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Kurzvorstellung zur Übersicht
30.06.2009
Marie-Luise Conen, Gianfranco Cecchin: Wie kann ich Ihnen helfen, mich wieder loszuwerden? Therapie und Beratung in Zwangskontexten
Conen Cecchin Zwangskontexte Carl-Auer-Verlag, Heidelberg 2007
mit einem Beitrag von Rudolf Klein

288 S., broschiert

Preis: 29,95 €

ISBN-10: 3896705121
ISBN-13: 978-3896705129
Carl Auer-Verlag





Wolfgang Loth, Bergisch-Gladbach:

Marie-Luise Conen hat im deutschsprachigen Raum in den letzten 15 Jahren entscheidende Impulse gesetzt, wenn es darum geht, wie Helfen unter den Vorzeichen von Fremdmotivation geschehen kann. Im vorliegenden Buch fasst sie ihr beinahe lexikalisches Wissen zu diesem Thema zusammen, kongenial ergänzt durch Gianfranco Cecchins Überlegungen und Praxisbeispiele. Cecchins Beitrag besteht in den überarbeiteten Materialien zu seinen Seminaren in Conens Berliner Context-Institut, zum Teil noch vor seinem zu frühen Tod mit ihm gemeinsam redigiert. Eine zusätzliche Bereicherung steuert Rudolf Klein bei, der in einem kürzeren Aufsatz seine Ideen zum süchtigen Trinken und korrespondierende (Ohn)Machts-Empfindungen von professionellen HelferInnen beleuchtet.
Conen erweist sich in diesem Buch als eine ungemein belesene, auch im Detail nicht nachlässige und aus der Fülle langjährig gereifter Ideen schöpfende Autorin. Manchmal führt das (in dem von ihr beigesteuerten Teil) zu dem Eindruck, hier liege ein Materialband vor, der (fast) alle Details der Thematik aufgreift, beleuchtet und querverbindet. Das liest sich daher manchmal etwas sperrig, zeigt andererseits jedoch auch, dass das Thema „Zwangskontext“ keine Randerscheinung ist, sondern schon lange ein herausforderndes Thema, zu dem schon viele beigetragen haben. Dass Conen vielen davon in wörtlichen Zitaten die Ehre gibt, erschwert einerseits die Leseflüssigkeit, regt jedoch andererseits dazu an, sich die vielen Facetten der Thematik tatsächlich als einen Multilog vorzustellen.
Während Conen im vorliegenden Fall das Gerüst beisteuert, malt Cecchin die praktische Umsetzung anhand von Beispielen und mithilfe von Transkripten aus. Er erweist sich wieder einmal als anregender Erzähler, dem es scheinbar mühelos gelingt, die Fragen und Details, die Conen in lexikalischer Gründlichkeit aufbereitet, als gelebte Praxis zu vermitteln. Doch gibt es auch in Conens Part immer wieder Passagen, die einen unmittelbaren Einblick in die Weise erlauben, wie sie ihre Überlegungen in der Praxis umsetzt. So macht z.B. ihre Sammlung zirkulärer Fragen (S 147ff.) neugierig darauf, wie diese sich im konkreten Fall als Verlockungen zum Blick über den Tellerrand erweisen. Conens Beschreibungen zum Dreieck „Situation der Klienten – Situation der professionellen Helfer – Helfer-Klient-Beziehung“ sind ebenfalls so dicht und valide, dass auch dieses Gerüst glaubhaft das Fleisch andeutet, mit dem es lebt Das Buch eignet sich m.E. ohne Einschränkungen als Standardlektüre für alle, die unter erschwerten Bedingungen helfen sollen und wollen.
(Mit freundlicher Genehmigung aus systhema 1/2008)





Zu einer weiteren Rezension von Gernot Hahn für socialnet.de





Verlagsinformation:

Wer als Therapeut oder Berater mit Klienten arbeiten soll, die von sich aus kein Anliegen haben oder nicht beraten werden wollen, hat zwei Möglichkeiten: Er sucht sich andere Klienten, oder er versucht, die Möglichkeiten zu nutzen, die die Situation bietet. Marie-Luise Conen und Gianfranco Cecchin zeigen mit diesem Buch, dass Unfreiwilligkeit kein Hindernis für eine gute Zusammenarbeit sein muss. Professionellen Helfern bieten sie neue Standpunkte und Konzepte für den Umgang mit unmotivierten Klienten an. Die sind nicht nur in der Jugendhilfe, der Psychiatrie oder im Strafvollzug von großem Nutzen, sondern machen auch in der Jugendgerichtshilfe, in Einrichtungen der Drogenrehabilitation, im Umgang mit Verkehrsstraftätern oder bei häuslicher Gewalt erfolgreiche Interventionen möglich. Gianfranco Cecchin (1932–2004) zählt mit seinen Mailänder Kollegen zu den Pionieren der systemischen Therapie. Marie-Luise Conen hat viele ihrer Ideen in der aufsuchenden Familientherapie formuliert und erprobt. Gemeinsam haben sie das Thema über 15 Jahre entwickelt und publizieren es hier erstmals.


Inhalt:

Vorwort 9

I Wie kann ich Ihnen helfen, mich wieder loszuwerden? (von Marie-Luise Conen) 15

1 Anderssein 15
2 Funktion von Sozialarbeit 20
3 Soziale Kontrolle 25
4 Kolonisation und Paternalismus 28
5 Einfluss 32
6 Macht I 34
7 Macht II 37
8 Problemdefinition 45
9 Motivation 52
10 (Un-)Freiwilligkeit 60
11 Hoffnung(slosigkeit) 64
12 Zwang 70
13 Widerstand 83
14 Hilfe 90
15 Das Dreieck 93
16 Kontrakt 129
17 Behandelbarkeit 134
18 Effektivität 137
19 Systemische Interventionen und Vorgehensweisen in Zwangskontexten 141
20 Spezifische Zwangskontexte 155

II Therapie und Klient im Zwangskontext (Gianfranco Cecchin)  177

1 Therapie als Konversation über Konsequenzen 177
2 Therapiegespräche 211

III Von (ohn)mächtigen Helfern und berauschten Sehnsüchten – Gedanken zum systemischen Verständnis süchtigen Trinkens (Rudolf Klein) 252

Literatur 274


Vorwort:

Mit dem Thema Zwangskontext sind für mich über 15 Jahre inspirierender Gespräche mit den beiden Mailändern Gianfranco Cecchin und Luigi Bosoclo verbunden. Beide haben auf ihre je eigene Art dazu beigetragen, die den systemischen Therapeuten und Beratern eigene Leichtigkeit und Kreativität auch in Zwangskontexten zu entwickeln. 1991 führte Gianfranco Cecchin den ersten Workshop am Context- Institut für systemische Therapie und Beratung durch zum Thema »Wie können wir Ihnen helfen, uns wieder loszuwerden?«. Seine Ideen und sein Repertoire ermutigten uns zur Entwicklung kreativer und »angemessen ungewöhnlicher« Ideen in der Arbeit mit unfreiwilligen Klienten. Er zeigte uns, welche – bislang unbekannten – Wege wir mit Klienten gehen konnten, die unfreiwilligerweise mit uns zu tun haben. Gleichzeitig verwiesen seine Ideen uns gründlicher als vorher darauf, wie es möglich ist, systemisches Denken und Handeln auch in einem »Zwangskontext« umzusetzen.
Gianfranco Cecchin und ich hatten zu Beginn unseres Ideenaustauschs zur Arbeit mit »unmotivierten« und unfreiwilligen Klienten den Eindruck, Neuland zu betreten, da unsere Überlegungen Irritation bis hin zu Ablehnung auslösten. Wir wunderten uns darüber, denn wir gingen davon aus, nur konsequent systemische Überlegungen auch auf die Arbeit mit unfreiwilligen Klienten zu übertragen
. Als Gianfranco Cecchin im Rahmen eines Workshops (1991) in einer Live-Konsultation mit einer Klientin arbeitete, die auf Grund von Aufl agen eine Familienhilfe anzunehmen hatte, verfolgten ich und auch die anderen Teilnehmer mit großer Aufmerksamkeit seine Arbeit mit der Klientin, die dieses »Hilfeangebot« eines Jugendamts ablehnte. Es war beeindruckend, wie er einerseits die Klientin ernst nahm darin, diese Hilfe nicht zu wollen, und andererseits die Situation aufnahm – dass es nämlich Vorfälle gegeben hatte, die das Jugendamt veranlasst hatten, an der Erziehungskompetenz der Mutter zu zweifeln. Diese Live-Konsultation war der Beginn einer Vielzahl intensiver Diskussionen, die zu diesem Buch führten.
Als ich 1992 das Konzept der Aufsuchenden Familientherapie (Conen 1996, 2002) entwickelte, bestand ein wichtiger Eckpfeiler dieses Konzepts auch in der Arbeit mit Klienten, die als nicht motiviert gal ten bzw. unfreiwilligerweise mit den Familientherapeuten sprechen sollten. Mir war es auf Grund der Zusammenarbeit mit Gianfranco Cecchin und Luigi Boscolo selbstverständlich, in der Unfreiwilligkeit kein Hindernis für eine gute Zusammenarbeit zu sehen. Umso erstaunter war ich über die heftigen Reaktionen, als ich bei den einzelnen Fachdiensten eines Jugendamtes das Konzept der aufsuchenden Familientherapie vorstellte. Mit derartigen, emotional gefärbten Angriffen hatte ich nicht gerechnet. Die Kritik und Vorwürfe richteten sich u. a. dagegen, dass es ethisch nicht vertretbar sei, mit Menschen zu arbeiten, die das nicht wollten. Ich war schier erstaunt über diese Kritik, war verwirrt, da ich mich fragte, wie man diese Menschen sonst erreichen will.
Immer wieder erlebte ich in meiner Arbeit, dass es als Ziel formuliert wurde, einzelne Familienmitglieder zu »motivieren«: zu einer logopädischen Behandlung für ein Kind, zum Besuch eines Kindergartens, zur Alkoholentzugstherapie der Mutter, zu einer schulischen Maßnahme eines Jugendlichen, zu einer Trainingsmaßnahme, zur Arbeitssuche usw. Das Ziel war für die beteiligten professionellen Helfer klar, nur die Klienten hatten anscheinend andere Vorstellungen und »ließen sich nicht motivieren«. Professionelle Helfer investierten viel Energie und Engagement, um Wege zu fi nden, die Klienten »irgendwohin « zu bringen oder zu »irgendetwas« zu motivieren.
Zu diesem Zeitpunkt sah ich zufällig eine regional ausgestrahlte Fernsehdiskussion zum Thema »Sexualstraftäter und Therapie«. Die Sexualmorde an mehreren Mädchen hatten in der Öffentlichkeit verstärkt Forderungen nach einer Therapie der Sexualstraftäter aufkommen lassen. Ich verfolgte interessiert die Diskussion der eingeladenen Experten. Ein in der forensischen Psychiatrie tätiger Arzt sagte u. a.: »Wir müssen die Täter für eine Therapie motivieren, dies braucht Zeit.« Der Journalist fragte nach: »Ja, und wie lange dauert es, die Täter zu motivieren?« Der Arzt: »Circa drei bis vier Jahre.« Leider fragte der Journalist nicht nach, wie lange denn die übliche Haftdauer sei – die damals ca. drei bis vier Jahre betrug. Die Dauer der Motivationsarbeit war also eher identisch mit der Haftzeit. Ich wurde angesichts solcher Aussagen und der Ratlosigkeit von Kollegen im Umgang mit »Unfreiwilligkeit « ungeduldig. Offensichtlich gab es verschiedene Welten: eine Welt der »Motivierungsarbeit« und eine Welt, die die Möglichkeiten eines Zwangskontextes nutzt (von Foerster 1985). Wenn man so will, ist das Thema »Zwangstherapie« kein neues Thema, sondern bereits 2000 Jahre alt. Schon vor 2000 Jahren wurde eine erste Form von Zwangstherapie bei Suizidalität durchgeführt. In einer römischen Stadt »war es zu einer Selbstmordepidemie unter jungen Frauen gekommen. Der Senat der Stadt überlegte, wie das tragische Geschehen beendet werden könnte. Es wurde daraufhin öffentlich bekanntgegeben, dass zukünftig jede junge Frau, die sich selbst töten würde, nach ihrem Selbstmord nackt auf dem Marktplatz der Öffentlichkeit zur Schau gestellt werden würde. Die Selbstmorde hörten nach dieser Bekanntgabe schlagartig auf« (Watzlawick 2005, S. 35).
* Als Karl Heinz Pleyer, Psychologe in der Kinder- und Jugendpsychiatrie in Viersen, eine Fachtagung zum Thema »Zwangskontexte« durchführte (Pleyer 1996), war dies in seiner »Neuheit« ein Durchbruch. Ich selbst war sehr erfreut festzustellen, dass es offensichtlich einen Kreis von systemisch orientierten Kollegen gab, der sich mit diesem Thema beschäftigte. Diese Tagung – und hier sei noch mal dem Engagement von Karl Heinz Pleyer gedankt – war wegweisend, da es auch für systemische Therapeuten und Berater noch relativ neu war, mit »unmotivierten« oder unfreiwilligen Klienten zu arbeiten. Auch systemisch ausgebildete Kollegen lehnten diese Arbeit ab, vor allem mit dem Verweis auf die »Nichtinstruierbarkeit« von Menschen (Maturana u. Varela 1987). Kollegen waren daher ratlos, wenn es darum ging, mit Klienten zu arbeiten, die kein Anliegen hatten und auch nichts mit ihnen zu tun haben wollten.
Viele Kollegen suchten auf Grund der mangelnden Motivation ihrer Klienten in anderen Arbeitszusammenhängen nach motivierten Klienten. Mit den zunehmenden Schwierigkeiten auf dem Arbeitsmarkt veränderte sich dies, da ein »Ausweichen« in Arbeitsfelder mit motivierten Klienten nicht mehr so leicht möglich wurde. Es verstärkte sich also die Suche nach geeigneten Konzepten im Umgang mit unfreiwilligen und »unmotivierten« Klienten. Vor allem in der Jugendhilfe haben Ideen wie Unfreiwilligkeit – ein Lösungsverhalten (Conen 1999) oder die Frage, wie Klienten Helfer loswerden können (Conen 1996), bislang großen Zuspruch gefunden; Kollegen auch aus anderen Arbeitsfeldern fi nden zunehmend Interesse an einer systemischen Betrachtungsweise ihres Arbeitskontextes, in dem Klienten gezwungenermaßen mit ihnen zusammenarbeiten müssen. Während in Arbeitsfeldern wie Strafvollzug, Maßregelvollzug und Bewährungshilfe professionelle Helfer von vornherein mit Zwang und Unfreiwilligkeit konfrontiert sind, tun sich Mitarbeiter in anderen Arbeitskontexten mit dem »Zwangscharakter« ihrer Tätigkeit schwer. Allerdings gibt es heute kaum einen Arbeitsbereich, in dem nicht die »Unmotiviertheit« und »Unfreiwilligkeit« von Klienten eine Rolle spielte – dies gilt inzwischen nach dem Inkrafttreten des Psychotherapeutengesetzes auch für Klienten in freien Praxen. Professionelle Helfer müssen angesichts der »Unmotiviertheit« und »Unfreiwilligkeit « von Klienten zu dieser Thematik vermehrt neue Standpunkte sowie Konzepte entwickeln.
Im Rahmen meiner Literaturrecherchen zu diesem Buch stieß ich anfänglich auf nur wenige Veröffentlichungen, die sich aus einer systemischen Perspektive mit dem Thema »Zwangskontext« beschäftigten. Insbesondere zu Arbeitsfeldern, die allgemein noch wenig von systemischen Überlegungen »beeinfl usst« sind, wie z. B. Maßregelvollzug, geschlossene Unterbringung, Verkehrstherapie und Rehabilitation, um hier nur einige zu nennen, sind bisher noch zu wenige systemisch orientierte Konzepte veröffentlicht. Durch Kontakte mit einzelnen Mitarbeitern in solchen Arbeitszusammenhängen ist mir jedoch bekannt, dass entsprechende Vorgehensweisen in aller Stille bereits umgesetzt werden.
Die Vielfalt von Berufen sowie von Arbeitsfeldern, in denen psychosoziale Arbeit geleistet wird, hat auch zu der Frage geführt, wie ich die Mitarbeiter in diesem Buch bezeichnen kann. Wenn ich von systemischen Therapeuten spreche, würden sich dann die Kollegen, die als Sozialarbeiter mit Jugendlichen in sozialen Trainingskursen arbeiten, angesprochen fühlen? Wenn ich von systemischen Beratern sprechen würde, wären dann noch Jugendamtsmitarbeiter oder Psychologen im Strafvollzug einbezogen? Darüber hinaus sollen sich mit diesem Buch nicht nur bereits systemisch weitergebildete Kollegen, sondern auch andere interessierte Kollegen angesprochen fühlen, die mit unfreiwilligen und unmotivierten Klienten in Zwangskontexten arbeiten. Ich habe mich daher entschieden, den alle umfassenden Begriff »professionelle Helfer« zu verwenden. Er scheint mir am ehesten geeignet zu sein, die verschiedensten Berufsgruppen in den unterschiedlichsten Arbeitsfeldern mit Zwangskontexten zu umfassen. Ergänzend möchte ich darauf aufmerksam machen, dass der Begriff »Klienten« auch Betroffene einschließt, die in anderen Kontexten Probanden, Insassen, Bewohner, Betreute usw. genannt werden; ebenso möchte ich darauf hinweisen, dass ich aus Gründen der Lesbarkeit auf Unterscheidungen wie professioneller Helfer/professionelle Helferin verzichtet habe.
Ursprünglich enthielt dieses Buch noch weitere Abschnitte, die auf Beiträgen im Rahmen einer Fachtagung des Context-Instituts für systemische Therapie und Beratung in Berlin basieren und die leider aus Platzgründen nicht berücksichtigt werden konnten. Es handelt sich um folgende Beiträge:
• Thomas Gruber: Wege zur Kooperation mit Jugendlichen in einem Zwangskontext – zur Arbeit mit jugendlichen Sexualstraftätern.
• Michael Monzer: Vertrauen ist gut … – zur Arbeit mit wohnungslosen Menschen.
• Jürgen Schmieder: Wozu soll ich mich ändern, wenn sich euer Bild von mir nicht ändert? – zur Arbeit mit Strafgefangenen.
Diese Beiträge werden voraussichtich in der Zeitschrift Familiendynamik 2/2008 erscheinen.
• Andrea Brandl-Nebehay: Systemische Ansätze im Jugendamt – Chancen und Grenzen konstruktivistisch-systemischer Ansätze am Beispiel der Jugendwohlfahrt. Dieser Beitrag ist bereits erschienen (Hollstein-Brinkmann u. Staub-Bernasconi 2005).
• Klaus Deissler: Dialogische Handlungskontexte konstruieren – Auswege aus der Zwickmühle von Zwangsmaßnahmen. Dieser Beitrag wird erscheinen in der Zeitschrift für systemische Therapie und Beratung, Heft 3/2007, S. 147–156.
Diese Beiträge stellen eine Auswahl dar, in denen exemplarisch systemische Grundideen in der Praxis von »Zwangskontexten« umgesetzt sind. Auch in anderen Arbeitszusammenhängen, in denen Klienten »unmotiviert« oder unfreiwillig ein Hilfe- oder Maßnahmeangebot annehmen müssen, müssen wir weiterführende Konzepte entwickeln. Mit diesem Buch, dessen Grundlage eine Fachtagung zum Thema »Zwangskontext« am Context-Institut war, möchte ich Fachkräften Anregungen für ihr Konzept einer Arbeit in »Zwangskontexten« geben.
Es wird spannend sein, die erst begonnene Diskussion zur Arbeit in Zwangskontexten in weiteren Arbeitsfeldern zu beobachten. Gianfranco Cecchins Tod am 2.2.2004 hat für viele von uns eine große Lücke hinterlassen – seine Kreativität, seine Lebendigkeit und sein unerschütterlicher Glaube an die Fähigkeit der Menschen, ihre Freiheit positiv zu nutzen, hat unzählige systemische Therapeuten und Berater in der ganzen Welt nachhaltig beeindruckt und beeinfl usst. Ich habe ihn und die Gespräche mit ihm während des Schreibens an diesem Buch sehr vermisst. Umso mehr wusste ich zu schätzen, wie sehr seine Inspiration und seine Feuerwerke an Ideen mich beeinfl usst haben. Die Trauer um seinen Tod und der Wunsch, seine Ideen festzuhalten und anderen nach seinem Tod zugänglich zu machen, trugen zu unterschiedlichen Erfahrungen beim Schreiben bei. Ich bin sehr dankbar, dass wir insbesondere in den letzten Jahren seines Lebens in zahlreichen Gesprächen und Diskussionen einige Ideen, Konzepte und »Realitätskonstrukte« miteinander entwickeln konnten.

Marie-Luise Conen
Berlin, im Juni 2007


Über die AutorInnen:

Marie-Luise Conen, Dr. phil., Dipl.-Psych., Dipl.-Päd., M. Ed. (Temple University); Leiterin des Context-Instituts für systemische Therapie und Beratung (Berlin); 1993–2000 Vorsitzende der Deutschen Arbeitsgemeinschaft für Familientherapie (DAF). Zahlreiche Veröffentlichungen, u. a.: "Wo keine Hoffnung ist, muss man sie erfinden. Aufsuchende Familientherapie" (3. Aufl. 2006), "Wie kann ich Ihnen helfen, mich wieder loszuwerden? Therapie und Beratung in Zwangskontexten" (zus. mit Gianfranco Cecchin, 2007).

Gianfranco Cecchin (1932–2004), M. D., war Mitbegründer der Mailänder Schule der systemischen Therapie. Als Kodirektor des Centro Milanese Di Terapia Della Famiglia in Mailand wurde er durch seine Pionierarbeit in der Familientherapie weltweit bekannt. Er ist Autor bzw. Koautor zahlreicher Artikel und Bücher, unter anderem des Klassikers "Respektlosigkeit. Provokative Strategien für Therapeuten" (zus. mit Wendel A. Ray und Gerry Lane, 4. Aufl. 2005).



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