulturverständnis ausgehen, wie die Beschäftigung mit Migrationsbiographien gezeigt hat. Kultur muss als ein dynamisches Feld von Möglichkeiten verstanden werden, das im Zusammentreffen unterschiedlicher kultureller Traditionen (auch im Sinne von „Subkulturen“ einer nationalen Ausprägung) Normen und Symboliken den gleichberechtigten Austausch kultureller Gewohnheiten für alle Individuen und Gruppen gewährleistet. Dieser Austausch muss frei von Dominanzen und von Assimilationsdruck sein“ (S. 299). Spannend sind hier die gewonnenen Daten zur Lebensplanung und zu Erwartungen hinsichtlich Anpassungsleistungen. Die in diesem Zusammenhang häufig aufgestellte These, dass psychische Störungen und psychiatrische Auffälligkeiten von Mädchen und Frauen mit Migrationshintergrund in erster Linie auf das „Zerrissensein zwischen den Kulturen“ zurückzuführen seien, wird durch die frühere Forschung nur scheinbar gestützt. Die Autorinnen beleuchten dazu unterschiedliche Studien kritisch und weisen drauf hin, dass es eher familiäre Faktoren sind, die zu Belastungen führen sowie kritische Lebensereignisse wie Diskriminierung und Benachteiligung, von der besonders Mädchen und junge Frauen mit türkischem Hintergrund und aus Aussiedlerfamilien betroffen sind. Außerdem führt die Zugehörigkeit zu ethnischen Minderheiten nicht zwangsläufig zu Identitäts- und Selbstwertproblemen (S. 338). Dazu wird eine Fülle unterschiedlicher Forschungsdaten angeführt. Aufgefallen sind mir dabei die Ergebnisse zu Kontrollüberzeugungen. Es gibt einen Trend, Ursachen für Erfolg und Misserfolg eher im Glück als in der Leistung zu sehen. Das hat Konsequenzen für das Selbstwirksamkeitserleben. Eindeutig ist, dass die Identifikation mit der Herkunftsgruppe einen ernstzunehmenden Schutzfaktor darstellt.

Wie hältst Du’s mit der Religion? Religiöse Einstellungen
Die Autorinnen stellen Studien über religiöse Orientierung aus den letzten Jahren vor, die sich sowohl auf die Einstellung deutscher junger Menschen wie auf die von MigrantInnen, insbesondere TürkInnen beziehen. Hier werden die religiöse Selbsteinschätzung, die Bedeutung von Religion für das Leben, und Vorstellungen zum Glauben als emotionaler Ressource erfragt. Desweiteren geht es um Gottesbilder (strafend/vergebend), um religiöse Praxis, um Feste und Riten, um Religion in zwischenmenschlichen Beziehungen und in Bezug auf die Rolle der Frau. Bei allen Unterschieden nach Herkunftsgruppen und verschiedenen Religionen: „Religionsübergreifend kann von der Religiosität als Ressourcen zur Lebensbewältigung gesprochen werden und als Faktor zur Gestaltung des Lebens, sofern Partnerwahl und Erziehung der Kinder betroffen sind. Eine Anpassung an die Mehrheitsgesellschaft hinsichtlich Religion und Kultur wird von allen Gruppen abgelehnt“ (S. 426). Eine weitere Ausdifferenzierung nehmen die Autorinnen vor, wenn sie bei Musliminnen mit türkischem Hintergrund zwischen Sunnitinnen mit und ohne Kopftuch, sowie Alevitinnen unterscheiden.

Beratung: muss das sein? Organisierte Freizeit und Hilfen bei Krisen
Dieses abschließende Kapitel beschäftigt sich mit der Bedeutung eines Migrationshintergrunds in der Kinder- und Jugendhilfe. Die Daten zu den Freizeitangeboten lassen einerseits darauf schließen, dass bei den Mädchen und junge Frauen mit Migrationshintergrund weniger Interesse an organisierten Freizeitangeboten besteht, andererseits Angebote als nicht ausreichend bewertet werden. Für alle Befragten standen die nicht organisierte Freizeitgestaltung sowie Einrichtungen der eigenen kulturellen Gruppe im Vordergrund. Dennoch lohnt sich eine differenzierte Betrachtung der geäußerten Wünsche nach organisierten Angeboten. In Bezug auf Beratung und Inanspruchnahme von Hilfen ist festzustellen, dass allgemeine wie auf Störungen spezialisierte Beratungsstellen wie Familienberatung, Drogenberatung, Essstörungen Beratungsstellen und die Berufsberatung zwar bekannt sind (mit Ausnahme der Aussiedlerinnen, die sich weniger in Beratungsangeboten auskannten), aber unterschiedlich stark genutzt werden. Die Autorinnen analysieren Konfliktmöglichkeiten und das Spektrum genutzter Problemlösungen zwischen Anpassung und Hilfe durch Vertrauenspersonen. Was den Befragten wichtig wäre, wenn sie denn eine Beratung aufsuchen würden: hier scheint der Wusch nach kultursensibler Beratung weniger stark zu sein als angenommen, türkische Frauen wünschen sich Vertrautheit mit der Kultur. Alle in allem zeigt sich auch hier ein Bild, das für diejenigen, die in diesen Zusammenhängen arbeiten, eine genauere Betrachtung lohnenswert erschienen lässt.

Folgerungen für pädagogisches und politisches Handeln
Im Schlussteil ziehen die Autorinnen Konsequenzen aus ihren Ergebnissen. Dabei gefällt mir besonders ihre respektvolle Haltung und der Versuch, Ressourcen miteinzubeziehen: „Um den Zugang zu den Mädchen und jungen Frauen zu bekommen, ist es notwendig, Respekt vor den ihnen wichtigen Werten zu zeigen. Es muss deutlich zum Ausdruck gebraucht und auf vielfältige Weise vermittelt werden, dass Religiosität. Traditionalismus und Familialismus innerhalb des akzeptierten Spektrums von Orientierungen in einer pluralistischen Gesellschaft liegen und dass sie Anerkennung verlangen können“ (S. 472).
Unter diesem Gesichtspunkt könnte die Untersuchung und ihre Aufbereitung und Interpretation im vorliegenden Buch dazu anregen, genauer und unterscheidend anstatt verallgemeinernd zu lesen sowie jedes eigene stereotype Bild zu hinterfragen. Die Kapitel bzw. Fragenkomplexe lassen sich auch einzeln lesen und bilden zusammen mit den über 600 Titel umfassenden Literatur eine Fundgrube zu Diskussion auf differenzierter Grundlage.
Das breite Spektrum und die unterschiedliche Vielfalt der Ergebnisse zeigen, dass Kultur nicht statisch, sondern wandelbar (und an Teilhabe gebunden!) ist (s. a. Hegemann 2004), und unterstützen nachdrücklich, dass interkulturelle Kompetenz bedeutet, der einzelnen Person und der einzelne Familien unvoreingenommen zu begegnen und sich ein Bild über ihre besondere Form der kulturellen Bewältigung zu machen (s.a. Radice von Wogau et al. 2004)
Die bedeutsame Herausforderung liegt meines Erachtens in der Möglichkeit, sich der Auseinandersetzung um interkulturelle Fragestellungen unter einer Ressourcenperspektive zu nähern und sich von Defizitbetrachtungen zu verabschieden. Schließlich haben mehrere Jahrzehnte mit Versuchsballons zwischen Defizitbeseitigung und Nachteilsausgleich weniger als gewünscht Auswirkungen gezeigt (s. a. Gaitanides 2005). Ebenso scheint es mir wichtig zu sein, familialen und innerethnischen Zusammenhalt im Hinblick auf Resilienz und Bewältigungsressourcen zu sehen.

Dazu allerdings stellen sich mir immer noch mehr Fragen als fertige Antworten:
  • Wie kann sich die (professionelle) Begegnung und der öffentliche Diskurs mit Migrantinnen und Migranten unter einer Ressourcenperspektive entfalten, ohne damit sozialromantischen Träumereien anzuhängen?
  • Wie lässt sich das Wissen dieser Untersuchung als Ressourcenwissen nutzen, ohne wiederum in die Gefahr stereotypischen Vorwissens zu laufen?
  • Wie könnten professionelle HelferInnen dazu beitragen, Schutzfaktoren zu stärken und Räume für Selbstwirksamkeitserleben zu schaffen?
  • Wie kann professionelle Hilfe so gestaltetet werden, dass sie Möglichkeitsräume erschließt, ohne von der Wucht der realen gesellschaftlichen Erfahrungen und Erfordernisse erschlagen zu werden?

Literatur:
Gaitanides, S. (2004) : Interkulturelle Kompetenzen in der Beratung. In: Nestmann, F., Engel, F., Sickendiek, U. (2004). Das Handbuch der Beratung. Band 1 Disziplinen und Zugänge. Tübingen: DGVT-Verlag, pp. 313-325.
Hegemann, T. (2004). Interkulturelle Kompetenz in Beratung und Therapie. In: Radice von Wogau, J., Eimmermacher, H., Lanfranchi, A. (Hrsg.) (2004), pp. 79-91.
Hofstede, G. (1993). Interkulturelle Zusammenarbeit: Kulturen, Organisationen, Management. Wiesbaden: Gabler.
Radice von Wogau, J., Eimmermacher, H., Lanfranchi, A. (Hrsg.) (2004): Therapie und Beratung von Migranten. Systemisch-interkulturell denken und handeln. Weinheim, Basel: Beltz





Rezension von René Börrnert für EWR 4 (2005), Nr. 5 (Veröffentlicht am 04.10.2005)

Pressemitteilung für den idw

Eine Rezension auf News Sozial

Zeitschriftenrezensionen: sternjunge welt, Die Welt, Frankfurter Rundschau

Ein Online-Artikel der Autorinnen: Bildung, der "Goldene Armreif" (PDF)





Verlagsinfo:

"Die Lebensweise von Migrantinnen wird in der aktuellen Debatte meist als Integrationshemmnis diskutiert. So werden z.B. ihre religiösen Bindungen oder eine starke Familienorientierung als Ausdruck mangelnden Interesses an Integration, Bildung oder an ihrem Lebensumfeld gedeutet. Dass dies der Realität und auch der Selbstwahrnehmung junger Migrantinnen keinesfalls entspricht, zeigt diese neue Studie. Erstmalig wurden junge Migrantinnen im Alter von 15 bis 21 Jahren türkischer, griechischer, italienischer und jugoslawischer Herkunft sowie Aussiedlerinnen in Deutschland im Rahmen einer quantitativen Studie umfassend zu einer Fülle von Themen befragt. Die Studie gibt Auskunft über die Pluralität der Lebensweisen und Lebensorientierungen in den unterschiedlichsten Bereichen, beispielsweise die Bedingungen des Aufwachsens junger Migrantinnen, die Bedeutung der Familie, Schule und Ausbildung, Partnerschaft und Religiosität. Dabei wird differenziert nach der Zugehörigkeit zu verschiedenen Herkunfts- und Religionsgruppen und Schlussfolgerungen für Voraussetzungen erfolgreicher Integrationspolitik können gezogen werden."


Autorinnen:

Prof. Dr. Ursula Boos-Nünning lehrt Interkulturelle Pädagogik am Fachbereich Bildungswissenschaften an der Universität Duisburg-Essen und Prof. Dr. Yasemin Karakasoglu lehrt das Fachgebiet Interkulturelle Bildung am Fachbereich Erziehungs- und Bildungswissenschaften an der Universität Bremen.


Inhaltsverzeichnis:

Teil 1
I. Mädchen und junge Frauen mit Migrationshintergrund als Thema der Forschung
1.1 Mädchen und junge Frauen in der Migrationsforschung
1.2 Überblick über die fünf Herkunftsgruppen
1.2.1 Mädchen und junge Frauen aus Aussiedlerfamilien
1.2.2 Mädchen und junge Frauen mit griechischem Migrationshintergrund
1.2.3 Mädchen und junge Frauen mit italienischem Migrationshintergrund
1.2.4 Mädchen und junge Frauen mit jugoslawischem Migrationshintergrund
1.2.5 Mädchen und junge Frauen mit türkischem Migrationshintergrund
1.3 Die Untersuchung „Viele Welten leben“
1.4 Literatur

II. Methode der Untersuchung und methodische Einzelfragen
2.1 Entwicklung des Erhebungsinstrumentes
2.2 Die Auswahl der befragten Mädchen und jungen Frauen
2.2.1 Problem der Definition der Grundgesamtheit
2.2.2 Die Wahl der Befragungsorte
2.2.3 Die realisierte Stichprobe
2.3 Die Datenerhebung
2.3.1 Prinzip der freien Sprachwahl
2.3.2 Organisation der Befragung, Interviewerinnenrekrutierung, -einsatz und -kontrolle
2.4 Anmerkungen zur Datenanalyse
2.5 Zur Aussagefähigkeit der Daten
2.6 Literatur

Teil 2
I. Woher und warum sie kamen: Verschiedenheit in den Migrationsbiographien
1.1 Migration in die Bundesrepublik Deutschland: Entwicklungen, Tendenzen, politischer Umgang
1.2 Die fünf Herkunftsgruppen: Spezifika der Migration nach Deutschland
1.2.1 Nationale Herkunft der befragten Mädchen und jungen Frauen
1.2.2 Einwanderung aus Italien
1.2.3 Einwanderung aus Griechenland
1.2.4 Einwanderung aus der Türkei
1.2.5 Einwanderung aus dem ehemaligen Jugoslawien
1.2.6 Aussiedler und Aussiedlerinnen aus der Gemeinschaft Unabhängiger Staaten (GUS)
1.3 Migrationsbiographien
1.3.1 Einreisealter
1.3.2 Einreisegründe und Aufenthaltsstatus
1.3.3 Unterschiedliche Migrationsbiographien
1.4 Literatur

II. Wie sie leben: Soziale Bedingungen und räumliches Umfeld
2.1 Wohnungsgröße und Wohnqualität
2.1.1 Wohnen als Aspekt der Lebensbedingungen von Migrationsfamilien
2.1.2 Wohnungsausstattung und Wohnqualität
2.2 Räumliches Umfeld
2.2.1 Räumliches Umfeld und soziale Integration
2.2.2 Infrastruktur im Wohnumfeld: Angebot, Nutzung und Wünsche
2.2.3 Wohnmilieu als ethnische Zusammensetzung des Wohnumfeldes
2.2.4 Einstellungen zum Wohnumfeld
2.3 Aspekte der Lebenssituation der Familie: Sozialer Status und finanzielle Ressourcen
2.3.1 Bedeutung des sozialen Status in Migrationsfamilien
2.3.2 Sozialer Status der Herkunftsfamilie als soziales Kapital
2.3.3 Finanzielle Ressourcen der Mädchen und jungen Frauen
2.4 Räumliches Umfeld und soziale Ungleichheit
2.5 Literatur

III. Familienbande: Rolle und Bedeutung der Familie
3.1 Familiale Struktur und familiale Erziehung
3.1.1 Wandel der Familien unter Migrationsbedingungen
3.1.2 Familienstruktur: Familiengröße und Stellung in der Geschwisterreihe
3.1.3 Familiale Erziehung der Mädchen und jungen Frauen
3.2 Bewahrung oder Ablehnung familialer Traditionen
3.2.1 Familialismus und Individualismus in Migrationsfamilien
3.2.2 Familiale Orientierungen der Mädchen und jungen Frauen
3.3 Familiale Hilfen und Belastungen aus Familienverpflichtungen
3.3.1 Familiale Hilfen innerhalb der Migrationsfamilien
3.3.2 Familiale Unterstützung der Mädchen und jungen Frauen
3.3.3 Belastungen aus dem Familienleben
3.3.4 Probleme durch familiale Konstellationen
3.4 Familiale Kohäsion und Bildungsanforderungen
3.5 Literatur

IV. Nicht nur allein zu Hause: Freizeit und Freundschaften
4.1 Freizeitgestaltung, Freizeiträume und Freizeitwünsche
4.1.1 Das Freizeitbudget
4.1.2 Freizeitaktivitäten
4.1.3 Freizeiträume
4.1.4 Freizeitwünsche
4.2 Inter- und innerethnische Freundschaften
4.2.1 Der Stellenwert von Freunden und Freundinnen
4.2.2 Verbringen der Freizeit mit Freunden und Freundinnen
4.2.3. Die besten Freundinnen und Freunde
4.2.4. Freundinnen und Freunde als Ansprechpersonen
4.2.5 Inter- oder innerethnische Freundschaften
4.2.6 Freundschaften und Sprachgebrauch
4.3 Innerethnische Freundschaften als herkunftsspezifisches Kapital
4.4 Literatur

V. Bildung, der goldene Armreif: Bildung und Ausbildung
5.1 Bildung von Jugendlichen mit Migrationshintergrund
5.2 Aktuelle schulische oder berufliche Einbindungen
5.2.1 Übersicht über den Bildungsverlauf
5.2.2 Soziale Bedingungen des Bildungsniveaus
5.3 Bildungsbiographien
5.3.1 Besuch von Kindergarten oder Kindertagesstätte
5.3.2 Brüche in der Bildungsbiographie: Klassenwiederholungen
5.3.3 Bildungslaufbahn
5.4 Ethnische Zusammensetzung der Schülerschaft und Bildungsniveau
5.5 Spezielle Bildungsangebote für Zugewanderte
5.6 Unterstützende Faktoren in der schulischen Laufbahn
5.6.1 Soziales Lernklima in der Schule
5.6.2 Unterstützung der Schulkarriere im außerschulischen Kontext
5.6.3 Unterstützung durch das familiäre Umfeld
5.7 Nach der Beendigung der Schulzeit
5.8 Belastende oder stützende Lebensereignisse im Rahmen von Schule und Beruf
5.9 Bildungserfolgreiche und nicht erfolgreiche Mädchen und junge Frauen mit Migrationshintergrund
5.10 Literatur

VI. Zuhause in zwei Sprachen: Mehrsprachigkeit und Sprachmilieu
6.1 Mehrsprachigkeit in einer monolingualen Gesellschaft
6.2 Sprachliche Kompetenzen: Bi- und Multilingualität
6.2.1 Multilinguale Migrantinnen: Das Sprachenrepertoire
6.2.2 Kompetenzen in der deutschen Sprache
6.2.3 Kompetenzen in der Herkunftssprache
6.3 Entwicklung und Beibehaltung von Sprachfertigkeiten
6.3.1 Migrationsbiographien und Zweisprachigkeit
6.3.2 Muttersprachlicher Ergänzungsunterricht und der Erhalt der Herkunftssprache
6.3.3 Bilingual oder geringe Fertigkeiten in beiden Sprachen?
6.4 Erwerb der deutschen Sprache
6.5 Das sprachliche Milieu: deutsch – bilingual – herkunftssprachig
6.5.1 Sprache im familialen Bereich
6.5.2 Sprache im Freundeskreis
6.5.3 Deutsche und herkunftssprachige Medien
6.6 Emotionale Bindung an die Sprachen
6.7 Das Sprachmilieu: Einflussfaktoren und Auswirkungen
6.8 Literatur

VII. Selbstverständlich gleichberechtigt: Partnerschaft und Geschlechterrollen
7.1 Heiratsverhalten und Partnerwahl in Migrationsfamilien
7.2 Vorstellungen vom Partner
7.2.1 Eigenschaften des zukünftigen Partners
7.2.2 Partnerschaftsmodelle
7.2.3 Heiratsoptionen: Inner- oder interethnische Partnerwahl
7.2.4 Optionen für eine transnationale Ehe
7.2.5 „Arrangierte Ehen“/„Zwangsheirat“
7.3 Kinderwunsch und Vorstellungen über die Erziehung der eigenen Kinder
7.3.1 Kinderwunsch
7.3.2 Vorstellungen über Kindererziehung
7.4 Partnerwahlorientierungen
7.5 Geschlechterrollen
7.5.1 Traditionelle oder moderne Geschlechterrollen
7.5.2 Die Wahrnehmung geschlechtsspezifischer Barrieren
7.5.3 Stellung der Frau in der Religion
7.6 Moderne Geschlechterrollen und Formen der Partnerwahl
7.7 Literatur

VIII. Körperlust: Körperbewusstsein und Sexualität
8.1 Die Diskussion um den weiblichen Körper im Migrationskontext
8.2 Körperbewusstsein und Gesundheitspflege
8.2.1 Körperbewusstsein und Körperbild
8.2.2 Bewertung des Körpers und Körperpflege
8.3 Einstellung zur Sexualität und Erfahrungen mit sexueller Aufklärung
8.3.1 Der Stellenwert von Virginität
8.3.2 Einstellungen zur Bedeutung von Sexualität
8.4 Wissen über Sexualität und Sexualaufklärung
8.5 Erkenntnisse und Forschungsdesiderate
8.6 Literatur

IX. Herkunft zählt: Ethnizität und psychische Stabilität
9.1 Auseinandersetzung mit der These vom Kulturkonflikt
9.2 Ethnizität
9.2.1 Die Bestimmung von Ethnizität
9.2.2 Ethnizität als ethnische Selbstverortung
9.2.3 Ethnizität als Bestimmung des Ortes emotionalen Wohlbefindens
9.2.4 Ethnizität als ethnische Beziehungen und Freundschaften
9.2.5 Ethnizität als Wunsch nach ethnischer Gleichheit in persönlichen Beziehungen
9.2.6 Ethnizität als formale Mitgliedschaft
9.2.7 Ethnizität als Lebensplanung
9.2.8 Anpassungsleistungen
9.3 Psychische Stabilität, Zufriedenheit und belastende Lebensereignisse
9.3.1 Die These von der psychischen Belastung von Mädchen mit Migrationshintergrund auf dem Prüfstand
9.3.2 Zufriedenheit mit Aspekten der Lebenslage
9.3.3 Psychosomatische Auffälligkeiten
9.3.4 Psychische Stabilität
9.3.5 Interne oder externe Kontrollüberzeugungen
9.3.6 Belastungen durch kritische Lebensereignisse
9.4 Bindung an den Herkunftskontext und psychische Befindlichkeit
9.5 Literatur

X. Wie hältst du’s mit der Religion? Religiöse Einstellungen
10.1 Religiosität von Jugendlichen in Deutschland
10.2 Dimensionen der Religiosität
10.2.1 Die Zugehörigkeit zu den Religionsgemeinschaften
10.2.2 Die Dimension der religiösen Erfahrung
10.2.3 Die Dimension des religiösen Glaubens
10.2.4 Die Dimension der religiösen Praxis
10.2.5 Die Dimension der Konsequenzen aus religiöser Überzeugung
10.3 Formen von Synkretismus und religiöse Toleranz
10.4 Religiöse Erziehung in der Herkunftsfamilie
10.5 Stellung der Frau in der Religion
10.6 Zum Religionsverständnis und Dimensionen der Religiosität
10.6.1 Instrumente zur Messung von Religiosität
10.6.2 Intensität der religiösen Orientierungen
10.7 Binnendifferenzierung von Musliminnen mit türkischem Hintergrund
10.8 Literatur



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