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17.08.2005
Forschungspreis der Deutschen Gesellschaft für Systemische Therapie und Familientherapie (DGSF) für Forschungsarbeit über die Rolle der Familie bei kindlichen Kopfschmerzen.
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Beinahe alle Kinder und Jugendlichen haben Erfahrungen
mit "primären" Kopfschmerzen, die nicht von anderen Erkrankungen oder
einem Unfall herrühren. Behandelt werden diese Schmerzen in Deutschland
bisher meist nur mit Medikamenten, selten mit Entspannungstraining oder
Verhaltenstherapie; ein "familienorientiertes Vorgehen" ist fast nie
anzutreffen. Der in diesem Jahr erstmals vergebene Forschungspreis der
Deutschen Gesellschaft für Systemische Therapie und Familientherapie
(DGSF) zeichnet jetzt eine Arbeit aus, die aufzeigt, dass der Familie
eine entscheidende Rolle für die Bewältigung von Kopfschmerzen bei
Kindern zukommen kann.
Die Veränderung von familiären Beziehungsmustern - wie
Überfürsorglichkeit oder Reizüberflutung - durch Familiengespräche und
Elternabende erhöht den Behandlungserfolg bei Kinderkopfschmerz
wesentlich. Dies ist ein Ergebnis verschiedener Studien, die
Preisträger Matthias Ochs im Rahmen seiner Promotionsarbeit "Kindliche
Kopfschmerzen im Familienleben" durchgeführt hat. Die innerhalb eines
Forschungsprojekts am Universitätsklinikum in Heidelberg erhobenen
Daten zeigen, dass Eltern von Kopfschmerzkindern mit ihrer
Partnerschaft deutlich weniger zufrieden sind als Eltern von Kindern
ohne Kopfschmerzen. Sowohl die Kopfschmerzkinder als auch deren Väter
und Mütter bewerteten ihren Körper weniger positiv als Kinder und
Eltern aus einer gesunden Vergleichsstichprobe. Zudem hatten sie ein
geringeres Maß an "innerer Körperaufmerksamkeit".
Im Rahmen der Promotionsarbeit wurde außerdem eine "lösungs- und
ressourcenorientierte Familienkurzzeitberatung" bei Fällen von leichtem
bis mittlerem Kinderkopfschmerz entwickelt und erfolgreich erprobt. Bei
dieser Beratung über nur drei Sitzungen geht es beispielsweise um "gute
Gründe" für Kopfschmerzen oder die Anregung einer "familiären
Entspannungskultur" und eigener kreativer Wege zur Bewältigung der
Schmerzen. Bei schweren Schmerzen wurden gute Erfolge erzielt mit einer
längeren Familientherapie. Da die Wahrscheinlichkeit eines nachhaltigen
Therapieerfolgs bei Kinderkopfschmerzen steigt, wenn sich
"kopfschmerzassoziierte familiäre Beziehungsmuster" parallel verändern,
empfiehlt Ochs eine systematische Berücksichtigung der
"familienmedizinischen Perspektive" in der Kopfschmerztherapie bei
Kindern.
Der DGSF-Forschungspreis ist mit 3000 Euro dotiert und wird bei der
wissenschaftlichen Jahrestagung der DGSF Anfang Oktober in der
Universität Oldenburg verliehen.
verantwortlich:
Bernhard Schorn, DGSF
Pohlmanstraße 13
50735 Köln
fon: +49-221-613133
mail: schorn@dgsf.org
web: www.dgsf.org
Hinweise:
Termin der Preisverleihung ist der 8. Oktober zum Termin der
DGSF-Jahrestagung ("Triadisches Verstehen in sozialen Systemen"): 5. -
8. Oktober 2005 in Oldenburg.
Auskünfte zur Forschungsarbeit:
Diplom-Psych. Matthias Ochs
St. Annastift
Klinik für Kinder- und Jugendmedizin
Karolina-Burger-Str. 51
67065 Ludwigshafen am Rhein
fon: 0621/57020 oder 06151/4289978
mail: matthias_ochs@med.uni-heidelberg.de
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