Unter dem Titel "Ich liebe dich! - Nein. Passion ist verdächtig, Leidenschaft unmodern" findet
sich in der Internet-Ausgabe der Frankfurter Rundschau von heute ein
Beitrag von Peter Fuchs, Systemtheoretiker und Professor für Soziologie
an der Fachhochschule Neubrandenburg, über das "fading-out" von Pathos,
Passion und Leidenschaft im Liebesdiskurs der Gegenwartsgesellschaft.
"Wenn man sich mit Gefühlen, mit Passionen, mit
Leidenschaften befasst, stößt man auf einen erstaunlichen Umstand. Das
Ertragen, das Dulden, das Erleiden, das ursprünglich mit "passio"
verknüpft war, hat sich weitgehend aus dem Wortsinn zurückgezogen. Man
ist heute passionierter Briefmarkensammler, Poloreiter,
Privatgelehrter, mitunter sogar passionierter Liebhaber, und immer ist
damit jemand gemeint, der seine Freizeit für Müßiges aufwendet - mit
Genuss und délicatesse, aber nicht jemand, der über die emotionalen
Stränge schlägt. Man leidet nicht mehr unter der reißenden Geißel von
Passionen, sondern höchstens unter dem Diktat von
Lifestyle-Zeitvertreib, der das Format dessen, was man einst unter
verheerenden Leidenschaften verstand, bei weitem nicht erreichen".
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