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01.06.2005

Allende rehabilitiert?
Salvador Allende
Nachdem kürzlich von dem am Berliner Lateinamerika-Institut lehrenden chilenischen Historiker Víctor Farías in einem im März 2005 erschienenen Buch behauptet worden ist, dass der 1973 ermordete chilenische Präsident Salvador Allende in seiner medizinischen Doktorarbeit rassistische und antisemitische Thesen vertreten und zudem dem gesuchten Naz-Verbrecher Walter Raulff geholfen habe, sich der Verfolgung zu entziehen (systemagazin brachte eine Nachricht darüber), erscheint heute ein großer Artikel von Bernd Pickert in der taz zur Rehabilitation Allendes. Tenor: "Es ist die Geschichte eines Rufmordes, der funktioniert hat".

Die Zitate, die Farias benutzt habe, seien nicht Ausdruck von Allendes Denken gewesen, sondern verwiesen auf die forensischen Arbeiten von Lombroso aus dem 19. Jahrhundert: " einem Absatz der gut 150 Seiten umfassenden Doktorarbeit gibt Allende die Ansichten von Lombroso wieder. Der schrieb: Zigeuner, manche arabischen und indischen Stämme seien von Natur aus Verbrecher, und "die Juden charakterisieren sich durch bestimmte Formen von Verbrechen: Betrug, Falschheit, Verleumdung und vor allem Wucher". Aus der Tatsache, dass dieser Satz als Zitat in Allendes Arbeit steht, zimmert Farías den Antisemiten Allende. Was der allerdings von diesen Zuschreibungen Lombrosos hielt, machte er in derselben Arbeit mehr als deutlich: Er beschäftigte sich keine Zeile weiter damit, sondern endete den Absatz mit der schlichten Feststellung, er verfüge über keinerlei Daten, die diese Zuschreibungen bestätigen würden."
In Bezug auf den Vorwurf, Raulff vor dem Zugriff der Justiz zu schützen, führt Pickert eine Passage aus Simon Wiesenthals Memoiren an, die Allende entlasten.
Die spanische Fundación Presidente Allende habe in Absprache mit der Familie Allende inzwischen die gesamte Doktorarbeit ins Netz gestellt.

Wer den ganzen Artikel lesen möchte, bitte hier…



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