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Veranstaltungsbericht zur Berichtsübersicht
10.04.2006
Jahrestagung der M.E.G. und der DGZH vom 16.-19. März 2006 in Bad Orb
Von Nadine Reiband, Haigerloch:

"Hypnose, Hypnotherapie und systemische Ansätze: Hypnotherapeutische Konzepte für systemische Therapeuten und systemische Konzepte für Hypnotherapeuten": Tagung in Bad Orb vom 16.-19. März 2006

„Die moderne Hypnotherapie und systemische Ansätze gaben gemeinsame Wurzeln – vor allem in der Psychotherapie von Milton H. Erickson. Wenn beide Ansätze sich auch recht unterschiedlich entwickelt haben, gibt es doch eine Fülle gemeinsamer Prämissen und vergleichbarer Therapiekonzepte und über die Jahre hinweg vielfältige gegenseitige Anregungen. Es lag also mehr als nahe, eine Jahrestagung unter diesem Motto zu veranstalten, um den Stand der Entwicklung sowie Gemeinsamkeiten und Unterschiede zu reflektieren.“ Mit diesen Worten begrüßt der Vorsitzende der MEG, der Milton Erickson Gesellschaft, Paul Janouch  die Gäste zur Jahrestagung in Bad Orb. Das Thema ist ein spannendes, ein umfangreiches, ein zukunftweisendes. Mehrere hundert Therapeuten, Psychologen, Ärzte und darüber hinaus trafen sich mehrere Tage lang um sich genau diesem Thema zu widmen. Begeisterte  Stimmen waren zu vernehmen. Nicht zu letzt deswegen, weil es der Organisation wieder einmal gelungen ist, Koryphäen des Genres aus Deutschland, der Schweiz und Österreich, aber auch aus Südafrika und den USA nach Bad Orb zu holen.
Der erste Tag beginnt mit vielen Vorträgen, Impulsvorträgen. Hochkarätige Repräsentanten der systemischen Szene taten ihre Meinung kund. Arnold Retzer beispielsweise sprach über den Unterschied von Geld und Liebe: Das eine kann als Tauschbeziehung sehr wohl funktionieren (sonst führe es in den Ruin des ausschließlich Gebenden), das letztere ist aber vom Tauschhandel auszuschließen. Zwei Systeme, die man tunlichst getrennt voneinander unter den eigenen Bedingungen sehen sollte. Liebesbeziehungen als Tauschbeziehungen  sind ein logischer Kategorienfehler. Die systemtherapeutischen Konsequenzen beleuchtete Retzer zudem. Die generelle Wirksamkeit der Systemischen Therapie belegte Retzer in einem anderen Vortrag.
Das System Partnerschaft war Thema  unterschiedlicher Vorträge und Workshops. Professor Dirk Revenstorf sprach über Paartherapie und implizite Beziehungsverträge: Unbewusst vorhanden wird ein entsprechendes System aufgebaut, in dem die individuellen Charakterstrukturen  geschützt und aufrechterhalten werden können. Konflikte zeigen dann die Systeme auf. Michelle Ritterman aus den USA zeigte ihrerseits wie man mit hypnotherapeutischen Methoden diese Systeme aufbrechen und dem Paar neue Möglichkeiten bieten kann.
Eine neue Form des Denkens forderte Gerald Hüther. Rhetorisch hervorragend überzeugte er mit seinem Vortrag „Reparatur oder Heilung? Kurzfristige und langfristige  Effekte therapeutischer  Interventionen aus neurobiologischer Sicht“. Heilung erfordere Vertrauen und Glauben sowie Sicherheiten, die aus dem Inneren kommen und die es uns ermöglichen, mit der Auenwelt in maximale Beziehung zu treten. Störungen sind normal, da sie unvermeidbar sind, so Hüther. Störungen sind notwendig für den Aufbau stabiler innerer Strukturen. Interventionen können kurzfristig Störungen beseitigen im Sinne einer Reparatur. Wichtiger aber sind die Reorganisationsprozesse im Inneren, die eine Heilung bedeuten und die durch Interventionen ausgelöst werden können – mittel- oder langfristig gesehen.
Bernd Schmid, systemischer Berater aus Wiesloch, sprach über Hintergrundbilder und verquickte systemische Gedanken der Vernetztheit mit den hypnotherapeutischen Methoden der Imagination. Über die Bilder der eigenen Seele kommt er an die Person heran, an ihre Wünsche und Träume. Muster werden so erkannt und ein Mosaik des Lebens wird erstellt.
Die Liste der Repräsentanten ist lang: David Fourie und Stan Lifschitz aus Südafrika, Bernhard Trenkle, Gunther Schmid, Kris KLajs aus Polen, Klaus-Dieter Dohne, Susy Signer-Fischer aus der Schweiz, Reinhold Bartl aus Österreich, Ulrike Halsband, Walter Bongartz, Peter Hain, Manfred Prior und und und.
Zusammengenommen war die Jahrestagung wieder einmal sehr spannend, interessant und ideenreich. Raum und Zeit wurden genutzt für den Austausch. Dank der beiden flexiblen Ansätze können die gewonnenen Erkenntnisse, Ideen und kreativen Ausbrüche unmittelbar in die tägliche Arbeit integriert werden.



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