In einem lesenswerten Artikel unter dem Titel "Na,
wie bin ich?" geht der Psychoanalytiker Martin Altmeyer in der TAZ
vom 8.4.05 auf den Wandel der Symptombilder ein, der für Psychotherapeuten
in den vergangenen Jahrzehnten zu beobachten ist und setzt dies mit der
sich verändernden Situation des "Selbst" in einer sich verändernden
Gesellschaft in Verbindung, die jeweils neue Rahmenbedingungen setzt,
innerhalb derer sich das "Selbst" immer wieder neu erfinden muss. Ein
Fazit: "Die gegenwärtigen Schaubühnen der Lebenswelt verraten uns
zweierlei über die Natur der menschlichen Seele - und die Quellen ihrer
Störbarkeit. Die Psyche ist erstens nicht monadisch, sondern
intersubjektiv verfasst. Das Selbst ist auf den anderen angewiesen, von
dem es sich gesehen, anerkannt, geliebt fühlen möchte, mit dem es sich
identifizieren kann, von dem es sich aber auch abgrenzen, den es
angreifen oder sogar vernichten mag. Zweitens hat die Psyche
autopoetische Eigenschaften, sie bringt sich in gewisser Weise selbst
hervor. Psychische Strukturen bilden sich zwar in Interaktionen mit der
äußeren Wirklichkeit, aber nicht als deren schlichtes Produkt oder
Abbild. Sie bilden sich zwar in Auseinandersetzung mit inneren
Dispositionen, aber nicht als deren bloße Entfaltung."
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