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Kurzvorstellung zur Übersicht
22.02.2008
Jürgen Hargens (Hrsg.): "…und mir hat geholfen…" Psychotherapeutische Arbeit - was wirkt? Perspektiven und Geschichten der Beteiligten
Jürgen Hargens: "und mir hat geholfen" verlag modernes lernen, Dortmund 2005

240 S., broschiert

Preis: 19,50 €

ISBN-10: 3861452758
ISBN-13: 978-3861452751
verlag modernes lernen





Wolfgang Loth, Bergisch Gladbach:

Jürgen Hargens zitiert in seinem einleitenden Beitrag eine Klage über das "Schweigen der KlientInnen in der therapeutischen Literatur" und sieht hier zu recht einen Widerspruch zwischen diesem Schweigen und der mittlerweile umfangreichen Literatur zu KlientInnenvariablen, insbesondere zum Zusammenhang von Therapieerfolg und der Einschätzung der therapeutischen Bemühungen durch die KlientInnen selbst. Hargens hat in diesem Zusammenhang den Begriff der Kundigkeit immer wieder in den Mittelpunkt seiner Argumentation gestellt und seine Arbeit daran ausgerichtet. "Kundigkeit", so schreibt er, "bedeutet, dass die Person das Potential, die Fähigkeit und das Vermögen besitzt, eigene Ziele zu definieren, zu präzisieren und zu erreichen. Das schließt für mich ein, dass diese Kundigkeit nicht bedeutet, dieses Vermögen jederzeit benutzen zu können, ähnlich wie ein Talent auch der Übung und des Trainings bedarf" (S.14f., Hervorh. im Orig.). Mit diesem Buch nun hat Hargens ein Projekt auf den Weg gebracht, in dem TherapeutInnen/BeraterInnen und die Personen, die um Hilfe nachgefragt hatten, zu Wort kommen und jeweils aus ihrer Sicht den Rahmen, den Verlauf und das Ergebnis der Arbeit beschreiben und kommentieren. Das bringt teilweise überraschende, teilweise amüsante, stets jedoch mit Sympathie und Respekt einher gehende Wendungen mit sich.
Hargens ist es gelungen, KollegInnen aus unterschiedlichen Arbeitsbereichen zur Mitarbeit zu gewinnen, diesen wiederum, die Personen, mit denen sie in Therapie und Beratung zusammen an Lösungen gearbeitet haben, die Mitarbeit an diesem Buch nahe zu bringen. Das ist, man kann es nachvollziehen, nicht immer so ohne weiteres möglich gewesen und dass es gelungen ist, kann vermutlich zu einem großen Teil auf die respekt- und vertrauensvolle Beziehung der beteiligten Personen zurückgeführt werden. In der Regel stellen die Beiträge der BeraterInnen/TherapeutInnen den umfangreicheren Teil der Beschreibungen. Es entsteht dennoch ein lebendiges Bild der jeweiligen Prozesse. Inhaltlich kommen Beispiele aus einer niedergelassenen Praxis zur Sprache , aus Tagesklinik und psychiatrischer Praxis, eine Therapie zu Essproblemen, eine Paartherapie, Skizzen aus dem Alltag einer Beratungsstelle, zu Erziehungsbeistandschaft und ein Beitrag zu Training und Ausbildung. Besonders interessant fand ich den Beitrag von Cornelia Tsirigotis, die zusammen mit Frau L. einen "Beratungsprozess im Kontext von Hörschädigung und CI-Rehabilitation zwischen Intuition und Selbstorganisation" reflektiert. Dieser Beitrag scheint mir ein besonders gelungenes Beispiel für den Versuch zu sein, so etwas wie ein störungsspezifisches Ressourcenwissen zu entwickeln. Es kommen dabei einige spannende Überlegungen zur Sprache, wie die relativ abstrakten Begriffe der Selbstorganisationstheorie praxisrelevant übersetzt werden können. Dies geht zwar über das Anliegen des vorgestellten Buches hinaus, korrespondiert jedoch nachvollziehbar mit dem von Frau L. beigesteuerten Kommentar zur vorgestellten Zusammenarbeit.
Im letzten Teil des Buches werden einige Fragebögen zur Verfügung gestellt, mit deren Hilfe ein niedrigschwelliges und unmittelbares Feedback erfasst werden kann, sowohl im Hinblick auf die wahrgenommene Beziehung, als auch im Hinblick auf das Ausmaß, in dem das Vorgehen aus Sicht der KlientInnen zum Erreichen von Zielen beiträgt. Die Fragebögen sind zum Kopieren für den persönlichen Gebrauch frei gegeben.
Das Buch trägt nicht nur dazu bei, eine Lücke in der Literatur zur Wirkung professioneller psychosozialer Hilfen zu schließen, sondern überzeugt auch durch seine durchgängig respektvolle und frische Art. Wer einen möglichst unverstellten Blick auf das Praxisgeschehen für hilfreich hält, in dem die Sicht der Hilfesuchenden und deren Bedeutung für den Erfolg der Zusammenarbeit kenntlich wird, dürfte sich mit diesem Buch sehr gut bedient fühlen.
(mit freundlicher Erlaubnis aus systeme 1/2005)


Jan Mensching, Bonn:

Jürgen Hargens hat dieses Buch aus zwei Gründen geschrieben. Zum einen ist es die Erkenntnis, dass Menschen sich ständig ändern und dies auch ohne die Hilfe von Fachleuten tun. Selbst schwerwiegende Veränderungen finden „einfach so“ statt und werden aufrechterhalten. Wie machen die Menschen das? Was können TherapeutInnen davon wie nutzen? Zum anderen wissen wir trotz vielfältiger Forschung im Detail sehr wenig über Änderungsprozesse. Würde es mehr Licht in diesem „Dunkel“ geben könnte dies sehr hilfreich für den Therapieprozess und seine Wirksamkeit sein. Hargens beschreibt Therapie als einen Prozess zwischen einem Fachmann für „fachliche Konversation“ und einem Kunden, der zumindest eine grundlegende Ahnung davon hat, was ihm wichtig ist.
Es gibt viele Ideen darüber, welche Therapiemethoden wie wirken. Nachuntersuchungen zeigen aber eher, dass man kaum weiß, was wirkt. Kaum ein Therapeut arbeitet ausschließlich nach einer Methode. Offenkundig ist es so, dass je länger jemand arbeitet, er/sie sich umso mehr auch bei anderen Richtungen bedient. Außerdem gibt es Untersuchungen, die besagen, dass die wichtigsten Veränderungen zu einem sehr frühen Zeitpunkt der Therapie stattfinden. An den Therapiemethoden kann man die Wirkung also kaum fest machen. Interessant in diesem Zusammenhang auch eine zitierte Untersuchung, die sich mit der von TherapeutInnen und KundInnen völlig unterschiedlichen Bewertung von so genannten Einmal-Kontakten beschäftigt.
Wie also nutzen KundInnen das Angebot der TherapeutIn/BeraterIn? Im zweiten Teil des Buches geht Jürgen Hargens dieser Frage nach, indem er eben diese KundInnen zu Wort kommen lässt. In 12 Beispielen hat er zunächst TherapeutInnen und dann KundInnen gebeten, sich schriftlich über die jeweils eigene Sicht des Prozesses zu äußern. Anschließend hat jede(r) noch einmal die Darstellung der/s anderen kommentiert.
Im dritten Teil stellt er einige Fragebögen vor, die dafür geeignet sein könnten die Perspektiven und Einschätzungen der Kunden stärker zu nutzen.
Ein spannendes Buch! Ein anregendes Buch! Eine „Pflichtlektüre“ für jeden Berater und Therapeuten, da es den Respekt vor der KundIn, KlientIn oder wie auch immer stärkt!
(mit freundlicher Erlaubnis aus systhema 3-2005)





Verlagsinformation:

Therapie/Beratung soll KlientInnen/KundInnen helfen, ihr Leid zu überwinden und ihren Zielen näher zu kommen. Forschungen verweisen immer wieder darauf, wie wichtig die Beiträge der KlientInnen/KundInnen selbst sind - denn das ist einer der sog. gemeinsamen Wirkfaktoren, der die höchste Vorhersagekraft (ca. 40%) für den Erfolg der Arbeit besitzt.
In diesem Buch kommen "beide Seiten" zu Wort: PraktikerInnen stellen Beispiele aus ihrer Arbeit vor und die beteiligten KlientInnen/KundInnen beschreiben ihre Sichtweise dessen, was da passiert ist - und zwar jeweils unabhängig voneinander. In einem zweiten Schritt haben beide - KlientInnen/KundInnen wie Fachleute - die Möglichkeit bekommen, die Sicht des/der jeweils anderen noch einmal zu kommentieren.
Heraus kommt dabei ein anregendes Bild unterschiedlicher Beschreibungen und Bewertungen der Praxis mit vielen Anregungen und Reflexionsmöglichkeiten. Die Lektüre bietet eine gute Möglichkeit, die Ressourcen der Beteiligten in den Blick zu bekommen und für sich selber nutzbar zu machen.
Um in der Alltagsarbeit die Beschreibungen der KlientInnen/KundInnen noch besser nutzen zu können, enthält dieses Buch zum Abschluss kurze und klare Fragebögen, die wenig Zeit und Mühe brauchen, und die es möglich machen, die Sichtweise der KlientInnen in das beraterisch-therapeutische Handeln einzubeziehen. Kurze Erfahrungsberichte der "Erfinder" der Bögen runden das Ganze ab.



Inhalt:

Hargens, Jürgen: Psychotherapie… und welche Bedeutung haben die Beteiligten? S. 13-26

Hargens, Jürgen, & Lappe, Frau: Der Tee ist fertig… oder: Es sind wohl doch die unentscheidbaren Fragen, die anregen…. S. 29-38

Hargens, Jürgen, & Sophie: Mädchen sind stark und furchtlos fürchtend. S. 38-44

Bopp, Ewald: Im Krankenhaus… Der Rahmen. S. 45-47

Bopp, Ewald, & Familie, Torstens: … und die Praxis: Ein Beispiel zur Illustration. S. 48-59

Bopp, Ewald, & Familie, Max und seine: Max und seine Familie. Ein weiteres Beispiel zur Illustration. S. 59-70

Wittmund, Bettina, & xy, Herr: Von der Respektlosigkeit gegenüber Ideen oder: Wie es einer Therapeutin gelingen kann, ihre Lieblingshypothese nicht zu heiraten…. S. 71-83

Wrede, Axel, & Eva: Eva oder "Wie muss man ein Essproblem (und seine Besitzerin) ansehen, dass es lösbar wird?". S. 85-97

Tsirigotis, Cornelia, & Laverda, Carolina: "Sie hat mir einfach ihr Gehör geschenkt…". Ein Beratungsprozess im Kontext von Hörschädigung und CI-Rehabilitation zwischen Intuition und Selbstorganisation. S. 99-121

Fuchs, Ursula, & Silvia, Michele &: Was ist das, was wirkt in der Paartherapie/Paarberatung? S. 123-138

Lück, Andrea, & J., Frau: Hausaufgaben, Skalen, Wertschätzen und mehr. S. 139-163

Lück, Andrea, & M., Frau: Glaubwürdigkeitsfragen oder: Wer glaubt an wen und wie lange…. S. 163-175

Delorette, Michael, & Herbst, Frau: Familiäre Begegnungen - Erziehungsbeistandschaft. S. 177-190

Vögtli, Käthi, & Jolissaint, Danielle: Training und Ausbildung … in der Schweiz. S. 191-216

Hargens, Jürgen: Fragebögen - Die Perspektiven der KundInnen nutzen. S. 219-220

Johnson, Lynn D.: Messinstrumente des Prozesses entwickeln: Auf der Suche nach dem therapeutischen Gral. S. 221-224

Loth, Wolfgang: Einige Anmerkungen zu den Fragebögen "Einschätzung des Gesprächs heute" und "Wie geht's weiter?". S. 225-226

Linsenhoff, Arndt: Rückmeldebogen. S. 227-228

Hargens, Jürgen: Blick zurück nach vorn - Ein Nachwort. S. 235-236


Über den Herausgeber:

Jürgen hargens, Dipl.-Psych., Klinischer Psychologe/Psychotherapeut und Supervisor BDP, Familientherapeut/systemischer Therapeut und systemischer Supervisor DFS. Seit 1979 in freier Praxis. 1983 Gründer und bis 1992 Herausgeber der Zeitschrift für systemische Therapie. Mitarbeiter bei CONTEXT, Contemporary Family Therapy, Foreign Correspondent des ANZJFam.Th. 1990-1996 Lehrbeauftragter an der Universität Kiel. 1992 Gründer und Leiter von projekt:system.




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