Der indische Gelehrte und Schriftsteller Sudhir Kakar
ist durch seine kulturvergleichenden Arbeiten über die Seele bekannt
geworden. Nun hat er einen Roman geschrieben, der die Liebe der
Engländerin Madeleine zu Mahatma Gandhi erzählt. Ein aufschlussreiches
Gespräch, das Elisabeth von Thadden mit dem Autor für die "Zeit"
geführt hat: über die Wahrheit der Gefühle – in Indien und Europa.
Auszug:
ZEIT: Können Sie denn entscheiden, welchem der beiden großen
Seelenärzte, die das alltägliche Leben erträglicher machen wollten, sie
eher zuneigen, Sigmund Freud oder Mahatma Gandhi?
Kakar: An Montagen, Mittwochen, Freitagen neige ich eher dem
einen zu, an Dienstagen, Donnerstagen, Samstagen eher dem anderen.
Freud hat das Leben als von der Herkunft determiniert verstanden,
Gandhi als von den spirituellen Zielen her. Freud hatte insofern ein
ironisches Verhältnis zum Leben, als er meinte, dass man es eben
ertragen müsse, Gandhi war ein Romantiker, der meinte, man könne das
Leben in ein anderes hin überschreiten. Sie haben verschiedene
Antworten auf dieselbe Frage, die nach dem irdischen Unglück, gefunden.
Gandhi war sicher der Glücklichere von beiden.
Das vollständige Interview können sie in der Online-Ausgabe der Zeit vom 7.4.2005 nachlesen-
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