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02.04.2005
TAZ-Dossier: Ein Erfahrungsbericht über ein Familienaufstellungsseminar
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In der TAZ vom 2.4.2005 ist ein längerer Artikel vom
Soziologen, Psychologen und Coach Christian Schneider über
Familienaufstellungen nach Hellinger unter dem Titel "Sauber
aufgestellt. Gefühle im Angebot: Für 110 Euro kann man seine Kindheit
nachspielen. Und sich von der Therapeutin erklären lassen, dass der
Vater 'es nicht so gemeint hat'. Ein Selbstversuch" zu finden.
Aus dem Text:
"Auf die Inszenierung solch fader Happy Ends läuft das ganze
Projekt
Familienaufstellung hinaus: Zum Schluss lässt die Trainerin die
'Eltern' Sätze des Inhalts aufsagen, dass da möglicherweise im Umgang
mit dem Kind etwas schief gelaufen sei: '… aber das ging doch nicht
gegen dich!' Umgekehrt werden die Aufsteller zum Geständnis genötigt,
die Eltern hätten es ja schwer genug gehabt und es doch eigentlich nur
gut gemeint. Erpresste Versöhnung, die vor dem Hintergrund
hochgeputschter, nach Auflösung schreiender Affekte und unter dem
sozialen Druck der Gruppe mühelos gelingt - und in der psychischen
Realität kaum einen bleibenden Platz finden wird.
Zurück bleibt die Illusion der kollektiven Schuldlosigkeit nach dem
Motto 'Shit happens': Keiner kann etwas dafür. Für nichts. Geht es nur
mir so, dass die angeheizten, aber nicht aufgelösten Affekte partout
nicht zu diesem trügerischen Finale passen wollen? …
Ich gehe. In der kalten Abendluft merke ich, wie heiß mein Gesicht ist.
Tatsächlich, die Sache hat mich mitgenommen. Insofern kann ich meine
glanzäugigen Freunde verstehen. Man fühlt sich "hinterher" ein bisschen
wie nach einer heftigen körperlichen Anstrengung, eine Mischung aus
Aufgekratztheit und Erschöpfung, man könnte eine Dusche brauchen - und
dringend jemanden, mit dem man die Erfahrung teilen kann. … Eine
notwendige Maßnahme für jede emotional aufrührende Erfahrung - und ein
unverzichtbarer Teil jeder therapeutischen Intervention. Im Fachjargon
hieße das "durcharbeiten". Für die Familienaufstellung offenbar ein
Fremdwort: Sie lässt die Teilnehmer mit dem angestochenen Affekt
allein."
Den vollständigen Artikel finden Sie in der Internet-Ausgabe der TAZ.
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