Copyright © 2013
levold system design Alle Rechte vorbehalten. |
|
|
Nachrichten |
zur Nachrichtenübersicht |
14.05.2005
Historiker entlarvt chilenischen Sozialisten Allende als Antisemit: Victor Farías entdeckt Dissertation des früheren Gesundheitsministers
|
In seinem neuesten Buch "Salvador Allende,
antisemitismo y eutanasia" entlarvt der chilenische Historiker Victor
Farías den Mythos des sozialistischen Führers der "Unidad popular"
Salvador Allende. Der südamerikanische Arzt Allende hatte Chile in der
Zeit von 1970 bis 1973 regiert und sich während eines Militärputsches
unter General August Pinochet das Leben genommen. Farías ist es
gelungen, die lange als verschwunden angesehene Dissertation Allendes
im Archiv aufzuspüren, die beweist, dass der spätere
Gesundheitsminister schon 1933 für die Zwangssterilisation von
psychisch Kranken eintrat. In seiner Dissertation setzt er "menschliche
Rassen" mit bestimmten psychischen Erkrankungen in Beziehung und
entpuppt sich als glühender Antisemit.
"Die Doktorarbeit von Salvador Allende galt jahrzehntelang als
verschollen", erzählt der 64-jährige Dozent für Lateinamerikanistik an
der Freien Universität Berlin. Schließlich fand Farías die Arbeit, die
1933 unter dem Titel "Psycho-Hygiene und Verbrechen" veröffentlicht
wurde, in den Archiven der Universität Santiago de Chile. In seiner
Studie vertrat der junge Arzt unter anderem die These, dass das
jüdische Volk durch eine "allgemeine verbrecherische Anlage"
charakterisiert sei. Gleiches galt nach Allende auch für die von ihm
titulierten "Zigeuner" und "Landstreicher".
Seine Arbeit gipfelt in der These, dass jede Rasse für bestimmte
Verbrechensformen determiniert sei. Als psychisch krank definierte
Allende auch Revolutionäre, die nach außen scheinbar normal wirkten,
aber de facto gefährliche "Psychophaten" seien. Um die Gesundheit des
chilenischen Volkes zu erhalten, forderte Allende in seiner Studie, die
Zwangssterilisation ohne Einwilligung der Betroffenen von allen
psychisch Kranken, insbesondere von chronischen Alkoholikern.
"Die Texte von Allende können keineswegs als Jugendsünde abgetan
werden", sagt der ehemalige Schüler des Philosophen Martin Heideggers.
Vielmehr ist Allende insbesondere als Gesundheitsminister der
Volksregierung 1939 bis 1941 für die Umsetzung seiner Ideen
eingetreten, wobei er sich an Hitler-Deutschland orientierte. Eine
Kommission unter den deutschen Eugenikern E. Brücher und Hans Betzhold
hatte einen Gesetzentwurf zur Zwangssterilisation von Geisteskranken
vorbereitet. Dieser Entwurf scheiterte an dem massiven Widerstand der
chilenischen Ärzteschaft und wurde im chilenischen Parlament nicht
weiter diskutiert.
Außerdem gewährte die Regierung Allende dem international gesuchten
NS-Kriegsverbrecher Walter Rauff politisches Asyl, der als
Gruppenleiter im Reichssicherheitshauptamt für die Organisation und den
Bau von so genannten "Gaswägen" in die jeweiligen Vernichtungslager
zuständig war.
Víctor Farías, Philosoph und Historiker, ist schon öfters mit
unbequemen Wahrheiten - nicht nur für seine chilenischen Landsleute -
aufgefallen. In den achtziger Jahren demontierte er seinen
philosophischen Lehrer Martin Heidegger; im Jahr 2002 erschien auf
Deutsch sein Buch über "Die Nazis in Chile", in dem er nachzuweisen
versucht, wie stark die chilenische Gesellschaft vom deutschen
Nationalsozialismus infiziert war.
Von Felicitas von Aretin
Das Buch von Víctor Farías, "Salvador Allende. Antisemitismo y
Eutanasia", ist bereits in Chile erschienen, wo es seit Wochen auf der
Bestsellerliste steht. In diesem Monat erscheint es in spanischer
Sprache in ganz Lateinamerika, den USA und in spanischsprachigen
Ländern.
Weitere Informationen erteilt Ihnen gerne:
Priv.-Doz. Dr. Víctor Farías
Lateinamerika-Institut der Freien Universität Berlin
fon: +49-30-838-54921
mail: vfarias@zedat.fu-berlin.de
© 1995-2005 Informationsdienst Wissenschaft e.V.
Lesen Sie hierzu auch einen aktuellen Artikel aus der Frankfurter Rundschau vom 14.5.2005
|
|
|