Copyright © 2013
levold system design Alle Rechte vorbehalten. |
|
|
Nachrichten |
zur Nachrichtenübersicht |
06.06.2006
USA: Immer mehr Kinder mit Psychopharmaka behandelt
|
Das Ärzteblatt berichtet heute online: New York - In den USA hat sich die Zahl der Kinder, die mit Psychopharmaka behandelt werden, im letzten Jahrzehnt versechsfacht. Neben den ADHS-Medikamenten werden zunehmend auch atypische Neuroleptika zur Behandlung von Verhaltens- und Entwicklungsstörungen eingesetzt. Am häufigsten erhalten Jungen von Eltern europäischer Herkunft diese Medikamente, wie aus einer Studie in den Archives of General Psychiatry (2006; 63: 679-685) hervorgeht. … Wer nun etwa glaubt, es würden vor allem Kinder von Minderheiten behandelt, der täuscht sich. Am häufigsten wurden Rezepte an „kaukasische“ Kinder verordnet, also die Nachfahren der aus Europa eingewanderten Menschen, die heute in der Regel in oberen sozioökonomischen Schichten angesiedelt sind. … Bei diesen Medikamenten sind zwar keine extrapyramidalen Nebenwirkungen wie die persistierende tardive Dyskinesie zu befürchten. Auch lässt sich die Hürde, dass diese Medikamente nicht für den Einsatz bei Kindern vorgesehen sind, durch eine „Off-Label“-Verordnung leicht überwinden. Als Indikation bietet sich eine bipolare Störung an. Die Aggressionen und Gemütsschwankungen der Kinder, in anderen Kulturen ein Ansatzpunkt für pädagogische Interventionen, lassen sich von psychiatrischer Seite leicht als Symptome einer bipolaren Störung deuten. Und bei diesen besitzen einige atypische Neuroleptika eine Indikation, wenn auch nur bei Erwachsenen. Die Nebenwirkungen der Medikamente wie Gewichtszunahme, Dyslipidämie und Diabetes werden dabei offenbar verdrängt.
Der Link zum Artikel…
|
|
|