Wednesday, April 24. 2013Systemische Therapie als Leistung der gesetzlichen Krankenversicherung. G-BA prüft Nutzen, medizinische Notwendigkeit und Wirtschaftlichkeit
In einer Presseerklärung der Bundespsychotherapeutenkammer vom heutigen Tage heißt es:
Der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) prüft die Anerkennung der Systemischen Therapie als Leistung der gesetzlichen Krankenversicherung bei Erwachsenen. Dies hat der G-BA am 18. April 2013 beschlossen. Der Beschluss erfolgte vier Jahre nachdem der Wissenschaftliche Beirat Psychotherapie (WBP) die Systemische Therapie als wissenschaftliches Psychotherapieverfahren bei Erwachsenen sowie Kindern und Jugendlichen anerkannt hat. Bisher stellte keine der Trägerorganisationen des G-BA einen Antrag auf Prüfung. Der Antrag wurde jetzt vom unparteiischen Mitglied und Vorsitzenden des Unterausschusses Methodenbewertung Dr. Harald Deisler eingebracht und im Plenum des G-BA einstimmig beschlossen. Die Systemische Therapie bei Kindern und Jugendlichen wird nicht Gegenstand des Bewertungsverfahrens sein. Die Systemische Therapie zählt seit dem WBP-Gutachten vom 14. Dezember 2008 zu den wissenschaftlich anerkannten Psychotherapieverfahren. Das Bewertungsverfahren des WBP bestätigte die Wirksamkeit der Systemischen Therapie in der Behandlung von Erwachsenen für die Anwendungsbereiche: Affektive Störungen (F3), Essstörungen (F50), Psychische und soziale Faktoren bei somatischen Krankheiten (F54), Abhängigkeiten und Missbrauch (F1, F55), Schizophrenie und wahnhafte Störungen (F2). Für die Behandlung von Kindern und Jugendlichen stellte der WBP darüber hinaus die wissenschaftliche Anerkennung der Systemischen Therapie für die folgenden Anwendungsbereiche fest: Affektive Störungen (F30 bis F39) und Belastungsstörungen (F43), Essstörungen (F50) und andere Verhaltensauffälligkeiten mit körperlichen Störungen (F5), Verhaltensstörungen (F90 bis F92), F94, F98) mit Beginn in der Kindheit und Jugend sowie Tic-Störungen (F95), Persönlichkeits- und Verhaltensstörungen (F60, F62, F68 bis F69), Störungen der Impulskontrolle (F63), Störungen der Geschlechtsidentität und Sexualstörungen (F64 bis F66), Abhängigkeit und Missbrauch (F1, F55), Schizophrenie und wahnhafte Störungen (F20 – F29). Die Systemische Therapie erfüllte hiermit die damaligen WBP-Mindestkriterien und wurde als Verfahren für die vertiefte Ausbildung sowohl zum Psychologischen Psychotherapeuten als auch zum Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeuten empfohlen. Damit war für die Systemische Therapie auch die erste Voraussetzung für die Anerkennung als neues Psychotherapieverfahren in der gesetzlichen Krankenversicherung gegeben, die regelhaft eine Einleitung eines Bewertungsverfahrens durch den G-BA begründet (§ 17 Absatz 1 der Psychotherapie-Richtlinie). Der G-BA prüft nun als weitere Voraussetzung, ob bei der Systemischen Therapie ein Nachweis des Nutzens, der medizinischen Notwendigkeit und Wirtschaftlichkeit belegbar ist – und zwar für mindestens die Anwendungsbereiche „Affektive Störungen“ sowie „Angststörungen und Zwangsstörungen“ und in mindestens einem der drei Anwendungsbereiche „somatoforme Störungen“, „Persönlichkeitsstörungen und Verhaltensstörungen“ sowie „Psychische und Verhaltensstörungen durch psychotrope Substanzen“ oder in mindestens zwei der sonstigen Anwendungsbereiche der Psychotherapie-Richtlinie." Sunday, April 21. 2013Systemische Gesellschaft 2.0![]() Am 18. und 19. April feierte die Systemische Gesellschaft mit einer Zukunftskonferenz ihr 20jähriges Jubiläum im Berliner "Heimathafen Neukölln", einem Volkstheater, das auch als Veranstaltungsort ein gutes Bild abgab. Neben einem Rückblick auf die Situation der Gründungszeit Anfang der 90er Jahre ging es vor allem um die Entwicklung neuer Themen und Perspektiven für die zukünftige Verbandsarbeit, die in einem gut geleiteten Open Space vorangebracht wurde. Als Höhepunkt der Tagung wurde auf dem Tagungsfest die neue website der Systemischen Gesellschaft freigeschaltet, die nun endlich nach langer Entwicklungsarbeit neue Möglichkeiten der Kommunikation und Online-Kooperation für die SG-Mitglieder bietet. Endlich keine verpixelten und unscharfen Bilder mehr, endlich laden vernünftige Kontraste und eine lesefreundliche Schrift zum Lesen und Verweilen ein. Zwar sind die meisten Features noch einzulösende Versprechen, aber an der Fertigstellung wird mit Volldampf gearbeitet. Herzliche Glückwünsche vom systemagazin zu einem Relaunch, das lange hat auf sich warten lassen, aber nun ausgesprochen verheißungsvoll wirkt! Nach acht erfolgreichen Jahren als Vorsitzende hat Cornelia Oestereich übrigens in diesem Jahr nicht mehr für dieses Amt kandidiert. Sie wurde mit riesigem Beifall für ihre Leistungen und ihren Einsatz von der Mitgliederversammlung am 20.4. verabschiedet (Foto). Als Nachfolgerin wurde Ulrike Borst vom Ausbildungsinstitut Meilen (Zürich) gewählt, bestens als Mitherausgeberin der Familiendynamik bekannt. Auch hier wünscht das systemagazin alles Gute und eine gute Hand bei den zukünftigen Entwicklungen im systemischen Feld.Zum neuen Webauftritt der Systemischen Gesellschaft geht es hier… Tuesday, April 16. 2013Liebespaare und der Einfluss der Herkunftsfamilien - DGSF-Forschungspreis für Markus SchaerOb und wie partnerschaftsrelevante Verhaltensweisen von einer Generation zur nächsten weitergegeben werden, untersuchte der Psychologe Dr. Markus Schaer (Foto: Academia.edu) für seine Dissertation „Das Früher im Heute: Liebespaare und ihre Herkunftsfamilien“. Für seine Forschungsarbeit an der Universität München wurde Schaer mit dem Forschungspreis der Deutschen Gesellschaft für Systemische Therapie, Beratung und Familientherapie (DGSF) 2012 ausgezeichnet. Schaers Arbeit beschreibt die intergenerationale Transmission von Paarkonfliktstilen und Kompetenzen zur Stressbewältigung. Der Autor interviewte junge erwachsene Paare und deren Eltern. Insgesamt nahmen mehr als 650 Personen an seiner Studie teil. Durch die Befragung ganzer Familiensysteme und mit systemischen Analyseverfahren konnte er ein differenziertes Bild der Transmission erarbeiten, das auch geschlechtstypische Unterschiede aufzeigt. Die Ergebnisse von Schaers Forschungsarbeit machen nachvollziehbar, wie familiäre Verhaltenstraditionen mit der „sozialen Vererbung“ des Scheidungsrisikos zusammenhängen. Seine Analyse mehrgenerationaler Dynamiken und Muster von negativem und konstruktivem Konfliktverhalten liefert Erkenntnisse für die präventive und therapeutische Arbeit mit Paaren Das Interview mit dem Autor Dr. Markus Schaer führte Sabine Jacobs: Sabine Jacobs: „Du bist genau wie deine Mutter“, dieser Satz fällt oft, wenn Paare streiten. Was ist dran - machen wir später tatsächlich nach, was wir im Elternhaus gelernt haben? Markus Schaer: Theoretisch könnte man ja von zwei Möglichkeiten ausgehen. Wir kopieren das Streitverhalten unserer Eltern oder aber wir verhalten uns bewusst anders, insbesondere dann, wenn in unserer Herkunftsfamilie eine destruktive Streitkultur an der Tagesordnung war. In der Forschung finden wir aber eher Kontinuitätszusammenhänge, das heißt, wir neigen dazu, es genauso zu machen, wie unsere Eltern. Das lässt sich für viele Verhaltensweisen zeigen, zum Beispiel für allgemeine Wärme, für unseren Interaktionsstil, unsere Problemlösekompetenzen und eben auch für unser Streitverhalten. Sogar extrem destruktive Verhaltensweisen werden von einer Generation zur Nächten weitergegeben, also beispielsweise häusliche Gewalt. Wenn es in der Herkunftsfamilie zu gewalttätigen Auseinandersetzungen gekommen ist, dann steigt das Risiko für Gewalt in der eigenen Partnerschaft auf das doppelte bis dreifache. Und das obwohl die Menschen, die Gewalt in ihrer Familie erlebt haben, darunter sehr gelitten haben. Im Prinzip ja. Trotzdem gibt es Unterschiede. Kleine Mädchen lernen von beiden Elternteilen, von der Mutter als Rollenvorbild aber auch vom Vater als Interaktionspartner. Später neigen sie dann dazu, sich in Konflikten ähnlich zu verhalten, wie sie es schon als Kind den Eltern gegenüber taten. Es besteht also eine gewisse Verhaltenskonsistenz. Bei Männern ist das anders. Inwiefern? Männer erleben in einer Liebesbeziehung einen größeren Rollenwechsel. Die Rolle des kindlichen Sohnes passt nicht in das Bild, das wir vom autonomen männlich-starken Liebhaber haben. Deshalb spielt die Mutter -Sohn – Beziehung hier auch keine so große Rolle. Männer orientieren sich eher am Vorbild des Vaters. Wenn der also beim Streit mit der Faust auf den Tisch schlug oder aber den inneren Rückzug antrat, ist die Wahrscheinlichkeit groß, dass sich der Sohn später ähnlich verhält. Eine destruktiver Streitkultur im Elternhaus kann also böse Folgen haben für die eigene Beziehung… Eindeutig. Beispiel Scheidungsrisiko. Das überträgt sich von einer Generation zur nächsten. Sogar eine Scheidung der Großeltern hat noch Wirkung auf das eigene Scheidungsrisiko. Und diese Effekte sind nicht gering. Wenn Ihre Eltern geschieden sind, dann steigt ihr eigenes Scheidungsrisiko schon um das 1,3 fache. Und wenn Sie dann auch noch einen Partner haben, der eine Scheidung seiner Eltern erlebt hat, dann haben Sie schon ein dreifach erhöhtes Scheidungsrisiko. Trennung ist häufig die Konsequenz von destruktivem Streitverhalten. Was genau verstehen Sie darunter? Typische Killerverhalten sind zum Beispiel die Verallgemeinerung von Vorwürfen und Kritik sowie die Bereitschaft, den jeweils Anderen als Person abzuwerten. Sehr destruktiv wirkt auch, wenn sich einer der beiden Partner wortlos zurückzieht. Und natürlich dazu passend - die gezielte Provokation. Im Zusammenspiel führt das zur Eskalation. Ein typisches Beispiel ist die sogenannte Forderungs-Rückzugsspirale… Forderungs-Rückzugsspiralen sind ein häufiges Muster, das vor allem dann auftritt, wenn Partner-Konflikte sich bereits verhärtet haben. Dabei versucht ein Partner, z.B. die Frau einen Konflikt-Thema anzusprechen, der Mann fühlt sich bedrängt und zieht sich zurück. Durch den Rückzug des Mannes fühlt sich die Frau gekränkt und reagiert noch resoluter, dadurch zieht sich der Partner noch mehr zurück usw. Es entsteht ein Teufelskreis und am Ende sagt der eine „ich würd ja nicht so nörgeln, wenn Du mir endlich zuhören würdest“ und der andere sagt „ich würde Dir ja zuhören, wenn Du nicht ständig so nörgeln würdest. Das ist ein Muster mit einer hohen Eigendynamik. Meist sind es die Männer, die sich zurückziehen, warum? Ursache sind zum einen unterschiedliche Beziehungskonzepte. Frauen gehen eher davon aus, dass eine Beziehung dann in Ordnung ist, wenn sie über Probleme noch reden können. Die Männer finden eine Beziehung eher dann in Ordnung, wenn sie nicht über Probleme reden müssen. Hinzu kommt, dass Männer sich schneller von ihren Gefühlen überflutet fühlen, ihr Rückzug hat dann eher eine Schutzreaktion. Außerdem spielt die Herkunftsfamilie eine Rolle. Die Wahrscheinlichkeit für gesprächsvermeidendes Verhalten steigt, wenn der Vater sich ebenfalls in Konflikten zurückgezogen hat. Es fehlen alternative Rollenvorbilder. Hinzu kommen dann aber auch noch die Erfahrungen der Frau in ihrer eigenen Herkunftsfamilie… Stimmt. Wir haben festgestellt, dass Frauen überdurchschnittlich häufig einen Partner wählen, der ein Rückzugsverhalten zeigt, das dem Verhalten ihres Vaters ähnelt. Und wenn diese Frauen dann den Rückzug in ihrer Partnerschaft erleben, fühlen sie sich davon möglicherweise besonders verletzt. In diesem Fall ist das Risiko für die Forderungs-Rückzugspiralen besonders hoch. Wie hoch ist denn der Einfluss der Herkunftsfamilie auf unser Konfliktverhalten? Kann man das in Zahlen ausdrücken? Im Durchschnitt können wir aus dem Verhalten der Herkunftsfamilie etwa 20 – 30 Prozent des Paarverhaltens vorhersagen. Das sind eher mittlere Zusammenhänge keine riesigen, aber sie sind eindeutig nachweisbar. Das heißt, wir sind auch selbst verantwortlich? Klar, um es mal so zu sagen: Die Herkunftsfamilie spielt eher die Hintergrundmusik der Paarbeziehung. Ob wir in Dur oder in Moll spielen, das entscheiden wir schon selbst als Paar. Wichtig ist zum Beispiel die Erkenntnis, dass negative Verhaltensweisen unseres Partners, wie Nörgeln, Rückzug oder Aggression immer auch durch unser eigenes negatives Verhalten mit ausgelöst wird. Dieser Auslösefaktor beträgt immerhin ca. 25 Prozent. Unser eigenes negatives Verhalten hat also eine hohe Ansteckungsgefahr. Leider im Gegensatz zu positivem Verhalten. Das wirkt lange nicht so ansteckend, warum? Vermutlich aus neurobiologischen Gründen. Bei negativen Verhaltensweisen sind sofort negative Emotionen im Spiel. Wenn uns einer unfreundlich behandelt, reagieren wir darauf geradezu automatisch. Im Gegensatz zu konstruktivem Verhalten. Das müssen wir immer wieder aus eigener Kraft an den Tag legen. Wir müssen also in der Lage sein unsere Emotionen kognitiv zu regulieren. Es sind höhere Hirnfunktionen gefragt… Ja, wir müssen eine bewusste Entscheidung für positives Verhalten treffen, auch wenn sich der Erfolg nicht unmittelbar einstellt. Das erklärt auch die berühmte 5 zu 1 Kostante des amerikanischen Paarforschers John Gottman. Demnach braucht es mindestens fünf positive Gesten, um eine negative Interaktionssequenz auszugleichen. Paare, die das nicht mehr schaffen, trennen sich mit einer sehr hohen Wahrscheinlichkeit. Um das zu verhindern, brauchen wir also konstruktive Streit-Techniken. Was hilft konkret? Das Wichtigste ist Zuzuhören, also Aufmerksamkeit zu schenken und sich Zeit lassen, die Position des Gegenübers zu verstehen. Dann müssen wir in der Lage sein zu verhandeln und Kompromisse zu schließen. Wer seine Position immer zu 100 durchsetzen will, macht den anderen zum hundertprozentigen Verlierer. Das möchte keiner sein. Und natürlich gehört Respekt dazu, auch wenn ich auf der Sachebene unterschiedlicher Meinung bin. Also Respekt, Achtsamkeit, Akzeptanz und nicht zuletzt die Fähigkeit, die Perspektive zu wechseln und sich in die Position des anderen hineinversetzen zu können. Und zwar nicht nur kognitiv sondern auch emotional. Wenn das beiden Partnern gelingt, sprechen wir von einer positiven Streitkultur. Und das kann man hinkriegen trotz familiärer Belastung? Durchaus. Das kann man lernen. Wir sind immer auch eigenständige Gestalter unserer Beziehungen. Wichtig ist nur, dass man sich die familiären Muster bewusst macht, um sich dagegen wehren zu können. Tuesday, April 2. 2013Jetzt 5.000 Mitglieder in der DGSF organisiert Köln, 27.3.2013: Die Deutsche Gesellschaft für Systemische Therapie, Beratung und Familientherapie (DGSF) ist einer der größten psychosozialen Fachverbände in Deutschland mit einer dynamischen Mitgliederentwicklung: Im März hat der Verband sein 5000. Mitglied aufgenommen. Damit hat die DGSF ihre Mitgliederzahl in weniger als zwei Jahren um 25 Prozent gesteigert. Erst im September 2011 konnte der Verband bei seiner wissenschaftlichen Jahrestagung in Bremen sein 4000. Mitglied begrüßen. Bei seiner Gründung im Jahr 2000 hatte der Verband – aus dem Zusammenschluss von zwei Vorgängerverbänden DAF (Deutsche Arbeitsgemeinschaft für Familientherapie) und DFS (Dachverband für Familientherapie und systemisches Arbeiten) entstanden – zunächst rund 1300 Mitglieder. Die DGSF tritt ein für die fachliche Weiterentwicklung der Systemischen Therapie, Beratung und Familientherapie in Theorieentwicklung und Forschung, Aus- und Weiterbildung, psychosozialer Versorgungspraxis, Berufs- und Sozialpolitik. Ihre Mitglieder sind Pädagogen, Sozialarbeiter, Psychologen, Mediziner, Theologen und andere Fachleute. Sie arbeiten im Gesundheitswesen, in der Sozialen Arbeit und Jugendhilfe, in der Rehabilitation, in der Arbeitsverwaltung, in der Unternehmens- und Politikberatung, in den Kirchen und weiteren Kontexten. Der Verband unterhält eine Geschäftsstelle in Köln und hat kürzlich einen Forschungsfonds in Höhe von 140.000 Euro eingerichtet. Damit möchte er Forschungsprojekte anregen zur Wirksamkeit systemischer Therapie und Beratung im Gesundheitswesen und in der Jugendhilfe. Der Verband vergibt Zertifikate für systemisch weitergebildete Fachleute, ein Empfehlungs-Siegel für systemisch-familienorientiert arbeitende Einrichtungen und zertifiziert systemische Weiterbildungsgänge. Seit 2005 verleiht die DGSF alle zwei Jahre einen Forschungspreis.Sunday, March 31. 2013Frohe OsternWednesday, March 6. 2013140.000 Euro für Forschung zur Wirksamkeit systemischer Therapie und Beratung Die Deutsche Gesellschaft für Systemische Therapie, Beratung und Familientherapie (DGSF) hat einen Forschungsfond in Höhe von 140.000 Euro eingerichtet. Mit diesem Geld sollen Forschungsprojekte gefördert werden, die die Wirksamkeit systemischer Therapie und Beratung im Gesundheitswesen oder in der Jugendhilfe untersuchen. Systemische Therapie und Beratung sind weit verbreitet, ihre Wirksamkeit wird allerdings in Deutschland noch zu wenig erforscht. Im Gesundheitswesen liegen sogenannte randomisierte kontrollierte Studien, die benötigt werden, um Systemische Psychotherapie auch in der ambulanten Krankenversorgung in Deutschland zu verankern, noch in zu geringer Zahl vor. In der Jugendhilfe hat sich Wirksamkeitsforschung bislang generell wenig etabliert. Vorliegende klinische und gesundheitsökonomische Studien aus den USA, Großbritannien, Spanien und sogar aus China belegen eindrucksvoll, dass Systemische Therapie ein wirkungsvolles und kostengünstiges Psychotherapieverfahren ist. Die DGSF möchte mit ihrem Forschungsfond in den kommenden drei Jahren neue Forschungsprojekte auch in Deutschland anstoßen und dazu beitragen, systemische Therapie und Beratung im deutschen Gesundheits- und Sozialwesen weiter zu etablieren.Gefördert werden sollen Projekte (auch Anschub- oder Pilotprojekte) der Wirksamkeitsforschung, die für die Finanzierung Systemischer Therapie und Beratung in Deutschland in den nächsten zehn Jahren als besonders wichtig erscheinen. Das sind nach Einschätzung des DGSF-Vorstandes derzeit: Im Gesundheitswesen Studien zur Wirksamkeit Systemischer Therapie bei Angststörungen von Erwachsenen (1. Priorität), bei Angststörungen von Kindern (2. Priorität) und zu Störungen des Sozialverhaltens bei Kindern und Jugendlichen (3. Priorität). In der Jugendhilfe Studien zur Wirksamkeit Systemischer Therapie/Beratung besonders in den Formen der Aufsuchenden Familientherapie, der Sozialpädagogischen Familienhilfe, der multisystemischen oder Multifamilientherapie/-beratung. Hintergrund und Beschreibung der förderfähigen Forschungsvorhaben mit Hinweisen für die Bewerbung gibt es hier als pdf-Datei. Anträge auf Forschungsförderung sollen bis zum 1. Juli 2013 bei der DGSF eingereicht werden.Friday, February 22. 2013Boykott des DSM-VIn den USA hat sich kurz nach der Bekanntgabe der Veröffentlichung der neuen DSM-Version ein "Committee to Boycott the DSM-V" gegründet, dass die fragwürdige Konstruktion des neuen Diagnostischen Manuals und seine fehlende wissenschaftliche Begründung attackiert. In einer Pressemitteilung vom 6.2. heißt es: "Little more than 2 weeks after the American Psychiatric Association’s announced that its new Diagnostic and Statistical Manual, DSM-5, was available for “pre-order”, the Committee to Boycott the DSM-5 has called for a boycott of the new Manual by professional mental health practitioners, researchers and all those who might have occasion to use it. Comprised of professionals and activists across the United States and Canada, the Committee is also urging users of mental services and their families to press the psychotherapists and physicians who treat them to neither purchase nor use the DSM-5. The new edition of the DSM, often referred to as “ psychiatry’s bible”, is scheduled for publication by the American Psychiatric Association in May of this year. The Committee’s objective is to curtail sales of the new DSM, which, in previous editions, has sold millions of copies throughout the world, and to persuade practitioners who are obliged to use diagnostic codes to utilize those contained in the International Classification of Diagnoses (ICD). The Boycott Committee’s opposition to the new DSM is rooted in its concern that the DSM and its several hundred diagnoses or disease categories can do much more harm than good when applied to psychiatric patients. The Committee points to the analytical work of American clinical researchers Stuart Kirk and Herb Kutchins and of Richard Bentall of the U.K. which demonstrates that the DSM’s diagnoses have little scientific evidence to support them. In research terms, they have no construct validity and very poor inter-rater reliability, or agreement among psychiatrists about the definitions of clinical diagnoses. The Committee also cites the admission this past December by Dr. Dilip Jeste, president of the APA, that twenty years of research had revealed that “… most psychiatric disorders lack validated diagnostic biomarkers, and … psychiatric diagnoses are still mostly based on clinician assessment…” The constant criticism that has accompanied compilation of the new DSM and the resulting skepticism about DSM’s classification system have called into question a range of diagnoses, including those presumably long-established, such as schizophrenia, and those just added to the new DSM by the APA’s DSM-5 Task Force, which number more than fifty. Among these latter is Somatic Symptom Disorder, which is defined in DSM-5 as preoccupation with the symptoms of chronic illnesses by those who suffer from them. Consternation has also been caused by the removal of the bereavement exception from assessment of serious depression. Individuals who experience grieving that extends beyond two weeks will now find themselves, should they visit a psychiatrist or psychotherapist for help, candidates for diagnosis with Major Depressive Disorder. The great fear among Committee members is that ordinary behavior will now be construed as pathological. Coincidentally, all references to psychosocial, environmental and spiritual issues, integral to clinical assessment in DSM-IV, have been removed from DSM-5. This decision appears to send a clear signal to clinicians that treatment for persons judged to have psychiatric disorders can be reduced to the prescription of psychoactive medications, despite evidence of their toxicity and growing doubt about their effectiveness. Ultimately, the APA appears to have shrugged off the criticism received from professional, advocacy and lay public stakeholders during the three public reviews of its proposals. In the estimation of many, the APA has undermined its own credibility, choosing to protect its intellectual property and publishing profits, not the public trust. Allen Frances, editor of the DSM-IV and most widely known critic of the new DSM, recently asserted that the price of $199 per copy of the new DSM will make it the most costly of all DSMs published to date and represents the APA’s attempt to re-coup its $25 million investment in DSM-5’s development and publication." Weitere Informationen und einen Blog gibt es hier… Tuesday, January 29. 2013Psychiatrie im Nationalsozialismus
Heute vor 80 Jahren fand die Machtergreifung der Nationalsozialisten In Deutschland statt. Ein Anlass, den zahllosen Opfern des nationalsozialistischen Terrors zu gedenken. In großer Zahl gehörten neben den Juden und Widerstandskämpfern, den Homosexuellen und den Sinti und Roma auch psychiatrisch Erkrankte und geistig Behinderte dazu. Die eugenisch begründete Vernichtung "lebensunwerten Lebens" und zahllose Zwangssterilisierungen wären ohne die aktive Beteiligung der deutschen Ärzteschaft, vornehmlich der Psychiater, nicht möglich gewesen. Doch ähnlich wie in der Justiz ist nach dem Ende des Terrors niemand der Beteiligten zur Rechenschaft gezogen worden, ja schlimmer noch, viele agierten in der Nachkriegszeit als psychiatrische Gutachter und lehnten Schadensersatzansprüche von Betroffenen und Hinterbliebenen ab. Die psychiatrische Fachgesellschaft nahm diese Verbrechen und ihre eigene Beteiligung daran bis zum Ende des letzten Jahrhunderts offiziell nicht zur Kenntnis, von einer Entschuldigung ganz zu schweigen. Es dauerte bis zu einer Gedenkveranstaltung der Deutschen Gesellschaft für Psychiatrie, Psychotherapie und Nervenheilkunde im November 2010, auf der der damalige Präsident der Gesellschaft, Frank Schneider, die passenden Worte fand und die Verantwortung der Psychiater für ihre Teilnahme am Massenmord an Unschuldigen eingestand.
Seine Rede kann hier im Wortlaut nachgelesen werden…
Posted by Tom Levold
in Allgemeines, Debatte, Links, Politik
at
22:10
| Comments (0)
| Trackbacks (0)
Tuesday, January 1. 2013Happy New Year!
Wednesday, December 26. 2012Adventskalender 2012 - Vielen Dank!Ich möchte mich bei allen Autorinnen und Autoren des diesjährigen Adventskalenders herzlich bedanken, die ihn mit ihren Geschichten, Erinnerungen und Impressionen bereichert haben, und freue mich, dass entgegen meiner anfänglichen Befürchtungen ein so reichhaltiger Kalender zustande gekommen ist. Für alle diejenigen, die die Texte noch einmal im Gesamtzusammenhang nachlesen möchten, gibt es den ganzen Kalender als PDF, und zwar hier … Mit herzlichen Grüßen Tom Levold Wednesday, November 21. 2012wissenschaftlicher Förderpreis der Systemischen Gesellschaft 2013Weitere Informationen hier… Tuesday, November 13. 2012call for storiesvor einiger Zeit hatte ich Sie eingeladen, sich wieder einmal mit Geschichten oder Berichten am diesjährigen Adventskalender im systemagazin zu beteiligen. Thema sollte der "Dialog der Kulturen" sein und Platz für Erlebnisse bieten die Sie im Kontext interkultureller Begegnungen als Beraterinnen, Therapeuten, Supervisorinnen oder Coaches gehabt haben. Bislang ist außer einem Türkenwitz und einer aus einem Misserständnis des Themas erwachsene persönliche Story allerdings noch nichts bei mir eingegangen. Womöglich gibt es gar keine interkulturellen Begegnungen hierzulande oder anderswo? Wenn doch, möchte ich hiermit noch einmal meine Einladung wiederholen: Vielleicht arbeiten Sie mit Klienten, die aus unterschiedlichen Kulturen kommen? Vielleicht haben Sie eine Zeit selbst in einem anderen kulturellen Kontext gearbeitet oder dort eine Beratung oder Supervision in Anspruch genommen? Haben Sie auf Ihren Reisen Erfahrungen gemacht, die Sie als systemische Therapeutin oder Berater besonders berührt haben? Können Sie von Lehr- und Lernerfahrungen berichten, die Sie mit Lehrern oder Klienten aus anderen Kulturen gemacht haben? Alle Geschichten, die sich an diesem Thema orientieren, werden im systemagazin veröffentlicht werden. Einzige Bedingung: Es sollten persönliche Geschichten sein, keine theoretischen Abhandlungen, keine Reklame für die eigene Tätigkeit… Ihre Erlebnisse können kurz oder lang (aber mehr als 10 Zeilen :-), lustig oder traurig, lehrreich und unterhaltsam sein. Ich freue mich auf Zusendungen - und hoffe, dass unser Kalender zustandekommt! Beste Grüße, Tom Levold Herausgeber systemagazin Es wäre schön, wenn Sie Ihren Beitrag bis zum 27.11. an tom.levold@systemagazin.de schicken könnten, das erleichtert die Planung. Ich bin gespannt und freue mich auf Ihre Beiträge! Mit besten Grüßen Tom Levold Herausgeber Friday, October 12. 2012Einladung zum Adventskalender 2012In den vergangenen Jahren ist der Adventskalender im systemagazin zu einer guten Tradition geworden, die ihre feste Leserschaft gewonnen hat. Auch in diesem Jahr wird es wieder einen Adventskalender geben. Ich möchte Sie herzlich einladen, einen Beitrag dazu zu leisten. In Anlehnung an das Tagungsthema der DGSF-Jahrestagung 2012, die Anfang Oktober in Freiburg zum Thema "Dialog der Kulturen" stattgefunden hat, sollen im Kalender dieses Mal Ihre Geschichten von Erlebnissen Platz finden, die Sie im Kontext interkultureller Begegnungen als Beraterinnen, Therapeuten, Supervisorinnen oder Coaches gehabt haben. Vielleicht arbeiten Sie mit Klienten, die aus unterschiedlichen Kulturen kommen? Vielleicht haben Sie eine Zeit selbst in einem anderen kulturellen Kontext gearbeitet oder dort eine Beratung oder Supervision in Anspruch genommen? Haben Sie auf Ihren Reisen Erfahrungen gemacht, die Sie als systemische Therapeutin oder Berater besonders berührt haben? Können Sie von Lehr- und Lernerfahrungen berichten, die Sie mit Lehrern oder Klienten aus anderen Kulturen gemacht haben? Alle Geschichten, die sich an diesem Thema orientieren, werden im systemagazin veröffentlicht werden (und wenn es mehr als 24 Geschichten sind, läuft der Kalender einfach weiter …). Einzige Bedingung: Es sollten persönliche Geschichten sein, keine theoretischen Abhandlungen, keine Reklame für die eigene Tätigkeit… Ihre Erlebnisse können kurz oder lang (aber mehr als 10 Zeilen :-), lustig oder traurig, lehrreich und unterhaltsam sein. Es wäre schön, wenn Sie Ihren Beitrag bis zum 27.11. an tom.levold@systemagazin.de schicken könnten, das erleichtert die Planung. Ich bin gespannt und freue mich auf Ihre Beiträge! Mit besten Grüßen Tom Levold Herausgeber Saturday, September 15. 2012DGSF begrüßt die Zunahme familienorientierter Hilfen
Die Zahl der im Jahr 2011 neu begonnenen erzieherischen Hilfen ist – nach gestern vom statistischen Bundesamt veröffentlichten Zahlen – im Vergleich zum Vorjahr fast gleich geblieben. Leicht zugenommen hat allerdings die Zahl der familienorientierten Hilfen. Die Deutsche Gesellschaft für Systemische Therapie, Beratung und Familientherapie (DGSF) begrüßt diese Entwicklung und hält eine weitere Ausweitung familienorientierter Hilfen – auch angesichts knapper finanzieller Mittel – für sinnvoll und geboten. „Wir begrüßen, dass die familienorientierten Hilfen innerhalb des Gesamtvolumens der ‚Hilfen zur Erziehung‘ eine Steigerung erfahren. Und wir sind davon überzeugt, dass es sich lohnt, Familien auch weiter stärker in den Blick zu nehmen“, kommentiert Björn Enno Hermans, Geschäftsführer eines großen Jugendhilfeträgers und Vorstandsmitglied der DGSF die jetzt veröffentlichten Zahlen. Danach haben rund 53.200 Familien im Jahr 2011 eine familienorientierte Hilfe (Flexible Hilfe zur Erziehung nach § 27 SGB VIII und Sozialpädagogische Familienhilfe) neu erhalten. Das ist eine Steigerung um rund vier Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Im Fachverband DGSF sind viele beraterisch-therapeutisch qualifizierte Fachkräfte der Sozialen Arbeit organisiert, die zu einem hohen Anteil in der Kinder- und Jugendhilfe tätig sind. Systemische Fachkräfte seien gewohnt, unterstützende Systeme als Ressource zu aktivieren und Kinder und Jugendliche mit ihren Familien in ihren Kompetenzen und ihrer Verantwortung zu stärken, so Hermans: „Familienorientierte und familienunterstützende Hilfen sind in der Kinder- und Jugendhilfe erfolgreich und langfristig Kosten sparend ebenso wie im Gesundheitswesen.“ Die jüngst begonnene Diskussion um die „Kostenexplosion“ in der Jugendhilfe, zielend auf die Abschaffung des individuellen Anspruchs auf Erziehungshilfe führe hingegen kaum weiter. Große Jugendhilfestudien, etwa „JES“ oder „JuLe“, zeigten, dass Jugendhilfe wirksam sei und dass es immer um eine gelingende Zusammenarbeit aller Beteiligten gehe. Und in der Kooperation mit unterschiedlichen Systemen seien systemisch ausgebildete Fachleute besonders erfahren." (Quelle: DGSF Presseinformation v. 13.9.2012)
Saturday, July 21. 2012Bin dann mal weg…Wednesday, May 23. 2012Ausschreibung für den wissenschaftlichen Förderpreis der Systemischen Gesellschaft 2013Ausgezeichnet werden eine Diplomarbeit, Dissertation, Habilitation oder ein anderes (auch außeruniversitäres) Projekt,
Ein unabhängiges fünfköpfiges Gutachtergremium entscheidet über die Vergabe des Preises. Die Preisvergabe erfolgt im Rahmen der SG-Mitgliederversammlung im April 2013 in Berlin. Bitte reichen Sie Ihre Arbeit bis zum 14. Dezember 2012 in dreifacher Ausführung ein an: Systemische Gesellschaft e.V. "Wissenschaftlicher Förderpreis" Brandenburgische Straße 22, D-10707 Berlin fon: +49-30-53 69 85 04 fax: +49-30-53 69 85 05 mail: info@systemische-gesellschaft.de www: http://www.systemische-gesellschaft.de Sunday, April 8. 2012Frohe OsternWednesday, February 22. 2012In eigener Sache
Mangels kontinuierlichem Internet-Zugang wird sich in dieser Woche im systemagazin nicht mehr viel abspielen - Am Wochenende geht es weiter!
(Page 1 of 8, totaling 145 entries)
» next page
View as PDF: Category Allgemeines | This month | Full blog |
Calendar
Quicksearchsystemagazin tweetsArchivesKategorienBlog abonnierenWikipedia Finder |
|||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||






