Tuesday, June 18. 2013
 Die Kritik an formalen psychiatrischen Diagnosesystemen wie DSM und ICD ist in den vergangenen Monaten anlässlich der im Mai veröffentlichten Version V des DSM von der Peripherie sozialwissenschaftlicher Beobachtung hinein in das medizinische System getragen worden. In England hat sich ein Netzwerk kritischer Psychiater gebildet, das eine informative und umfangreiche Webpräsenz aufgebaut hat, geleitet von Joanna Moncrieff und Hugh Middleton. In diesem Kontext ist auch Sami Timimi zu finden, ein Kinder- und Jugendpsychiater, der mit guten medizinischen Gründen die Abschaffung von Diagnosesystemen fordert. Im aktuellen Heft des Kontextes ist eine deutsche Übersetzung seines Textes zu lesen, die aus aktuellem Anlass und mit freundlicher Genehmigung des Verlages Vandenhoeck & Ruprecht auch im systemagazin zu lesen ist (auch wenn im Artikel noch vom DSM-IV die Rede ist, dürfte allen klar sein, dass die Problematik sich mit dem DSM-V noch verschärft hat). Im Editorial des Heftes heißt es: "Unserem Selbstverständnis „Unterschiede deutlich machen“ folgend richten wir mit diesem Heft eine neue Rubrik „Diskurs“ ein, die Raum für Positionen eröffnen soll, welche in der Lage sind, Debatten anzustoßen oder fortzuführen. Wir hoffen sehr, dass wir dazu mit dem vorliegenden Beitrag beitragen können. Der Autor, Sami Timimi, ist ein bekannter Kinder- und Jugendpsychiater aus England und Visiting Professor für Kinder- und Jugendpsychiatrie an der Universität von Lincoln. In seinem Aufsatz „No more psychiatric labels“, der von Andreas Rothers für KONTEXT ins Deutsche übersetzt wurde, fordert er nichts anderes als die „Abschaffung formaler psychiatrischer Diagnosesysteme wie DSM-IV und ICD-10“ - zu einem Zeitpunkt, an dem die pragmatische Inkaufnahme solcher Systeme auch im systemischen Feld als Preis für die Zulassung als kassenfinanziertes Verfahren zunehmend Anklang findet. Seine Begründung: „1. Psychiatrische Diagnosen sind nicht valide. 2. Die Anwendung psychiatrischer Diagnosen verstärkt Stigmatisierung. 3. Psychiatrische Diagnosen helfen nicht bei der Wahl der Behandlungsstrategie. 4. Die Langzeitprognosen psychischer Störungen haben sich verschlechtert. 5. Anderen Kulturen werden westliche Vorstellungen psychischer Gesundheit und Krankheit aufgezwungen. 6. Alternative evidenzbasierte Modelle für eine effektive Neuausrichtung der psychosozialen Versorgung stehen zur Verfügung“. Zum vollständigen Text, der in der Systemischen Bibliothek zu finden ist, geht es hier…
Thursday, May 9. 2013
I  m psychiatriekritischen Internetforum "Mad in America. Science, Psychiatry and Community" haben Eugene Epstein (Foto), Manfred Wiesner und Lothar Duda anlässlich der aktuellen Veröffentlichung des DSM-V einen kritischen Beitrag über psychiatrische Diagnostik im Zuge der Globalisierung westlicher Psychiatrie und Psychotherapie verfasst, dessen deutsche Übersetzung heute in der Systemischen Bibliothek im systemagazin erscheint. Im Abstract heißt es: "Die Autoren gehen von der These aus, dass der psychiatrische und der psychotherapeutische Diskurs (in der westlichen Welt) inzwischen die gesamte Gesellschaft infiltriert haben. Mit dem DSM-5 dehnen sich diese Diskurse weiter aus. Das Denken und Sprechen über psychisches Empfinden und Leiden wird damit zunehmend global uniformiert. Im Resonanzraum dieses Vokabulars sind wir alle potentielle PatientInnen. Hierdurch bietet sich das DSM-5 im Sinne eines „MacGuffins” auch als Vehikel an, den Wirtschaftsfaktor psychiatrisch/psychotherapeutische Versorgung weiter am Laufen zu halten. Die Pathologisierung des Individuums und die Trübung des Blicks für gesellschaftliche Veränderungsnotwendigkeiten sind hierbei zwei Seiten einer Medaille. Der globalen Homogenisierung des Blicks auf psychisches Befinden stellen die Autoren die Kultivierung von Diversität bei der Beschreibung und Einordnung psychischen Empfindens und Leidens gegenüber. Sie proklamieren die Überwindung der Hegemonie des traditionellen psychiatrischen und psychotherapeutischen Diskurses und rufen dazu auf, mit der Entwicklung einer „posttherapeutischen Welt” zu beginnen. In einer ersten Annäherung hieran gehen sie darauf ein, wie die Ausbildung von „Helfern” im Lichte eines solchen veränderten Denkens gestaltet werden sollte." Zum vollständigen Text geht es hier…
Tuesday, April 9. 2013
 1988 erschien im Springer-Verlag ein von Ludwig Reiter, Ewald J. Brunner und Stella Reiter-Theil herausgegebener Sammelband, dessen paradigmatischer Titel "Von der Familientherapie zur systemischen Perspektive" die inhaltlichen Umbrüche im psychotherapeutischen Feld der frühen 80er Jahre gut zum Ausdruck brachte. Da das Buch in sehr kleiner Auflage erschien, war es für damalige Verhältnisse recht kostspielig und dürfte (trotz vieler Zitationen) nicht allzu viele Leser gehabt haben. In diesem Band, der 1997 eine (letzte) Neuauflage als Paperback erfuhr, ist auch ein Text von Kurt Ludewig enthalten, in dem er seine Vorstellungen der "Grundzüge eines systemischen Verständnisses psychosozialer und klinischer Probleme" entfaltet: "Dieser Beitrag erkundet in Anlehnung an zeitgenössische erkenntnis- und systemtheoretische Auffassungen Sinn und Nutzen des Konzepts "Problem" (bzw. "Problemsystem") als Ausdruck für ein interaktionelles, sprich systemisches Geschehen für die klinische Praxis im psychosozialen Bereich. Er trägt Grundzüge einer Sichtweise zusammen, wonach das "Hervorbringen" (s. unten) klinischer Probleme (sonst Symptome oder psychische Krankheiten genannt) nicht als bloßes, noch so geschultes Konstatieren angeblicher Fakten, sondern als Aktivität eines Klinikers betrachtet wird, die auf diesen zurückverweist und ihn daher unvermeidlich mit definiert." Der Beitrag ist nun in der Systemischen Bibliothek des systemagazin zu lesen, und zwar hier…
Sunday, February 3. 2013
 Das Buch "Systemische Therapie. Grundlagen klinischer Theorie und Praxis" von Kurt Ludewig ist 1992 erschienen und gehört zu den mit Abstand am meisten zitierten Werken der Systemischen Therapie hierzulande. Der Verlag, Klett-Cotta, hat sich entschieden, keine Neuauflagen  mehr aufzulegen, so dass das Buch nur noch antiquarisch erhältlich ist. Kurt Ludewig, der das Copyright damit zurückerhalten hat, stellt freundlicherweise das Manuskript seines Buches als PDF für die systemische Bibliothek des systemagazin für alle Leserinnen und Leser zur Verfügung (für evtl. Zitationen ist darauf zu achten, dass es sich zwar um die veröffentlichte Fassung handelt, die Seitenzahlen aber nicht identisch mit dem Buchlayout des Verlages sind). Auf diese Weise bleibt dieses wichtige Buch für alle Interessierten weiterhin zugänglich. Dafür sei ihm an dieser Stelle ganz herzlich gedankt! Zum vollständigen Text geht es hier…
Thursday, November 29. 2012
 Von Kurt Buchinger, bestens bekannt für seine Beiträge zur systemischen Supervision und Organisationsberatung, sind schon einige Texte in der Systemischen Bibliothek des systemagazin zu lesen. Heute geht es um einen außergewöhnlichen und sehr persönlichen Text, der auf einem Vortrag basiert, in dem Kurt Buchinger sich mit seiner eigenen Erkrankung, dem Tod und dem Lebenswillen auf eine berührende und herausfordernde Weise auseinandersetzt, die Mut machen kann und soll. Dabei geht es ihm nicht um den 100sten Bericht über eine Spontan-oder 'Wunderheilung', sondern um riskante Entscheidungen und die Überwindung oder Aufhebung der damit verbundenen "anthropologischen Widersprüche". Der unbedingt lesenswerte Text schließt folgendermaßen ab: "Das Lebendige Allgemeine, das ich im Besonderen mehr erleben als begreifen durfte, lautet: Dieses Leben ist in seiner Fülle nur als sterbendes Leben, als lebender Tod zu haben. Und das ist etwas anderes als das viel strapazierte wunderbare 'Stirb und Werde'. Denn es ist keine Aufeinanderfolge von Tod und Leben in der Achterbahn des Lebens, es ist deren ruhige immer währende Gleichzeitigkeit, echte Gegenwart. Nur so, als sterbendes Leben, als lebender Tod lässt uns das Leben seinen gesegneten Reichtum erahnen, zu dem der Tod die Türe öffnet. Das alles auf eigenes Risiko, natürlich". Zum vollständigen Text…
Wednesday, November 7. 2012
 Mit dieser Frage beschäftigt sich Michael B. Buchholz in seinem neuesten "Psycho-Newsletter". Die Newsletter erscheinen im Auftrag der DGPT in unregelmäßiger Reihenfolge. Im aktuellen Newsletter geht es um aktuelle Entwicklungen in der Verhaltenstherapie. Buchholz geht ausführlich auf einen von Peter Fiedler 2012 herausgegebenen Sammelband ein: "Die Zukunft der Psychotherapie. Wann ist endlich Schluss mit der Konkurrenz?" (Berlin:Springer). Hier passiert beachtenswertes, weil der aktuelle Diskurs der Verhaltenstherapie offenbar stillschweigend die klassischen Positionen der VT räumt - und viele psychoanalytischen und systemischen Konzepte übernimmt: freilich ohne dies auch einzugestehen oder zumindest die Herkunft dieser Konzepte zu benennen. Ob das wirklich als Einladung gelesen werden kann, mit Konkurrenz Schluss zu machen, darf man sich fragen. "Wir sehen eine Zukunft der Psychotherapie, wie Heidelberg-United sich das vorstellt. Sehr anregend, gut geschrieben, lesenswert, diskussionsfähig – und natürlich diskussionsbedürftig. Konkurrenz im besten Sinne. Aber es wäre ein unfairer und aktiver Beitrag gerade zur Fortsetzung der Konkurrenz statt zu deren Beendigung, wenn die Beiträge der konkurrierenden Autoren überhaupt nicht zu Worte kommen, sondern als eigene ausgegeben werden. Eine Psychotherapie der Zukunft, die sich so sehr der Psychoanalyse, der systemischen Richtung, teils auch der Gesprächstherapie angenähert hat wie die zitierten Positionen verdeutlichen, müsste den Namen "Verhaltenstherapie" streichen und eingestehen, wo sie sich jahrzehntelang dogmatisch geirrt und verirrt hatte, wo sie Anleihen bei anderen macht, wo ihre so gellend vorgetragenen positiven Forschungsergebnisse möglicherweise eben wegen dieser stillschweigenden Anleihen "pro VT" wurden. Und in die Öffentlichkeit sollte diese Einsicht auch getragen werden." Zum vollständigen Text…
Wednesday, October 24. 2012
Heute wird Joseph Duss-von Werdt (Foto: Fernuniversität Hagen) 80 Jahre alt und wir gratulieren von Herzen. Sepp Duss ist Urgestein der Familientherapie und wurde dem deutschsprachigen Publikum schon 1976 durch seine Gründungs-Mitherausgeberschaft der "Familiendynamik" (gemeinsam mit Helm Stierlin) bekannt, die er bis 1987 innehatte. Sein Studium der Philosophie und Psychologie an der Universität in Löwen (Belgien), wo das Husserl-Archiv untergebracht war, schloss er als Dr. phil. mit einer Arbeit über die »Phänomenologie Alexander Pfänders« ab. Anschließend absolvierte er ein Theologiestudium an der Universität München (u.a. mit dem gegenwärtigen Papst als Kommilitone) und wurde dort 1964 zum Dr. theol. promoviert. 1967 übernahm er die Leitung des von ihm mitgegründeten Institutes für Ehe und Familie in Zürich, die er bis 1987 innehatte. In den 80er und 90er Jahren wandte er sich zunehmend dem Feld der systemischen Mediation zu, die er nicht nur praktizierte, sondern auch an den Universitäten Bern, Genf und Hagen sowie am Frankfurter Institut für Mediation IKOM unterrichtete. Bis heute hat er sich seine Schaffenskraft und Ausdauer erhalten, was sich nicht nur dadurch zum Ausdruck bringt, dass er Jahr für Jahr hunderte von Kilometern in Europa zurücklegt, nicht etwa mit einem GPS-System ausgerüstet, sondern nur mit einer normalen Straßenkarte, auf der die Hochspannungsleitungen eingezeichnet sind, was ihm zur Orientierung ausreicht - einer Herausforderung, der sich die meisten 20jährigen nicht gewachsen fühlen dürften. Zum Geburtstag bringt systemagazin mit freundlicher Erlaubnis des Verlages Vandenhoeck & Ruprecht ein wunderbares Gespräch, das Wolf Ritscher mit Sepp Duss für den "Kontext" 2010 geführt hat und das in der Systemischen Bibliothek zu finden ist. systemagazin wünscht Dir, Sepp, zum Geburtstag alles Gute, Gesundheit und Glück, viele weitere Wanderungen und dem Systemischen Feld mehr von Deinen klugen und wohltemperierten Einsichten und Gedanken!
Sunday, October 21. 2012
 Ein nicht unwesentlicher Aspekt der systemisch-konstruktivistischen Kritik an psychoanalytischen Ansätzen galt schon immer der Deutung im therapeutischen Gespräch. Mit einer Deutung wird das Handeln einer anderen Person in dem Sinne deutet, dass dieser Gründe und Motive für ihr Handeln zugerechnet werden, die die gemeinte Person selbst nicht geltend gemacht hat - oder sogar abstreitet. Wird die Deutung in der Psychoanalyse mit einem Wahrheitsanspruch oder mit überlegenem Experten-Zugriff auf die "eigentliche" Wirklichkeit ausgestattet, wie es durchaus bei einigen psychoanalytischen Autorinnen und Autoren den Anschein hat, liegt es auf der Hand, damit nicht übereinstimmende andere Wahrnehmungen, Selbsterleben der Klienten etc. als Widerstand gegen die Aufdeckung der eigenen wahren Motive zu verstehen. Mit einer solchen Perspektive kann sich dann der Therapeut gegen die interaktive Zumutung unterschiedlicher Wahrnehmungen immunisieren. "Einer Person Beweggründe zuzuschreiben, die von ihr nicht geteilt werden, bedeutet aber nicht nur, die ›Ebene der Intersubjektivität‹ zu verlassen und die Person als Objekt zu behandeln, sondern heißt darüber hinaus, in Anspruch zu nehmen, die Beweggründe der Person besser zu kennen als diese selbst". Nun sind Deutungen aber ja nicht nur eine therapeutische Technik, sondern ein Alltagsphänomen, das immer dann zu finden ist, wenn Verhalten von Menschen von anderen Menschen erklärt bzw. diesen Motive zugeschrieben werden, die sie selbst nicht in Anschlag bringen. In einem sehr lesenswerten Artikel hat Ulrich Streeck (Foto: www.streeck.net), Arzt für Psychiatrie und Psychotherapie und für psychosomatische Medizin und Psychoanalytiker in Göttingen, der von 1985 bis 2011 Ärztlicher Direktor der Klinik Tiefenbrunn war, sich dem Thema Deutungen im sozialen Alltag und in Psychotherapie auseinandergesetzt: "Dass Deutungen im Sinne der Fremdzuschreibung von nicht geteilten Beweggründen im sozialen Alltag häufig als Angriffe und Übergriffe behandelt werden, kann auch Deutungen, die in therapeutischen Kontexten eingesetzt werden, in einem neuen Licht erscheinen lassen. Mutmaßungen über und Zuschreibungen von Motiven, die von der Person, an die sie adressiert sind, nicht ohne Weiteres geteilt werden, sind keine Erfindungen der Psychoanalyse; sie gehören zur Alltagskommunikation. Wie jeder kommunikative Austausch gründet auch das ›Gespräch, in dem die psychoanalytische Behandlung besteht‹ (…), in alltagssprachlicher Verständigung. Weil wir uns im Alltag wechselseitig Zurechnungsfähigkeit zubilligen müssen, wenn wir uns verständigen wollen, geraten Deutungen hier so leicht zu Attacken: der gemeinten Person wird ihre Zurechnungsfähigkeit momentan bestritten. Das macht verständlich, warum es besonderer Vorkehrungen bedarf, damit Psychoanalytiker in Behandlungen von Deutungen Gebrauch machen können, ohne Gefahr zu laufen, dass der Patient die therapeutischen Interventionen als illegitime Übergriffe von sich weist oder – nicht weniger bedenklich – sich ihnen als autoritativen Sinnzuschreibungen des Analytikers schweigend unterwirft." Nun sind Deutungen als Interaktionsangebote nicht nur in der Form von Behauptungen o.ä. vorfindbar, sondern stecken natürlich auch implizit in vielen Fragen oder indirekten Formulierungen. Auch systemische Therapeuten sind vor Deutungen nicht gefeit, da ihre Wirklichkeitskonstruktionen und Annahmen über das Beschaffensein von Problemen und Lösungen in ihre Fragen, Kommentare etc. eingehen. Der Umgang mit Deutungen als kommunikativem Format erfordert in dieser Hinsicht immer ein Einverständnis darüber, wie in der Therapie über eigene Annahmen, Vorstellungen, Phantasien etc. kommuniziert werden kann, ohne dass das als Übergriff erlebt wird: "Manchmal stellen unerfahrene Therapeuten Mutmaßungen über vermeintlich unbewusstes Erleben eines Patienten an, noch ehe sie mit dem Patienten eine Übereinkunft darüber erzielt haben, wie der therapeutische Dialog geführt werden soll, wie der Psychoanalytiker am therapeutischen Gespräch teilzunehmen beabsichtigt und welche Rolle dabei Äußerungen spielen sollen, die dem Patienten selbst vermeintlich nicht zugängliche Gründe seines Handelns benennen. Noch in einer der ersten Stunden des Zusammentreffens und noch bevor der Patient ausreichend darauf vorbereitet ist, wie das therapeutische Gespräch abgewickelt werden soll, deuten sie dessen Verhalten auf dem Patienten vermeintlich nicht zugängliche Beweggründe hin, und an dem Umgang mit dieser Deutung soll sich dann erweisen, ob und wie der Patient in der Lage ist, von Deutungen Gebrauch zu machen. Reagiert der Patient aversiv, wird das unter Umständen statt als Beleg für die Unangemessenheit und Aggressivität der interpretierenden Äußerung des Therapeuten zu diesem Zeitpunkt als Hinweis auf die vermeintlich eingeschränkten selbstreflexiven Fähigkeiten des Patienten behandelt." Der Aufsatz von Ulrich Streeck ist in der Zeitschrift "Psychotherapie & Sozialwissenschaft" 1/2011 erschienen und in der Systemischen Bibliothek des systemagazin mit freundlicher Erlaubnis des Autors und des Psychosozial-Verlages, in dem die Zeitschrift erscheint, nachzulesen. Hier geht es zum vollen Text…
Thursday, February 2. 2012
 Die DGSF trauert um Karin Bongers, die am Sonntag, 23. Januar gestorben ist. Sie war DGSF-Mitglied von Anfang an und schon beim Vorgängerverband DFS im Vorstand maßgeblich an der Fusion von DAF und DFS beteiligt. In der DGSF hatte Karin Bongers maßgeblichen Anteil an der Entwicklung der ersten DGSF-Weiterbildungsrichtlinien im Fort- und Weiterbildungsausschuss und jahrelang prägte sie als Gründerin und Sprecherin der Fachgruppe Supervision die Positionierung der DGSF in diesem Bereich. Nachrufe einiger ihrer KollegInnen und Weggefährten sind hier zu lesen. systemagazin stellt zum Gedenken einen Artikel von ihr in die Systemische Bibliothek, den sie 2001 mit Ingelore Maxeiner im Kontext veröffentlicht hat: "Das Szenarien-Modell – Eine Variante aufsuchender Familienarbeit". Zum vollständigen Text…
Wednesday, January 19. 2011
Im Jahre 2000 veröffentlichten Mathias Graf, Gisela Knotte und Heinz Walter in "System Familie" eine Studie über die Beziehung von Adoleszenten bzw. Jungen Erwachsenen zu Ihren Eltern, die in der "systemischen Bibliothek" nachzulesen ist: "Vor dem Hintergrund eines Transitionsmodells von Familie werden 2 Stichproben von Familien hinsichtlich ihres Beziehungsgefüges verglichen. Die beiden Stichproben unterscheiden sich in Bezug auf die Stadien ihrer familialen Entwicklung: In der ersten befinden sich die Kinder in der Adoleszenz, in der zweiten im jungen Erwachsenenalter. Die familialen Beziehungsstrukturen werden anhand einer systemisch orientierten Selbstberichtmethode, dem „Subjektiven Familienbild (SFB)“ von Mattejat u. Scholz (1994), auf 2 Dimensionen erfasst: einer 1. Dimension zu emotionaler Verbundenheit („Valenz“) und einer 2. Dimension zu individueller Autonomie („Potenz“). Es zeigt sich eine Anzahl spezifischer Unterschiede zwischen den von Adoleszenten und jungen Erwachsenen berichteten Beziehungsstrukturen, und zwar in dem Sinne, dass junge Erwachsene Beziehungen in der Familie partnerschaftlicher wahrnehmen als Adoleszente. Deutliche Hinweise auf die emotionale Randposition des Vaters werden transitionstheoretisch diskutiert. Konsequenzen für Diagnostik, Beratung und Therapie werden abgeleitet. Wenngleich das SFB im klinisch-psychiatrischen Kontext entwickelt wurde, erweist es sich auch als taugliches Diagnostikum für die nichtklinische Familienpsychologie, -beratung und -therapie." Zum vollständigen Text…
Wednesday, January 5. 2011
 Ronny Lindner, Diplom-Sozialpädagoge und Sozialarbeiter (Foto: Carl-Auer-Verlag), ist in der systemischen Szene durch sein Buch "unbestimmt bestimmt. Soziale Beratung als Praxis des Nichtwissens" bekannt geworden, das 2004 im Carl-Auer-Verlag erschienen ist ( Zur Rezension von Wolfgang Loth im systemagazin hier). Im Zusammenhang mit seiner langjährigen Tätigkeit in der Alzheimer-Hilfe hat er nun eine systemtheoretische Studie über "Liebe, Demenz und Soziale Arbeit" verfasst, die in der Systemischen Bibliothek erstmals veröffentlicht wird. In der Einleitung skizziert Lindner sein Programm: "Luitgard Franke beendet ihre Untersuchungen zur „Demenz in der Ehe“ mit der Erkenntnis, dass der Fokus in der Arbeit mit Demenzkranken und deren Angehörigen wesentlich stärker auf Beziehungsaspekte gelegt werden muss als es die derzeitige Praxis tut. Sie zeigt, dass die Orientierung an der Unterstützung von Autonomiebestrebungen bei Angehörigen und die einseitige Betonung ihrer Entlastung in der Regel Widerstände erzeugt, an denen sich die weitere Angehörigenberatung dann recht umständlich abarbeiten muss. Weiterhin verweist Franke darauf, dass im Demenzbereich tätige Organisationen dazu neigen, Aspekte der Erkrankung und des medizinischen bzw. pflegerischen Umgangs mit ihr zu betonen, weil die theoretischen Grundlagen für die Arbeit in Demenzkontexten überwiegend aus eben jenen Fachbereichen stammen. Die Überlegungen der Helfer sind somit an Strukturen ausgerichtet, die eher dazu geeignet sind, krankheitsspezifische und pflegerische Beobachtungen zu machen als beziehungsorientierte. Der Grund für diese unangemessenen Reduktionen liegt nach Franke in einem Theoriedefizit bezüglich der Paarthematik, das auf die praktische Arbeit in Demenzkontexten durchschlägt und das es abzubauen gilt. Der vorliegende Text nimmt diesen Auftrag an. Er fußt auf der Überzeugung, dass Demenzkranken und deren Betroffenen nicht (nur) damit geholfen werden kann, dass man sie zeitweise voneinander trennt und dass intime Beziehungen nach und nach in Pflegebeziehungen überführt werden. Solche Überlegungen fallen Sozialarbeitern nicht schwer, da ein Großteil der theoretischen Grundlagen, auf denen ihre Praxis aufbaut, eher beziehungs- als personenorientiert gestrickt ist. Die Berücksichtigung des sozialen Kontextes hat inzwischen Eingang in nahezu jede sozialarbeiterische Hilfeplanung gefunden. Die zunehmende Beschäftigung von Sozialarbeitern in Demenzkontexten führt also beinahe zwangsläufig zu einem Bedürfnis nach der diesbezüglichen Erweiterung von Perspektiven. Das damit auch neue und veränderte Problemlagen sichtbar werden, also Schwierigkeiten von Demenzfamilien, die zuvor nicht berücksichtigt wurden, liegt auf der Hand. Den Ausgangspunkt der nachstehenden Überlegungen bildet eine Kippfigur, die Franke den Praktikern für die Beratung von Familien, die mit den Konsequenzen einer Demenzerkrankung umgehen müssen, ans Herz legt. Die eine Seite dieser Figur bildet die Pflegebeziehung, die andere die Ehebeziehung. Im Zuge der Entscheidung für eine der beiden Seiten werden jeweils spezifische Wahrnehmungen, Deutungsmuster und eigene Verhaltensausrichtungen provoziert. Im Sinne des Erweiterns von Handlungsspielräumen ihrer Klientel können Sozialarbeiter dann mit Angehörigen daran arbeiten, ihre Beziehung gemäß der Entscheidung für die entsprechende Seite auszurichten. Diese Kippfigur wird nachfolgend aufgegriffen und in die Überlegungen einbezogen, wenngleich letztlich darüber hinausgegangen wird. Dafür werden zu Beginn einige allgemeine theoretische Vorannahmen zu Familien und Liebesbeziehungen erörtert (Abschnitt I), anschließend wird untersucht, wie sich solche Systeme verändern, wenn sie mit Demenzerkrankungen konfrontiert werden (Abschnitt II). Schließlich folgt eine Durchleuchtung der Darlegungen hinsichtlich sozialarbeiterisch verwertbarer Schlussfolgerungen (Abschnitt III). Um die von Franke geforderte Betonung des Beziehungsaspektes zu gewährleisten und somit beim Abbau des angesprochenen Theoriedefizites möglichst effizient zu sein, werden sich die nachstehenden Darlegungen relativ komplexer Theoriemittel bedienen. Mithilfe der Systemtheorie Luhmannscher Bauart (und Fuchsscher Weiterentwicklungen) wird der Abstraktionsgrad der üblicherweise in Demenzkontexten vorgenommenen Betrachtungen deutlich erhöht werden. Daraus erwächst z. B. der Vorteil, dass viele Überlegungen im Hinblick auf Intimsysteme und Familiensysteme analog vorgenommen werden können. Wann immer passend, wird der Text auf diese Analogien eingehen. Weiterhin soll gezeigt werden, dass eine Demenzerkrankung nicht den operativen (bzw. semantischen), also existentiellen Part der Beziehung irritiert, sondern vielmehr in deren Umwelt „agiert“. Es bleibt also – sofern das erwünscht ist - ein Bereich kommunikativer Sinnreproduktion bestehen, der „liebesexklusiv“ ist und nicht von der Erkrankung erfasst werden kann. Im Gegenteil: Wir werden sehen, dass die Liebe dazu tendiert, vermeintlich dezidiert krankheitsbezogene Kommunikation zu okkupieren und sie dem Beobachter als „liebesexklusiv“ zu präsentieren. Schließlich wird es möglich sein, die Frankesche Kippfigur in ein Tetralemma zu überführen und die Ansätze für sozialarbeiterische Interventionsversuche somit zu vervielfachen. Auch die dabei produzierten Erkenntnisse werden im letzten Abschnitt auf ihre Tauglichkeit für Soziale Arbeit in Demenzkontexten hin untersucht und bei Bedarf „metamethodisch“ aufbereitet." Zum vollständigen Text geht es hier…
Thursday, October 14. 2010
 Von einer spannenden Supervisionssitzung mit Professionellen aus Psychiatrie-Teams berichtet Edelgard Struss in einem Aufsatz für die "sozialpsychiatrischen Informationen", die systemagazin mit freundlicher Genehmigung des Psychiatrie-Verlages in der Systemischen Bibliothek veröffentlicht: "Negative Vorurteile gegenüber psychisch kranken Menschen spielen selbst in aufgeklärten und gut ausgebildeten Psychiatrie-Teams eine Rolle. Mitarbeitende aus dem psychiatrischen Feld unterscheiden sich hierin nicht prinzipiell vom Rest der Gesellschaft. Wird ein Kollege oder eine Kollegin psychisch krank, geraten die Teammitglieder im Umgang miteinander in eine eigenartige Zuspitzung. Das Tabu um psychische Krankheit landet dann nämlich auf der operativen Ebene der alltäglichen Arbeit und konfrontiert alle Beteiligten – auch mit sich selbst. Es handelt sich hier um den Versuch, besonders interessante Aspekte und spannende Sequenzen aus einem supervidierten Gruppenprozess zu schildern, in dem die Teilnehmenden psychische Erkrankung von Kollegen oder Kolleginnen zum Thema machten. Um die Dynamik der Sitzung zu veranschaulichen, wird das Geschehen parallel unter zwei Gesichtspunkten geschildert. Zum einen wird von den Arbeitsergebnissen der Teilnehmenden bzw. der Gruppe berichtet. Zum anderen wird das Gruppengeschehen aus einer am ehesten als systemischen-phänomenologisch zu bezeichnenden Perspektive erläutert." Zum vollständigen Text…
Friday, September 24. 2010
"In den letzten Jahren hat eine konsequente Nutzung moderner Selbstorganisationstheorien für ein Verständnis der in Beratung, Psychotherapie und Management ablaufenden Prozesse begonnen. Es besteht die Erwartung, die Praxis durch diese Theorien sowohl optimieren als auch vereinfachen zu können. Im Folgenden wird versucht, wesentliche Aspekte von Psychotherapie im Sinne eines synergetischen Therapiemodells zu rekonstruieren. Ein Fallbeispiel dient der Illustration. Schließlich werden einige wenige „generische Prinzipien“ formuliert, die im Verständnis der Synergetik gegeben sein müssen, um selbstorganisierende Prozesse bei Klienten möglich zu machen." So beginnt ein Artikel, den Günter Schiepek, Friederike Ludwig-Becker, Andrea Helde, Frank Jagdfeld, Ernst Richard Petzold & Friedebert Kröger im Jahre 2000 in "System Familie" veröffentlicht haben, und der in der systemischen Bibliothek von systemagazin nachzulesen ist. Zum vollständigen Text geht es hier…
Sunday, August 22. 2010
 Elisabeth Wagner (Foto: Lehranstalt) ist Psychiaterin und Psychotherapeutin in Wien mit forensischen und suchttherapeutischen Schwerpunkten, zudem Lehrtherapeutin an der Lehranstalt für Systemische Familientherapie in Wien. In der aktuellen Ausgabe des von der Lehranstalt herausgegebenen Periodikums "Systemische Notizen" ist unter dem Titel "Welche Theorie braucht die Systemische Therapie?" ein Artikel von ihr erschienen, der mit freundlicher Genehmigung der Lehranstalt auch in der Systemischen Bibliothek des systemagazins zu lesen ist. Wagner schreibt: "Seit Jahren plagt mich in meiner Identität als systemische Lehrtherapeutin ein „theoretisches Unbehagen“, d.h. das Gefühl, dass die Theorien, die wir Systemischer Therapie zugrundelegen, zu der Art von Systemischer Therapie, die wir mittlerweile anbieten (und lehren) in der bislang vollzogenen Ausschließlichkeit nicht mehr passt. Dieses Unbehagen führte zunächst dazu, dass ich psychologische Konzepte gesucht habe, die sich als Grundlage für die Interventionsplanung eignen und diese auch bei einem Jour fixe vorgestellt habe. Das wohlwollende Interesse der Teil- nehmerInnen hat mich – ebenso wie die kritischen Fragen – zum Schreiben dieses Beitrages veranlasst, in dem ich den Stand meiner Überlegungen (kritisch könnte man sagen – den aktuellen Stand meines Zweifels) zu einer grundlegenden Frage der Systemischen Therapie darstelle: Welche Theorie braucht die Systemische Therapie? Zum vollständigen Titel geht es hier…
Friday, June 11. 2010
 Heute beginnt in Südafrika die Fußball-WM. Schon im vergangenen Jahr ist im Carl-Auer-Verlag das Buch zum Film erschienen, herausgegeben von Fritz B. Simon: "Vor dem Spiel ist nach dem Spiel. Systemische Aspekte des Fußballs". Darin findet sich ein Gespräch zwischen dem ehemaligen deutschen Nationaltorhüter, Oliver Kahn, und Thomas Hegemann, Münchener Psychiater und Systemischer Therapeut, der das "Ich schaff's"-Programm von Ben Furman in Deutschland eingeführt hat und der mit Oliver Kahn gemeinsame Erfahrungen in der Arbeit mit Jugendlichen gemacht hat. Das Gespräch kann mit freundlicher Zustimmung des Verlages in der Systemischen Bibliothek des systemagazin gelesen werden, zum vollständigen Text geht es hier…
Wednesday, June 2. 2010
 Andreas Rothkegel ist Gestalttherapeut mit systemischer Ausbildung und arbeitet als Berater in der ProFamilia-Beratungsstelle Köln. Für den Jahresbericht der Stelle hat er einen sehr lesenswerten Aufsatz über Scham- und Schuldgefühle im Schwangerschaftskonflikt verfasst, der in der Systemischen Bibliothek des systemagazin einem breiteren Publikum zugänglich gemacht wird: "In einem Schwangerschaftskonflikt nehmen Scham- und Schuldgefühle für viele Frauen und Paare eine zentrale Rolle ein. Für die Konfliktberatung ist es deshalb von Bedeutung, diese Gefühle und ihre Hintergründe zu thematisieren. Das Ansprechen dieser eher unangenehmen Themen erleichtert es Klientinnen jedoch letztlich, in einem Schwangerschaftskonflikt eine Entscheidung zu treffen, mit der sie auch in Zukunft leben können." Zum vollständigen Text…
Thursday, April 15. 2010
 Heute findet in Meilen die Trauerfeier für Rosmarie Welter-Enderlin statt, die am 4.4.2010 im Alter von 75 Jahren gestorben ist. Auf dem Kongress zum 20-jährigen Jubiläum der ÖAS in Wien hielt sie 2006 einen Vortrag zum Thema "Was wir hätten aufnehmen und vertiefen können", der auch als eine Art von Resümé oder Bilanz über ihr Wirken gelesen werden kann und der in der Systemischen Bibliothek des systemagazin nachzulesen ist. Das Original ist auf der website der ÖAS erschienen. Zum vollständigen Text des Vortrages…
Saturday, March 20. 2010
 Auf der Systemischen Forschungstagung vom 3.-4.3.2010 hat Thorsten Veith vom Institut für systemische Beratung in Wiesloch (Foto: systemische-professionalitaet.de) ein Dissertationsprojekt vorgestellt, in dem es zum einen darum geht, Führungskräfte für das Thema Gesundheit in Organisationen zu sensibilisieren sowie den Umgang mit sich selbst zu reflektieren und „persönliche Gefahrenzonen“ zu identifizieren. Zum anderen geht es um die Frage, welchen Anforderungen Führungskräfte im Unternehmen heute begegnen, welchen Veränderungen sich Führungskräfte in den dynamischen Umwelten ausgesetzt fühlen und welche Dimension Gesundheit damit für die Organisation hat.  Kooperationspartner ist Prof. Jochen Schweitzer von der Sektion Medizinische Organisationspsychologie des Instituts für Medizinische Psychologie am Universitätsklinikum Heidelberg auf wissenschaftlicher Seite sowie die Heidelberger Druckmaschinen AG als Forschungsfeld. Die Hintergründe dieses Projektes sind in einem Bericht von Thorsten Veith und Jochen Schweitzer für die Zeitschrift Personalwirtschaft zusammengefasst, die diese dankenswerterweise zur Veröffentlichung in der Systemischen Bibliothek des systemagazins zur Verfügung gestellt hat. Zum vollständigen Text…
Monday, February 8. 2010
 "In einem multiperspektivischen Erklärungsansatz der Konstruktion von Krankheiten bilden die vorgestellten systemischen Konzepte grundlegende Bausteine eines Verständnisses gesundheitlicher Beeinträchtigungen im Kontext der Wirkungsfelder Gesellschaft, Familie und Individuum. Bei der Betrachtung von Krankheiten kommen, wie durch ein „Teleskop“, unterschiedliche Teile (Bausteine) des Gesamtsystems ins Blickfeld, während sich andere außerhalb des Blickfeldes des wissenschaftlichen Beobachters befinden. Jede dieser Annäherungsweisen leistet im Rahmen eines multiperspektivistischen Konzeptes einen spezifischen Beitrag", so die Zusammenfassung eines Abschnittes aus Jürgen Beushausens Dissertation über "Die Konstruktionen von Gesundheit und Krankheit im sozialen System Familie. Theorie und Empirie" aus dem Jahr 2002, der auch in der Systemischen Bibliothek im systemagazin zu lesen ist. Vorgestellt werden in diesem Zusammenhang die Theorie operational geschlossener Systeme von Niklas Luhmann, der psychosomatische Ansatz von Thure von Uexküll, die Theorie interaktioneller Spielregeln und Symptombildung nach Fritz B. Simon, die Theorie problemdeterminierter Systeme nach Kurt Ludewig sowie der Mehr-Ebenen-Ansatz von Jürgen Kriz. Zum vollständigen Text…
Friday, January 15. 2010
 1992 hat Klaus G. Deissler die Herausgeberschaft für die "Zeitschrift für systemische Beratung und Therapie" von Gründer Jürgen Hargens übernommen, nach 18 (!) Jahren übergibt er diese Funktion an Cornelia Tsirigotis, die als langjähriges Mitglied der systhema-Redaktion über große Erfahrungen im Zeitschriftengeschäft verfügt und der wir an dieser Stelle eine glückliche Hand bei der Fortführung und Weiterentwicklung der ZSTB wünschen. Klaus G. Deissler sei vor allem an dieser Stelle zu seiner großen editorischen Leistung gratuliert, mit der er der systemischen Leserschaft seit nunmehr 30 Jahren ein fester Begriff ist (1979 begründete er für die DAF mehr oder weniger im Alleingang den "Kontext"). Die ZSTB wurde unter seiner Ägide ein Sprachrohr für die sozialkonstruktivistische Richtung innerhalb der systemischen Therapie. Wir sind gespannt, ob und wie sich die Zeitschrift zukünftig wieder mehr für die verschiedenen Strömungen im systemischen Feld öffnen wird. Jedenfalls hat sich schon einmal das Format geändert: ähnlich wie die Familiendynamik wird auch die ZSTB zukünftig im Großformat erscheinen. Zum Abschied von Klaus Deissler hat Bodo Pisarsky ein Interview mit ihm geführt, das das neue Heft eröffnet und das mit freundlicher Erlaubnis des Verlages in der Systemischen Bibliothek des systemagazins zeitgleich mit dem neuen Heft erscheint. Zum Volltext des Interviews…
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