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04.04.2006

Paul Parin über das Altern
In einem schönen und sehr persönlichen Interview mit Daniel Weber für die Neue Zürcher Zeitung (NZZ Folio) äußert sich der 90jährige Zürcher Psychoanalytiker und Ethnologe Paul Parin über das Alter und das Altern.

Auszüge:

Sie sind jetzt 90 und verlieren Ihr Augenlicht. Woher nehmen Sie Ihre Gelassenheit? Haben Sie gar keinen Groll?
Nein, wenn man so alt wird, muss man Beschwerliches in Kauf nehmen. Man sagt mir, es sei mutig, wie ich mich auf das Blindwerden einstelle. Aber von Mut kann keine Rede sein. Wenn Sie mit dem Rücken zur Wand stehen, können Sie nicht fliehen. Entweder muss ich sterben oder mich irgendwie anpassen. Und ich habe das grosse Glück, Freunde zu haben, die mich besuchen, die mir im Alltag helfen. Das gibt mir Zeit, mich an die tausend Schwierigkeiten zu gewöhnen, mit denen ein Blinder lebt. Ich bin ein ausgesprochener Augenmensch, ich habe mit Büchern und dem Schreiben gelebt. Im Alter, als das Gedächtnis nachliess, habe ich mit Notizen mit mir selber verkehrt. Notieren kann ich noch knapp, aber selber lesen kann ich es nun nicht mehr.

Würden Sie von sich sagen, Sie seien auf eine gute Art alt geworden?
Nein. Wirklich gut lebte ich, solange meine Frau gelebt hat. Wir waren 58 Jahre zusammen, sie war 86, als sie starb. Solange sie noch am Leben war, bin ich gut gealtert. Als sie starb, wurde ich schlagartig zum Greis. Und die Gebresten begannen sich zu häufen.

Sie haben vor Jahren Aufsehen erregt, als Sie die Drogenfreigabe für alte Menschen forderten, weil es unsinnig sei, sie leiden zu lassen.
Ja, der Aufsatz «Weise Pharmagreise» hat mehr Echo gehabt als alles andere, was ich geschrieben habe. Dabei ist meine Forderung doch nur vernünftig: Wieso sollen alte Menschen Leiden und Schmerzen ertragen müssen? Es ist ein grosses Verdienst der Pharmakologie, dass wir Schmerzen in Grenzen halten können. Oft ist man da zurückhaltend aus Furcht, ein Patient könnte zum Beispiel morphiumsüchtig werden. Das ist doch egal, wenn er dafür ein besseres Alter hat! Man sollte alles einsetzen, was die Beschwerden des Alters erleichtert.

Welche gesellschaftliche Rolle sollten die Alten heute bei uns spielen?
Traditionsgemäss ist es so, dass die Alten den Jungen weitergeben sollten, was sie erfahren haben in ihrem Leben, was falsch war und was gut. Aber es gibt einen Unterschied zwischen Gesellschaften, die einem schnellen Kulturwandel unterworfen sind, und solchen, die eine grosse Konstanz haben. Der Ethnologe Claude Lévi-Strauss hat die Gesellschaften eingeteilt in kalte und warme. In den kalten, die sich nur langsam verändern, ist es erstrebenswert, dass der Enkel genau gleich lebt wie sein Grossvater.

Das ist bei uns offensichtlich nicht der Fall.
Wir gehören einer enorm heissen Gesellschaft an, die sich sehr schnell verändert. Heute können darum alte Leute nicht kommen und sagen: Nach meiner Lebenserfahrung ist das so und so. Was soll ein alter Mann den Enkeln also raten? Er soll sagen: Macht es nicht wie wir, denn ihr lebt in einer Gesellschaft, deren Voraussetzungen sich ständig ändern - in eurem Lebenslauf sind meine Erfahrungen nicht mehr gültig.

Das vollständige Interview lesen Sie hier…



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