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20.01.2006
Psychotherapeutenkammer NRW gegen Kürzungen in Familienberatung
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Familienpolitik auf dem Abstellgleis - Kürzungen bei der Erziehungsberatung
Düsseldorf, 16. Januar 2006: „Diese Kürzungen sind Ohrfeigen für gefährdete Kinder und Jugendliche.“ Mit dieser scharfen Kritik wandte sich Monika Konitzer, Präsidentin der nordrhein-westfälischen Psychotherapeutenkammer gegen weitere empfindliche Einsparungen bei der Erziehungsberatung in Nordrhein-Westfalen. Die neue Landesregierung plant im Haushaltsentwurf 2006 die Gelder für Erziehungs- und Familienberatung nochmals um 16 Prozent einzuschränken. Die kommunale Erziehungs- und Familienberatung hatte bereits 2003 eine drastische Kürzung um 40 Prozent hinnehmen müssen. „Wer Familien stärken will, wer Kindesvernachlässigung und –missbrauch stoppen will, der kann nicht in dieser unverantwortlichen Weise bei Beratung und Unterstützung sparen“, kritisierte PTK-Präsidentin Monika Konitzer. Während Bundesfamilienministerin Ursula von der Leyen neue „Frühwarnsysteme“ gegen Kindesmisshandlungen plant, spart die NRW-Landesregierung gerade auf Kosten von gefährdeten Familien. Wer Alarmsysteme aufbaue, müsse jedoch auch sagen, was passieren soll, wenn Alarm ausgelöst wird. „Das familienpolitische Konzept der NRW-Landesregierung ist ohne Hand und Fuß“, urteilte Monika Konitzer. Der sehr erfolgreichen Arbeit der Erziehungsberatung wird mehr und mehr die finanzielle Grundlage entzogen.“ Prävention von Verwahrlosung, Vernachlässigung und Misshandlung erforderten gerade Beratung und Unterstützung, wie sie Erziehungsberatungsstellen bieten. „Die Kürzungen in NRW Haushaltsentwurf 2006 sind ein weiteres Beispiel dafür, wie sich die Bundesländer aus der familienpolitischen Verantwortung stehlen“, stellte die Präsidentin der nordrhein-westfälischen Psychotherapeutenkammer fest. Fast alle Bundesländer sparen bei der Jugendhilfe. In der vergangenen Legislaturperiode gab es einen Gesetzentwurf des Bundesrates, nach dem Erziehungsberatung sogar zuzahlungspflichtig werden sollte.
(Pressemitteilung der Psychotherapeutenkammer NRW)
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