Wednesday, May 22. 2013
Soeben ist die neueste Ausgabe des Australian and New Zealand Journal of Family Therapy erschienen, das von der website des Wiley-Verlages momentan kostenlos heruntergeladen werden kann. Unter den Artikeln ist auch ein Beitrag von Tore Dag Bøe, Kjell Kristoffersen, Per Arne Lidbom, Gunnhild Ruud Lindvig, Jaakko Seikkula, Dagfinn Ulland & Karianne Zachariassen, der sich mit therapeutischem Wandel als ethischem Problem beschäftigt. Im abstract heißt es: "In this article, we use the intersubjective ethics of Bakhtin and Levinas and a case illustration to explore change in therapy as an ethical phenomenon. We follow Lakoff and Johnson in their emphasis on the way our conceptions of change seem permeated by metaphors. Bakhtin and Levinas both suggest through a language in which metaphors play a crucial role, that human existence—the consciousness and the subject—emerge within the dialogue of the encounter. They both describe the dynamics of human existence as ethical in their origin. Following this, we argue that change may be seen as an ongoing ethical event and that the dynamics of change are found in the ways we constantly become in this event. We investigate the ethical dynamics of this ongoing event through three themes illuminating the contributions of both Bakhtin and Levinas: (1) we become as responsible, (2) we become in speaking, (3) we become in answering the unknown. We explore these themes through a case illustration. Finally, we briefly point out some possible implications for mental health practice". Zum Volltext geht es hier…
Tuesday, May 21. 2013
 In Heft 2/2010 der "systeme" plädiert Jürgen Kriz, Vertreter der "Personzentrierten Systemtheorie" für die Einbeziehung unterschiedlicher Systemebenen in die Untersuchung von Sinnsystemen. Im Abstract heißtes: "Systemische und Familientherapie wird allzu oft auf den Einfluss reduziert, den Interaktionsmuster in mikrosozialen Systemen auf Symptome oder Probleme haben. In deutlicher Erweiterung dazu ist es das Anliegen der 'Personzentrierten Systemtheorie', die Interaktion zwischen unterschiedlichen Prozessebenen – körperlich, psychisch, interaktiv und sozial-kulturell – zu berücksichtigen. Mit dem Konzept des „Sinn-Attraktors“ werden besonders Emergenz und Veränderung von Sinn und Bedeutung thematisiert. Diese reduzieren kognitive Komplexität, ebenso wie Interaktionsmuster den großen chaotischen Raum möglicher Handlungen ordnen. Unter dieser Perspektive analysiert dieser Beitrag ordnende und Sinn generierende Aspekte sowohl in den Prozessen, mit denen wir der Welt begegnen, als auch in jenen, mit denen die Welt uns begegnet". Der Text ist hier im Original zu lesen…
Monday, May 20. 2013
 Die aktuelle Kritik am neuen DSM-V kommt nicht nur von denen, die ohnehin den Nutzen der standardisierten Diagnostik-Systeme bezweifeln, sondern direkt aus den eigenen Reihen. Allen Frances, 71, ist US-amerikanischer Psychiater und war Leiter der Task Force, die die Version IV des Diagnostic and Statistical Manual zu verantworten hatte. Nun ist er einer der bekanntesten Kritiker des DSM-V aus den Reihen der Psychiatrie geworden. Im Dumont-Verlag ist gerade sein Buch " NORMAL: Gegen die Inflation psychiatrischer Diagnosen: Der Kampf um die Definition geistiger Gesundheit" erschienen. Auch im Internet ist einiges von ihm zum Thema zu lesen, unter anderem hier…
Sunday, May 19. 2013
 Gestern starb der Theologe, Journalist und Schriftsteller Ernst Klee im Alter von 71 Jahren. Wie kein anderer hat er die Geschichte der Tötung von Psychisch Kranken und Behinderten im Dritten Reich recherchiert und veröffentlicht, einem nationalsozialistischen Massenmord, der am längsten verleugnet und nicht beachtet worden ist. Seine Bücher sind im Fischer-Verlag erschienen. Klee hat nicht nur durch sein investigatives Ein-Mann-Unternehmen aufgedeckt, was im Nationalsozialismus mit kranken und behinderten Erwachsenen und Kindern passiert ist, sondern auch aufgezeigt, dass die Täter nach dem Kriegsende ihre Karriere nicht bestraft wurden, sondern in der Regel ihre Karriere weiter fortsetzen konnten. Das Manuskript einer Radiosendung über Ernst Klee von 2010 ist hier zu lesen…
Thursday, May 16. 2013
 Im Berliner Parodos-Verlag, einem jungen philosophischen Verlag mit den Fachgebieten Philosophie, Psychiatrie, Psychoanalyse, Sozialwissenschaften, Politische Wissenschaften sowie Kultur- und Medienwissenschaften erschien 2007 ein Band zum Thema "Subjektivität und Gehirn", herausgegeben von Thomas Fuchs, Kai Vogeley und Martin Heinze. Ein Rezensent attestierte den Herausgebern, dass es ihnen "in hervorragender Weise gelungen (sei), das Subjektive wieder in sein Recht zu setzen: Das Jahrzehnt des isolierten Gehirns ist vorbei." Auch Günter Schiepek (Foto) hat für diesen Band einen Beitrag verfasst, der auch online zu lesen ist, in dem er sich mit dem Verhältnis von neuronalen und mentalen Prozessen aus Sicht der Synergetik auseinandersetzt. Im abstract heißt es: "Der Beitrag thematisiert die Möglichkeit, Bewusstsein und die Erfahrung des Selbst mit Hilfe neuronaler Selbstorganisation zu erklären. Dabei wird deutlich, dass die Synergetik als Wissenschaft der Selbstorganisation grundlegende Prinzipien der Funktionsweise des Gehirns beschreibt, die unter anderem auch in der Erfahrung des  Bewusstseins und des Selbst münden. Die Frage ist dabei, wie transiente Kohärenzen, Synchronisationsmuster und Ordnungsübergänge neuronaler Netze und ihres Funktionierens entstehen. Der Beitrag beschreibt, welche Hirnstrukturen die Voraussetzungen für die Selbstorganisation von Bewusstsein und Selbst bereitstellen. Damit ist allerdings der qualitative Sprung in die subjektive Erfahrung, in die Qualia-Qualität und in die Erste-Person-Perspektive nicht aufgelöst; es bleibt bei Theorien der Ermöglichung und bei Korrelaten – wenngleich diese der Komplexität des Geschehens durchaus gerecht werden mögen. Somit werden schließlich auch die Grenzen der Möglichkeit deutlich, Bewusstsein und Selbst über (Varianten der) Emergenz zu erklären." Zum vollständigen Text geht es hier …
Monday, May 13. 2013
In einem sehr interessanten Text, der auf einen Vortrag zurückgeht, wirft Altmeister Thomas Luckmann, der gemeinsam mit Peter Berger den Klassiker "Die gesellschaftliche Klonstruktion der Wirklichkeit" verfasst hat, einen Blick zurück auf die "Kommunikative Wende" in den Sozialwissenschaften und die damit verbundene Hinwendung zur qualitativen Erforschung sozialer Prozesse. Er ist soeben in der Open-Access-Zeitschrift Qualitative Sociology Review erschienen. Im abstracts heißt es: "This paper presents a historical view of the emergence of what is known as the communicative paradigm. Through a personal reminiscence of his long career, Thomas Luckmann entangles the main sources of what was a radical shift of the role of language and communication in the humanities and social sciences. In doing so, Luckmann shows that the epistemological and ontological assumptions on which the contemporary study of social interaction and communicative processes rely were practically non-existent half a century ago. While sociology and linguistics seemed to exist in separate universes during Luckmann’s student days, a dialogical approach to language and social life eventually appeared – for example, in ethnomethodology, conversational analysis and French structuralism – and laid the foundation to the (today taken for granted) idea that social realities are the result of human activities. Human social reality and the worldview that motivates and guides interaction are mainly constructed in communicative processes. If social reality is constructed in communicative interaction our most reliable knowledge of that reality comes from reconstructions of these processes. Such reconstructions have been greatly facilitated by technological innovation, such as tape- and video-recorder, which, alongside theoretical advancements, may explain the timing of the communicative turn. Finally, this paper marks the benefits of sequential analysis in enabling us to trace step-by-step the processes by which social reality is constructed and reconstructed. Zum vollständigen Text geht es hier…
Saturday, May 11. 2013
 "Wenn sich Deutsche und Spanier streiten, muss es nicht immer an den interkulturellen Unterschieden liegen. Transnationale Projekte bieten eine ganze Palette an möglichen Konfliktlinien. Braucht es hier Kulturexperten? Oder erfahrene Mediatoren? Können wir als systemische Berater nur noch mit einem ausländischen Counterpart erfolgreich sein?" Diesen Fragen gehen Ute Clement (Foto: Carl Auer Verlag) und Bettina Nemeczek in einem lesenswerten Aufsatz mit dem Titel "Mythos Kultur Erfahrungen in einer transnationalen Projektberatung" nach, der in der Ausgabe 4/2000 in der Zeitschrift Organisationsentwicklung erschienen ist. Beide Autorinnen arbeiten als systemische Beraterinnen von internationalen und transnationalen Projekten. Den Volltext ihres Beitrages kann man hier lesen…
Saturday, May 4. 2013
 Der Supervisionsdiskurs ist in den letzten Jahren recht still geworden, sein Platz in den einschlägigen Medien ist zunehmend von "arbeitsbezogener Beratung", Coaching oder Organisationsentwicklung eingenommen worden. Das gilt erst recht für die Beforschung von Supervision. Aus diesem Grund sei hier noch einmal auf die schöne Arbeit von Petra Bauer aus dem Kontext (dessen Mitherausgeberin sie zum Zeitpunkt der Veröffentlichung noch nicht war) verwiesen, in der sie Systemische Supervision aus der Sicht der SupervisandInnen rekonstruiert hat. Petra Bauer ist Professorin für Erziehungswissenschaft mir dem Schwerpunkt Sozialpädagogik an der Universität Tübingen. Anhand einiger Supervisionsbeispiele in psychiatrischen Teams zeigt sie, "wie vielfältig diese Konstruktionsprozesse verlaufen können, mit denen Supervisandinnen die Interventionen von Supervisorinnen mit ihrem eigenen professionellen Handlungsverständnis zu vermitteln suchen" Im abstract heißt es: "Systemische Supervision bietet ein vielfältiges Spektrum an Konzepten und Methoden, die sich oft nur schwer unter einem gemeinsamen Dach vereinen lassen. Vor diesem Hintergrund fragt der Beitrag danach, was Supervisandinnen als das spezifisch Systemische in der von ihnen in Anspruch genommenen Supervision betrachten. Im Rekurs auf Ergebnisse einer empirischen Studie zu systemischer Supervision in psychiatrischen Teams wird aufgezeigt, wie die fachlichen Handlungsorientierungen der Supervisanden und die Anforderungen der jeweiligen Teamorganisation die Erwartungen an die Supervision und damit auch die Wahrnehmung der methodischen Ausrichtung des/der Supervisor/in prägen. Damit verbinden sich weiterführende methodologische Überlegungen zur Erforschung der Wirksamkeit von systemischer Supervision." Der Artikel ist im Wissensportal der DGSF nachzulesen, und zwar hier…
Sunday, April 28. 2013
Die Anfangsjahre der Familientherapie waren von vielen Experimenten gekennzeichnet. Viele ihrer Pioniere entwickelten sehr persönliche Stile und Vorgehensweisen, die einerseits aufgrund ihres Charismas durchaus erfolgreich waren, andererseits aber heutzutage durchaus Befremden auslösen können. Einer dieser Pioniere war Carl Whitaker (1912-1995; Foto: wikipedia.de), der vor allem durch seine ungewöhnliche Art bekannt wurde, mit Familien mit einem psychotischen Indexpatienten zu arbeiten. Unter dem Titel: "Add Craziness and Stir. Psychotherapy with a Psychoticogenic Family" erschien 1981 in einem von Maurizio Andolfi und I. Zwerling herausgegebenen Band "Dimensions of Family Therapy" bei Guilford Press ein Aufsatz von Whitaker (mit David V. Keith), der 1999 in einer deutschen Übersetzung (von Anna-Lena Greve) in systhema erschien. Den Beipack-Zettel hat Arist von Schlippe geschrieben, er lautet wie folgt: "Den folgenden Beitrag haben wir (leicht gekürzt) aus verschiedenen Gründen in die Systhema aufgenommen. Da ist zunächst einmal ein historisches Interesse: Carl Whitaker, der schon vor längerer Zeit starb, gehört zu den originellsten und kreativsten Figuren in der Geschichte der Familientherapie. Sein Ansatz, die Familien mit (vor allem psychotischen) Patienten wieder "spielen" zu lehren und sich zu diesem Zwecke selbst oft "absurd" zu verhalten, zeugt von einer hohen Bereitschaft, ungewöhnliche, ja sehr ungewöhnliche Wege zu gehen, um ein System zu verstören. Die Erinnerung an solche – anarchische, aber wohl auch riskante – Bereitschaft möchten wir gerade in Zeiten der drohenden Verarmung "qualitäts"-gesicherter Psychotherapie gewahrt wissen. Damit soll dieser Artikel zum Zweiten auch einen Kontrapunkt setzen, zum Nachdenken anregen über die Psychotherapiekultur der Gegenwart – je kürzer, desto besser, je methodisch abgesicherter desto qualitätssicherer? Ob dies tatsächlich sinnvolle Anweisungen sind? Gerade das Primat von Methode über eine Qualität von Beziehung, in die sich auch der Therapeut als Person eingibt, wird in diesem Text massiv hinterfragt. Und zum Dritten, so stelle ich mir vor, wird der Aufsatz den Leser / die Leserin auch verstören, so wie mich. Zwischen Begeisterung, Aufregung und Erschrecken, ja Empörung habe ich diesen Text gelesen. Der m.E. sehr (zu sehr) lockere Umgang mit therapeutischer Macht, der ebenfalls (zu?) laxe Umgang mit Krankheits- und Gesundheitsbegriffen, die z.T. atemberaubende oder haarsträubende Art, jegliche Abstinenzregeln hinter sich zu lassen – all das, stelle ich mir vor, kann Stoff für Diskussionen geben. Denn eines kann dieser Text nicht: Leser / Leserin kalt lassen oder langweilen. Ein letztes Wort dazu, was dieser Text nicht soll: er soll nicht zum Nachahmen anregen. Er sollte eher dazu anregen, als Lehre aus der Lektüre des Vorgehens dieses powervollen und authentischen Therapeuten den Schluss zu ziehen: werde der/die, der/die du bist, nicht: werde wie er. In diesem Sinne: viel Spaß mit der Lektüre der deutschen Uraufführung dieses Artikels. Es war etwas mühsam, die Abdruckgenehmigung zu bekommen und wir bedanken uns bei Guilford-Press in New York für die freundliche Genehmigung dafür." Zum vollständigen Text…
Monday, April 22. 2013
 Im von Falco von Ameln 2004 im A. Francke-Verlag herausgegeben Band "Konstruktivismus: Die Grundlagen systemischer Therapie, Beratung und Bildungsarbeit" ist auch ein Artikel von Torsten Groth und Rudolf Wimmer erschienen, der sich mit dem Konstruktivismus als Grundlage systemischer Organisationsberatung befasst. Sein Ziel ist es, aufzuzeigen, "inwieweit sich diese Beratungsform von anderen Formen unterscheidet, worin ihre Besonderheiten liegen und was es heißt, Organisationsberatung unter Zuhilfenahme der Luhmann’schen Systemtheorie durchzuführen". Der sehr lesenswerte Beitrag ist auch online zu lesen, und zwar hier…
Monday, April 15. 2013
I  n den 90er Jahren befasste sich eine Osnabrücker Arbeitsgruppe mit familiendynamischen Konzepten der Betreuung asthmakranker Kinder und ihrer Familien, zu der auch Arist von Schlippe gehörte. Dieser veröffentlichte in der systhema 1/1999 einen Beitrag, in dem die Erfahrungen dieser Gruppe reflektiert wurden. In seiner Vorbemerkung heißt es: "Die hier entwickelten Überlegungen spiegeln meine Erfahrungen im Rahmen der Osnabrücker Arbeitsgruppe wieder, in der mit dem Luftiku(r)s-Konzept ein familien- und verhaltensmedizinisches Modell zur Betreuung asthmakranker Kinder und ihrer Familien entwickelt wurde (…). Sie sind in dieser Form das Ergebnis intensiven Austausches innerhalb dieser Arbeitsgruppe. An diese Erfahrungen möchte ich allgemeinere Überlegungen darüber anschließen, wie soziale Systeme Wirklichkeiten um chronische Krankheiten herumbauen. Neben einem allgemeinen Modell zum Verständnis der systemischen Prozesse chronischer Erkrankungen werde ich dabei auch eine persönliche Geschichte erzählen. Es ist u.a. eine Geschichte meines Abschieds von einem heimlichen Hochmut: 'eigentlich sind alle, auch die körperlichen Krankheiten im Grunde psychologischer Natur'– und es ist eine Geschichte meines Friedens mit der Perspektive der Schulmedizin und mit den Medizinern, der sich in vielen Fällen zur Freundschaft weiterentwickelt hat. Es freut mich gleichzeitig, wenn ich von meinen Medizinerkollegen höre, dass es auch für sie so ist, dass die Kooperation mit anderen Berufsgruppen in unserem Projekt ihre Arbeit im medizinischen Alltag verändert hat." Zum vollständigen Text…
Friday, April 12. 2013
In einem Artikel für die "Zeitschrift für Soziologie" aus dem Jahre 2006 beschäftigt sich Ruth Großmaß, seit 2004 Professorin für Ethik an der Alice-Salomon-Hochschule in Berlin mit unterschiedlichen soziologischen Perspektiven auf die Funktion und Bedeutung psychosozialer Beratung in der Gesellschaft: "Beratung ist heute eine ubiquitäre Alltagspraxis und zugleich ein Angebot professioneller Beratungseinrichtungen. Der Artikel untersucht die letzteren unter dem Gesichtspunkt, welche Bedeutung sie innerhalb von Struktur und Entwicklung westlicher Gesellschaften haben. Drei Gesellschaftstheorien – die Luhmanns, Bourdieus und Foucaults – werden herangezogen, um jeweils unterschiedliche Aspekte dieser Innovation des 20. Jahrhunderts zu beleuchten. Hierbei erweist sich Beratung als ein soziales System, das Inklusion hinsichtlich der gesellschaftlichen Funktionssysteme unterstützt, als ein Feld beruflicher Konkurrenz, das Diskurse der Selbstmodifikation produziert, und als eine neue Form der Technologien des Selbst. Darüber hinaus wird deutlich, dass Beratungseinrichtungen interessante Untersuchungsfelder sind, um neuere gesellschaftliche Entwicklungen dort zu studieren, wo sie die Individuen und ihr Alltagleben erreichen." Der Text ist auch online zu lesen, und zwar hier…
Saturday, April 6. 2013
Das letzte Heft des Kontext war noch einmal dem Thema der DGSF-Jahrestagung "Dialog der Kulturen" gewidmet und wurde mit einem theoretisch orientierten Beitrag von Tom Levold eröffnet, der sich mit der Frage beschäftigte, "Warum sich Systemiker mit Kultur beschäftigen sollten". Im Wissensportal der DSGF ist dieser Text online zu lesen. Im abstract heißt es: "Nach einigen grundlegenden Bemerkungen zum Kulturbegriff werden einige Konzepte der Kulturtheorie vorgestellt, die sich seit dem 18. Jahrhundert entwickelt haben. Für den gegenwärtigen Kulturdiskurs sind dabei vor allem bedeutungsorientierte Kulturkonzepte relevant. Anschließend wird der Kulturbegriff in Niklas Luhmanns Systemtheorie mit einem praxeologischen Kulturbegriff kontrastiert, um die Frage zu untersuchen, ob sich daraus ein Potenzial für eine systemische Praxeologie ableiten lässt. Abschließend wird postuliert, dass eine therapeutische Praxis als interkulturelle Begegnung gelingen kann, wenn sie Kultur als spannungsreiche Trias von symbolischer Ordnung, Diskurs und Praxis begreift." Zum vollständigen Text…
Thursday, April 4. 2013
 Franz Eidenbenz befasst sich seit über 10 Jahren mit psychologischen Fragen im Zusammenhang mit neuen Medien. Er ist in privater Praxis tätig und seit 2011 Leiter Behandlung des Zentrums für Spielsucht und andere Verhaltenssüchte in Zürich. In der Open-Access-Zeitschrift Psychotherapie-Wissenschaft hat er in Heft 2/2012 einen Beitrag mit dem Thema "Therapie von Online-Sucht – systemisches Phasenmodell" veröffentlicht. Im abstract heißt es: "Online-Sucht wird unter anderem als Kommunikations-, Beziehungs- oder Bindungsstörung verstanden, bei der sich Jugendliche aufgrund von innerfamiliären Kommunikationsproblemen und ungelöster Konflikte, hinter den Bildschirm zurückziehen. Die Familie wird als Kerngruppe gesehen, in der neue Modelle von Handlungsmustern und konstruktiven Konfliktlösungsmöglichkeiten erarbeitet werden können. Dementsprechend wird ein systemisches Phasenmodell für die Therapie vorgeschlagen bei dem das Umfeld als Ressource genutzt wird. Der Therapieprozess wird anhand von vier Phasen beschrieben: Initialphase, Motivationsphase, Vertiefungsphase, Stabilisierungs- und Abschlussphase." Zum vollständigen Text geht es hier…
Saturday, March 30. 2013
Die "Rehabilitation Foundation", eine unabhängige Non-Profit-Stiftung in Finnland, hat in ihrer Veröffentlichungsreihe eine interessante Studie von Antti Mattila herausgegeben, der sich dem Thema "Reframing" aus einer philosophischen Perspektive annähert: "This is a study in the theory and philosophy of psychotherapy. The focus is on the psychotherapeutic technique of reframing – a technique for helping clients to see their situation in a new light, from a new perspective. This technique is used in many forms of psychotherapy, especially in most forms of family and brief therapies. In this study an attempt is made to clarify the assumptions and presuppositions involved in the use of reframing in psychotherapy. This is done through several theoretical perspectives and especially the perspective of frame theory. In order to illustrate the usefulness of the presented theoretical positions, examples of the use of this technique in psychotherapy are explored in the light of these theoretical perspectives. Some suggestions are then given on how therapists can improve their ability to use reframing. Finally, some epistemological, ontological and ethical issues involved with the use of reframing are explored. In the concluding chapter the results of this study are summarized and discussed." Lesenswert. Zum Volltext geht es hier…
Wednesday, March 27. 2013
In der "Praxis der Kinderpsychologie und Kinderpsychiatrie" haben Rüdiger Retzlaff, Susanne Brazil und Andrea Goll-Kopka 2008 (Heft 5) einen Artikel über Multifamilientherapie bei Kindern mit Teilleistungsfertigkeiten verfasst, der auch online gelesen werden kann. Im Abstract heißt es: "Multi-Familientherapie ist ein evidenzbasiertes Verfahren zur Behandlung und Prävention von schweren psychischen Störungen, Verhaltensproblemen und körperlichen Krankheiten von Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen. Für die präventive familienorientierte Arbeit mit Kindern mit umschriebenen Entwicklungsstörungen gibt es bislang kaum Beratungskonzepte. In diesem Beitrag werden Erfahrungen mit dem Multi-Familienprojekt "Besondere Kinder" vorgestellt, das für Grundschulkinder mit Lernauffälligkeiten und ihre Familien entwickelt wurde. Auf systemischer Grundlage verbindet das innovative Programm kreative ressourcen- und handlungs- orientierte familientherapeutische Interventionen mit gruppentherapeutischen Techniken. Dabei vermittelt es ein umfassendes Verständnis der besonderen Herausforderungen und Belastungen, die mit Teilleistungsstörungen einhergehen. Die Ergebnisse dieser Pilotstudie müssen wegen der niedrigen Fallzahl zurückhaltend interpretiert werden, sprechen jedoch für eine breitere Anwendung des Programms in Beratungsstellen, sozialpädiatrischen Zentren, kinder- und jugendpsychiatrischen Ambulanzen und Schulen und weitergehende wissenschaftliche Evaluation". Zum vollständigen Text…
Thursday, March 21. 2013
Unter diesem Titel haben Inge Seiffge-Krenke, Stefan Beher und Christian Skaletz in der "Zeitschrift für Familienforschung" 2007 einen Artikel veröffentlicht, der sich mit dem Forschungsstand zur Wirksamkeit systemischer Therapie beschäftigt, wobei ein Unterschied zwischen "system-integrativen" und "klassisch-systemischen" Ansätzen gemacht wird, wobei z.B. die qualitative Güte von integrativen Konzepten am Vorhandensein von Manualen und Leitfäden festgemacht wird - während "klassisch-systemische" Ansätze wahrscheinlich in einer Manualisierung eher keinen qualitatitiven Fortschritt erkennen würden. Im abstract heißt es: "Grundlage dieser Analyse sind 68 Wirksamkeitsstudien zur systemischen Therapie/Familientherapie bei Kindern und Jugendlichen im Zeitraum von 1973 bis 2004. Es wird der Frage nachgegangen, welche Qualitätsunterschiede in der Wirksamkeitsforschung zwischen eher integrativ und eher klassisch orientierten Modellen systemischer Familientherapie bestehen, und ob diese Unterschiede mit der Art der untersuchten Therapiemodelle, dem Zeitpunkt der Erforschung und dem Herkunftsland der Studien zusammenhängen. Die Ergebnisse zeigen, dass systemisch-integrative Familientherapie in einigen wichtigen Kriterien der klassisch-systemischen Familientherapie in der methodischen Güte der Studien überlegen ist (z.B. Vorhandensein einer Kontrollgruppe, randomisiertes Studiendesign, Erhebung eines klinisch relevanten Outcomes). Allerdings konnten weitere Analysen belegen, dass die Konfundierung zwischen Publikationsjahr und dem Herkunftsland ein methodisch hohes Niveau der Wirksamkeitsprüfung vorhersagte, unabhängig von der familientherapeutischen Ausrichtung der Studien. Die Analyse verdeutlicht darüber hinaus einen gerade in den letzten Jahren stark angewachsenen Bestand an Wirkstudien zur systemischen Familientherapie insbesondere in den USA, allerdings auch einen Mangel deutscher Wirksamkeitsstudien." Zum Volltext geht es hier…
Sunday, March 17. 2013
Da ich seit Jahren Seminare zum Thema Metaphern in der (systemischen) Psychotherapie anbiete, weiß ich, dass viele Teilnehmer mit der Erwartung kommen, mit der Kunst des therapeutischen Geschichtenerzählens bekannt gemacht zu werden. Dass das Thema Metaphern tiefgründiger und auch theoretisch anspruchsvoller ist, als die verbreitete Literatur zur Verwendung von Geschichten als Metaphern suggeriert, ist dann immer ein bleibendes Aha-Erlebnis. Vor allem in der NLP-Welt ist die Idee weitverbreitet, dass Metaphern im Grunde Gleichnisse, Märchen oder Geschichten seien, die die Klienten zu Veränderungen anregen sollen. Leider ist die theoretische Fundierung ebenso wie die inhaltliche Differenzierung des Themas in der NLP-Literatur eher schwach auf der Brust. Peter Gansen hat in einer lesenswerten Rezension der NLP-Bücher von Alexa Mohl für die website metaphorik.de diese Mängel gründlich kritisiert. Nach Auffassung des Rezensenten ist "das gesamte scheinbar so logisch konzipierte und geschlossene Gedankengebäude des NLP – um, sensu Lakoff, in dem metaphorischen Konzept THEORIEN SIND GEBÄUDE zu bleiben – bei nur leichtem kritischen Kratzen und prüfendem Bohren höchst einsturzgefährdet. In der Konstruktion desselben scheinen die Neurolinguistischen Programmierer Opfer ihrer eigenen (metaphorischen) Denkzwänge geworden zu sein. Mohl drückt ihr Bedauern darüber aus, dass das NLP „für die akademische Zunft immer noch anrüchig“ sei. Um das zu ändern, so ist zu erwidern, wäre ein gründliches, theoretisch fundiertes „Reframing“ dieser Psychotechnik erforderlich - metaphorisch gesprochen v.a. ein Spielen mit offenen Karten". Zur vollständigen Rezension…
Tuesday, March 12. 2013
In einem Beitrag für die Institutsinterne Zeitschrift ISSES des Hamburger Instituts für Systemische Studien geben Andreas Schindler und Brigitte Gemeinhardt einen interessanten Einblick in Studiendesign, Ergebnisse und forschungspragmatischen Probleme und Hindernisse der "Eppendorfer Familientherapiestudie", in der die Arbeit Familien mit einem drogenabhängigen Indexpatienten evaluiert werden sollte. Lesenswert, weil der Text auch die (Selbst-)Mystifikation von Forschung in Frage stellt und die Wechselwirkung zwischen Forschung und beforschter Therapie verdeutlicht. Der Artikel ist auch auf der website des ISS zu lesen. Zum vollständigen Text geht es hier…
Saturday, March 2. 2013
1992 hat Hans-Peter Heekerens in der "Praxis der Kinderpsychologie und Kinderpsychiatrie" einen schönen Artikel über "Humor in der Familientherapie - Zum Stand der Diskussion" verfasst, der auch online zu lesen ist. Im abstract heißt es: "Insbesondere strategische und systemische Familientherapeuten zeichnen sich zunehmend mehr durch humorvolle Interventionen aus. Damit wird eine neue Runde in der schon alten Diskussion um Funktion und Bedeutung von Therapeutenhumor in der Psychotherapie eröffnet. Auf der Basis der vorliegenden Literatur wird ein Einblick in den derzeitigen Diskussionsstand gegeben. Deutlich wird dabei dreierlei: Auf dem Hintergrund einer konstruktivistischen Epistemologie gerät Therapeutenhumor in ein völlig neues Licht, strategische und systemische Therapeuten können Humor in verschiedenem funktionellen Zusammenhang einsetzen, und im Verbund mit einer systemischen Grundhaltung scheint Therapeutenhumor von eminenter positiver Bedeutung". Zum vollständigen Text…
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