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Neuvorstellung zur Übersicht
30.03.2005
Günter Schiepek (Hrsg.): Neurobiologie der Psychotherapie
Schiepek Neurobiologie Schattauer Verlag 2003
Broschierte Zweitauflage 2004

Geleitworte von Klaus Grawe und Hermann Haken

508 Seiten

ISBN: 3794523636
Preis: 49,95 €
Schattauer-Verlag





Andreas Manteufel, Bonn:


Diese für den deutschsprachigen Raum einmalige Aufsatzsammlung schlägt die Brücke zwischen Neurobiologie und Psychotherapieforschung. Beide Gebiete haben in den letzten Jahren ihr Gesicht verändert. Mit der Verfügbarkeit bildgebender Verfahren wie Positronenemissionstomographie (PET), funktionelle Magnetresonanztomographie (fMRT) oder Single-Photon-Emissions-Computertomographie (SPECT) sind ganz neue Einsichten in neuronale Vernetzungen und Dynamiken möglich. Die Psychotherapieforschung bewegt sich von reiner Effektivitätsforschung hin zu einer Prozessforschung, die mit Hilfe neuer, nichtlinearer Auswertungsmethoden mehr über die Veränderungsdynamik erfolgreicher therapeutischer Beziehungsgestaltung zu erfahren sucht. Günter Schiepek baut diese Brücke nach der Architektur der Synergetik, zu der ihr Begründer Hermann Haken ein anschauliches Kapitel beisteuert. Bausteine sind die Konzepte der zirkulären Kausalität, der Phasenübergänge und der kritischen Instabilitäten, ohne die das Nachvollziehen neuer Ordnung sowohl im Gehirn als auch in psychotherapeutischen Prozessen nicht möglich ist. Bereits im einführenden Kapitel wird dieses Programm klar umschrieben. Nach dieser Vorgabe wagt es kein Autor, auf einen Bezug seines Themas zur Psychotherapie zu verzichten. Gerade das hebt das Buch von anderen, zumeist leeren Integrationsversprechungen ab. Daher greift Klaus Grawe in seinem Vorwort nicht zu hoch, wenn er von einem Meilenstein spricht.
Praktiker müssen wissen, dass sie keine „Rezepte“ für therapeutisches Tun finden. Der Schwerpunkt liegt eindeutig auf neuen Forschungsperspektiven, nämlich der Synchronisierung von klinischen Beobachtungen mit dazu korrespondierenden hirnphysiologischen Ableitungen. Es wäre auch unehrlich zu behaupten, dass die Neurobiologie neue psychotherapeutische Praktiken erfinden könnte. Doch Therapeuten werden dafür sensibilisiert, auf welche Weise sie auf biologische Abläufe Einfluss nehmen. Dem Praktiker am ehesten zugänglich ist wahrscheinlich, dank einer Einzelfalldarstellung, das Kapitel zur Psychoneuroimmunologie von Schubert und Schiepek.
Zugegeben, ein Einsteigerbuch ist dies nicht. Wer mit dem Aufbau des Gehirns und der Terminologie der Neurobiologie wenig vertraut ist, wird sich schwer tun. Doch für den interessierten Nicht-Hirnforscher werden sowohl die bildgebenden Verfahren als auch die anspruchsvollen Auswertungsmethoden ausführlich erläutert. Hervorzuheben ist, dass dabei auch ihre realistischen Grenzen nicht verschwiegen werden. Für den Bereich der Psychotherapieforschung hat Schiepek mit seinen Mitarbeitern Pionierarbeit geleistet. Dieses Kapitel steht zu Recht in der Mitte der fast 550 Seiten, befindet sich der Leser doch hier sozusagen auf dem Scheitelpunkt der Brücke zwischen Hirnforschung und Therapie. Wenn auch noch viel Zukunftsmusik mitschwingt: Kaum eine Therapieforschung ist derart anregend für die Praxis wie diese.
Die Autorengruppe ist hochkompetent besetzt. Inhaltlich ist das Buch auf dem allerneuesten Stand der Forschung, reich illustriert und dank des roten Fadens des Herausgebers auch aus einem Guss. Wie in einem guten Lehrbuch werden zwischen den Artikeln immer wieder hilfreiche Bezüge hergestellt. Schwerpunktthemen sind Neuroplastizität, Emotions-, Angst- und Stressforschung, physiologische Regulationsmuster und einzelne, psychiatrisch relevante Störungsbilder. Der detaillierten Themensuche dient ein ausführliches Sachverzeichnis. Das eine oder andere Thema mag man vermissen, doch wer sich mit dem Stoff dieses Werks vertraut gemacht hat, darf getrost von sich behaupten, auf dem aktuellsten Stand der „Neurobiologie der Psychotherapie“ zu sein.

(mit freundlicher Genehmigung aus dem Kontext, Heft 4/2004)




Eine weitere ausführliche Besprechung von Fritz Mewe für die "Arbeitsgemeinschaft für Sozialberatung und Psychotherapie

Ein Aufsatz für das "gepfefferte Ferkel von
Günter Schiepek, Friedebert Kröger und Heiko Eckert "'Nichts ist praktischer als eine gute Theorie…' Das systemische Projekt als wissenschaftliche Herausforderung"

Ein Vortrag von
Hinderk M. Emrich auf den Lindauer Psychotherapiewochen 2001 zum Thema Neurowissenschaften als Herausforderung für die Psychotherapie

Unterschiedliche Links zum Thema Neurobiologie vom Uni-Klinikum Dresden

Ein Artikel "Wie die Psyche das Gehirn baut" von Joachim Rogosch aus der Badischen Zeitung






Verlagsinfo: "Was passiert im Gehirn, wenn Psychotherapie wirkt? Wie können Umstrukturierungsprozesse des komplexen Systems Gehirn erfasst und dargestellt werden? Zunehmend richtet sich das wissenschaftliche Interesse auf die neurobiologischen Vorgänge, die menschlichen Lern- und Entwicklungsprozessen zugrunde liegen. Die Persönlichkeitsentwicklung, die Handlungsplanung oder die zwischenmenschliche Kommunikation - also wesentliche Bereiche der "Psyche" - rücken ins Blickfeld. Zugleich ermöglichen die modernen bildgebenden Verfahren, wie MRT, PET oder SPECT, neue Einblicke in das lebende Gehirn.
Die "Neurobiologie der Psychotherapie" vermittelt einen Überblick über den aktuellen Wissensstand und die verfügbaren Methoden. Die Mess- und Forschungsmethodik wird einführend und zugleich innovativ behandelt; die neurobiologischen Grundlagen der Psychotherapie und die wesentlichen psychotherapeutischen bzw. psychiatrischen Krankheitsbilder werden von führenden Autoren aktuell und umfassend dargestellt. Wesentliche Akzente des Buches liegen auf den Themen
- neuronale Plastizität,
- die Auswirkungen von Emotionen und Stress,
- Psychoneuroimmunologie,
- Veränderung physiologischer Regulationsmuster,
- Identifikation kritischer Übergänge und Instabilitätsphasen in der Psychotherapie.
Dieser Band vermittelt zugleich verständliche Information und die Grundlagen für Innovation und Weiterentwicklung auf einem neuen und zukunftsträchtigen Forschungsfeld. Er liefert damit neue Ansatzpunkte zur Optimierung psychotherapeutischer Vorgehensweisen und fördert ein integratives und interdisziplinäres Verständnis von Psychotherapie, das der Komplexität biopsychosozialer Entwicklungsprozesse des selbstorganisierenden Systems Mensch gerecht wird.


Günter Schiepek:

Prof. Dr. Dr. phil., Dozent an der Universität Bamberg, Projektleiter am Universitätsklinikum Aachen, Leiter des Forschungsinstituts für Komplexe Systeme in den Humanwissenschaften (München), stellvertretender Vorsitzender der Deutschen Gesellschaft für Komplexe Systeme und Nichtlineare Dynamik, Autor zahlreicher Fachbücher. Praktische Tätigkeit im Bereich lösungsorientierter Kurzzeittherapie und Supervision. Evaluations- und Prozessforschung zur systemischen Therapie; Forschungsprojekte zur Anwendung von Synergetik und Chaostheorie auf klinische und sozialpsychologische Fragestellungen; Mitherausgeber der Zeitschrift Systeme, Wissenschaftlicher Beirat verschiedener systemischer Fachzeitschriften.


Inhaltsverzeichnis:

01. Schiepek, Günter, Lambertz, Manfred, Perlitz, Volker, Vogeley, Kai, & Schubert, Christian: Neurobiologie der Psychotherapie - Ansatzpunkte für das Verständnis und die methodische Erfassung komplexer biopsychischer Veränderungsprozesse. S. 1-27.
02. Roth, Gerhard: Wie das Gehirn die Seele macht. S. 28-41.
03. Spitzer, Manfred: Neuronale Netzwerke und Psychotherapie. S. 42-57.
04. Müller, Viktor, Preißl, Hubert, Lutzenberger, Werner, & Birbaumer, Niels: Komplexität und Hirndynamik. S. 58-79.
05. Haken, Hermann: Synergetik der Gehirnfunktionen. S. 80-103.
06. Krings, Timo: Grundlagen der funktionellen Magnetresonanztomographie. S. 104-130.
07. Setani, Keyvan, & Büll, Udalrich: Biologisches und funktionelles Brainimaging mit der Emissionscomputertomographie (PET, SPECT). S. 131-145.
08. Erkwoh, Ralf: Möglichkeiten des Neuroimaging in psychotherapeutischen Ansätzen. S. 146-157.
09. Vaitl, Dieter, Schienle, Anne, & Stark, Rudolf: Emotionen in der Psychotherapie: Beiträge des Neuroimaging. S. 158-185.
10. Fujiwara, Esther, & Markowitsch, Hans J.: Das mnestische Blockadesyndrom - hirnphysiologische Korrelate von Angst und Stress. S. 186-212.
11. Flor, Herta: Wie verlernt das Gehirn den Schmerz? Verletzungsbezogene und therapeutisch induzierte neuroplastische Veränderungen des Gehirns bei Schmerz und psychosomatischen Störungen. S. 213-223.
12. Hüther, Gerald, & Rüther, Eckhart: Die nutzungsabhängige Reorganisation neuronaler Verschaltungsmuster im Verlauf psychotherapeutischer und psychopharmakologischer Behandlungen. S. 224-234.
13. Schiepek, Günter, Weihrauch, Stefan, Eckert, Heiko, Trump, Thilo, Droste, Siegfried, Picht, Arthur, & Spreckelsen, Cord: Datenbasiertes Real-time-Monitoring als Grundlage einer gezielten Erfassung von Gehirnzuständen im psychotherapeutischen Prozess. S. 235-272.
14. Heim, Sabine, Eulitz, Carsten, Keil, Andreas, Rockstroh, Brigitte, & Elbert, Thomas: Interventionseffekte auf phonologische Verarbeitung und kortikale Organisation bei Kindern mit spezifischer Sprachbeeinträchtigung. S. 273-292.
15. Schmid-Schönbein, Holger, Perlitz, Volker, & Schiepek, Günter: Das Paradigma antriebsabhängiger Ordnungsübergänge - eine Verbindung von Tradition und aktueller Forschung in der Physiologie. S. 293-301.
16. Lambertz, Manfred, Vandenhouten, Ralf, & Langhorst, Peter: Transiente Kopplungen von Hirnstammneuronen mit Atmung, Herzkreislaufsystem und EEG: Ihre Bedeutung für Ordnungsübergänge in der Psychotherapie. S. 302-324.
17. Perlitz, Volker, Cotuk, Birol, Haberstock, Sandra, & Petzold, Ernst R.: Selbstorganisation kutaner Perfusionsrhythmik bei therapeutisch induzierter psychovegetativer Entspannung. S. 325-348.
18. Basar-Eroglu, Canan, Hoff, Edwin, Strüber, Daniel, & Stadler, Michael A.: Multistabile Phänomene in der Neurokognitionsforschung. S. 349-364.
19. Schiepek, Günter, & Kowalik, Zbigniew J.: Societies of brains: nichtlineare Ordnungsübergänge in der psychotherapeutischen Interaktion. S. 365-377.
20. Miltner, Wolfgang H.R., Krieschel, Silke, Hecht, Holger, Trippe, Ralf H., & Weiß, Thomas: Angstmotivierte Aufmerksamkeitsanomalie: psychobiologische Grundlagen und neuronale Aspekte ihrer therapeutischen Modifikation. S. 378-403.
21. Flatten, Guido: Posttraumatische Belastungsreaktionen aus neurobiologischer und synergetischer Perspektive. S. 404-422.
22. Vogeley, Kai, Bergmann, Andrea, & Falkai, Peter: Theory of mind und Selbstperspektive - neuronale Korrelate und Veränderungen bei der Schizophrenie. S. 423-435.
23. Kunert, Hanns Jürgen, Prüter, Christian, & Hoff, Paul: Wahn - eine neurobiologische Bestandsaufnahme. S. 436-452.
24. Kaiser, Stefan, Mundt, Christoph, & Weisbrod, Matthias: Störung der exekutiven Kontrollfunktionen bei depressiven Patienten - Implikationen für die Psychotherapie. S. 453-468.
25. Schneider, Udo, Gödecke-Koch, Thomas, Paetzold, Wolfgang, Becker, Hinnerk, & Emrich, Hinderk M.: Biologische Korrelate zur Erklärung von Persönlichkeitsstörungen. S. 469-484.
26. Schubert, Christian, & Schiepek, Günter: Psychoneuroimmunologie und Psychotherapie: psychosozial induzierte Veränderungen der dynamischen Komplexität von Immunprozessen. S. 485-508.





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