Pünktlich zur Fußball-WM kommen auch diejenigen zum Zuge, die unermüdlich mit der Konstruktion neuer Krankheiten beschäftigt sind. So findet sich in der Online-Ausgabe des Ärzteblatt vom 7. Juni 2006 ein Artikel unter der Überschrift "Morbus Hooligan: Spontane Wutausbrüche mit Krankheitswert sind häufig", in dem nahegelegt wird, im Hooliganismus nicht einfach eine Form kriminellen Verhaltens zu sehen, sondern eine psychiatrische Erkrankung bzw. ein "biomedizinisches Problem handeln, das therapiert werden müsste." Im Text heißt es: "Im DMS-IV, der 'Bibel der Psychiatrie' findet sich, bisher wenig beachtet, die Beschreibung einer psychiatrischen Störung, die auch auf viele gewaltbereite Fans zutreffen könnte. Die 'intermittent explosive disorder' (IED) ist gekennzeichnet durch gewalttätiges Verhalten, das zumeist impulsiv (nach Erkennen gegnerischer Schals) auftritt, aber auch ein gezielter Angriff sein kann (als verabredete Randale nach dem Spiel). Typisch ist, dass die aggressive Handlung (gegenüber den Fans anderer Mannschaften) in keinem Verhältnis steht zu der Provokation ('Schlachtenrufe'), die sie auslöst. Viele Patienten berichten, dass den Aggressionen Symptome einer erhöhten Angespanntheit (das Spiel) und der Enttäuschung (das Spiel ging verloren) vorausgehen." Eine amerikanische Studie hat denn auch schon mal ausgerechnet, wieviel Therapeuten alleine in den USA mit diesem neuen Krankheitsbild zu tun haben werden: "Auf die Bevölkerung hochgerechnet gehen die Epidemiologen von 5,9 bis 8,5 Millionen gewaltbereiten US-Bürgern aus. Die erste Episode erleben sie im Alter von 14 Jahren. Im weiteren Verlauf des Lebens kommt es zu durchschnittlich 43 Attacken, mit Sachschäden von 1.359 US-Dollar". Der Link zum Artikel…
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